Newsletter vom 18.01.2010
Hoher Arbeitsdruck senkt Softwarequalität
Laut einer aktuellen Umfrage bei IT-Fachleuten in den USA, England und im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz - DACH) stehen mehr als 90 Prozent der Unternehmen unter dem Druck, Software-Releases in unrealistisch kurzen Zeiträumen zu liefern. 62 Prozent der IT-Profis glauben, dass sich dies unmittelbar negativ auf die Leistungsfähigkeit und Qualität der Software auswirkt, die sie programmieren, so eine Umfrage von IT-Hersteller Dynatrace. Allein in DACH bestätigten 51,5 Prozent der Befragten, dass Performance-Mängel erst bei der Live-Schaltung bzw. Inbetriebnahme einer Applikation festgestellt werden, das heißt im Produktivbetrieb, in dem die Problembehebung am teuersten kommt.
IT- und Telekommunikations-Trends 2010: Cloud Computing ist das Top-Thema des Jahres
Die wichtigsten IT-Trends des Jahres 2010 sind Cloud Computing, Virtualisierung, mobiles Internet und IT-Sicherheit. Das hat eine aktuelle Bitkom-Umfrage in der ITK-Branche ergeben. Danach nennen 45 Prozent der Befragten Cloud Computing und 44 Prozent Virtualisierung als wichtigste Themen. Auf Platz drei folgen mit je 42 Prozent das mobile Internet und IT-Sicherheit. Aktuell bleibt auch das IT-Outsourcing, das 39 Prozent der Anbieter nennen. Als weiterer Megatrend habe sich das mobile Internet etabliert. Mit der steigenden Verbreitung von Smartphones sei die mobile Internetnutzung im geschäftlichen und privaten Umfeld zum Massenphänomen geworden.
IKT-Branche in Österreich wird 2010 wieder kräftig zulegen
Wegen der Wirtschaftskrise haben österreichische Unternehmen 2009 um 2,1 Prozent weniger für IT ausgegeben, so der IT-Marktforscher IDC. Grund dafür ist vor allem der starke Einbruch bei der Hardware mit einem Minus von 8,4 Prozent. Software (plus 1,6 Prozent) und Services (plus 0,6 Prozent) haben das Krisenjahr hingegen relativ glimpflich überstanden. So ist Software als Service (SaaS) zu einem äußerst attraktiven Angebot geworden. Für 2010 zeichnet sich Erfreuliches ab: Jedes zweite Großunternehmen in der Alpenrepublik glaubt, dass die Krise in Österreich in der ersten Jahreshälfte vorbei sein wird. Die Marktforscher erwarten daher auch eine deutliche Erholung bei den IT-Ausgaben mit plus 2,9 Prozent für 2010 und rund 4,5 Prozent Wachstum in den Folgejahren. Davon wird auch der Hardwaremarkt profitieren.
Großunternehmen sind Vorreiter bei Rechenzentren
Der aktuelle „State of the Data Center"-Report von Symantec zeigt: Mittlere Großunternehmen (2.000 bis 9.900 Mitarbeiter) sind schneller bereit, innovative Technologien in ihre IT-Umgebung zu implementieren als Unternehmen mit bis zu 1.999 Beschäftigten oder sehr beschäftigunsstarke Großunternehmen (ab 10.000 Mitarbeiter). Sie sind getrieben vom Wunsch, Kosten zu senken und die immer komplexere IT-Struktur besser zu verwalten. Daher setzen sie Cloud Computing, Deduplizierung, Replikation, Speichervirtualisierung sowie kontinuierliche Datensicherung rascher ein. Rechenzentren mittelgroßer Gesellschaften zeigen insgesamt mehr Aktivität.
Verkaufsrekord bei Flachbildfernsehern
Der deutsche Markt für digitale Consumer Electronics wird sich 2010 im europäischen Vergleich sehr gut entwickeln. 12,2 Milliarden Euro sollen hierzulande mit Flachbildfernsehern, Digitalkameras, Spielekonsolen und Co. umgesetzt werden. Das entspricht dem Vorjahresniveau und ist deutlich mehr als in allen anderen europäischen Ländern, so die EITO. Die Flachbildfernseher bleiben das wichtigste Segment im Markt für digitale Consumer Electronics. Sie stehen für fast die Hälfte der Umsätze. Die EU-Bürger werden in diesem Jahr voraussichtlich rund 50 Millionen dieser TV-Geräte kaufen, fast 6 Prozent mehr als 2009. Aufgrund sinkender Preise werden die Umsätze mit diesen Geräten um 3 Prozent auf 26,7 Milliarden Euro sinken. Das stärkste Umsatzwachstum wird es mit rund 70 Prozent bei den Blu-ray-Playern geben. Mit den Nachfolgern der DVD werden EU-weit rund 890 Millionen Euro umgesetzt. In Deutschland wird der Umsatz um rund 50 Prozent auf gut 150 Millionen Euro steigen.
Online-Games bedrohen Spielekonsolen
Nach einer Prognose der US-Marktforscher Screen Digest stehen den Herstellern der Spielekonsolen in diesem Jahr harte Zeiten bevor: Vor allem der Markt der Onlinespiele werde weiter rasant wachsen, von 18 Prozent in 2009 auf 24 Prozent in 2010. Das Wachstum werde besonders zur Bedrohung für den Konsolenmarkt. Abhilfe versprechen die Experten den Herstellern allein durch Innovationen wie das Bewegungssensor-Zubehör Natal für Microsofts Xbox.
AOL macht dicht
AOL Deutschland schließt seine Büros in Hamburg, Frankfurt, München und Düsseldorf. Im Rahmen eines "großflächigen Restrukturierungsprogramms" wird nicht nur die deutsche Niederlassung verschwinden, sondern auch die AOL-Vertretungen in Spanien und Schweden. Einzig Adtech wird bleiben. Wie AOL-Sprecher Thomas Knorpp gegenüber dem Trendletter iBusiness.de bestätigte, gibt das Unternehmen damit das Portal- und Vermarktungsgeschäft in Deutschland auf. Die Entscheidung der Firmenleitung wurde dem Betriebsrat in Deutschland inzwischen mitgeteilt. Damit können aber auch erst jetzt die Gespräche über Sozialpläne und die Abwicklung der Schließungen aufgenommen werden.
Bundesjustizministerium kritisiert Google scharf
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wirf Google zu wenig Transparenz und Größenwahn vor. Der Suchmaschinenkonzern entwickle sich zu einem "Riesenmonopol, ähnlich wie Microsoft". Dienste wie Google Street View, für den komplette Straßenansichten abfotografiert werden, oder Google Earth, der Grundstücke in hoher Auflösung aus der Vogelperspektive zeigt, seien "rechtlich unbedingt prüfenswert". Wenn der Konzern sich nicht bessere, sei womöglich der Gesetzgeber gefordert.
Zeitungsverleger fordern Stopp für kostenloses ARD-App
Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger hat das Vorhaben der ARD kritisiert, Inhalte der Tagesschau" als App kostenlos für Smartphones wie das Iphone anzubieten. Damit "drohe der gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Sender, ein neues Geschäftsfeld der privatwirtschaftlich organisierten Presse bereits im Ansatz zu zerstören".
Gehaltssteigerungen für IT-Experten vor allem in der Internet-Wirtschaft
Auch 2010 werden die Gehälter in der Interaktiv-Industrie steigen - teilweise zweistellig. Der Fachkräfte-Mangel, dessen Höhepunkt in etwa vier Jahren erreicht sein wird, leistet dieser Entwicklung noch Vorschub: Experten sind rar. Im Schnitt verdient man in der Interaktiv-Branche 54.500 Euro jährlich - abhängig von Alter, Funktion und Profession, hat der 'Gehalts- und Karrierevergleich Digitale Wirtschaft 2010' (http://ibu.si/C) ermittelt. Verdienen die unter 30-Jährigen im Schnitt 40.000 Euro jährlich, so liegt die Altersgruppe der bis 34-Jährigen schon bei 49.100 und der bis 40-Jährigen bereits bei 65.700 Euro. Spitzenverdiener ist die Altersgruppe der Generation 50+. Sie liegt im arithmetischen Mittel bei 93.700 Euro.
Globale Erholung des PC-Markts erfolgt ohne Windows 7
Die IT-Marktforscher bei Gartner beobachten eine globale Erholung des PC-Marktes. Zumindest mengenmäßig stieg die Nachfrage im vierten Quartal massiv an – um über 22 Prozent. Doch Windows 7 erzeugte keine zusätzliche Nachfrage. 2009 wurden 306 Millionen PCs verkauft, ein Zuwachs um 5,2 Prozent, vor allem bei Netbooks. Auswirkungen des Verkaufsstarts von Windows 7 konnten die Marktforscher allerdings nicht beobachten.
Brüssel plant neuen Anlauf für EU-Regeln zu Nacktscannern
Der designierte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas hat sich für Vorgaben aus Brüssel beim Einsatz sogenannter Nacktscanner an Flughäfen in den Mitgliedsstaaten ausgesprochen. Einen ersten Anlauf im Jahr 2008 hatte die Kommission nach Widerstand aus dem EU-Parlament und von nationalen Volksvertretern zurückgenommen. Es müssten aber noch Fragen der Grundrechte, der Datensicherheit und der potenziellen Strahlengefahr geklärt werden. Die designierte EU-Justizkommissarin Viviane Reding lehnt die Scanner jedoch ab.
Umsatzrückgang bei SAP
SAP hat 2009 die Wirtschaftskrise deutlich gespürt. Europas führender Softwarekonzern verbuchte laut den vorläufigen Zahlen einen Umsatzrückgang von 9 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro. Die Erlöse aus dem Geschäft mit Software sackten um 28 Prozent auf rund 2,6 Milliarden Euro ab. Bei Dienstleistungen verloren die Walldorfer 5 Prozent.
Mobilfunk in Deutschland: Ausgeglichen wie nirgends sonst in Europa
Die Deutsche Telekom, die Telefónica, Vodafone und KPN haben in den letzten Jahren weniger in ihre deutschen Mobilfunknetze investiert. Zugleich nahm die Auslastung der Netze stark zu. Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind die Investitionen in den Mobilfunk in den Jahren 2007 und 2008 um 26 Prozent gesunken. Im Gegensatz dazu sind die Investitionen im Festnetz von rund 4 auf 5 Mrd. Euro gestiegen. Aufgrund des Wettbewerbsdrucks hat sich der Anteil der kleinen Anbieter deutlich gesteigert. Marktführer bleibt T-Mobile mit 36,3 Prozent, gefolgt von Vodafone (32,1%). Eplus (17,3%) und O2 (14,2%) konnten jedoch aufholen. Damit ist der deutsche Mobilfunkmarkt ausgeglichen wie sonst nirgends in Europa.
Mobile Internetnutzung wird deutlich günstiger
Die Nutzung des mobilen Internets ist 2009 deutlich günstiger geworden. Dies geht aus einer Auswertung des "BVDW Mobile Monitor" mit den günstigsten mobilen Internettarifen hervor. Monatsflatrates für die mobile Internetnutzung sind im Jahresverlauf um bis zu 24 Prozent im Preis gesunken. Auch Tagesflatrates haben sich um bis zu 20 Prozent vergünstigt. Unter den günstigen Angeboten gibt es immer mehr Tarife mit einer kurzen Mindestlaufzeit von nur einem Monat. Ein Anbieter- oder Tarifwechsel ist somit zeitnah möglich. Weiterhin stehen seit Anfang 2009 deutlich mehr Anbieter und dementsprechend mobile Internettarife für den Nutzer zur Auswahl. Laut der Studie liegt die günstigste Mobile Internetflatrate für einen Monat bei 14,99 Euro (erfasst sind hier Flatrates mit einem Übertragungsvolumen von mindestens fünf Gigabyte) - zu Beginn des Jahres waren es noch 19,80 Euro. Auch der niedrigste Preis für eine Tagesflatrate ist von 2,50 Euro auf 1,99 Euro um rund 20 Prozent gesunken. Im Bereich der volumenabhängigen mobilen Internettarife gab es dagegen kaum Bewegung. Der günstigste Megabyte-Preis liegt hier seit Anfang des Jahres bei 19 Cent. Da es auch 2010 Preissenkungen und weitere neue Angebote geben werde, empfiehlt der BVDW, ausschließlich Tarife mit kurzen Mindestlaufzeiten zu wählen.
Und da war da noch: Internet-Paare sind glücklicher
84 Prozent der Internetpaare sind mit ihrer aktuellen Lebenssituation glücklich. Damit sind in Partnerschaft lebende Menschen, die ihr Liebesglück per Mausklick gefunden haben, am zufriedensten. Im Vergleich: Nur durchschnittlich rund 77 Prozent der Paare, die sich über den Freundeskreis, beim Ausgehen oder am Arbeitsplatz kennengelernt haben, geben an, glücklich zu sein. Das ergab die bevölkerungsrepräsentative 'Single- und Partnerstudie 2009' des Flirtportals Parship.