Newsletter vom 18.08.2009

Business-PC-Markt vor gewaltigen Umwälzungen

Neben der Finanz- und Wirtschaftskrise prognostiziert die Strategieberatungs-Gesellschaft Booz & Company enorme Belastungen für die Branche der Business-PCs durch einen "fundamentalen Strukturwandel". Dass die Verkaufszahlen im Bereich Business-to-Business für 2009 nach eigener Einschätzung um fünf Prozent sinken werden, ist dabei für die Berater nur der Anfang. Daneben rechnen die Strategie-Berater bereits für die kommenden vier Jahre mit einem Preisverfall bei den Einzelkomponenten, der Verlagerung von IT-Strukturen und Anwendungen durch Cloud Computing in Intra- und Internet, sowie mit dem Siegeszug des Social Web. Hoch individualisierte Geräte, die eine maximale Personalisierung, einen Browser-basierten Arbeitsstil sowie Social Networking im Web erlauben, würden in Zukunft die Nachfolge bisheriger Standard-Lösungen antreten. In Zukunft gelte es daher, den Business-Nutzer als Konsumenten anzusprechen. Bislang war Ansprechpartner auf Unternehmensseite der Einkäufer.

Avitos stellt Insolvenzantrag

Online-Händler Avitos hat Insolvenz angemeldet. Zuletzt war der Online-Händler für Computerzubehör in die Schlagzeilen geraten, weil er nicht mehr ausliefern konnte. Der Grund: Die Konzernmutter Tiscon AG hatte bereits zuvor einen Insolvenzantrag gestellt. Als vorläufige Insolvenzverwalter wurde die Gießener Kanzlei Völpel & Kollegen berufen. Ebenfalls insolvent sind die Tochtergesellschaften COS und E-Logistics. Erst vor wenigen Wochen hatte die russische KCK Association Tiscon übernommen. KCK ist in Deutschland durch die GreenGold AG und KCK Ökologie GmbH vertreten.

Kinder: Konsole statt Teddybär

Inzwischen sitzen 3,7 Millionen Kinder in ihrer Freizeit vor dem Computer. Das sind zwei von drei Kindern. Immer häufiger geht es dabei auch ins Internet. Hier warten schon 3,4 Millionen der 6- bis 13-Jährigen mit Internet-Erfahrungen auf – knapp 60 Prozent. Das ist ein Ergebnis der aktuellen KidsVerbraucheranalyse (KidsVA) vom Egmont Ehapa Verlag. Dass das Internet bei den Kleinen aufholt, bestätigt auch ein Blick auf die Spielsachen im Kinderzimmer. Hier finden sich inzwischen schon bei 3,9 Millionen Kindern (= 68 Prozent) Spielkonsolen oder Handhelds. Damit ist IT verbreiteter als Plüschtiere (60 Prozent) und liegt nur knapp hinter Puzzles (69 Prozent). Immerhin: Die Eltern wollen eine gewisse Kontrollfunktion nicht aus der Hand geben. Dies zeige sich beispielsweise beim Handy, wo weiterhin der Wunsch der unter 10-Jährigen nach einem eigenen Mobiltelefon nicht erhört wird. Zudem wird der Zugang zum Computer und dem Internet den Jüngeren seltener erlaubt und - auch bei den älteren Kindern - reglementiert. Hier kennen die meisten Eltern die möglichen Gefahren, die im Netz lauern, so die Studie.

T-Systems Beschäftigte erhalten Kündigungsschutz bis Mitte 2012


Bei der Tochter der Deutschen Telekom sollen bis 2010 rund 3000 Stellen wegfallen. Betriebsrat und Arbeitgebervertretung von T-Systems haben sich darauf verständigt, die vom Arbeitgeber angedachten Kündigungen unter anderem durch Qualifizierungsmaßnahmen, Ersatz von externen Beschäftigten durch eigene Beschäftigte und Abfindungsprogrammen so gering wie möglich zu halten. Durch diese Einigung ist es möglich geworden, dass ver.di mit dem Arbeitgeber für die verbliebenen Beschäftigten einen Kündigungsschutz bis 30. Juni 2012 vereinbaren konnte. Damit wurde in Zeiten von Finanz- und Wirtschaftskrise eine Beschäftigungssicherung bis Mitte 2012 für ca. 24.000 Beschäftigte in Deutschland durchgesetzt. Diese Vereinbarung ist ein Meilenstein in der IT-Branche.

Ranking: Google ist wertvollste Marke der Welt

Mit einem geschätzten Markenwert von erstmals über 100 Milliarden US-Dollar lässt der Internetkonzern die Verfolger weit hinter sich. In der Liste der US-Marketingagentur Millward Brown Optimor mit den 100 wertvollsten Markennamen folgen Microsoft (76 Mrd.), Coca-Cola (67 Mrd.), IBM (66,6) und McDonalds (66,5). Der Unternehmenswert von Google liegt mit geschätzten 142 Milliarden Dollar noch deutlich höher als der Markenwert. Microsoft wird an der Börse mit einem Wert von 208 Milliarden Dollar veranschlagt, also knapp dem Dreifachen des Markenwertes. Das erste deutsche Unternehmen taucht auf Platz 18 auf: BMW mit 23,9 Milliarden Dollar.

Wirtschaftskrise lässt Domain-Preise purzeln

Die Preise für Top Level Domains sind stark gefallen, während die Verkaufszahlen stabil blieben. Dies ist ein Ergebnis der zweiten Quartalsstudie, die die Domainhandelsbörse Sedo vorgelegt hat. Der durchschnittlich erzielte Preis einer COM-Domain ist um knapp 32 Prozent auf jetzt 1.311 Euro gesunken. Bei den Länderdomains wie DE und AT sanken die Preise um 15 bis zu 40 Prozent.

Datenschutz: Schlechte Noten für Provider, TK-Unternehmen und Online-Shops

Die Deutschen haben erhebliches Misstrauen in den Schutz ihrer persönlichen Daten, so eine Emnid/Symantec-Studie. Dabei sollten repräsentativ ausgewählte Bundesbürger per Schulnoten bewerten, was sie vom Datenschutz von Firmen und Behörden halten. Schlusslicht wurden Internet-Service-Provider und Telekommunikationsunternehmen. Mit einer Durchschnittsnote von 4,2 landen sie mit deutlichem Abstand auf dem fünften Platz. Lediglich Online-Shops schlossen mit der Gesamtnote 4,4 noch schlechter ab. Klassenprimus ist der öffentliche Sektor - wenngleich mit nur mittelmäßigen Leistungen. So reichte dort eine befriedigende Gesamtnote von 3,1 zu Platz 1. Auffallend: Insbesondere untere Bildungsschichten misstrauen dem Datenschutz bei Behörden. Der vertrauensgeschüttelte Finanzsektor überrascht mit einem respektablen zweiten Platz (Durchschnittsnote 3,2). Knapp dahinter Eisenbahnunternehmen und öffentlicher Nahverkehr, gefolgt vom Einzelhandel (3,5).

Internet-Dienstleister ID Media findet Käufer

Investor TIG übernimmt für einen "niedrigen sechsstelligen Betrag" 49 Prozent der Anteile an der insolventen I-D Media AG. TIG will die "Unternehmensstruktur straffen" und den Berliner Dienstleister kundenorientierter positionieren. I-D Media hatte Anfang Mai Insolvenz beantragt.

Neue Internet-Studiengänge starten

Der Bedarf an qualifizierten Online-Marketingspezialisten ist nach wie vor hoch, noch herrscht ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Um dem entgegenzuwirken, hat die Westdeutsche Akademie für Kommunikation (WAK) zusammen mit der Kölner Internet Union (KIU) das dreisemestrige Studium 'Online-Marketing Management' ins Leben gerufen. Studienbeginn ist der 14. September 2009. Auch Hamburg bietet einen neuen Studiengang für künftige Fachkräfte an. Zum Sommersemester 2010 startet der auf dem Bachelor aufbauende Masterstudiengang 'Sound, Vision, Games' an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW Hamburg). Im neuen Masterprogramm werden angehende Game-Designer, Programmierer und Producer praxisnah auf die Anforderungen des Berufslebens vorbereitet. Bereits ab September 2009 werden einzelne Studienmodule angeboten als Brückenkurs zu dem im Sommersemester 2010 startenden dreisemestrigen Masterprogramm. Auch für Berufstätige soll es künftig Weiterbildungsangebote geben.

O2 öffnet Mobilfunknetz für Internet-Telefonie

Telefónica-Tochter O2 öffnet in Deutschland ihr Mobilfunknetz für Internet-Telefonie (VoIP). Nutzer dürfen künftig Anwendungen wie Skype nutzen. Bislang haben sich deutsche Mobilfunkanbieter gegen VoIP-Dienste in ihren Netzen gesperrt. Auch die Nutzung von Instant Messaging wird in den AGBs zum Teil verboten.

Sistemas an Infineon interessiert

Der russische Mischkonzern Sistemas bestätigt ein Interesse am Chiphersteller Infineon, der finanziell in rauere See geraten war. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der russische Präsident Dmitri Medwedew würden bei ihrem Treffen im russischen Sotschi unter anderem auch über Sistemas Interesse an Infineon sprechen, meldete die Süddeutsche Zeitung. Für die Grafiksparte der insolventen Infineon-Tochter Qimonda hat es unterdessen eine Lösung gegeben. Der japanische Speicherhersteller Elpida Memory will einige Qimonda-Entwickler übernehmen und in München ein neues Designcenter für Grafikspeicher aufbauen. Elpedia hat entsprechende Verhandlungen offiziell bestätigt. Man wolle mehr als eine Milliarde Yen (7,3 Mio. Euro investieren). Die Qimonda-Chipfabrik in Dresden mit früher 3.900 Beschäftigten wird bis Jahresende stillgelegt. Insolvenzverwalter Michael Jaffé betreibt die "Resteverwertung", den Verkauf der Gebäude, Maschinen und des geistigen Eigentums.


Und da war noch: Aufruf zur Google-Fastenwoche

Weil Google in Deutschland ein Quasi-Suchmaschinenmonopol hat, hat sich jetzt eine Initiative gegründet, die für eine Google-Diätwoche wirbt: "Lernen Sie das Internet ohne Google kennen: Benutzen Sie für eine Woche keine Google-Dienste!" Unterstützung bekommt die Initiative durch Marissa Mayer, Vizepräsidentin von Google. Die hatte argumentiert: “Die Nutzer suchen freiwillig bei Google. Sie können jederzeit eine andere Suchmaschine nutzen.“ Die Initiatoren haben dankenswerterweise gleich eine Liste mit Alternativen zusammengestellt. Damit man nicht Google mit Microsoft austauschen muss:
http://www.eine-woche-ohne.de/



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