Neuer Gehaltsindex für die IT-Branche
Die Fachgruppe IT/DV der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft und die Initiative ICH BIN MEHR WERT haben den neuen Gehaltsindex für die IT-Branche vorgelegt. Er basiert auf einer Untersuchung, die sich auf zwei größere und zehn kleinere Unternehmen der IT-Branche mit insgesamt ca. 70.000 Beschäftigten bezieht.
In einer übersichtlichen Gehaltstabelle, die zwischen zehn Gehaltsgruppen differenziert, werden die gängigen IT-Berufe eingeordnet. Durch eine Beschreibung der Tätigkeitsfelder ist es ebenfalls möglich, Gehaltsinformationen zu erlangen. Schließlich sind die Berufe der IT-Branche mit einer Tätigkeitsbeschreibung noch einmal alphabetisch gelistet. Die aufgeführten Positionen decken rund 95 % aller im IT-Bereich vorhandenen Tätigkeiten ab.
Im Vergleich zu der letzten Untersuchung 2006/2007 sind die Gehälter der IT-Beschäftigten um durchschnittlich 8,5 Prozent gestiegen. Auffällig ist dabei ein deutlicher Anstieg in den oberen Gehaltsgruppen. Während der Anstieg in den Gehaltsgruppen eins bis vier um gut fünf Prozent lag, waren es in der Gehaltsgruppe 10 fast 15 Prozentpunkte.
Der Gehaltsindex für die IT-Branche ist unter gehaltsindex.ich-bin-mehr-wert.de für ver.di-Mitglieder kostenlos und für Nichtmitglieder zum Preis 8,- Euro erhältlich.
gehaltsindex.ich-bin-mehr-wert.de
IT-Jobmonitor: Wo es die meisten IT-Jobs gibt
Die Grenzen innerhalb der IT-Joblandschaft in Deutschland haben sich verschoben. Während bisher vor allem im Süden der Republik händeringend IT-Fachkräfte gesucht wurden, zieht jetzt der Westen nach, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt.
Der 'IT-Jobscout 2009' von Berater PPI zeigt, dass es in Nordrhein-Westfalen im Dezember 2008 mehr als doppelt so viele freie IT-Stellen als noch ein Jahr zuvor gab. Auch Hessen sucht mehr IT-Fachkräfte denn je. Damit machen die westlichen Bundesländer dem südlichen Jobmotor Konkurrenz. Bayern hält sich zwar im Ländervergleich an der Spitzenposition, doch insgesamt bietet der Süden lediglich 39 Prozent der verfügbaren IT-Jobs an. Im Februar 2008 waren es noch 54 Prozent.
Süd- und Westdeutschland haben derzeit eines gemeinsam: Sie suchen händeringend nach Spezialisten in der Informationstechnologie. Zusammen stellen sie mehr als 90 Prozent der Jobangebote für berufserfahrene IT-Fachkräfte in Deutschland. Im Untersuchungszeitraum waren es mehr als 750 Offerten.
Bayern sucht insbesondere IT-Berater, Projektmanager und IT-Architekten, Nordrhein-Westfalen IT-Vertriebsmitarbeiter, Qualitätsmanager und Fachleute aus dem Support.
In den Zeitungen finden sich allerdings deutlich weniger IT-Jobangebote: Die Zahl der in Tageszeitungen annoncierten freien Stellen für IT-Profis ist im ersten Quartal 2009 gegenüber dem Vorjahr um etwa 50 Prozent auf 4469 zurückgegangen. Das ergab eine Analyse des Personaldienstleisters Adecco, für die IT-Jobangebote in Zeitungen ausgewertet wurden.
Computer-Absatz ist weltweit rückläufig
Nach einer Erhebung der US-Branchendienste IDC und Gartner sind weltweit zu Beginn dieses Jahres deutlich weniger Computer verkauft worden. Der Rückgang der Auslieferungen von PCs und Laptops sanken von Januar bis März gegenüber dem Vorjahreszeitraum um etwa sieben Prozent.
Weiteres Ergebnis der Untersuchung: Hewlett-Packard bleibt die weltweite Nummer eins der Computer-Branche, gefolgt von Konkurrent Dell, ebenfalls aus den USA. Auf den folgenden Plätzen liegen Acer aus Taiwan, Lenovo und Toshiba. Auf dem US-amerikanischen Markt überholte Hewlett-Packard im ersten Quartal Dell und eroberte nach 2001 die Top-Position zurück.
Kasse: Mehr Budget für IT-Projekte
Der deutsche Mittelstand spart trotz Wirtschaftskrise kaum an IT-Projekten, so die Studie "IT-Trends 2009" von SAP-Dienstleister Steeb. In acht von zehn Unternehmen bekommen die IT-Leiter im Vergleich zum Vorjahr ein stabiles oder höheres IT-Budget. Lediglich 20 Prozent der Firmen hat den Etat gekürzt. Insgesamt wurden zwischen Dezember 2008 und Februar 2009 285 IT-Entscheider befragt.
IBM: Umsatzrückgang, stabiler Gewinn und Gerüchte über Massenentlassungen
Der weltweite Umsatz des IT-Giganten IBM sank im ersten Quartal 2009 um 11 Prozent auf 21,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn blieb allerdings relativ stabil und verringerte sich lediglich um einen Prozentpunkt auf 2,3 Milliarden US-Dollar. Da freute sich Konzernchef Sam Palmisano: "IBM hat sich weiter in einem sehr schwierigen wirtschaftlichen Umfeld gut behauptet".
Um die Personalentwicklungen kommen neue Spekulationen auf. Das Handelsblatt berichtete von ca. 100 Kündigungen bei den freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der IBM, den so genannten Kontraktoren, die Ende April ausgesprochen wurden. Der britische Observer berichtete bereits Mitte April unter Berufung auf Lee Conrad, den Vertreter der amerikanischen IBM-Arbeitnehmervertretung Alliance@IBM, dass IBM die Entlassung tausender Beschäftigter in Westeuropa vorbereite.
Fakt ist, dass die IBM-Geschäftsführung am 29. April 2009 den Konzernbetriebsrat darüber informiert hat, die aktuelle betriebliche Altersversorgung - der Zukunftsvorsorgeplan (ZVP) - zum 1.August zu kündigen und zu schließen. Damit sind neu eingestellte Beschäftigte im IBM-Konzern künftig von einer betrieblichen Altersversorgung ausgeschlossen.
SAP 1: Softwareabsatz bricht zusammen - mehr Beschäftigte als geplant wollen den Konzern verlassen
Das erste Quartal ist für SAP nicht gut gelaufen. Die Softwareerlöse beliefen sich auf 418 Millionen Euro, was einem Rückgang um ein Drittel entspricht. Das Konzernergebnis fiel um 16 Prozent auf 204 Millionen Euro. Eine Verschärfung des bereits im letzten Jahr eingeleiteten Sparkurses gilt als wahrscheinlich.
Bisher liefen die Planungen des Walldorfer Softwareherstellers darauf hinaus, 640 Stellen zu streichen. Über einen Abfindungsrechner konnten sich Wechselwillige im Intranet des Konzerns ihre Börse ausrechnen. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, haben sich nun insgesamt 798 Mitarbeiter entschlossen, das Angebot anzunehmen.
SAP 2: Belegschaftsaktionäre gründen Verein
"Es stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, wie geplant Arbeitsplätze abzubauen, nur um die Marge zu steigern", gab Bernhard Koller, der Vorsitzende des neu gegründeten Vereins der SAP-Belegschaftsaktionäre, gegenüber dem Mannheimer Morgen zu bedenken. Der Verein traf sich am 28. April zu seiner ersten Sitzung. Eines der wichtigsten Ziele soll es sein, das Walldorfer Softwareunternehmen wieder stärker zu einer nachhaltigen Unternehmenspolitik zu bewegen. Koller teilt sich den Vorsitz mit Helga Classen. Beide saßen im Aufsichtsrat der SAP.
Ausverkauf: Qimonda verkauft Unternehmensteile
Die Technische Universität Dresden will die Anteile des insolventen Speicherchipherstellers Qimonda am Gemeinschaftsunternehmen Nanoelectronic Materials Laboratory (Namlab) übernehmen. Die Transaktion soll noch diesen Monat abgeschlossen werden. Das Land Sachsen sichert eine langfristige Förderung zu. Führende Qimonda-Forscher sollen zum Namlab wechseln. Ein russischer Staatsfonds hat nach einem Bericht des Spiegels Interesse, beim angeschlagenen Dresdner Qimonda-Werk einzusteigen. Laut Insidern wollen die Russen sich aber nur dann engagieren, wenn sich der deutsche Staat wenigstens mit zehn Prozent an der Fabrik beteiligt - was dieser bislang ablehnt. Auch die russische Angstrem-Unternehmensgruppe aus dem Moskauer Verwaltungsbezirk Selenograd hatte schon Interesse an Qimonda gezeigt.
Übernahme: Oracle schluckt überraschend Sun
Softwarehersteller Oracle hat sein Portemonnaie weit geöffnet und Sun Microsystems übernommen. Zuletzt stand SUN mit IBM in Übernahmeverhandlungen. Für rund 7,4 Milliarden US-Dollar hat Oracle Sun übernommen. Beide Aufsichtsräte haben die Transaktion einstimmig genehmigt. Wie die San Jose Mercury News berichtet, plant Oracle nach Abschluss der Übernahme des Unternehmens massive Entlassungen bei Sun Microsystems. Die Zeitung beruft sich dabei auf Branchenbeobachter. Demnach könnte ein Drittel oder gar die Hälfte aller Sun-Mitarbeiter ihren Job verlieren. Ende November konnte das Unternehmen auf 33.000 Angestellte weltweit verweisen.
Rücktritt: Lycos-CEO geht
Christoph Mohn, Sohn von Bertelsmann-Patriarch Reinhard Mohn, hat seinen Rücktritt als CEO von Lycos angekündigt. Er wird mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 28. Mai 2009 zurücktreten. Lycos - ehemals einer der großen europäischen Betreiber des gleichnamigen Onlineportals im Eigentum von Bertelsmann - besteht nur noch aus dem Rumpfgeschäft. Lycos hat fast ausnahmslos alle Beteiligungen und nicht zum Kerngeschäft gehörenden Geschäftsanteile verkaufen müssen.
Boom: Internet-Agenturen wachsen zweistellig
Das jetzt vorgestellte diesjährige Agentur-Umsatzranking "New Media Service Ranking" vom Bundesverband Digitale Wirtschaft, iBusiness, W&V und Horizont zeigt, dass bei den Internet-Agenturen von einer Krise keine Rede sein kann. Im Durchschnitt wuchsen die 245 gerankten Agenturen um mehr als 20 Prozent - und das sowohl bei der Umsatzentwicklung als auch bei den Mitarbeiterzahlen. Das heißt also, dass in der Interaktivbranche immer noch gutes Geld verdient und trotz Fachkräftemangel weiter in neue Mitarbeiter investiert wird.
Ein Blick auf die zwanzig größten Interaktiv-Agenturen bestätigt den branchenweiten Trend. Lediglich die Berliner I-D-Media hat beim Umsatz Anteile abgeben müssen. Der Umsatz der Agenturgruppe ging um etwas mehr als 17 Prozent zurück. Alle anderen wuchsen. Sogar das Sorgenkind der Branche, Pixelpark, konnte seinen Honorarumsatz im Kerngeschäftsbereich um etwas mehr als einen Prozent steigern und sich mit 41 Millionen Euro Umsatz auf dem zweiten Platz halten. Branchenprimus mit fast 76 Millionen Euro ist wie in den Jahren zuvor T-Systems Multimedia-Solutions.
Laut der aktuellen Umfrage 'Trend in Prozent' des BVDW stufen 51 Prozent der Angestellten der Agenturen die Beschäftigungssituation in diesem Jahr gut bis sehr gut ein. Nur 20 Prozent der Teilnehmer bewerten die Arbeitsmarktlage der digitalen Wirtschaft schlecht. Auch für 2010 rechnet die Mehrheit (54 Prozent) mit einer guten bis sehr guten Beschäftigungssituation.
Das New Media Service Ranking: http://www.ibusiness.de/nmsr
Wachstum: Google trotzt der Krise
Trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise konnte der Suchmaschinengigant Google seinen Umsatz im ersten Quartal 2009 erneut steigern. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat sich jedoch das Wachstum verlangsamt. Mit einem Umsatz von 5,51 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal 2009 wuchs das Konzernergebnis um sechs Prozent. Im Vergleich zum vierten Quartal 2008 ist der Umsatz jedoch um drei Prozentpunkte zurückgegangen. Allerdings erziele der Suchmaschinenbetreiber einen operativen Gewinn von 1,88 Milliarden Dollar. Damit fällt der Gewinn etwas höher aus als im Quartal zuvor, als er bei 1,86 Milliarden Dollar lag. Dem Unternehmen zufolge rangiert der Nettogewinn aktuell bei 1,42 Milliarden und kletterte damit um neun Prozent.
Schlechte Zahlen: EBay verkauft Web 2.0
Es kommt Bewegung in den Onlinekonzern EBay. Denn neben seinem Kerngeschäft hat das Unternehmen in andere Onlineunternehmungen investiert. Von einigen wird sich nun getrennt. Nach nur zwei Jahren trennt sich EBay vom Social-Bookmarking-Dienst StumbleUpon. EBay hatte das Start-up für 75 Millionen US-Dollar übernommen. StumbleUpon wurde von den Gründern zurückgekauft. Für den Telefonieanbieter Skype ist das - trotz anderslautender Meldungen - allerdings kein Weg. 2005 hatte EBay knapp drei Milliarden Dollar für Skype gezahlt, allerdings nie Synergien zum Kerngeschäft herstellen können. Jetzt kündigte EBay an, Skype an die Börse bringen zu wollen.
Aufschwung: Spielemarkt boomt
Ein stetig wachsendes Geschäftsfeld ist der digitale Spielemarkt: Der deutsche Markt wuchs 2008 um 16,9 Prozent auf 2,68 Milliarden Euro. Die ursprüngliche Prognose wurde damit um vier Prozentpunkte übertroffen. Damit wuchs der Games-Markt im dritten Jahr in Folge zweistellig. Großen Absatz fanden erneut die Spielekonsolen. Im Jahr 2008 wurden 4,6 Millionen Geräte verkauft (plus 17 Prozent). Ein wichtiges Genre sind außerdem die sogenannten Serious Games, die häufig im beruflichen Kontext eingesetzt werden.
Branchenbücher verlieren: Online-Branchensuche wächst überdurchschnittlich
Webseiten, die sich mit lokaler Firmensuche beschäftigen, sind im März gegenüber dem Vormonat um durchschnittlich 28 Prozent gewachsen. Dies geht aus der Analyse der aktuellen IVW-Zahlen hervor. Marktführer bei der lokalen Branchensuche bleiben die Gelben Seiten, gefolgt von Klicktel.de, 11880.com, Qype und Stadtbranchenbuch.de.
Überholspur: Internet zieht 2010 an TV vorbei
Hält der derzeitige Mediennutzungs-Trend an, wird das Internet die traditionelle TV-Nutzung der Europäer im Juni 2010 überholt haben. Das ist die Kernaussage einer Microsoft-Studie. Tritt dieser Fall ein, stehen 2,5 Tage Internetnutzung im Monat (14,2 Stunden/Woche) knapp zwei Tagen (11,5 Stunden/Woche) monatlichem TV-Konsum gegenüber. Allerdings verliert TV-Content nicht an Bedeutung, es ändern sich nur die Endgeräte, mit denen die Nutzer Formate konsumieren. So werden dann klassisch TV-Inhalte über Notebooks, PCs beziehungsweise mobile Endgeräte konsumiert. Zudem werden Internet-Inhalte künftig zunehmend auf TV und Spielkonsolen verlagert.
Azubi-Boom: Mehr Lehrstellen trotz Wirtschaftskrise
Im IT- und Telekommunikationssektor wird trotz der Wirtschaftskrise verstärkt ausgebildet. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den IT-Berufen ist im Jahr 2008 um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 15.785 gestiegen, so der BITCOM. Am beliebtesten ist bei den Jugendlichen die Ausbildung zum Fachinformatiker bzw. zur Fachinformatikerin. In diesem IT-Beruf ist die Zahl der neuen Ausbildungsverträge um 11 Prozent auf 9.645 gestiegen. Ein Plus verzeichneten auch Ausbildungen zum IT-System-Elektroniker mit einem Zuwachs von zwei Prozent auf 2.517. Die Zahl der Anfänger in den kaufmännischen IT-Berufen war mit minus 2,6 Prozent auf 3.623 leicht rückläufig. Grundlage der BITKOM-Auswertung sind aktuelle Daten der Kammerorganisation DIHK.
Und da war dann noch: IBM-Rechner geht in Quiz-Show
Enden die Zeiten, in denen sich in herzzerreißenden Szenen in Quizshows Lebenswege änderten? Gehören Geschichten wie Slumdog Millionaire der Vergangenheit an?
Nachdem bereits Schachmeisterschaften Mensch gegen Maschine ausgetragen wurden, hat IBM am 27. April Details zu seinen Plänen bekannt gegeben, mit einem Rechner mit fortschrittlicher künstlicher Intelligenz in der berühmten amerikanischen Quizshow "Jeopardy!" anzutreten.
Ein Computer in einer Quizshow ist allerdings eine größere Herausforderung, als auf den ersten Eindruck zu vermuten wäre. Der Computer muss in der Lage sein, doppeldeutige Worte und sogar Wortspiele zu erkennen und zwischen relevanten und unrelevanten Worten zu selektieren.
Ein mit einem Question-Answer-System - nicht DeepThought, sondern DeepQA genannt - ausgestatteter BlueGene-Rechner soll beweisen, dass das möglich ist. Was meinen Sie? A: Das geht schief, der Computer wird verlieren. B: Der DeepQA-Computer wird nicht schlechter oder besser sein als andere Kandidaten. C: Wenn Computer inzwischen besser Schach spielen als Menschen, dann werden sie auch jede Quizshow gewinnen.