Newsletter vom 02.06.2009

Google will Mitarbeiter-Loyalität vorhersagen

Anzeichen, ob ein Mitarbeiter bereits innerlich bei seinem Arbeitgeber gekündigt hat, lässt sich durch Algorithmus erfassen. Davon ist Google überzeugt und plant die Entwicklung einer entsprechenden Suchtechnologie. Dazu sammelt das Unternehmen derzeit Daten von Mitarbeitern wie Ausbildungsstand und Gehalts-Entwicklung, berichtet das Wall Street Journal. Mit einem speziellen Algorithmus soll daraus ermittelt werden, welche Mitarbeiter sich zum Beispiel unterfordert fühlen könnten und deshalb weniger Loyal zu ihrem derzeitigen Arbeitgeber stehen. Mit in die Prognose fließen auch Ergebnisse von Mitarbeiter-Gesprächen und internen Bewertungen ein. Ein spezieller Suchalgorithmus soll anschließend herausfinden, welche Mitarbeiter sich möglicherweise mit dem Gedanken tragen, das Unternehmen zu verlassen. Der Algorithmus helfe Google und vielleicht in Zukunft auch anderen Unternehmen "in die Köpfe der Leute zu schauen, noch bevor sie das Unternehmen verlassen", sagte Google-Manager Lazlo Bock.

Welche Social-Web-Anwendungen IT-Profis nutzen

Xing ist die häufigst genutzte Web-2.0-Anwendung unter den Web- und IT-Professional, so eine Studie von Marktforscher Innofact. 85 Prozent von ihnen nutzen es. An zweiter Stelle unter den häufig genutzten Web-2.0-Diensten der Internet-Profis folgt das internationale Social Network Facebook (59 Prozent), wenn auch der Großteil mit 35 Prozent zu privaten Zwecken. Twitter nutzt jeder zweite IT-Profi aktiv zum Verfassen eigener oder zum Lesen fremder Twitter-Meldungen. 50 Prozent dieser Twitternutzer schreibt mittlerweile mehrfach pro Woche eigene Twitter-Meldungen, 64 Prozent lesen genauso häufig die Meldungen anderer Nutzer. Das Verhältnis zwischen beruflicher und privater Nutzung ist dabei sehr ausgeglichen. Die anderen Social Networks wie StudiVZ, LinkedIn, Delicious, Myspace und Mr Wong folgen mit deutlichem Abstand (19 bis 32 Prozent Nutzung). MeinVZ und Wer-kennt-wen haben mit 16 Prozent Nutzung wenigstens noch eine marginale Bedeutung, der Rest des Web 2.0 ist für die Mehrheit der IT-Profis uninteressant.

Jobrückgang verlangsamt sich

Die Zahl der freien IT-Stellen ist von Januar bis April weit weniger dramatisch eingebrochen, wie aufgrund der allgemeinen schwierigen Wirtschaftslage zu befürchten war, so eine Untersuchung der Computerwoche. Die Arbeitgeber schrieben 12.989 IT-Jobs im April aus, das sind nur zwei Prozent weniger als im Januar und 1,7 Prozent weniger als im März. Gegenüber dem April 2008 sind es dagegen immerhin 8,8 Prozent weniger. Ein Drittel der ausgeschriebenen Offerten kommen von Personalberatern, ein Viertel von Zeitarbeitsfirmen. Auch Unternehmensberatungen schrieben im ersten Quartal viele IT-Stellen aus. Regionaler Schwerpunkt ist Baden-Württemberg, gefolgt von Bayern und NRW.

Hewlett Packard: weniger Jobs, weniger Umsatz, weniger Gewinn

Es gibt wieder einmal Nachrichten über Stellenstreichungen bei HP. Dieses Mal, so teilte das Unternehmen im Mai in San Francisco mit, sind es weitere 6.400 Jobs, die dem Rotstift zum Opfer fallen. HP-Finanzchefin Cathie Lesjak sprach in diesem Zusammenhang allerdings von gezielten Maßnahmen zur Verbesserung des Produktgeschäfts. Bereits im vergangenen Jahr hatte HP nach der Übernahme des IT-Dienstleisters Electronic Data Systems den Abbau von 24.000 Arbeitsplätzen angekündigt.
Die Geschäftsentwicklung von HP verläuft mit negativer Personalentwicklung kaum positiv. Im letzten Quartal ging der Umsatz des Konzerns um drei Prozent zurück. Gleichzeitig war ein Gewinnrückgang von 17 Prozent zu verkraften.

SAP: Statt Abschiedsfeier Aktionärsschelte - SAP-Spitze abgestraft

Henning Kagermann war ein SAP Urgestein. Ab 1982 war er beim Walldorfer Softwareunternehmen für die Entwicklungsbereiche Kostenrechnung und Projektcontrolling zuständig. Seit 1991 sitzt er im Vorstand. Seit 2003 war Kagermann alleiniger Vorstandssprecher. Auf der Hauptversammlung Ende Mai wurde er verabschiedet.
Kagermanns Abschiedsfete verlief nicht ungetrübt. Der Softwarekonzern schlingert und es gab Kritik von mehreren Seiten. Nicht nur die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger meldete sich, auch der Sprecher des Vereins der SAP-Belegschaftsaktionäre, Bernhard Koller, warf dem Vorstand einen großen Imageschaden vor und sprach von einem schlechten Klima in der Belegschaft.

Telekom forschte auch Sexualleben von Bewerbern aus

Die Telekom hat in bisher nicht bekanntem Ausmaß auch das Privatleben von Bewerbern durchleuchten lassen. Zugegeben hatte das Unternehmen bisher die Überwachung von Aufsichtsräten und Journalisten in Deutschland. Jetzt wurde bekannt, dass die Konzernsicherheit auch Bankkonten von Mitarbeitern ausforschen ließ. Im Ausland interessierte sich die Telekom auch für das Intimleben von Bewerbern.

Deutschland beim E-Commerce europaweit nur auf Platz vier

Im Schnitt kauften europaweit im vergangenen Jahr 24 Prozent der Bevölkerung im Internet ein. Am größten ist der Anteil der Online-Shopper mit 49 Prozent in Großbritannien. Es folgen Dänemark (47) und die Niederlande (43). In Deutschland shoppen 42 Prozent der Bevölkerung online. Kaum eine Rolle spielt der private E-Commerce hingegen in den Ländern Süd- und Osteuropas. So lagen die Anteile der Online-Shopper in Griechenland und Portugal (beide 6 Prozent) sowie in Italien (7 Prozent) und Spanien (13 Prozent) deutlich unter dem EU-Durchschnitt.
In Deutschland wird der Einkauf im Internet besonders von Erwerbstätigen genutzt: Gut jeder Zweite (53 Prozent) in dieser Gruppe kaufte 2008 im Internet ein. Vor allem Berufstätige wüssten es in Deutschland zu schätzen, dass sie durch Online-Shopping Kaufhausbesuche und Zeit sparen können. Ein deutlicher Zusammenhang besteht zudem zwischen der Art des Internet-Anschlusses und der Bereitschaft, im Internet einzukaufen. Wer in Deutschland über einen schnellen Internetzugang verfügt, nutzt den Interneteinkauf besonders häufig: Bei den Breitband-Nutzern beträgt die Quote der Online-Shopper 57 Prozent.

Wissensmanagement ist das wichtigste Thema für IT-Berater und Systemhäuser 2009

Der Themenkomplex "BI/Knowledge Management/Data-Warehouse/Data-Mining" ist für die IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen am bedeutsamsten, so eine Untersuchung von Unternehmensberatung Lünendonk. Ebenfalls ganz vorne dabei sind die Themen "Service-orientierte Architekturen (SOA)" und "Prozess Innovationen". Der letztjährige Spitzenreiter "Security" landete im Ranking der wichtigsten Themen lediglich auf dem vierten Rang. Auf den hinteren Rängen befinden sich "Supply Chain Management (SCM)" und "Information Lifecycle Management (ILM)" sowie "Infrastruktur Management (Storage etc.)".
Ebenfalls fragte Lünendonk nach der Zustimmung zu erfolgsabhängiger Beratung. Während die großen Beratungshäuser zumindest für teilweise erfolgsorientierte Modelle offen sind, lehnt die Mehrheit der Berater solch ein Modell ab.

1&1 kauft Freenets DSL-Geschäft

Die United-Internet-Tochter 1&1 übernimmt für rund 70 Millionen Euro in bar sowie 4,5835 Millionen eigenen Aktien von United Internet die Freenet Breitband GmbH. 1&1 übernimmt dabei alle FreenetDSL- und FreenetKomplett-Verträge. Kunden, die von verbundenen Unternehmen beziehungsweise von Wholesale-Partnern der Freenet AG betreut werden, verbleiben bei Freenet. Rund 700.000 Freenet-Kunden sollen so zu 1&1 wechseln.

Studie: Ostdeutschland hängt beim Breitband deutlich hinterher

Nach neuen Daten der BITKOM verfügten Ende 2008 rund 23,2 Millionen der insgesamt 39,8 Millionen deutschen Haushalte über einen Breitbandzugang (58 Prozent). Ein Jahr vorher waren es noch 50 Prozent. Für das Jahr 2009 erwartet der BITKOM ein Plus von 13 Prozent auf 26 Millionen Breitband-Anschlüsse. Dann verfügen zwei von drei Haushalten über einen schnellen Zugang ins Internet. In westdeutschen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Bayern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz hatten Ende des vergangenen Jahres über 60 von 100 Haushalten einen Breitband-Anschluss. In den ostdeutschen Bundesländern wie Brandenburg, Sachsen-Anhalt oder Sachsen waren es weniger als 45 von 100.

Stellenabbau bei Siemens Österreich geht weiter

Siemens will in Österreich offenbar wieder Stellen abbauen. Betroffen sein sollen nach Zeitungsberichten bis zu 853 Mitarbeiter in der Softwaresparte PSE (Program and Systems Engineering) in Österreich selbst sowie 700 in Osteuropa, wo Siemens Österreich ebenfalls aktiv ist.

Deutsche Bank baut IT-Stellen ab

Die Deutsche Bank will nach Zeitungsberichten bis zu 195 Stellen in ihrer IT-Abteilung Deutsche Bank Group Technology & Operations (GTO) in Eschborn streichen. Demnach könnten bis zu 50 Mitarbeiter zum IT-Dienstleister IBM wechseln, den restlichen sollen Vorruhestand und Abfindungen angeboten werden. Betriebsbedingte Kündigungen seien jedoch nicht ausgeschlossen. Die Deutsche Bank hat den Bericht bislang nicht kommentiert.

Arcandor: Die Geier kreisen

Der Internet-Medienhändler JPC hat sich vom Tisch des kränkelnden Handelskonzernes Arcandor bedient und den Musikshop World of Music (WOM) übernommen. WOM soll als eigenständige Vertriebslinie weitergeführt werden. Zum Kaufpreis machte das Unternehmen keine Angaben. Karstadt hatte WOM 1994 übernommen und wollte das Unternehmen zur "stärksten crossmedialen Entertainment-Marke der Republik" entwickeln. Dazu wurde 2004 extra das WOM Media Network mit einem Musikshop im Internet gegründet. Die meisten der ehemals 18 Filialen sind inzwischen geschlossen, auch ein eigener Radiosender existiert nicht mehr.
Auch Erzfeind Otto hat ein begehrliches Auge auf Konzernteile geworfen. Für Otto-Chef Hans-Otto Schrader ist alles von Interesse, was bei Arcandor E-Commerce ist. In einem Interview sagte Schrader: "Alle Konzepte, die E-Commerce-fähig sind und sich auf andere Länder übertragen lassen, sind für uns grundsätzlich von Interesse.“ Speziell an Primondo, in dem die Versandhandels- und E-Commerce-Aktivitäten von Arcandor gebündelt sind, hat Otto Schraders Aussage zufolge Interesse.

Wirtschaftskrise ist gut für Open Source ...

Nach einer Studie unter IT-Experten fördert die derzeitige Wirtschaftskrise die Akzeptanz von Open Source in Unternehmen: Nahezu alle der 435 Befragten waren sich einig, dass die Krise die Motivation für den Einsatz von Open Source erhöht. Die wichtigsten Faktoren für den Open-Source-Einsatz sind niedrigere Kosten, höhere Sicherheit, Unabhängigkeit vom Anbieter sowie eine bessere Qualität der Software. Die größten Hindernisse sind mangelndes Open-Source-Knowhow und fehlender Herstellersupport.
http://acquia.com/northbridgesurvey2009

... und für Onlineshopping

Einer Untersuchung der Sage Software AG zufolge, treibt die Wirtschaftskrise immer mehr Konsumenten aus Spargründen ins Internet. Vor allem kleine Unternehmen erwarten im Online-Handel deutlich steigende Umsätze und setzen zukünftig verstärkt auf das Internet als Vertriebskanal. So belegt die Umfrage, dass bereits heute jedes sechste Kleinunternehmen (13,8 Prozent) einen eigenen Online-Shop betreibt und damit im Schnitt fast ein Drittel (32 Prozent) seines Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Auch die Zukunft sehen die Online-Shop-Betreiber rosiger als Unternehmen, die auf andere Vertriebskanäle setzen:

Und da war noch: Der Digitale süße Brei

Das weltweite digitale Datenvolumen hat im Jahr 2008 um 3.892.179.868.480.350.000.000 Bits oder umgerechnet 487 Milliarden GByte zugelegt. Dies ist das Ergebnis einer IDC-Studie. Rechnet man 487 Milliarden GByte in Buchseiten um und stapelt diese übereinander, so ergibt das eine Strecke, die zehnmal von der Erde bis zum Pluto reicht. Legt man die derzeitige Wachstumsgeschwindigkeit dieses Papierstapels zugrunde, so würde dieser Stapel zwanzigmal schneller wachsen als die schnellste Rakete fliegen kann, die bislang hergestellt wurde.



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Mathias B., Rostock
„Gerade in der jetzigen Zeit, die geprägt ist von regelmäßigen Umstrukturierungen, ist es wichtig, die Stärke der Kolleginnen und Kollegen zu bündeln. Denn nur gemeinsam kann man etwas bewirken. Deshalb bin ich ver.di-Mitglied."