Newsletter vom 01.07.2010

IT- und Telekommunikationsbranche fehlt es an Spezialisten

Derzeit gibt es rund 20.000 offene Stellen in der IKT-Branche. Jedes dritte IT-Unternehmen gibt an, dass der Fachkräftemangel seine Geschäftstätigkeit bremst, so eine BITKOM-Erhebung. Laut einer Studie im Auftrag der EU-Kommission wird die Nachfrage nach IT-Experten in Deutschland in den kommenden Jahren beständig über dem Angebot liegen. Das hat nach Verbandsmeinung "strukturelle Gründe". Der Industriezweig ist mit 846.000 Mitarbeitern/-innen der zweitgrößte Industriezweig in Deutschland. Die meisten Mitarbeiter/innen - 599.000 - sind im Bereich Informationstechnik tätig. In der Telekommunikation arbeiten 236.000 Menschen, die digitale Unterhaltungselektronik zählt 11.000 Beschäftigte. 2010 werde der Arbeitsmarkt in der IKT-Branche voraussichtlich leicht wachsen. So wollen 53 Prozent der deutschen IKT-Unternehmen ihr Personal verstärken, 30 Prozent möchten es auf dem aktuellen Niveau halten. Lediglich 17 Prozent müssen Arbeitsplätze reduzieren.


Milliardär Dietmar Hopp für höheren Spitzensteuersatz

„Man darf nicht nur Sozialleistungen kürzen." SAP-Mitgründer Dietmar Hopp machte Milliarden und fordert nun eine höhere Besteuerung der Vermögenden in Deutschland.
Er hat die Software-Schmiede SAP mitbegründet, wurde Milliardär und Mäzen des Bundesligavereins TSG Hoffenheim. Doch seinen Reichtum teilt er regelmäßig mit anderen. Deshalb ist Dietmar Hopp bereit, zur Sanierung der Staatsfinanzen mehr Steuern zu zahlen. „Es bleibt ja keine andere Wahl“, sagte Hopp der Nachrichtenagentur dpa.


Jeder zweite Internetnutzer schaut Webvideo

Knapp jeder zweite Internetnutzer (rund 25 Millionen Bundesbürger/-innen) nutzen Bewegtbildangebote im Web wie etwa Internetfernsehen, so der BITKOM-Webmonitor. Am populärsten sind dabei kurze Videoclips, die sich 40 Prozent der Internetnutzer anschauen. Jeder sechste (17 Prozent) Internetnutzer verfolgt TV-Sendungen wie die Tagesschau online, jeder achte sieht sich Filme per Download oder Livestream an.


Arbeitnehmervertreter stehen Biometrie positiv gegenüber

Arbeitnehmervertreter stehen biometrischen Verfahren in ihren Betrieben zumeist sehr positiv gegenüber. Das ergab eine Online-Umfrage des BITKOM unter Betriebsräten und Gewerkschaftsmitgliedern. Für drei Viertel der Befragten eignet sich Biometrie, um den Zugang zu Sicherheitsbereichen zu steuern. 71 Prozent der Befragten glauben, dass die Technologie Abläufe im Unternehmen vereinfachen kann. Bei weit verbreiteten Problemen wie der Passwortrücksetzung am PC halten über zwei Drittel automatisierte Verfahren, die auf Biometrie beruhen, für sinnvoll.
Beim Einsatz biometrischer Verfahren sind Datenschutz und arbeitsrechtliche Fragestellungen von besonderer Bedeutung. Für rund 90 Prozent der Befragten ist die informationelle Selbstbestimmtheit, für weitere 80 Prozent die Zweckbindung der genutzten Daten beim Einsatz von Biometrie wichtig. Der Verband empfiehlt den Unternehmen, Betriebsräte und Datenschutzbeauftragte frühzeitig in die Planungen zum Einsatz biometrischer Systeme einzubinden. Das wünschen sich auch 96 Prozent der Arbeitnehmervertreter. Häufig könne eine frühzeitige und sachliche Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen der Biometrie helfen, verbliebene Vorbehalte abzubauen. Für die Unternehmen verringere sich dadurch auch das Risiko, mit einem derartigen Projekt zu scheitern.
Tatsächlich räumt die Mehrheit der Befragten ein, bestenfalls über mittelmäßiges Wissen zum Thema zu verfügen. 56 Prozent fühlen sich nicht ausreichend informiert. Dass es mittlerweile viele Projektbeispiele in Unternehmen gibt, in denen Biometrie für Effizienz, Sicherheit und bequemeres Arbeiten sorgt, sei oft unbekannt. Der Verband beschreibt in seiner Broschüre „Biometrie-Referenzprojekte“ einige solcher Projekte:
http://www.bitkom.org/de/themen/55159_60402.aspx


IT-Kostendruck verändert Geschäftsmodelle

Trotz des sich andeutenden Endes der Krise besteht weiterhin IT-Kostendruck in den Unternehmen. Das beschleunigt den Wandel der IT-Branche zu On-Demand-Angeboten. Künftig wird Software immer häufiger über Onlineplattformen angeboten, was das IT-Geschäftsmodell nachhaltig verändern wird. Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie von Bain & Company "Preparing for the On-Demand Game in the Enterprise Software Industry". Vier Trends beeinflussen diese Entwicklung stark:
1) Software-as-a-Service (SaaS) verteilt Lizenzumsätze auf längere Zeiträume,
2) zunehmend integrierte IT-Anbieter heben die Grenzen zwischen Hardware, Software und Services auf,
3) der Serviceanteil der IT-Wertschöpfung steigt und
4) Open-Source etabliert sich als echte Alternative zu klassischen Softwareangeboten.


Videokonferenzen erleichtern das Change Management

Unternehmen nutzen zunehmend Video- und Audiokonferenzen, um Beschäftigte über Veränderungsprozesse zu informieren, ergab eine Umfrage der Informations- und Telekommunikationsservice-Anbieter Damovo und Cisco. 72 Prozent der deutschen Unternehmen, die diese Maßnahme eingesetzt haben, zeigten sich mit der Umsetzung des Change Managements zufrieden. Neue Strategien würden so weit besser vermittelt.
Zum Vergleich: Die Zufriedenheit der Wettbewerber, die auf den Einsatz solcher Instrumente bei der Umsetzung ihres Change Managements verzichteten, liegt bei nur 36 Prozent. 82 Prozent der Befragten planen derzeit Veränderungen in ihrem Unternehmen und räumen diesen hohe Priorität ein.


EMail-Bewerbungen legen stark zu

Die Anzahl der Online-Bewerbungen in Deutschland ist von 39 Prozent im Jahr 2006 auf derzeit 66 Prozent gestiegen. Dies ergab die Befragung von 11.331 Fach- und Führungskräften aus acht europäischen Ländern durch die Online-Jobbörse Stepstone. Dabei waren 3.930 der Befragten aus Deutschland.
Zwei Drittel der deutschen Bewerber - 27 Prozentpunkte mehr als noch vor vier Jahren - gaben an, sich nur noch per E-Mail zu bewerben. Automatisierte Online-Bewerbungsformulare werden von 16 Prozent der Stellensuchenden genutzt. Nur noch 13 Prozent der Bewerber setzen auf die traditionelle Bewerbungsmappe - ein Rückgang um 29 Prozent.


Windows 7 schon 150 Millionen mal verkauft

Microsoft kann mit Windows 7 einen Riesenerfolg feiern: Acht Monate nach dem Marktstart sind bereits 150 Millionen Kopien verkauft worden. Damit verkauft sich Windows 7 besser als alle seine Vorgänger.


Handy-Nutzer bevorzugen Vertragsbindung

Der klassische Handyvertrag ist bei den Deutschen nach wie vor am beliebtesten. Nach einer repräsentativen Studie des Meinungsforschungsinstituts Innofact, die im Auftrag vom Mobilfunk-Händler The Phone House durchgeführt wurde, besitzen 49 Prozent der deutschen Mobilfunknutzer ausschließlich einen Handyvertrag („Post-Paid“). Dabei scheint die Mehrzahl der Deutschen unzufrieden mit seinem Mobilfunk-Anbieter zu sein, denn jeder Zweite spielt mit dem Gedanken bei Vertragsende seinen Netzbetreiber zu wechseln.


Windows 8 wirft seine Schatten voraus

Im Web ist eine vertrauliche und offenbar glaubwürdige Präsentation zum künftigen Windows 8 von Microsoft aufgetaucht, über die unter anderem Engadget berichtet. Den Meldungen zufolge wird die künftige Version des Betriebssystems unter anderem über eine Gesichtserkennung als Zugangsschutz und einen Windows App Store verfügen. Als weitere Kern-Features werden eine massiv beschleunigte Startphase und ein Factory Reset genannt. Dabei wird der PC quasi in seinen Auslieferungszustand zurückversetzt, die Daten der Nutzer bleiben aber erhalten.


IBM: Crowdsourcing könnte bis zu 400.000 Arbeitsplätze sparen

Der Personalverantwortliche von IBM, Tim Ringo, hat in einem Interview Überlegungen angestellt, wonach das Unternehmen durch Crowdsourcing zwischen 100.000 und 399.000 Festangestellte einsparen könnte. Überdies seien so Kostensenkungen bei Gesundheit und Gebäuden durchführbar, wenn Kernbelegschaften an Subunternehmen ausgelagert würden. Konkrete Maßnahmen seien aber nicht geplant.


Justizminister beschließen Schutz für Geodaten

Die Konferenz der Justizminister von Bund und Ländern hat einstimmig beschlossen, die Gesetzesinitiative von Hamburg im Bundesrat zu unterstützen, die eine Verschärfung des Bundesdatenschutzgesetzes vorsieht. Insbesondere für die Nutzung personenbezogener Daten bei der Erfassung von Gebäuden, Straßen und Plätzen müsse ein wirksamer Schutz der Betroffenen gewährleistet sein. Der zuständige Hamburger Senator Till Steffen wies die Kritik zurück, wonach es sich im Hinblick auf Googles Projekt Street View um eine "Lex Google" handele.


Datenzentralen haben bei Unternehmen weiter Priorität

Die Mehrheit der europäischen Firmen haben eine Erweiterung ihrer Datenzentralen fest in Ihrer Firmenagenda eingeplant, so eine Umfrage von Digital Reality Trust. Vier von fünf befragten Firmen (80 Prozent) planen für das nächste Jahr eine Erweiterung ihrer Datenzentralen, 62 Prozent haben in den letzten 24 Monaten bereits eine neue Datenzentrale aufgebaut. Hinsichtlich einer sofortigen und definitiven Erweiterung zeigten deutsche und englische Unternehmen die größte Bereitschaft: Bei 30 Prozent bzw. 29 Prozent der Befragten ist für 2010 bereits definitiv eine Erweiterung geplant. Die grössten Unternehmen (mit Jahresumsätzen über 20 Mrd.) zeigten das größte Engagement bei den Expansionsplänen. 43 Prozent von ihnen wollen ihre Datenzentralen 2010 definitiv ausbauen.


CRM-Trendstudie: Fehlende Akzeptanz ist das größte Projekt-Risiko

Die Hürden bei der Umsetzung von CRM-Projekten sind nach wie vor hoch, so eine aktuelle Trendstudie von BSI Business Systems Integration AG. So beklagen nahezu drei Viertel der befragten Manager, dass Daten trotz professioneller Software nicht gepflegt werden. Fast zwei Fünftel sprechen gar von einer Verweigerung der Mitarbeiter/-innen gegenüber der CRM-Lösung. Weitere Stolpersteine sind aus dem Ruder laufende Kosten und überschrittene Projektlaufzeiten sowie zu komplexe und unflexible Lösungen.


Umsatzrekord bei digitalen Set-Top-Boxen

Der Markt für digitale Set-Top-Boxen wird 2010 in der EU voraussichtlich um 9,6 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro wachsen, so der BITKOM auf Basis aktueller Daten des European Information Technology Observatory (EITO). Die Anzahl verkaufter Geräte wird gegenüber dem Vorjahr um 6,3 Prozent auf 32 Millionen steigen. Für den deutschen Markt wird ein Anstieg von 38 Prozent auf 720 Millionen Euro prognostiziert.


Und da war noch:

Bank mit angeschlossener Elektroabteilung wird Bank
Siemens will seine eigene Bank gründen. "Wir haben vor einiger Zeit eine Banklizenz beantragt", sagte Finanzvorstand Joe Kaeser. Er hoffe, diese in nächster Zeit von der Bankenaufsicht BaFin zu erhalten. Siemens plane aber keine Kundenbank, sondern will sich angesichts der Finanzkrise unabhängiger von Kreditinstituten machen und Bankgeschäfte für sich selbst tätigen, sagte Kaeser gegenüber der der "Süddeutschen Zeitung".

 




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Jelka T., Frankfurt
„Auch in der IT-Branche sind Menschen die wichtigste Ressource. Wenn alle zusammenarbeiten kann man viel erreichen. Die beste Plattform dafür ist eine starke Gewerkschaft. ver.di."