EDS: Auseinandersetzung vor dem Ende
Nach einem Verhandlungsmarathon gab es am 2. Juli in den frühen Morgenstunden ein Verhandlungsergebnis in der Auseinandersetzung um den Stellenabbau bei EDS. Wichtigstes Ergebnis: Der Stellenabbau konnte von 839 auf 500 reduziert werden. Dabei soll sich die Zahl der betriebsbedingten Beendigungskündigungen auf 300 beschränken. Ebenso wurde eine Absicherung der Arbeitsbedingungen beim Übergang zu HP erreicht.
Das Vorliegende Verhandlungsergebnis ist das Resultat einer Einigungsstelle. Fast fünf Wochen hatten die Beschäftigten gestreikt, um einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung, zur Regelung der Arbeitsbedingungen im Unternehmen und Entgelterhöhungen durchzusetzen. Dem vorliegenden Verhandlungsergebnis müssen noch die Gremien der Gewerkschaften und - zur Beendigung des Arbeitskampfes - die Beschäftigten in einer Urabstimmung zustimmen.
IT-Arbeitsmarkt: Keine Belebung in Sicht
Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat den IT-Arbeitsmarkt nach wie vor fest im Griff. Während die Zahl ausgeschriebener Stellen branchenübergreifend im Mai insgesamt um zehn Prozent stieg, geht die Menge der inserierten IT-Stellen von April auf Mai um 4,5 Prozent zurück. Gegenüber Mai 2008 beträgt das Minus sogar 35 Prozent.
Besonders stark schrumpfte das Angebot von Unternehmen aus den Bereichen Hardware, Elektronik und Nachrichtentechnik (minus 27 Prozent). Bei Softwarehäusern und im Maschinenbau waren im Mai rund zehn Prozent weniger neue Mitarbeiter gefragt, im Fahrzeugbau sogar 40 Prozent weniger.
Positive Nachrichten kommen von den Unternehmensberatungen. In diesem Sektor stieg die Zahl der ausgeschriebenen Stellen um rund sieben Prozent. Deutliche Zuwächse vermelden der Einzelhandel (plus 21,7 Prozent), der Bereich Marketing, Marktforschung, PR (plus 29,6 Prozent) sowie der Großhandel (plus 52,8 Prozent). Regional gewinnen Baden-Württemberg und NRW, während Bayern verliert.
Nokia Siemens Networks baute Zensurinfrastruktur im Iran auf
Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) hat eingestanden, Zensurinfrastruktur für das Internet im Iran aufgebaut zu haben. Die letzten Teilinstallationen erfolgten in der zweiten Hälfte des Jahres 2008. Die iranische Regierung verfügt über sogenannte "Deep Packet Inspection" und Filterung, womit die Mullahs einzelne Datenpakete und ihre Header untersuchen können, um massenhaft exakte Kommunikationsprofile einzelner Menschen zu erstellen und Informationen zu zensieren. Damit wurde zum Beispiel die Verfolgung von Oppositionellen möglich, die per Twitter oder Mobiltelefon die Demonstrationen in Teheran organisiert hatten. NSN dementiert einen entsprechenden Bericht des Wall Street Journal. Man habe lediglich Technik zur Überwachung von Sprachtelefonie im Iran geliefert.
Deutschland ist weltweit führend beim E-Commerce
637 Milliarden Euro wurden 2008 in Deutschland im E-Commerce umgesetzt. Das entspricht 8,6 Prozent des weltweiten Onlinehandels. In diesem Jahr sollen es noch 90 Milliarden mehr werden. Damit ist Deutschland mit 31 Prozent Anteil in Europa führend und beim Pro-Kopf-Umsatz sogar Weltmarktführer, so eine Analyse von TNS Infratest. Deutschland kann sich mit einem Pro-Kopf-Umsatz von 913 Euro sogar als Weltmarktführer vor den USA (906 Euro) und vor Großbritannien (737 Euro) sowie Japan (681 Euro) platzieren.
Gewinnschwund: Studie sieht für Mobil-Anbieter einziges Heil bei der Rationalisierung
Bis 2011 werden die durchschnittlichen Einnahmen für eine Mobilfunkminute als Folge des andauernden Preisverfalls voraussichtlich genau den technischen Erstellungskosten entsprechen. Die Marge eines Mobilfunkanbieters, sinkt von 16 Prozent auf null, so das Ergebnis einer Untersuchung von A.T. Kearney unter 100 europäischen Mobilfunkanbietern. Nur mit einer gemeinsamen Netznutzung können die Rivalen auf dem hart umkämpften europäischen Mobilfunkmarkt ihre Margen behaupten. Sogenanntes Network Sharing biete die einzige Chance, Kosteneffizienz zu erhöhen und so im verschärften Wettbewerb zu bestehen. Je gleichwertiger die Netze werden, desto eher lohnt die Kooperation. Outsourcing hingegen habe keinen hinreichenden Effekt.
Infineon gibt sich optimistischer
Nach einer Belebung auf dem Halbleiter-Markt hat der angeschlagene Chipkonzern Infineon seine Erwartungen für das dritte Geschäftsquartal leicht angehoben. Im Vergleich zum Vorquartal werde mit einem Umsatzanstieg gerechnet, der knapp oberhalb der zuletzt prognostizierten zehn Prozent liegt. Das Unternehmen führt das auf Markterholung und Erfolge beim Sparprogramm zurück. Nach einer anziehenden Auftragslage hatte Infineon zudem die Kurzarbeit in seinem Werk in Dresden ausgesetzt. Bereits seit Mai arbeitet der Standort wieder mit voller Kapazität.
Vor allem im Beruf: Jeder Dritte lernt per Computer und Internet
Bereits 17 Millionen Deutsche lernen am Computer und im Internet. Das sind 36 Prozent der PC- und Internetnutzer. Besonders intensiv wird E-Learning in der beruflichen Bildung eingesetzt. 41 Prozent der Berufstätigen und Auszubildenden nutzen nach einer repräsentativen Aris-Umfrage den Computer für die persönliche Aus- oder Weiterbildung. Am stärksten wird der Computer naturgemäß für das Erlernen von Anwendungsprogrammen für den PC eingesetzt. Nach den Ergebnissen der Umfrage lernen 15 Prozent der Internetnutzer am Computer, wie man mit einer Textverarbeitung, einem Präsentationsprogramm oder einem Internetbrowser umgeht. Elf Prozent der Befragten lernen auf ihren Job zugeschnittene Inhalte, zum Beispiel Projektmanagement oder bei Produktschulungen. Weitere zehn Prozent erlernen mit Computer und Internet eine Fremdsprache.
Kindle kommt nicht nach Deutschland
Amazon ist mit seinen Verhandlungen mit den Mobilanbietern T-Mobile und Vodafone gescheitert, sein EBook-Lesegerät Kindle auf den deutschen Markt zu bringen. Damit überlässt Amazon-Chef Jeff Bezos das Geschäft in Deutschland dem japanischen Elektronikkonzern Sony, der hier schon ein Lesegerät anbietet. Für die deutschen Buchverlage bedeutet das wohl einen Rückschlag in ihrem Bestreben, in Sachen IT gegenüber den US-Kollegen aufzuschließen.
Bundesgerichtshof erlaubt Online-Bewertungen
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Benotung von Lehrern durch Schüler im Internetforum Spickmich.de Relation Browser erlaubt. Laut Urteil (Az. VI ZR 196/08) überwiegt das Recht der Schüler auf Meinungsaustausch und freie Kommunikation das Recht der klagenden Lehrerin auf informationelle Selbstbestimmung. Laut Zivilsenat des BGH stellen die Bewertungen auf Spickmich.de Meinungsäußerungen dar, die die berufliche Tätigkeit der Klägerin betreffen. Und dabei genieße der Einzelne "grundsätzlich nicht den gleichen Schutz wie in der Privatsphäre", urteilten die Richter.
Urheberrechtsabgabe auf Speicherkarten und USB-Sticks kommt
Hersteller und Importeure von Speicherkarten und USB-Sticks haben sich mit den Verwertungsgesellschaften über eine Vergütungspflicht ihrer Produkte geeinigt. Danach ist für die Speicher unabhängig von ihrer Kapazität ein Vergütungssatz von 10 Cent pro Stück zu zahlen. Speicherkarten, USB-Sticks und Festplatten, die für Privatkopien genutzt werden, waren bisher nicht abgabepflichtig, was sich mit dem neuen Urheberrechtsgesetz geändert hat. Mit Preiserhöhungen rechnen Handel und Hersteller aufgrund des starken Speicher-Preisverfalls nicht.
Open Source: Auf LiMUX folgt WienUX und ein bisschen BerLINUX
Der Wiener Gemeinderat hat einstimmig einen Antrag von SPÖ und Grünen angenommen, der den Einsatz von Open-Source-Software an den Arbeitsplätzen der Stadtverwaltung vorantreiben soll. Die Lizenzen der Stadt für Microsofts Betriebssystem Windows XP laufen 2011 aus. Ein Umstieg ist bisher optional für ganze Abteilungen. Deswegen soll vor allem eine Informationskampagne für mehr Open-Source in der Stadtverwaltung sorgen. Bislang ist München die einzige deutschsprachige Millionenstadt, die sich in ihrer Verwaltung gegen Microsoft- und für Open-Source-Software entschieden hat.
Auch in Berlin regen sich die LINUX-Jünger: Die künstlerischen Hochschulen Berlins wechseln komplett auf Linux. Grund für den Wechsel war die vorhandene Hardware, die für eine Aufrüstung auf Windows Vista oder Windows 7 nicht geeignet ist. Auf die Hochschulen wären Hardware-Anschaffungen im fünfstelligen Bereich zugekommen sowie zusätzliche Lizenzkosten für Windows. Dieses eingesparte Geld soll nun der Lehre zugute kommen.
Und da war noch:
13 Methoden, wie auch für IT-Mitarbeiter der Urlaub erholsam wird
Urlaub dient der Entspannung. Entspannen kann sich ein Mensch allerdings nur dann, wenn er Abstand zu dem gewinnt, was er für gewöhnlich tut. Das gilt insbesondere für Menschen, die mit IT zu tun haben. Tipps und Ratschläge von Management- und Mentaltrainern für Geeks, Nerds und normale IT-Nutzer:
- Erledigen Sie vor Ihrem Urlaub alle dringenden Aufgaben, die Sie nicht delegieren können. Sonst plagt Sie das schlechte Gewissen.
- Melden Sie sich bei Geschäftspartnern und in Ihren Social Networks bereits einen Tag vor Reisebeginn entgültig ab. Sonst bekommen Sie noch am Abreisetag viele Aufgaben aufgehalst und starten gestresst in Ihren Urlaub
- Nehmen Sie sich mindestens zwei (besser: drei) Wochen Urlaub. Kürzere Zeiten können Körper und Seele nicht wirklich Erholung schenken
- Fahren Sie weg. Urlaub zuhause bietet nicht die nötige Distanz vom Alltag, die zur Erholung wichtig ist
- Lassen Sie Ihr Handy zuhause. Nur wenn Sie nicht erreichbar sind, können Sie wirklich entspannen
- Wenn Sie ihr Handy schon mitnehmen: Lassen Sie es ausgeschaltet - oder verwenden Sie es nur zum Fotografieren
- Kein Notebook im Urlaub. Nicht ein bisschen Arbeit mitnehmen. Wenn Sie wirklich arbeiten müssen: Beschränken Sie die Arbeit auf eine überschaubare Zeit ("die ersten zwei Tage"), damit Sie danach entspannen können
- Internet-Cafes sind tabu. Nicht mal eben die Newsportale checken.
- Brechen Sie mit den digitalen Gewohnheiten: Nicht täglich das Facebook-Profil checken. Nicht die Museumsbesuche twittern.
- IT-Fachbücher gehören nicht ins Reisegepäck
- Packen Sie den Urlaub nicht zu voll mit Besichtigungsterminen oder Sport-Events. Denn dann entsteht ein ähnlicher Leistungsdruck wie zu Hause.
- Je weniger Angst Sie davor haben, etwas zu versäumen, umso schneller erholen Sie sich.
- Nach ihrem Urlaub sollten Sie an den ersten beiden Arbeitstagen keine wichtigen Termine vereinbaren. Sonst hat Sie der Alltagstrott sofort wieder und der Erholungseffekt ist im Nu verflogen.