BITKOM prognostiziert Minus für die IT-Branche
Auch an der IT-Branche geht die anhaltende wirtschaftliche Talfahrt nicht spurlos vorbei. Der Branchenverband BITKOM rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatzeinbruch, gibt aber im gleichen Atemzug Entwarnung: 2010 soll alles schon wieder besser aussehen. Nach der aktuellen Prognose soll der Umsatz mit Produkten und Diensten der Informationstechnik und Telekommunikation in Deutschland im Jahr 2009 um 2,5 Prozent auf 141 Milliarden Euro zurückgehen. Im kommenden Jahr soll der Markt wieder um 0,3 Prozent auf 141,4 Milliarden Euro anziehen. Denn die ITK-Industrie entwickle sich deutlich besser als die Gesamtwirtschaft. Jedoch verschieben Unternehmen, die selbst stark von der Krise betroffen sind, IT-Investitionen. Deshalb bilde sich derzeit ein Investitionsstau, der sich schon bald wieder auflösen werde. 2009 wächst als einziges der Markt für IT-Dienste (+0,7 Prozent). Darin sind Outsourcing-Services enthalten, die in diesem Jahr um sechs Prozent auf 14 Milliarden Euro zulegen werden.
EDS-Mitarbeiter akzeptieren Kompromiss
Die Beschäftigten des IT-Dienstleisters EDS haben dem Kompromiss zum Stellenabbau in ihrem Unternehmen zugestimmt. 50,35 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder hatten in einer Urabstimmung für das nach fünf Wochen Streik erreichte Ergebnis gestimmt. Um den Streik noch weiter fortzusetzen, hätten 75 Prozent gegen die Einigung mit der Geschäftsleitung votieren müssen. Laut der Einigung dürfen 300 der 500 wegfallenden Jobs nun über betriebsbedingte Kündigungen abgebaut werden. Außerdem wurde ein Aufschub um einige Monate erreicht: Ausgesprochen werden die Kündigungen erst im September 2009. Ursprünglich wollte das von Hewlett-Packard übernommene US-Unternehmen 839 Stellen in Deutschland abbauen. Bis Ende September soll zunächst ein Abfindungsprogramm greifen, das gegen Abfindung zum freiwilligen Verzicht auf den Arbeitsplatz auffordert.
Michael Jäkel, als Bundesfachgruppenleiter bei ver.di zuständig für Informationstechnologie und Datenverarbeitung stellte hierzu fest: "Nach dem Kauf durch Hewlett-Packard sollte EDS ausgeschlachtet werden. Das hat nicht funktioniert. Die EDS-Beschäftigten gehen als solidarische Gemeinschaft zu Hewlett-Packard. Auch wenn nicht alle Ziele erreicht wurden - die EDS-Beschäftigten haben ihre Würde verteidigt. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft bleibt als die Gewerkschaft in der IT-Branche Partner der Beschäftigten bei EDS und HP."
IBM 1: Verhandlungsergebnis mit ver.di-Tarifkommission nach 20 Stunden
Am späten Freitagnachmittag haben die Tarifvertragsparteien ver.di und IBM ein erstes Verhandlungsergebnis in der laufendenden Gehaltstarifrunde 2009 erzielt. Letztendlich brachte der Gesamtvergütungsansatz den Durchbruch.
Die Große Tarifkommission wird am Dienstag, den 21. Juli 2009 in Stuttgart das Verhandlungsergebnis beraten und bewerten. Nach erfolgter Beschlussfassung werden dann die Details des Verhandlungsergebnisses veröffentlicht.
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ibm.ich-bin-mehr-wert.de
IBM 2: Quartalszahlen
Nicht ohne stolz verkündete der IT-Gigant IBM am 16. Juni 2009 seine Quartalszahlen. „The earnings per share results were the highest for any first, second or third quarter in the company's history, adjusted for stock splits“, hieß es in der Pressemitteilung. IBM verzeichnete weltweit steigende Earnings per Share, steigenden Cash-Flow und steigende Gewinne. Ein Teil der Gewinne wurde durch Ausgaben- und Kostenmanagement erwirtschaftet. Der Umsatz war teilweise rückläufig. Im Bereich IBM EMEA (Europe - Middle East - Africa) lag er währungsbereinigt bei minus 7 Prozent.
IBM 3: Studie - Zwei von drei Mittelständlern halten an IT-Budgets fest
IBM hat eine neue weltweite Mittelstandsstudie "Inside the Midmarket: A 2009 Perspective" veröffentlicht. Weltweit wurden fast 1.900 Unternehmen aus 17 Ländern befragt. 95 kamen aus Deutschland. Das Ergebnis: Information Management, Effizienz und Produktivität, Auswirkungen der Finanzkrise auf IT-Budgets, Festhalten an IT-Projekten und die Rolle des IT-Anbieters sind die zentralen Themen für den Mittelstand.
83 Prozent der Mittelständischen Unternehmen weltweit wollen mit IT-Lösungen ihre Effizienz steigern und dadurch Kosten senken. In Deutschland sind es sogar 87 Prozent.
Entsprechend werden trotz Krise die Kosten in diesem Bereich kaum gedrückt. Weltweit zwei Drittel und in Deutschland sogar drei Viertel der befragten Mittelständler planen, ihre IT-Budgets konstant zu halten oder sogar aufstocken.
http://www.ibm.com/press/attachments/ibm_midmarket_trend_study.pdf
Stellenstreichung 1: Atos Origin
Erst Anfang des Jahres konnte Atos Origin mit einer guten Geschäftsentwicklung brillieren: Nach der Zählung eines renommierten Beratungshauses machte das Unternehmen mit Stammsitz in Paris, Frankreich, einen Sprung im Ranking und konnte sich mit der zweithöchsten Anzahl an Outsourcing-Deals positionieren.
Im Frühsommer 2009 kam dann die Wende. Nach aktuellen Planungen sollen zehn Prozent der Beschäftigten abgebaut werden. Betriebsräte und ver.di starten jetzt eine gemeinsame Initiative, um so viele Jobs wie möglich zu retten!
Stellenstreichung 2: Neckermann.de
Am Frankfurter Logistik-Standort von Neckermann bestehe eine "Überkapazität". 175 von 1130 Mitarbeitern werden entlassen, das ist jeder 7. Betroffen ist der Bereich Logistik. Die Entlassungen seien wegen des Zwangs zum Sparen sowie des Rückgangs der Warenmengen "unvermeidlich". Betriebsrat und Geschäftsführung der Neckermann Logistik GmbH haben die Bildung einer Transfergesellschaft für ein Jahr, Qualifizierungsmaßnahmen für die betroffenen Arbeitnehmer, individuelle Abfindungszahlungen und eine Wiedereinstellungszusage vereinbart, sobald wieder Personal aufgebaut wird. Die Transfergesellschaft soll zum 1. August 2009 gegründet werden.
Stellenstreichung 3: Oracle
Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters will der US-Softwarehersteller Oracle bis zu 1000 Mitarbeiter in Europa entlassen. Als Begründung wird die Wirtschaftskrise herangezogen, die sich auf das Ergebnis des Software-Unternehmens auswirke
Stellenstreichungen 4: Alcatel-Lucent
Alcatel Lucent hat in den letzten Jahren schon viele Sparprogramme erlebt. Nun wurde ein neues aufgelegt bei dem gleich 1000 Stellen abgebaut werden sollen, meldete die französische Nachrichtenagentur AFP.
95 Prozent aller Jugendlichen sind online, Mehrheit informiert sich online über Politik und Gewerkschaften
Die "Generation Internet" ist fast vollständig im Web: Bei den 14- bis 29-Jährigen ist mit knapp 95 Prozent inzwischen nahezu jeder online. Insgesamt ist der Onliner-Anteil in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozentpunkte auf 69,1 Prozent deutlich gestiegen und weist damit die zweithöchste Steigerungsrate der letzten sechs Jahre auf, so die zentralen Ergebnisse des Nonliner-Atlas der Initiative D21. Insgesamt ist der Anteil der Offliner um 3,3 Prozentpunkte auf 26,6 Prozent gesunken.
Die Zahlen sind auch noch aus einem anderen Grund für Politiker und Gewerkschafter interessant. Denn das Internet etabliert sich außerdem zunehmend als führende Informationsquelle für politische und gewerkschaftliche Themen und Inhalte. Unter Jungwählern und politisch interessierten Jugendlichen hat das Web die klassischen Kanäle Zeitungen und Fernsehen überholt: Mehr als 60 Prozent der Deutschen unter 30 Jahren informieren sich 'häufig' bis 'sehr häufig' per Internet über das politische Geschehen. Nur 48 Prozent der unter 30-Jährigen greift dafür regelmäßig zu einer Zeitung. Und selbst im Fernsehen - Deutschlands beliebtestem Medium noch vor Radio und Tageszeitungen - konsumieren die nach 1979 Geborenen eher andere Inhalte. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Befragung der UMC University of Management and Communication.
Google bringt eigenes Betriebssystem auf den Markt
Google hat ein eigenes Computer-Betriebssystem angekündigt und damit Microsoft den Kampf angesagt. Erste Geräte mit dem neuen Betriebssystem sollen in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres auf den Markt kommen. Google Chrome OS soll ein Open-Source-Betriebssystem für Netbooks sein, auf das Nötigste reduziert und die Nutzer innerhalb weniger Sekunden ins Web bringen.
Mit dem eigenen Betriebssystem will Google den Druck auf Microsoft erhöhen, dessen Windows das weltweit dominierende Betriebssystem mit einem Marktanteil von über 90 Prozent ist. Schon jetzt macht Google mit seinen Online-Office-Anwendungen den Microsoft Office-Paketen Konkurrenz. Bei der Suche liegt Google mit 90 Prozent Marktanteil unangefochten vor Microsoft mit seiner neuen Suchmaschine Bing.
Google berichtete weiterhin, bereits mit verschiedenen PC-Herstellern zu verhandeln, um das neue Betriebssystem Chrome OS im kommenden Jahr vorinstalliert auf Netbooks in den Handel zu bringen. In einem Blogeintrag (
http://chrome.blogspot.com/2009/07/google-chrome-os-faq.html) erklärte Google auch, um welche Hersteller es sich handele. Dabei seien Acer, Adobe, ASUS, Freescale, Hewlett-Packard, Lenovo, Qualcomm, Texas Instruments und Toshiba.
Microsoft Office 2010
Auch Microsoft bringt sich mit neuer Software ins Gespräch. Am 13. Juli hat der Software-Gigant eine erste Version des Bürosoftware-Pakets Office 2010 veröffentlicht. Es beinhaltet neue Online-Funktionen und tritt damit auch gegen den Rivalen Google an. Zunächst wird die neue Version von Entwicklern und Unternehmen in einem Vorschaumodus getestet.
Internetsucht: Wissenschaft und Drogenbeauftragte uneinig
Die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing warnt vor Internetsucht. Forscher der HU Berlin relativieren: Es ist nicht so schlimm. Der Psychologische Lehrstuhl der Humboldt-Uni Berlin Relation Browser hat eine Studie veröffentlicht, die Internetsucht bei Heranwachsenden als Randerscheinung darstellt. Nach dem Bericht der Forscher sind nur 1,4 Prozent der 12- bis 19-Jährigen krankhaft süchtig. Bisherige Studien waren von circa 17 Prozent ausgegangen.
Freenet will Strato verkaufen
Die wochenlangen Spekulationen haben ein Ende: Freenet sucht nun offiziell nach einem Käufer für seine Webhosting-Tochter Strato. Laut Agenturberichten gebe es bereits eine Reihe von Interessenten. Möglicherweise werde der Verkauf der Tochter noch in diesem Jahr abgeschlossen. Ende Mai hatte die 1&1 Internet AG Relation Browser die DSL-Sparte von Freenet übernommen. Seitdem wird über die Trennung von der Webhosting-Tochter spekuliert: Offenbar will sich Freenet auf die Segmente Mobilfunk und mobiles Internet konzentrieren. Experten zufolge will Freenet bis zu 400 Millionen Euro für Strato. Freenet hatte den Webhosting-Anbieter Ende 2004 für 132 Millionen Euro übernommen.
SEO: Fachkräfte händeringend gesucht
Viele Internet-Unternehmen wollen trotz Wirtschaftskrise weiter wachsen. Doch ihnen fehlen geeignete Mitarbeiter, zum Beispiel im Bereich Suchmaschinenoptimierung. Vor allem in den technischen Bereichen des Online-Marketings herrscht Fachkräftemangel: "Insgesamt fehlen der Branche rund 20.000 Fachkräfte. Einige Firmen, zum Beispiel aus dem Bereich Suchmaschinenmarketing, werden dadurch in ihrem Wachstum gehemmt", verdeutlicht Harald R. Fortmann, Vizepräsident des Bundesverbands der Digitalen Wirtschaft (BVDW). Das Ungleichgewicht am Arbeitsmarkt kommt Branchenexperten zufolge den Bewerbern bei der Bezahlung entgegen. Sie verdienen - je nach Erfahrung und Fähigkeiten - deutlich mehr als vergleichbare Webdesigner.
Software AG will IDS Scheer kaufen
Die Software AG will die IDS Scheer übernehmen, laut aktuellem Lünendonk-Rating der größte deutsche IT-Mittelständler. Hierzu bietet die SAG Beteiligungs GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Software AG, im laufenden Quartal allen Aktionären des Saarbrücker Softwarehauses laut Mitteilung pro Aktie 15 Euro in bar und damit einen Aufschlag von 40 Prozent zum Kurs am 13. Juli an. Der Kaufpreis beträgt demnach rund 477 Millionen Euro. 48 Prozent der Anteile und die Unterstützung der IDS-Gründer hat sich die Software AG bereits gesichert. Durch die Übernahme entstehe ein Hersteller für Infrastruktur-Software und Geschäftsprozess-Management mit mehr als 6000 Mitarbeitern und mehr als einer Milliarde Euro Umsatz. Das vom derzeitigen Bitkom-Präsidenten August-Wilhelm Scheer gegründete Unternehmen IDS Scheer hatte zuletzt mit sinkendem Umsatz und rückläufigen Margen zu kämpfen.
IT-Forum NRW
Der ver.di-Landesbezirksfachbereich Nordrhein-Westfalen veranstaltet am 3. November in Düsseldorf sein sechstes IT-Forum. Das Motto der Veranstaltung: "Vernetzen-verstehen-verändern".
Im Mittelpunkt des IT-Forums 2009 in NRW stehen zwei Themenschwerpunkte:
- Die Bundesrepublik Deutschland befindet sich in einer Krise, deren Ausmaß noch völlig unklar ist. Was sind die Ursachen dieser Krise? Wie soll es weitergehen? Und vor allem: Welche Handlungsmöglichkeiten haben Betriebsräte und Gewerkschaften? Diese Fragen sollen mit Rudolf Dressler, MdB a.D., Botschafter a.D. diskutiert werden.
- Der zweite Schwerpunkt dieser Veranstaltung befasst sich mit Ethik in der Arbeitswelt. Können wir uns Ethik noch leisten? Für wen oder was sind wir als betriebliche Interessenvertretungen zuständig? Was ist systemische und was ist individuelle Verantwortung? Dr. Wolfgang Hien wird einen Überblick über verschiedene Ansätze in der Ethikdiskussion geben und diese vor dem Hintergrund betrieblicher Erfahrungen zur Diskussion stellen.
Weitere Informationen unter
http://tk-it.nrw.verdi.de
Da war da noch: E-Mail Museum
Gäbe es ein E-Mail Museum, könnte es in diesem Monat einen nostalgischen Eintrag vermelden.
Erinnern Sie sich noch an Mailadressen, die aus Zahlenzusammengewürfelt waren? 36316,9620? 94855,6152? So waren die Mailadressen bei Compuserve einst aufgebaut. Compuserve bot 1979 als erster einen Dienst an, der heute alltäglich ist: E-Mail für Privatpersonen. Nach 30 Jahren wurde nun der Online-Oldie Compuserve Classic ausgeknipst.