Newsletter vom 03.11.2009

Koalitionsvertrag und Netzpolitik

"Das Internet ist das freiheitlichste und effizienteste Informations- und Kommunikationsforum der Welt und trägt maßgeblich zur Entwicklung einer globalen Gemeinschaft bei", beginnt der Teil des schwarz-gelben Koalitionsvertrages, der sich mit dem Thema Internet befasst.
Die Gewährleistung der Netzneutralität, eine verbesserte Strafverfolgung bei Internet-Kriminalität und Identitätsdiebstahl sowie ein Moratorium bei Internetsperren sind Teil des Koalitionsvertrags von Schwarzgelb. Außerdem soll ein verpflichtendes Bestätigungsfeld samt Preisangabe für alle Vertragsabschlüsse im Internet eingeführt werden. Der Provider-Verband eco e.V. sieht im Koalitionsvertrag nur einen Teilerfolg beim Thema innere Sicherheit. Zwar sei es zu begrüßen, dass der Zugriff auf die Daten der Vorratsdatenspeicherung eingeschränkt werde. Allerdings bleibe die Speicherung selbst unangetastet und es stelle sich weiterhin die Frage, mit welcher Berechtigung die Politik die Kosten für diese hochproblematische Maßnahme auf die Unternehmen abwälzt. Dazu Eco-Vorsitzender Professor Michael Rotert: "Wer Überwachung bestellt, der muss sie auch bezahlen".
Für den Inhalt des Koalitionsvertrages sind die an der Regierung beteiligten Parteien verantwortlich. Mehr dazu finden Sie auf den entsprechenden Internetseiten.

BITKOM sieht Trendwende im Hightech-Markt

Die Hightech-Industrie steuert ohne große Einbußen aus der Wirtschaftskrise. Nach der aktuellen Prognose des Bundesverbands BITKOM wird der Umsatz mit Produkten und Diensten der Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) im Jahr 2009 um 2,5 Prozent auf 142 Milliarden Euro zurückgehen. Damit bekräftigt der BITKOM seine Prognose vom Sommer. Im Jahr 2010 soll der Markt mit 0,1 Prozent dann wieder leicht wachsen. Für IT-Hardware erwartet der BITKOM im Jahr 2009 ein Umsatzminus von 6,5 Prozent auf 18 Milliarden Euro. Neben der Investitionszurückhaltung im gewerblichen Bereich ist der Preisrückgang der Hauptgrund für das Minus.
Laut BITKOM wird der Umsatz in der Telekommunikation 2009 um 2,2 Prozent auf 64,3 Milliarden Euro sinken. Im Jahr 2010 beträgt das Minus voraussichtlich 0,9 Prozent. „Die Telekommunikation reagiert grundsätzlich weniger sensibel auf konjunkturelle Schwankungen“, sagte Scheer. Grund für das Minus sind in erster Linie technologische Veränderungen und regulatorische Eingriffe in den Markt. Der Umsatz mit Telefongesprächen im Festnetz sinkt um 7,6 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro, da immer mehr mit dem Handy und per Internet telefoniert wird. Einen regelrechten Boom erleben Datendienste, sowohl im Festnetz als auch mobil. Der Umsatz mit privaten Internetzugängen steigt um 3,9 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Mobile Datendienste legen sogar um 8,1 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro zu. Dagegen verliert der Markt für Mobilfunkgespräche trotz steigender Nutzerzahlen.

Microsoft verspricht weltweit 4000 neue Jobs

Microsoft will noch im laufenden Jahr weltweit 4000 neue Stellen aufbauen, so Lisa Brummel, Leiterin des Bereichs Human Resources, in einem Interview. Anfang des Jahres war noch von einem Abbau von 5.000 Stellen die Rede gewesen.

Silicon Image schließt deutsche Entwicklungsstandorte

Der angeschlagene kalifornische IC-Entwickler Silicon Image wird bis zum Jahresende seine beiden Entwicklungsstandorte in Deutschland schließen. Dies erklärte Unternehmenschef Harold Covert bei einer Analystenkonferenz. 150 Mitarbeiter müssen gehen. Betroffen ist die von Infineon übernommene Sciworx in Hannover.

Sage Schweiz entlässt

Die Softwareherstellerin Sage Schweiz entlässt nach einem Bericht von Swissitreseller.ch einen Teil ihrer Mitarbeiter. Außerdem wird der 2007 aufgekaufte jurassische ERP-Hersteller «Pro Concept» wieder abgestoßen.

Sun streicht 3000 Stellen

NachPresseberichten will der US-Computer- und Softwarespezialist weltweit 3.000 Stellen streichen. Das entspricht einem Stellenanteil von insgesamt rund zehn Prozent.

Datenschutz-Skandale bei Libri und SchülerVZ

Gleich mit zwei Datenschutzfällen muss sich der Ecommerce-Partner des deutschen Buchhandels, Libri.de auseinandersetzen. Erst wurde bekannt, dass Hundertausende von Rechnungen von Kunden offensichtlich öffentlich zugänglich gewesen sind. Dann musste das Buchportal einräumen, dass es im Content-Managementsystem für die Buchhändler möglich gewesen ist, sich unerlaubten Zugang zu drei Buchhändler-Accounts zu verschaffen. Der Fehler ist beseitigt, das CMS soll den Buchhändlern wieder frei geschaltet werden.
Bei SchülerVZ hat ein Schüler mit einem Crawler fast ein Fünftel aller SchülerVZ-Nutzerdaten ausgelesen. Auch privat gestellte Daten waren bei SchülerVZ massenweise auslesbar. Insgesamt waren 118.000 Datensätze hiervon betroffen. SchülerVZ spricht von einem "älteren Datensatz", die Sicherheitslücke sei behoben. Die Suche nach Alter und Geburtstag soll abgeschaltet werden.
Der Verdächtige wurde 10 Tage nach seiner Festnahme in seiner Zelle in der Jugendstrafanstalt Plötzensee tot aufgefunden. Mehrere Nachrichtenagenturen berichteten, er habe Selbstmord begangen.

Facebook und Twitter kosten eine Woche Arbeit pro Jahr

Wie die IT-Beraterfirma Morse bei einer Untersuchung von 1460 Personen feststellte, verbringen Angestellte durchschnittlich 40 Minuten pro Tag in Social Networks, was ein "Schwarzes Loch für die Produktivität" sei.

PR-Gau: Jack Wolfskin rudert zurück

Heftige Reaktionen im Internet haben die PR-Strategen von Jack Wolfskin veranlasst, die Abmahnungen gegen Hersteller von Produkten mit Tatzenmotiven zurückzunehmen. Die Kritik der Kunden nehme das Unternehmen ernst und zum Anlass, sein Vorgehen kritisch zu hinterfragen. Wolfskin sieht die Sache mit entfernen der betroffenen Produkte von der Internetplattform als "erledigt" an. Des Weiteren sollen keine weiteren rechtlichen Schritte erfolgen und den Anbietern die vor allem kritisierten Kosten erlassen werden.

Arbeitsagentur: Größtes Jobportal ist Schlusslicht bei der Zufriedenheit

Knapp 6.000 Stellensuchende haben 335 Jobportale bewertet. Das Ergebnis des Rankings: Die größte – die Arbeitsagentur - ist auch zugleich mit dem 15. Platz die schlechteste. Insgesamt sind die Bewerber mit den deutschen Online-Jobportalen mittelmäßig zufrieden - im Schnitt erreichen sie eine Gesamtnote von 1,92 (auf einer Notenskala von 1 bis 4). Das zweitgrößte Portal Meinestadt.de landet bei der Zufriedenheit auf Platz 6, der drittgrößte Stepstone auf Platz 2. Kalaydo erringt mit einem Zufriedenheitsgrad von 1,75 den Spitzenplatz und bildet mit Stepstone, FAZjob.net, Jobware und Jobpilot die Spitzengruppe mit Bewertungen zwischen 1,75 und 1,82.

AOK Rheinland stoppt Gesundheitskarte

Die größte Krankenkasse Nordrhein-Westfalens hat die Auslieferung der elektronischen Gesundheitskarte an ihre Versicherten gestoppt. Die künftige schwarz-gelbe Bundesregierung hatte angekündigt, die Einführung der Prozessor-Chipkarte überprüfen zu wollen. Der IT-Branchenverband Bitkom hat die Politik eindringlich vor einem Moratorium bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gewarnt. Sollte das angelaufene Rollout der eGK gestoppt werden, drohe der deutschen IT-Industrie ein Milliardenverlust.

Kindle lässt Amazons Gewinne sprudeln

Amazons Nettogewinn kletterte in den vergangenen drei Monaten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 68 Prozent auf 199 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg um 28 Prozent auf 5,449 Milliarden Dollar. Laut Amazon-Chef Jeff Bezos war das EBook-Lesegerät Kindle zuletzt der bestverkaufte Artikel des Konzerns, sowohl was Stückzahlen, als auch was Umsatz angeht.

Google AdSense verstreut NPD-Anzeigen

Wer über die rechtsextreme NPD - auch kritisch - im Internet berichtet, erhält von Google AdSense ungewollt Anzeigen von der Partei. So ist es beispielsweise der Tagesszeitung "Die Welt" passiert. Google verteidigt sein Vorgehen mit seinen "neutralen Werberichtlinien".

Discuss & Discover: Misserfolg für Systems-Nachfolger

"Die hoch gesteckten Besucherziele nicht erreicht" hat die Nachfolgeveranstaltung der Systems, Discuss & Discover der Messe München. Die branchenübliche PR-Lyrik in der Abschluss-Pressemitteilung jubelt über "ein hohes Qualitätsniveau und ein großes Potenzial, sich zur wichtigsten Bühne für die IT-Industrie zu entwickeln", verzichtet aber auf unschöne Zahlen. Zirka 6000 Besucher und 250 "beteiligte Unternehmen" zählte man schließlich – ein dramatischer Einbruch und deutlich weniger als die Pessimisten der Messegesellschaft ursprünglich erhofft hatten. Sie waren von mindestens 20.000 Besuchern ausgegangen.

Unified Communications beschleunigt Produktivitätsverbesserung

41 Prozent der Technikchefs multinationaler Unternehmen betrachten Unified Communications als wichtiges Tool für die Verbesserung von Workflows und Produktivität, so eine Umfrage von Orange Business Services. Die Befragten sind der Meinung, dass die Integration mobiler Endgeräte, die Implementierung von Echtzeit-Tools wie Unified- und Instant Messaging sowie die Nutzung von Audio- und Desktop-Videokonferenzen positive Effekte auf die Effizienz in Unternehmen haben. An der Umfrage nahmen europaweit rund 600 CIOs multinationaler Unternehmen teil.
Eine konsequente Umsetzung von Unified Communications bei immer zunehmender Erreichbarkeit droht aber auch, den Unterschied von Arbeits- und Freizeit immer weiter zu verwischen und die Arbeitsbelastung weiter zu eskalieren.

Deutsche Onliner empfangen täglich 1,22 Milliarden E-Mails

Jeder der 44 Millionen deutschen Internetnutzer erhält durchschnittlich 28 E-Mails pro Tag und hat sieben Newsletter abonniert. Das hat die erste deutsche Ausgabe des E-Mail-Marketing Consumer Reports 2009 ermittelt.

HP und Telekom Austria vereinbaren strategische Zusammenarbeit beim IKT-Outsourcing


Das Outsourcing von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) ist das Zukunftsthema bei österreichischen Großunternehmen. Um dafür maßgeschneiderte Lösungen anbieten zu können, vereinbaren HP Österreich und Telekom Austria eine strategische Zusammenarbeit. Geplant ist die Entwicklung eines IKT-Voll-Outsourcing Programm, in dem beide Unternehmen ihre Kompetenzen bündeln.

Mehr IT-Entscheider wollen E-Mail-Sicherheit outsourcen

Deutsche Unternehmen setzen bei ihrer E-Mail-Sicherheit zunehmend auf ausgelagerte Managed Services. Dies ergab eine Umfrage unter IT-Entscheidern deutscher Unternehmen auf der IT-Security-Fachmesse it-sa. 59 Prozent der Befragten gaben an, eine ausgelagerte Lösung bereits einzusetzen oder dies zu planen. Lediglich 29 Prozent wollen auf absehbare Zeit eine Inhouse-Lösung für ihre E-Mail-Sicherheit einsetzen. Bei einer Umfrage im Rahmen der CeBIT im März 2009 planten weniger als 48 Prozent das Outsourcing.

Jeder zweite Deutsche von Cybercrime betroffen

Viren und andere Schadprogramme sind die häufigste Erfahrung mit Kriminalität im Internet. 38 Prozent der Internetnutzer ab 14 Jahren - das entspricht fast 20 Millionen Deutschen - haben erlebt, dass ihr Computer infiziert wurde, so eine Bitkom-Studie.

Google ist der attraktivste Arbeitgeber weltweit

Fast 120.000 Studenten aus hochrangigen akademischen Instituten führender Wirtschaftsländer haben die aus Arbeitnehmersicht idealen Unternehmen gewählt. Google ist der global attraktivste Arbeitgeber, dicht gefolgt von seinem Konkurrenten Microsoft.

Symbian wird Open Source

Die für das Handy-Betriebssystem Symbian zuständige Stiftung Symbian Foundation hat bekannt gegeben, dass der Symbian-Kern jetzt offengelegt und der Quellcode verfügbar ist. Als Open Source soll die Software im Rennen gegen iPhone (Apple) und Android (Google) aufholen.

Bayern führt Mediennutzung als Unterrichtsfach ein

Zum kommenden Schuljahr sollen bayerische Schüler Unterricht in Medienkunde bekommen, um den eigenverantwortlichen Umgang mit Medien aller Art zu erlernen. Ein entsprechendes Konzept haben Siegfried Schneider, Leiter der bayerischen Staatskanzlei und Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber vorgestellt.

Jeder vierte Mobilfunknutzer plant Kauf eines neuen Handys

Jeder vierte Mobilfunknutzer plant innerhalb des nächsten Jahres die Neuanschaffung eines Handys, so eine Aris-Umfrage. Weitere sechs Prozent der Handynutzer sind noch unschlüssig oder rechnen damit, dass sie in Kürze ein neues Mobiltelefon von Verwandten oder Freunden geschenkt bekommen. Erwartet wird für das Jahr 2010 ein Absatz von rund 28 Millionen Handys in Deutschland (plus 4 Prozent).  Das entspricht einem Plus von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rund ein Fünftel der verkauften Handys werden Smartphones sein. Nach Angaben der GfK hat sich der Absatz von Smartphones im Einzelhandel in den ersten drei Quartalen auf rund 1,6 Millionen Stück im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt.
Unterschiede bei den Kaufabsichten gibt es zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. Hausfrauen liegen mit 22 Prozent unter dem Durchschnitt, Arbeitslose liegen mit 26 Prozent leicht darüber. An der Spitze liegen mit 30 Prozent die Rentner, die noch Nachholbedarf bei der Handy-Nutzung haben. Kaum eine Differenz gibt es bei den Kaufabsichten hingegen zwischen Frauen (26 Prozent) und Männern (25 Prozent). Laut Umfrage wollen immerhin 12 Prozent derjenigen, die eine Neuanschaffung planen, ein gebrauchtes Mobiltelefon kaufen.

30 Firmen verursachen 30 Prozent des gesamten Web-Traffics

Ein Drittel des gesamten Datenverkehrs wird von gerade einmal 30 Firmen erzeugt. Zu diesen einflussreichen 30 Unternehmen gehören unter anderem Microsoft, Google, YouTube und Facebook. Dabei fließen die Daten nahezu direkt zwischen dem Anbieter und dem Nutzer. Das sind erste Ergebnisse des 'Internet Observatory Reports' des amerikanischen Colleges of Engineering.

Und da war da noch: Schweinegrippe könnte das Internet lahmlegen

Das amerikanische Gouvernement Accountability Office (GAO) warnt vor den Folgen der Schweinegrippe. Bei einem pandemischen Verlauf blieben möglicherweise Millionen Menschen zu Hause – entweder in Folge der Erkrankung oder um eine Infektion zu vermeiden. Wenn dann auch noch Arbeitgeber in erheblichem Umfang ihre Beschäftigten sicherheitshalber vom Home-Office aus arbeiten lassen, dann – so die Befürchtung des GAO – könnten die Datenleitungen möglicherweise bis zum Kollaps überlastet werden. Bleibt zu hoffen, dass genau das nicht passiert und es am Ende heißt: „Schwein gehabt“.



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Claudia W., Schwerin
„Nur gemeinsam ist man stark. Das war mir von Anfang an klar. Also suchte ich eine Möglichkeit, mich aktiv einzubringen. Diese Möglichkeit wurde mir von der Gewerkschaft geboten. Darum bin ich seit Einstieg in mein Berufsleben dabei. Dabei in ver.di.“