Newsletter vom 03.08.2009

Kaum Gehaltszuwächse trotz Fachkräftemangel

Ungeachtet des vorherrschenden Fachkräftemangels und der guten Auftragslage verzeichnen die Einkommen der IT-Profis 2008 im Durchschnitt nur geringe Zuwächse. Ein Plus von gerade einmal einem Prozent gegenüber 2007 hat Berater PersonalMarkt für die Gehälter von IT-Experten ermittelt. Viele Beschäftigte hätten keine oder nur geringe Gehaltserhöhungen erhalten. Während es in Unternehmen mit Tarifverträgen, wie zum Beispiel bei IBM oder T-Systems - beide mit ver.di Haustarifvertrag -, noch Gehaltssteigerungen gibt, hat es in Unternehmen ohne Tarifbindung zum Teil seit Jahren keine Entgelterhöhungen gegeben. Stabilisiert haben sich hingegen die Einkommen der 'einfachen' Mitarbeiter im Rechenzentrum. Die unteren Jobbereiche zeigten durchgehend einen positiven Verlauf der Entgelte mit einem Plus von bis zu sieben Prozent. So beläuft sich das Einstiegsjahresgehalt eines 25-jährigen Softwareentwicklers laut PersonalMarkt auf durchschnittlich 40 800 Euro brutto. Während eine Führungskraft im Jahr im Durchschnitt 110 000 Euro verdient, erhält eine IT-Fachkraft etwa 64 000 Euro.

Umfrage: Drei Viertel arbeiten auch im Urlaub


Zwei Wochen Arbeit mit Halbpension: Nur ein Viertel der Deutschen verzichtet während des Urlaubs auf die Arbeit, so eine internationale Umfrage der Online-Jobbörse StepStone. Demnach schalten nur 25 Prozent der Deutschen während ihres Urlaubes wirklich ab. 39 Prozent geben dagegen an, auch dann regelmäßig zu arbeiten. Das bedeutet: Sie beantworten regelmäßig E-Mails und verfolgen aufmerksam ihre Projekte. Die Deutschen sind hier im europäischen Trend: Auch im internationalen Durchschnitt gibt nur ein Viertel der Teilnehmer an, während des Urlaubs nicht zu arbeiten. Am wenigstens schalten in diesem Kontext die Norweger ab. Lediglich zwölf Prozent von ihnen arbeiten während der Ferien nicht.

IT-Arbeitsmarkt: Was Arbeitgeber wollen

Der IT-Arbeitsmarkt wird besonders durch die Suche nach Software-Entwicklern und -Architekten getrieben. Ein Viertel der Branchen-Stellenangebote stammen aus diesem Bereich. Fachkräfte des Bereichs System-Engineering und Informatiker belegen mit 22 Prozent den zweiten Platz. SAP-Spezialisten bleiben begehrt und folgen auf Platz drei. Die DEKRA Akademie hat im Rahmen des diesjährigen Arbeitsmarkt-Reports eine Stichtagsanalyse von 8.523 Stellenangeboten in zwölf deutschen Tageszeitungen und zwei führenden Online-Jobbörsen durchgeführt. Danach erwarten fast 60 Prozent der Arbeitgeber einen Studien-Abschluss im geforderten Bereich. Nur 13,1 Prozent sind bereit, darauf zu verzichten, wenn der Bewerber eine passende Ausbildung mit entsprechender Berufserfahrung vorweisen kann. Rund 28 Prozent der Arbeitgeber verzichten in ihren Stellenbeschreibungen ganz auf Angaben zur formalen Qualifikation. Die Bereitschaft zur Weiterbildung wird aber in 11,9 Prozent der Anzeigen nachgefragt. Neben den Hard Skills, Programmiersprachen-Kenntnisse, erwarten künftige Arbeitgeber mehr und mehr Softskills: Teamfähigkeit (42,3 Prozent), Kommunikationsstärke (29,8 Prozent) und Eigeninitiative (27,6 Prozent). Analytisches, strukturiertes und zielorientiertes Arbeiten folgen.

Hightech-Produkte werden stärker online gekauft

Schlechte Zeiten für den IT- und Computerfachhandel: Camcorder, Digitalkameras, MP3-Player und Co werden online stärker geordert, als bisher angenommen - Tendenz steigend. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Erhebung des Branchenverbandes BITKOM. Der repräsentativen Studie zufolge kaufen die Deutschen Unterhaltungselektronik nach wie vor am liebsten in großen Elektronikmärkten (50%) und im Fachhandel (38%). Aber bereits 17 Prozent der Deutschen (12,7 Millionen) kaufen IT-Geräte inzwischen vorzugsweise im Internet. Diese Zahl liegt deutlich über der bisherigen prognostizierten Zahl und deutet auf eine deutlich stärkere Verschiebung in den Vertriebs- und Handelsstrukturen in den nächsten Jahren hin.

Microsoft und Yahoo schmieden Allianz

Im letzten Jahr war nach langem Hin und Her die Übernahme des kriselnden Portals Yahoo! durch den Softwaregiganten Microsoft gescheitert. Verhandlungen über mögliche Formen der Zusammenarbeit liefen jedoch weiter und führten nun zu einem Ergebnis: Microsoft und Yahoo haben sich auf eine strategische Allianz geeinigt. Die nun offizielle Zusammenarbeit beinhaltet eine Kooperation bei Suchmaschinen und Online-Anzeigen. Konkret bedeutet das wohl das Ende der Yahoo!-Suche und die Implementierung von Microsofts Bing als alleinige Suchmaschine für die Yahoo-Seiten.
Beide Unternehmen sprechen von einer Veränderung der Landschaft bei den Internet-Suchmaschinen. Inwieweit sie dadurch ihre Marktposition gegenüber Google verbessern können, wird sich zeigen.

Web.de schließt Community UndDu.de

Die Web-2.0-Konsolidierung geht munter weiter: Der zu United Internet gehörende Portaldienst Web.de schließt die hauseigene Community zum 31. August. Zur Begründung dieses Schrittes heißt es, dass es im Internet mittlerweile eine solche Fülle von Communities gebe, dass eine Abgrenzung der einzelnen Angebote immer schwieriger werde. Als Alternativ-Dienst empfiehlt Web.de keinen deutschen Konkurrenten, sondern den US-Import Facebook.

Digitale Spaltung: Dreiviertel aller Erwachsenen online

Die Nutzerzahlen des Internets in Deutschland sind im zweiten Quartal 2009 weiter gestiegen. Nach einer Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen nutzen von den deutschen Erwachsenen nun 72 Prozent dieses Medium. Noch gibt es Unterschiede: So liegen Männer mit 79 Prozent vor den Frauen mit 66 Prozent. Die Studie belegt die digitale Spaltung: 93 Prozent der Befragten mit Hochschulreife, aber nur 40 Prozent der Hauptschüler ohne Lehre besitzen einen Internet-Zugang. Interessant ist die Verteilung nach Parteipräferenz: Unterdurchschnittlich nun der Anteil der Anhänger der CDU/CSU, die vor fünf Jahren noch auf der Höhe des Durchschnitts lagen. Dort sind inzwischen die Anhänger von SPD und Linken versammelt. Überdurchschnittlich dagegen bleiben die Anhänger von FDP (83 Prozent) und Grünen (86 Prozent).

Studie: Nutzer sind ohne Suchmaschinen aufgeschmissen

Google kommt inzwischen schon eine Gatekeeper-Funktion im Netz zu. Das belegt eine Online-Umfrage unter mehr als 22.000 Internet-Nutzern von Fittkau & Maaß. Demnach würden knapp 60 Prozent der deutschen Internet-Nutzer Suchmaschinen sehr vermissen: 16 Prozent davon gaben an, ohne Suchmaschinen im Internet orientierungslos zu sein. Die restlichen 43 Prozent würden ihren Surfhorizont ziemlich eingeschränkt sehen, wenn sie Google nicht mehr für die Internetsuche benutzen könnten. Nur ein Drittel der deutschen Internet-Nutzer behauptet, auch ohne Suchmaschinen im Internet einigermaßen zurechtzukommen. Google ist mit über 90 Prozent Marktanteil quasi Monopolist auf dem deutschen Suchmaschinenmarkt.

Flexible Arbeitsbedingungen machen Mitarbeiter zufrieden

Flexible Arbeitszeiten steigern in den Augen vieler Arbeitnehmer Lebensqualität und Produktivität. Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Studie 'Flexible Working 2009' von Marktforscher Dynamic Markets. So schätzen 76 Prozent der deutschen Befragten, dass Mitarbeiter, die dynamische Arbeitsmodelle nutzen können, seltener fehlen. 72 Prozent gehen davon aus, dass solche Kollegen zufriedener sind. Zudem meint mehr als die Hälfte der Befragten, dass flexibel arbeitende Mitarbeiter produktiver sind beziehungsweise während ihrer Arbeitszeit intensiver arbeiten. 41 Prozent der Befragten sehen in flexiblen Arbeitsmodellen einen Grund für mehr Loyalität dem Arbeitgeber gegenüber.

TrekStor ist insolvent

TrekStor hat Insolvenzantrag beim Insolvenzgericht Darmstadt gestellt. Zum Verwalter wurde Sanierungsexperte Dr. Jan Markus Plathner bestellt. Er soll den Geschäftsbetrieb fortführen und die Vermögenswerte sichern. TrekStor ist im Bereich der Produktion und des weltweiten Handels mit externen Speichermedien und Consumer-Electronic-Produkten tätig. Das Unternehmen beschäftigt Mitarbeiter an unterschiedlichen Standorten in Deutschland. Weitere Standorte befinden sich in Italien und England. Ziel der Sanierungsbemühungen ist es, die Arbeitsplätze zu sichern und den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten.

Banken treiben TMDI / Comparex in die Insolvenz


"Fehlende Bankenfinanzierung und Umsatzrückgänge" hätten den Vorstand gezwungen, Insolvenz für die Comparex Service und die TMDI Holding anzumelden. Die Töchter Becom Informationssysteme, Inforsacom, Arxes, TMDI Informatik und Indemand Printing sollen "trotz sehr angespannter Liquiditätslage" fortgeführt werden.

Ergebnis in den Verhandlungen zum TV Ratio T-Systems

Die Verhandlungen zum TV Ratio T-Systems wurden am 27. Juli 2009 in Frankfurt fortgeführt. Wichtigster Inhalt im TV Ratio ist der Verzicht auf betriebsbedingte Beendigungskündigungen bis zum 30. Juni 2012. Weitere Informationen im T-Systems Update vom 28. Juli 2009.

Alcatel-Lucent baut in Deutschland ab

Telekomausrüster Alcatel-Lucent baut nach den hohen Verlusten der vergangenen Monate bis zum nächsten Jahr 360 Arbeitsplätze ab. Außerdem werde über die Einführung von Kurzarbeit in den Bereichen Mobilfunk und optische Übertragungstechnik gesprochen, so ein Zeitungsbericht. Welche Standorte genau betroffen sein werden, ist allerdings noch unklar. Derzeit beschäftigt Alcatel-Lucent 670 Mitarbeiter in Nürnberg. Die Unternehmenszentrale in Stuttgart sei bislang nur über die Zahl der Stellen, nicht aber über deren Verteilung informiert worden. Alcatel-Lucent bestätigte entsprechende Berichte bislang allerdings noch nicht.

Siemens kann 1500 Stellen nicht besetzen

Siemens kann in Deutschland 1500 offene Stellen nicht besetzen. Allein in der Region Erlangen-Nürnberg seien es 700, sagte Vorstandschef Peter Löscher laut dpa. 80 Prozent der Arbeitsplätze seien für Ingenieure und Naturwissenschaftler ausgeschrieben.

Microsoft sieht Windows 7 als Jobmotor

Marktforscher IDC prognostiziert bis Ende 2010 rund 177 Millionen verkaufte Lizenzen. Insgesamt soll Windows 7 bis Ende 2010 rund 320 Milliarden Dollar erwirtschaften. Weltweit seien über 350.000 Unternehmen mit über drei Millionen Mitarbeitern in Produktion und Vertrieb von Windows 7 eingebunden. Durch die erwartete Nachfrage entstünden über 300.000 neue Arbeitsplätze.

Zehn Prozent des gesamten deutschen Stroms fließt in die IT

Die IT hat in Deutschland einen Anteil von 10,5 Prozent am gesamten Stromverbrauch, so eine Fraunhofer-Studie im Auftrag des BMWi. Damit werden bisherige Prognosen übertroffen. Schuld sind vor allem Flachbildschirmfernseher, Computer und daran angeschlossene große Displays. Der Stromverbrauch lag bereits im Jahr 2007 bei 55,4 Terawattstunden (TWh), und damit deutlich über dem globalen Durchschnitt. Bis 2020 erwarten die Forscher ein Wachstum um ein Fünftel.
Zur Studie: http://is.gd/1OQmP

Und da war noch: HAZARDOUS PRODUCTS - Greenpeace stellt HP an den Pranger

Eine Gruppe von Greenpeace-Aktivisten ist am 28. Juli auf das Dach des Hewlett-Packard-Hauptquartiers in Palo Alto Zutritt geklettert und hat dort in großen Lettern und gut sichtbar die Worte "Hazardous Products" (gefährliche Produkte) aufgetragen. Verwendet wurde natürlich ungiftige Fingerfarbe.
Aber nicht nur das: Die Beschäftigten des IT-Unternehmens wurden mit einer Sprachmitteilung direkt angesprochen. In der Nachricht fordert William Shatner, der einst Captain James Tiberius Kirk in der Serie Raumschiff Enterprise durch das Weltall flog, die HP-Mitarbeiter auf, sich für eine Abschaffung giftiger Stoffe in HP-Rechnern einzusetzen.
Hintergrund der Aktion ist nach Greenpeace-Angaben mangelndes Engagement bei der Verbannung giftiger Materialien in der Hardware-Herstellung. Das Ziel, auf bromierte Flammstoffe (BFR) und PVC-Komponenten zu verzichten wurde von 2009 auf 2011 verschoben. Beide Stoffe gelten als hochgradig giftig und können Krebs verursachen.
Bereits im März hatte Greenpeace einen "Guide to greener electronics" veröffentlicht, bei dem Nintendo, HP, Microsoft, Lenovo und Dell besonders schlecht abschneiden: www.greenpeace.org/usa/news/ewaste-guide-11



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