Experten: Die IKT-Branche wird gestärkt aus der Krise hervorgehen
Der deutsche Markt für Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) wird gestärkt aus der aktuellen Wirtschaftskrise hervorgehen, schätzen Branchenexperten. Allerdings haben nicht alle Branchen gleich gute Zukunftsaussichten. Während 58 Prozent der deutschen Branchenkenner davon überzeugt sind, dass die deutsche IT-Branche gestärkt aus der gegenwärtigen Wirtschaftskrise hervorgehen wird, sind es bei der Telekommunikationsbranche nur 37 Prozent. Nur 15 Prozent der Experten glauben, dass die deutsche Medienbranche nach der Krise an Bedeutung gewinnen könne.
Word-Verkaufsverbot tritt vorerst nicht in Kraft
In einem Patentrechtstreit um die XML-Behandlung in MS Word zwischen Microsoft und dem Softwarehersteller I4i hat das US-Berufungsgericht das von einem texanischen Gericht verhängte Verkaufsverbot für Word bis zum Ausgang des Verfahrens außer Kraft gesetzt. Eine neue Anhörung ist jetzt für den 23. September angesetzt.
Das Verfahren sorgt in den USA für eine starke Marktverunsicherung. Der Word-Absatz ist nach Presseangaben praktisch zum Stillstand gekommen.
Mit der Produktfamilie Microsoft Office, zu der auch MS Word gehört, ist der Konzern aus Redmont die dominierende Kraft bei Bürosoftware – mit einem Jahresumsatz von zuletzt rund 19 Mrd. Dollar. Der Weltmarktanteil von Office liegt bei fast 90 Prozent.
Trennungen 1: IBM wirft Microsoft raus
Noch ein Dämpfer für Microsofts Office: Für die fast 400.000 Beschäftigten des IT -Giganten IBM ist die Standard-Büroanwendung nun offiziell das auf Open Office basierende hauseigene Softwarepaket Lotus Symphony. Microsofts Office gibt es nun nur noch mit Sondergenehmigung.
IBM verweist dabei darauf, dass im Vordergrund dieser Maßnahme nicht die Einsparung von Kosten stehe, sondern eine verstärkte Nutzung von offenen Standards.
Dennoch ist das Vorgehen von IBM auch ein weiteres Signal. Inzwischen setzt nicht nur die Bundesregierung bei der Speicherung ihrer Daten auf offene Standards, sondern auch immer mehr Kommunen und andere staatliche Organisationen. Setzt sich der Trend fort, wird sich das IT-Business weiter von einer Produktorientierung zu einer standardbasierten Welt wandeln.
Trennungen 2: Siemens und SAP
Um Kosten zu sparen hat Siemens bereits vor einigen Wochen seinen Wartungsvertrag mit SAP, der nach Schätzungen ein Volumen von mehr als 30 Millionen Euro pro Jahr haben soll, gekündigt. Für SAP würde das den Verlust eines der größten Einzelkunden bedeuten.
T-Systems übernimmt europäisches Hosting-Geschäft von SAP
Bereits im letzten Jahr war über den Verkauf der SAP-Hosting-Sparte spekuliert worden. Jetzt hat – sollte das Kartellamt zustimmen – T-Systems zugegriffen. Durch den Deal werden die Software-Anwendungen von fast 90 größtenteils mittelständischen SAP-Kunden aus Deutschland und Europa künftig über die Rechenzentren der Telekom-IT-Großkundensparte laufen.
StudiVZ: Ablasszahlung an Facebook beendet Rechtsstreit
Facebook und StudiVZ haben sich darauf geeinigt, ihren Rechtsstreit zu beenden. Beide Unternehmen kommen überein, ihre jeweiligen Forderungen in den USA beziehungsweise in Deutschland zurückzuziehen. Facebook erhält im Zuge der Einigung eine Zahlung in nicht kommunizierter Höhe. Facebook hatte dem deutschen Social Network StudiVZ vorgeworfen, ihr System kopiert zu haben.
Springer übernimmt die Mehrheit an Stepstone
Die Axel Springer AG hat die Mehrheit an der Online-Jobbörse Stepstone übernommen, ein laut Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner "wichtiger Schritt für das digitale Wachstum". Seit Dezember 2008 hielt Axel Springer an der StepStone ASA bereits einen Anteil von bislang rund 33 Prozent. Nach dem Zukauf sind es 52 Prozent.
Verbatim übernimmt Freecom
Speicherhersteller Verbatim hat den im höheren Preissegment aktiven deutsch-niederländischen Anbieter mit Hauptsitz in Rijswijk übernommen. Freecom ist spezialisiert auf externe Speichermedien wie Festplatten, USB-Sticks und kleinere Netzwerkspeichersysteme.
Ebay verkauft Skype
US-Onlineauktionshaus Ebay verkauft 65 seiner 100 Prozent an seiner Tochter Skype für umgerechnet 1,3 Milliarden Euro in bar an ein Konsortium um die Investmentgesellschaft Silver Lake, zu dem Netscape-Urgestein Marc Andreesen und sein Partner Ben Horowitz gehören.
Kurzarbeit bei Wincor Nixdorf
Nach einem guten Geschäftsjahr 2008 plant der Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf wegen schwacher Nachfrage für rund ein Drittel der bundesweit etwa 4200 Beschäftigten Kurzarbeit. Das erklärte Unternehmenssprecher Andreas Bruck in Paderborn.
Intel erwartet nächstes Jahr PC-Marktbelebung
Intel-Chef Paul Otellini erwartet eine Belebung bei der Nachfrage für Unternehmens-PCs im kommenden Jahr. In einem Zeitungsinterview erklärte er, dass in großen Unternehmen die Budgets seit Ende des letzten Jahres sehr aggressiv abgeklemmt worden seien. Eine Erneuerung der PC-Basis erwartet er im Jahr 2010." Die meisten Notebooks und Desktops in Großunternehmen seien über fünf Jahre alt, eine Erneuerung daher überfällig. Einen großen Einfluss auf die Ausgaben für die Unternehmens-IT werde auch der Start des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 7 haben.
Zusammenlegung der Telekommunikations- und IT-Bereiche des internationalen Gewerkschaftsverbandes UNI
Bei ihrem Kongress in Dublin vom 9. bis 11. September haben die Europäischen Telekommunikations-, Service- und IT-Bereiche des internationalen Gewerkschaftsverbandes UNI ihren Zusammenschluss verabschiedet. Damit wurde der Bereich UNI Information, Communications Technologies and Services (ICTS) auf europäischer Ebene gegründet und vertritt durch seine Mitgliedsorganisationen die Interessen von 1,2 Millionen Mitgliedern. Neue Vorsitzende ist Tove Johansen aus Norwegen. Als Stellvertreterin und Stellvertreter wurden Franca Salis Madinier (Frankreich), Peter Skyte (Großbritannien) und Michael Jäkel (Deutschland) gewählt.
Weitere Informationen unter
www.uniglobalunion.org
IT-Jobs: Wirtschaftskrise erschwert Stellensuche
87 Prozent der vom IT Job Board befragten deutschen IT-Spezialisten sind der Meinung, dass die derzeitige wirtschaftliche Situation die Stellensuche erschwert. Mehr als jeder zweite ist darum bereit, Zugeständnisse bei der Job-Auswahl zu machen. Dazu gehört beispielsweise ein niedrigeres Gehalt (70 Prozent) oder das Ausweichen auf andere Tätigkeitsfelder (knapp 53 Prozent). Rund 47 Prozent würden auch unter anderen vertraglichen Bedingungen als bisher arbeiten.
Online-Stellenmarkt stabilisiert sich
Im August 2009 stoppt der Beschäftigungsindex der europaweit aktiven Online-Jobbörse Monster seinen Abwärtstrend in Deutschland. Während in allen anderen europäischen Ländern im August weniger Jobs ausgeschrieben wurden, entwickelte sich der IT- und Onlinestellenmarkt in Deutschland positiv.
Gehaltsstudie: Honorare für IT-Freiberufler sinken
IT-Freiberufler der meisten Positionen - vom Software-Entwickler bis zum Projektleiter - jeden Alters und nahezu überall in Deutschland und in der Schweiz haben ihre Honorarvorstellungen jetzt niedriger angesetzt als vor einem halben Jahr. Das ist das Fazit aus der aktuellen Stundensatz-Auswertung der IT-Projektbörse Gulp. Danach sanken die Stundensatzforderungen der IT-Freiberufler im letzten halben Jahr um einen Euro auf nun durchschnittlich 70 Euro pro Stunde. Die einzigen Ausnahmen sind die Regionen Köln/Bonn und München/Ingolstadt, wo die Honorare unverändert geblieben sind.
IT-Manager werden zu strategischen Führungskräften
Die Informationstechnologie ist zum wichtigsten Faktor geworden ist, um Unternehmen durch die wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu steuern, so eine globale Studie von IBM. 83 Prozent der CIOs nennen Business Intelligence und Datenanalyse als wichtigste Aufgabe, um die Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens zu verbessern. Der weltweite Konjunktureinbruch hat den Trend zu einer zuverlässigen Datenanalyse in Echtzeit als Entscheidungsgrundlage also noch beschleunigt. Bestätigt wird das auch durch die weiteren Prioritäten: Risikomanagement und Compliance sowie Kosteneinsparungen beim Energieverbrauch zählen zu den wichtigsten Punkten auf der Agenda. 76 Prozent der CIOs planen außerdem Virtualisierungsprojekte. Die Studie zeigt: erfolgreiche CIOs nehmen inzwischen deutlich mehr Einfluss auf Unternehmensstrategien, die weit über den Bereich der reinen IT hinausgehen. Gleichzeitig leisten sie einen wesentlichen Beitrag zum Geschäftserfolg. Die komplette Studie:
www.ibm.com/ciostudy
IT unterstützt Unternehmen nur unzureichend
Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg haben in einer Studie herausgefunden, dass heute eingesetzte IT-Systeme die Geschäftsziele für Unternehmen nur mangelhaft unterstützen. So attestiert nur etwa ein Siebtel der Befragten der IT eine weitgehend optimale Unterstützung ihres Unternehmens bei der Bewältigung aktueller Herausforderungen, wie dem hohen Preis- und Wettbewerbsdruck. Die Studie ist im Internet unter
www.detecon.com/de/publikationen herunterladbar.
Immer weniger Phishing in Deutschland
Gute Nachrichten für alle Phishing-Geplagten: Die Zahl der Attacken ist im September gegenüber dem Vormonat August um 45 Prozent eingebrochen. Das ist ein Ergebnis des aktuellen Symantec Phishing-Reports. Der Grund: Klassische Phishing-E-Mails bringen immer weniger Erfolg, da die Banken inzwischen auf bessere Verfahren wie mobile TANs umgesattelt haben. Deshalb setzen Angreifer nun vermehrt auf Trojaner. Insgesamt sind derzeit 87 Prozent aller weltweit verschickten Mails Spam.
Studie: Online-Gefahren in sozialen Netzwerke
Die Mehrheit der Mitglieder von sozialen Netzwerken hat massive Sicherheitsprobleme. Diese sind allerdings nach einer Studie von AVG Technologies selbst gemacht. 47 Prozent der Nutzer von sozialen Netzwerken fürchten den Verlust persönlicher Daten. Ein Drittel der Community-Mitglieder befürchtet durch eine Störung ihres PCs von der Social Community abgeschnitten zu sein. Allerdings akzeptieren 21 Prozent der Netzwerker 'Freundschaftsanfragen' von völlig Unbekannten. Zudem erlauben mehr als 50 Prozent ihren Mitbewohnern und Bekannten, sich vom eigenen PC in soziale Netzwerke einzuloggen. Weitere 64 Prozent klicken auf Links, die von anderen Mitgliedern verschickt werden.
Zwar werden Mitglieder von sozialen Netzwerken immer häufiger Opfer von Identitätsdiebstahl, Malware- oder Phishing-Attacken. Dennoch ergreifen weniger als ein Drittel der Nutzer Maßnahmen, um das eigene Profil zu schützen. Obwohl die Gefahren den Studien-Teilnehmern durchaus bewusst sind, vernachlässigen sie Sicherheitsmaßnahmen: 64 Prozent der Befragten ändern demnach ihr Passwort unregelmäßig oder nie. Außerdem informieren nur zehn Prozent der Netzwerker den Administrator über Angriffe beziehungsweise Sicherheitslücken.
AVG empfiehlt in sozialen Netzen folgende Sicherheitsmaßnahmen:
- Keine Pop-ups oder Download-Aufforderungen akzeptieren, wenn man nicht über eine Web-Scanner-Software verfügt.
- Keine vertraulichen persönlichen Daten wie Bankverbindungen, Geburtsdaten oder gar medizinische Befunde übertragen beziehungsweise verschicken. Social Networking-Seiten benötigen solche Informationen im Normalfall nicht für eine Anmeldung - es sei denn, Sie haben eine monatliche Zahlungsweise vereinbart.
- Das Passwort sollte mindestens einmal monatlich geändert werden. Wenn eine Dritter diese Aufforderung stellt, sei Vorsicht geboten; es könnte sich um einen Betrugsversuch handeln.
- Freunde, Bekannte und Kollegen sollten nicht vom eigenen Computer auf deren soziale Netzwerke zugreifen. Andere könnten durch unsicheren Gebrauch Infektionen an Ihrem Computer verursachen oder Ihre Login-Sicherheit durch gespeicherte Cookies unterwandern.
- Passwort niemals automatisch speichern lassen, außerdem sollte der eigene Web-Verlauf mindestens einmal pro Woche gelöscht werden.
- Freundschaftsanfragen von Unbekannten niemals akzeptieren.
Chaos Computer Club fordert Nummernschilder für Polizisten
Nachdem es am Rande der Demonstration "Freiheit statt Angst" am 12. September in Berlin mit ca. 30.00 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstrationsteilnehmern kam, fordert der Chaos Computer Club (CCC) das Anbringen von gut sichtbaren eindeutigen Identifikationsnummern an den bei Demonstrationen eingesetzten Kräften.
Ein Video des vom CCC als besonders brutal eingestuften Übergriffs kursiert im Internet.
Und da war da noch: Steve Ballmer ärgert sich über iPhone
Microsofts private company meeting hätte eine so schöne Feier werden können. Es gab Freibier, tolle Präsentationen zu Bing 2.0, dem Projekt Natal und Windows 7.0. CEO Steve Ballmer war gut gelaunt. Alles lief rund, bis der Microsoft-Chef entdeckte, dass er von einem Beschäftigten des Redmonter Unternehmens gefilmt wurde – mit einem iPhone. Ballmer riss das Apple-Gerät an sich, klopfte ein paar Sprüche, führte den Kollegen vor und machte Anstalten, das Mobiltelefon zu zertrampeln.
Mit einem iPhone traut sich so schnell wohl niemand mehr zu Microsoft-Parties.