Newsletter vom 01.02.2010

Tarifverhandlungen T-Systems unterbrochen

Am 27. Januar wurden die Tarifverhandlungen für die T-Systems Gesellschaften International, GEI, MMS, IDS und RSS in Berlin von der Gewerkschaft ver.di am zweiten Verhandlungstag unterbrochen. Trotz mehrfacher Aufforderungen hatte die Arbeitgeberseite kein Angebot vorgelegt.
"Ohne ernsthaften Einigungswillen der Arbeitgeberseite machen Verhandlungen keinen Sinn." kommentierte Michael Jäkel, Mitglied der ver.di Verhandlungskommission. "Mit der Weigerung, ein faires Angebot vorzulegen, ignoriert der Arbeitgeber, dass die Beschäftigten von T-Systems maßgeblich zur Produktivitätssteigerung in 2009 beigetragen haben. Wir fordern die Arbeitgeberseite auf, diesen Kurs der Geringschätzung zu verlassen."
ver.di hält an der Forderung nach einer Lohnerhöhung um fünf Prozent fest. Die Verhandlungen gehen am 16. und 17. Februar in die letzte Runde.

Stellenanzeigen im Internet sind bei Firmen erste Wahl

Das Internet ist bei der Suche nach neuen Mitarbeitern in der Wirtschaft erste Wahl. 95 Prozent aller Unternehmen in Deutschland schreiben freie Stellen in Online-Jobbörsen, auf der eigenen Website oder in sozialen Netzwerken aus, so eine repräsentative Umfrage. Fragt man die Arbeitgeber, wo sie ihre Stellen im Einzelnen veröffentlichen, liegen Online-Jobbörsen an der Spitze. 80 Prozent aller Unternehmen in Deutschland veröffentlichen Stellenanzeigen dort. Auf Platz zwei liegen Zeitungen, die von 62 Prozent genutzt werden. 50 Prozent aller Firmen veröffentlichen ihre Jobs auf der eigenen Website. Bei der Umfrage waren Mehrfachnennungen möglich.
Ein persönliches Netzwerk in der Kommunikationsbranche ist für die Mitarbeiter von entscheidender Bedeutung, so die HRM-Studie 2009 des GWA. Auf die Frage, wie sie an ihren aktuellen Arbeitsplatz gekommen sind, geben 31 Prozent der Befragten "persönliche Kontakte" und 23 Prozent "Empfehlung" an. Zweitwichtigster Rekrutierungsweg ist die Online-Stellenanzeige.

Bedeutung von IT wächst in der Wirtschaftskrise

Laut dem "IT Business Balance Survey 2009“ von Deloitte, für den 1.868 IT-Verantwortliche vor allem aus der Finanz- und Fertigungsindustrie befragt wurden, wird in der aktuellen Wirtschaftslage IT immer wichtiger. Ihre Bedeutung für die Unternehmensführung wächst - nicht nur im Anwendungsbereich, sondern auch bei strategischen Überlegungen. Knappe Kassen setzen viele IT-Verantwortliche unter Kostendruck, die Auslagerung von IT-Dienstleistungen scheint für sie ein guter Weg, damit umzugehen. Genutzt werden alle Spielarten des Outsourcing, am häufigsten die Vergabe abgegrenzter Aufgaben an Spezialisten. Knapp zwei Drittel der Befragten gaben an, formelle Verträge mit solchen Dienstleistern abzuschließen; ein Drittel setzt auf Service Level Agreements („SLAs“).

Banken verschweigen IT-Sicherheitsprobleme

Die EC- und Kreditkartenpanne zum Jahreswechsel ist für Experten ein klares Indiz dafür, dass Banken die Sicherheit ihrer Kartensysteme weniger gut im Griff haben, als sie behaupten, so das ARD-Wirtschaftsmagazin Plusminus. Bei EC-Karten gibt es beispielsweise sechs statt drei möglicher Versuche, die richtige PIN einzugeben. Die Wahrscheinlichkeit, z.B. die PIN einer gestohlenen Karte einfach zu erraten, steigt dadurch laut Experten statistisch betrachtet auf etwa eins zu 800. Plusminus wies darüber hinaus nach, dass Kreditkarten häufig mehrere PINs zugeordnet sind - was die Bankenwirtschaft abstreitet. Laut einem Sachverständigen gibt es Kreditkarten mit bis zu neun unterschiedlichen PINs.

SAP wirbt künftig auch um Endkunden

SAP bereitet den Vorstoß ins Endkundengeschäft vor. Das Unternehmen entwickelt Anwendungen, mit denen Haushalte oder Kleinunternehmer ihren Stromverbrauch messen und kontrollieren können. "Das ist eine Gelegenheit, SAP als Anbieter in das Bewusstsein der Endkunden zu bringen", begründete SAP-Manager Klaus Heimann diesen Schritt gegenüber 'Capital'. Die neue Anwendung soll 2011 marktreif sein.

Änderung der Medizinprodukterichtlinie betrifft Software-Hersteller

Auf Softwareentwickler, die an einem Programm zur Patientenverwaltung mit Features wie einer Allergie-Warnfunktion oder einer Vorschlagsliste für die Medikation arbeiten, wartet neuer bürokratischer Aufwand: Ab dem 21. März 2010 wird ihre Software rechtlich zum Medizinprodukt. An diesem Tag tritt EU-weit die Änderung der Medizinprodukterichtlinie (Medical Device Directive – MDD) 2007/47/EG in Kraft. Bisher galt Software nur dann als Medizinprodukt, wenn sie direkt für das Funktionieren eines medizinischen Geräts verantwortlich war. Mit Inkrafttreten der geänderten Richtlinie müssen Softwarehersteller nun für jede Software, die medizinischen Zwecken dient, deren MDD-Konformität nachweisen.

IKT-Fachkräftemangel schwächt Standort Österreich

Inzwischen beklagt fast jedes zweite österreichische IT-Unternehmen, dass es nicht mehr ausreichend Personal bekomme, so das IT-Jahrbuch "IT-Business in Österreich 2010". Inzwischen würden nicht mehr ausschließlich Großunternehmen, sondern zunehmend viele heimische Mittelbetriebe ihre Programmiertätigkeit nach Rumänien oder Indien auslagern. Die Situation wird sich künftig weiter verschlechtern, befürchten fast 60 Prozent der IT-Unternehmen. Eines der Hauptprobleme sei die geringe Anzahl von Technikabsolventen an den österreichischen Universitäten und Fachhochschulen. Verstärkt wird dies durch die demographische Entwicklung mit den geburtenschwachen Jahrgängen 1990 bis 2001, die sich schon bald drastisch auf dem Arbeitsmarkt auswirken würden.

Finanzierung bleibt für IT-Firmen schwierig

Die Finanzierungssituation vieler Hightech-Unternehmen bleibt schwierig. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Bitkom-Umfrage hervor. Jedes dritte IT- oder Internet-Unternehmen in Deutschland hat demnach Finanzierungsschwierigkeiten. Ein Viertel der 301 befragten Unternehmen gibt an, dass sich ihre Kreditkonditionen im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise verschlechtert haben. Das heißt, die Firmen mussten mehr Sicherheiten stellen oder höhere Zinsen zahlen. 13 Prozent der Unternehmen klagen darüber, dass die Refinanzierung über die Kapitalmärkte schwieriger geworden ist. Bei 5 Prozent der Firmen haben die Banken die Kreditlinien gekürzt oder Kredite verweigert.

EBusiness-Standards schaffen effiziente Geschäftsprozesse

Fast 80 Prozent der Unternehmen konnten durch den Einsatz von EBusiness-Standards ihre Geschäftsprozesse beschleunigen und mehr als die Hälfte davon befindet sich damit in einer besseren Wettbewerbssituation, so die von Berlecon Research veröffentlichte Studie E-Business-Standards in Deutschland. In Deutschland nutzt derzeit etwa ein Drittel aller Unternehmen EBusiness-Standards wie GTIN, eCl@ss oder EDIFACT. Gut ein Zehntel plant dies innerhalb der kommenden zwei Jahre.

Rekordabsatz bei mobilen Computern

Die Bitkom prognostiziert ein Wachstum von 11 Prozent auf 9,7 Millionen verkaufte Mobilcomputer, ein Drittel davon Netbooks. Im Gegensatz dazu sinkt der Absatz mit stationären PCs im Jahr 2010 leicht um 1,8 Prozent auf 4,3 Millionen Stück.

Internet-Unternehmen erwarten 2010 mehrheitlich Umsatzplus

Mehr als zwei Drittel der Unternehmen der digitalen Branche gehen 2010 von einem Umsatzplus aus, so der Bundesverband Digitale Wirtschaft. Selbst im Krisenjahr 2009 steigerten rund 70 Prozent der Unternehmen den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr beziehungsweise erzielten ein gleiches Ergebnis. Entsprechend sehen 90 Prozent den Online-Bereich auch 2010 weiter auf Wachstumskurs. Als die wichtigsten Trendthemen des Jahres 2010 gehen Social Media und Mobile aus der BVDW-Umfrage hervor, gefolgt von Bewegtbildformaten, Datenschutz, Performance Marketing und Targeting.

Sechs Bewerber beantragen deutsche 4G-Mobilfunklizenzen

Sechs Unternehmen bewerben sich für den Aufbau von Breitbandlizenzen für den Mobilfunk der nächsten Generation, LTE (Long Term Evolution) oder 4G in Deutschland. Nun werde geprüft, teilte die Bundesnetzagentur mit.

95 Prozent aller E-Mails sind Spam

95% des europäischen Email-Verkehrs ist Spam, 70% aller Email-Dienstleister betrachten Spam als signifikant für ihre Sicherheit, über ein Viertel macht Spam für mehr als 10% der Helpdesk-Anrufe verantwortlich. Das sind die Kernergebnisse des dritten Spamberichts der europäischen Agentur für Internetsicherheit (European Network and Information Security Agency, ENISA). http://www.enisa.europa.eu/act/res/other-areas/anti-spam-measures

Kosten für Internet weiter gesunken

Die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen wie Internet, Mobilfunk und Festnetz haben für private Haushalte 2009 erneut unter denen des Vorjahres gelegen, so das Statistische Bundesamt. Im Schnitt sanken die Kosten um 2,4 Prozent. Für Internet und Festnetz verlangten Betreiber 2,3 Prozent weniger als 2008, die Mobilfunkprovider senkten die Preise durchschnittlich um 2,5 Prozent.

Open-PC-Projekt bringt eigenen Rechner auf den Markt

Das Open-PC-Projekt will bis Ende Februar einen eigenen Desktop-Rechner auf den Markt bringen und online verkaufen. Das Gerät soll 359 Euro kosten und mit der Linux-Distribution Opensuse ausgestattet sein. Die Komponenten wurden anhand von zwei Umfragen ausgewählt, an denen insgesamt über 12.000 Nutzer teilnahmen.

US-Marktforscher sehen Geräte mit Webanbindung vor Boom

Marktforscher des US-amerikanischen Unternehmens In-Stat prognostizieren einen Boom für Geräte der elektronischen Unterhaltungselektronik mit Internetanbindung. Darunter fallen für die Analysten TV-Geräte ebenso wie Set-Top-Boxen, Blu-ray-Player, aber auch Spielekonsolen und digitale Bilderrahmen. Dieser Markt werde bis 2013 geradezu "explodieren". Bis 2013 sehen die Marktforscher ein Potenzial von 500 Millionen Geräten. In fünf Jahren, so In-Stat weiter, werde jeder Haushalt in den westlichen Industrienationen über mindestens ein Gerät mit Internetanbindung verfügen.

Eltern halten IT-Unterricht in Schulen für schlecht

Zwei Drittel aller Eltern halten den IT-Unterricht in Schulen für verbesserungswürdig, so eine Studie der Initiative D21. Dies ist auch geboten, denn nur bei 35 Prozent der Schüler kommt der Computer mindestens einmal pro Woche im Unterricht (ohne Informatik) zum Einsatz. Bei 30 Prozent findet ein Arbeiten am PC außerhalb des Informatikunterrichts überhaupt nicht statt.

DSL-Studie: Jeder dritte Deutsche will 16.000 KBit

Mit niedrigeren Internet-Geschwindigkeiten geben sich vor allem Bestandskunden zufrieden (28 Prozent). Hingegen sind Neukunden an Schnellerem interessiert - 16.000 kbit/s sind mittlerweile für 36 Prozent der Wechselwilligen ein Muss, so eine Studie von Preisvergleich.de.

Ältere verzichten immer noch auf Handy

Trotz eines immer größeren Angebots an Senioren-Handys verzichten noch immer viele ältere Menschen auf ein Mobiltelefon. Einer repräsentativen Umfrage zufolge besitzt nur jeder zweite Deutsche ab 65 Jahren ein Handy, wie der Branchenverband Bitkom mitteilte.

EBay-Betriebsrat beklagt Auslagerung von Jobs

Der Betriebsrat von Ebay in Deutschland befürchtet, dass das Internetunternehmen ähnlich wie die Drogeriekette Schlecker Arbeitsplätze im eigenen Unternehmen abbaut, um statt dessen Mitarbeiter über externe Dienstleister zu beschäftigen. "Es wird bereits in großem Umfang Arbeit an externe Dienstleister vergeben", sagte der Ebay-Betriebsratsvorsitzende Sascha Korschofski dem Tagesspiegel. Ebay will am Standort Dreilinden bei Berlin von 630 Arbeitsplätzen 400 abbauen. Die Verhandlungen über einen Interessenausgleich waren gescheitert. Inzwischen wurde vor der Einigungsstelle zum ersten Mal über einen Sozialplan verhandelt. Grund seien nicht die schlechten Geschäftsergebnisse, sondern die Tatsache, dass sich der deutsche nicht mehr von den anderen globalen Märkten unterscheide. Insoweit sei regionales Personal überflüssig. Ein Teil der EBay-Mitarbeiter soll zu dem externen Outsourcer Competence Call Center (CCC) wechseln, der allerdings nur 8,50 statt 13 Euro pro Stunde zahlt.

Internet-Paare sind glücklicher

84 Prozent der Internetpaare sind mit ihrer aktuellen Lebenssituation glücklich. Im Vergleich: Nur durchschnittlich rund 77 Prozent der Paare, die sich über den Freundeskreis, beim Ausgehen oder am Arbeitsplatz kennengelernt haben, geben an, glücklich zu sein. Das ergab die bevölkerungsrepräsentative 'Single- und Partnerstudie 2009' des Flirtportals Parship.

Und da war da noch: Apple nennt seinen Tablet-PC "Ipad"


Falls Sie es in dem überschwappenden Hype nicht gehört oder gelesen haben: Apple nennt seinen neuen Tablet-PC Ipad. Entgegen den Erwartungen kann man damit genauso wenig in der Zeit rückwärts reisen wie CEO Steve Jobs über Wasser laufen kann (499 Dollar, ab März, zunächst nur in den USA, 9,7 Zoll).



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