Newsletter vom 02.04.2009

In eigener Sache: IT-Gehaltsindex

In Kürze erscheint der IT-Gehaltsindex 2009/2010. Die Restbestände der alten Auflage sind für ver.di-Mitglieder weiterhin kostenlos und für Nichtmitglieder nun zum Sonderpreis von 4,- Euro statt 8,- Euro erhältlich.
Weitere Informationen unter it-gehaltsindex.ich-bin-mehr-wert.de

IT-Projektmanager profitieren von der Krise

Die IT-Branche sucht unverändert händeringend Projektmanager, wie die Studie 'IT-Jobscout 2009 - Stellen für Berufserfahrene' des Beratungs- und Softwarehauses PPI feststellt. Zeitungen und Jobbörsen seien voll von Anzeigen für Organisationsexperten, so das Ergebnis. Binnen eines Jahres habe sich die Zahl der offenen Stellen nahezu verdoppelt. Den Grund für den Nachfrage-Boom sieht PPI in der aktuellen Wirtschaftskrise. Denn die Unternehmen setzten verstärkt auf IT-Lösungen, mit denen Kosten kontrolliert und Ressourcen effizienter genutzt werden könnten. "Projektmanager sind bei deren Umsetzung unverzichtbar und deshalb gefragt wie kaum zuvor", heißt es.
Die Anforderungen der Personalabteilungen an ihr zukünftiges IT-Führungspersonal seien allerdings hoch. "Gefragt sind starke Persönlichkeiten, die sowohl technisches als auch betriebswirtschaftliches Fachwissen mitbringen." So fordern laut PPI mehr als drei Viertel aller Stellenanzeigen für Leitungsfunktionen in der IT BWL-Kenntnisse ein. Besonders wichtig sei dabei der sichere Umgang mit den gängigen Management-Methoden aus der Organisationstheorie. In 68 Prozent der Jobausschreibungen sei zudem ein abgeschlossenes Informatikstudium Pflicht.

Megadeal: IBM will Sun Microsystems schlucken

Medienberichten zufolge steht der IT-Konzern Sun Microsystem in Übernahmeverhandlungen mit IBM. Für 6,5 Milliarden Dollar will IBM möglicherweise Sun übernehmen. Dies würde dem Doppelten des derzeitigen Börsenwerts entsprechen. Das bedeute noch nicht, dass eine Übernahme in jedem Fall bevorsteht. Die Gespräche könnten zwar durchaus scheitern, heißt es unter Berufung auf informierte Kreise. Branchenbeobachter gehen aber eher davon aus, dass ein Kauf durch IBM nur eine Frage der Zeit sein dürfte. Derzeit sei das Unternehmen noch mit der Prüfung von Dokumenten und Verträgen bei Sun beschäftigt, hieß es. Beide Unternehmen gaben keinen Kommentar ab.
Mit der SUN-Übernahme könnte sich IBM im derzeit angespannten Markt für Unternehmensserver gestärkt gegen den Konkurrenten Hewlett- Packard positionieren. Auch der Netzwerkausrüster Cisco will künftig mit eigener Hardware in diesen Markt eindringen.

SAP beginnt mit Entlassungen

Am Standort in Palo Alto hat SAP eine nicht genannte Anzahl an Mitarbeitern freigesetzt. Die Maßnahme ist Teil eines angekündigten Personalabbauprogramms, dem 3000 Stellen zum Opfer fallen sollen. In Palo Alto unterhält SAP ein Entwicklungslabor. Anlässlich der Vorstellung der Quartalszahlen Ende Januar hatte SAP angekündigt, bis Ende 2009 die Belegschaft weltweit um 3000 Stellen auf 48.500 zu reduzieren.

EDS: Ministerpräsidenten setzen sich für Stellenerhalt ein

Die amtierende Ministerpräsidentin des Landes Thüringen sowie die Ministerpräsidenten der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt fordern in einem Schreiben vom 26. März an Volker Smid, dem Vorsitzenden der HP-Geschäftsführung in Deutschland, auf, die Stellenabbaupläne bei EDS zu überdenken. Die Ministerpräsidenten drücken dabei ihre Verwunderung darüber aus, dass in dem HP-Tochterunternehmen ein Drittel der Belegschaft in Deutschland entlassen werden soll, obwohl für das gesamtwirtschaftlich schwierige Jahr 2008 sogar eine Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahr erwartet wird. Auch auf die stabile Nachfragesituation von EDS nehmen die Regierungschefs der Länder Bezug und schreiben: „Gerade vor dem Hintergrund, dass die Leistungen Ihres Konzerns eine große und stabile Nachfrage in Deutschland finden - nicht zuletzt die Länder fragen bei HP jährlich Leistungen in Millionenhöhe ab - erscheint es sinnvoll, den Plan, Kapazitäten abzubauen, nochmals zu überprüfen.“

United Internet: Rote Zahlen und Übernahmegerüchte

Der spanische Telefonprovider Telefonica interessiert sich Zeitungsberichten zufolge für eine Übernahme des deutschen Internetdienstleisters United Internet AG. Gegenüber iBusiness wollte United Internet-Sprecher Marcus Schaps dieses Gerücht allerdings nicht kommentieren. Dem Vernehmen nach habe sich Vorstandsvorsitzender Ralph Dommermuth aber vehement gegen einen Verkauf des Unternehmens an die Spanier gesträubt. Dommermuth ist mit 36,58 Prozent größter Einzelaktionär. Der Konzern hatte im Geschäftsjahr 2008 ein Minus von 121,5 Mio. Euro ausgewiesen.

EBay veröffentlicht Whitepaper zum Schutz gegen Produktfälschung

Immer noch sind Produktfälschungen im E-Commerce sowohl für Hersteller als auch für die Händler ein großes Problem. EBay hat nun ein kostenloses Whitepaper veröffentlicht, in dem der Umfang des Fälschungsproblems skizziert und klare Lösungsempfehlungen gegeben werden. Speziell für die eigene Plattform weist EBay einen Anteil von 0,15 Prozent gefälschter Produkte an den insgesamt 2,7 Milliarden Angeboten aus – was immer noch 405 Millionen gefälschter Produkte ausmacht. Der Bundesgerichtshof hatte vor kurzem entschieden, dass ein gewerblicher EBay-Verkäufer auch dann wegen möglicher Markenrechtsverletzungen verklagt werden kann, wenn er seinen Account anderen zur Verfügung stellt.
http://presse.ebay.de/data/attachments/101834.pdf

Dell plant Entlassungen in Halle

Dell will in seinem Service- und Vertriebszentrum in Halle Stellen streichen. Laut Zeitungsberichten sollen 20 Prozent der Arbeitsplätze in Europa wegfallen. Ob auch in Halle 20 Prozent der 730 Mitarbeiter gehen müssen, ist noch nicht bekannt.

OLG Hamburg stärkt Rechte von Bloggern und Forenbetreibern

Unbestritten bleibt es weiterhin: Erhält der Betreiber eines Forums oder eines Blogs Kenntnis davon, dass in einem Post Rechte Dritter verletzt werden, so muss er diesen Missbrauch beenden. Damit hat er seiner Sorgfaltspflicht genüge getan. Dies hat jetzt das OLG Hamburg bestätigt und ein Urteil des Landgerichts Hamburg gekippt. Das war der Ansicht gewesen, der Blog- oder Forenbetreiber hafte in jedem Fall und müsse sämtliche Kommentare in seinem Angebot vorab prüfen. Das OLG verneinte nun diese Pflicht.

Berliner Internetagenturen schreiben hohe Verluste

Die Internetagentur I-D Media braucht dringend neues Kapital, aber die Kapitalerhöhung ist gescheitert. Hinter den Kulissen verhandelt I-D Media jetzt mit möglichen Partnern - Indizien sprechen für eine Fusion mit Pixelpark. Die börsennotierte I-D Media AG kann trotz dem zuvor durchgeführten Kapitalschnitt keine weitere Kapitalerhöhung durchführen. Es hat sich schlicht niemand dafür interessiert, bei den Berlinern zu investieren. Durch einen Kapitalschnitt waren zuvor die Aktien auf ein Fünftel ihres vorherigen Wertes entwertet worden. Vorstandschefin Regine Haschka-Helmer verließ nach 19 Jahren die Agentur. Nun könnte eine Fusion mit Pixelpark die Rettung bringen. Die Agentur muss im Jahresvergleich mit einem Umsatzrückgang von über Prozent und roten Zahlen rechnen. Größter Einzelaktionär bei I-D Media wie bei Pixelpark ist der Investment Börsebius, für den die Fusion mit anschließendem Personalabbau lukrativ wäre.

Post kündigt Alternative zur E-Mail an

Der neue Postchef Frank Appel hat die Entwicklung eines Onlinebriefs angekündigt, der als Alternative zur E-Mail in den Markt eingeführt werden soll. Auf Grund der rückläufigen Zahlen im Briefgeschäft sei der Brief- und Logistikkonzern schon seit längerem auf der Suche nach einer elektronischen Substitution des klassischen Briefes. Ein solches Substitut könnte der Onlinebrief, so der Arbeitstiel, sein. Er vereine die Vorteile des Papierbriefes (Sicherheit, Zuverlässigkeit und Einfachheit) mit den kurzen Transportzeiten bestehender elektronischer Kommunikationskanäle. Einen konkreten Entwicklungszeitraum konnte das Unternehmen jedoch nicht nennen. Der Onlinebrief sei aber nicht als Ersatz der E-Mail zu verstehen, sondern als Alternative.

Infineon setzt Kurzarbeit im April in Dresden aus

Im Dresdner Infineon-Werk wird im April die Kurzarbeit für einen Monat ausgesetzt. Grund ist die derzeit gute Auslastung des Chipherstellers. Die Situation hat sich nach Firmenangabe deutlich besser entwickelt als erwartet. Prognosen, ob die Kurzarbeit länger unterbrochen werden könne, seien aber nicht möglich. Seit Februar läuft in dem Unternehmen Kurzarbeit. Sie wurde zunächst für sechs Monate beantragt.

Qimonda: Die Russen kommen. Oder doch wer anders. Oder nicht.

Kommen die Russen? Oder die Chinesen? Oder doch die Taiwanesen? "Es gibt Kontakte mit potenziellen Interessenten aus China und Taiwan", sagte ein Sprecher von Qimonda-Insolvenzverwalter Michael Jaffé, aber noch keine verbindlichen Angebote. Zu Gerüchten über russische Kontakte äußerte er sich nicht Die taiwanesische Regierung schmiedet derzeit ihre notleidende Speicherchipindustrie zu einem neuen halbstaatlichen Konzern zusammen. Relativ klar sind inzwischen die Formen einer Transfergesellschaft für Qimonda. Die Zustimmung der Belegschaft vorausgesetzt, ist über eine Beschäftigungsfirma die Finanzierung für drei Monate durch die Bundesagentur für Arbeit und einen Massekredit über 21 Millionen Euro so gut wie gesichert. Dann wechseln zunächst 3000 Mitarbeiter dorthin. Am Produktionsstandort Dresden sollen zunächst 500 und später 300 Mitarbeiter den Betrieb auf Sparflamme aufrechterhalten, in der Münchener Zentrale sollen 300 Beschäftigte weiterarbeiten. Bis Ende Mai müsse der Insolvenzverwalter dann Klarheit über einen Investor haben.

Alles nur online geklaut: Student vor Gericht enttarnt

Ein unrühmliches Ende fand jetzt die Karriere eines BWL-Studenten aus Münster vor dem Verwaltungsgericht. Er hatte Ende 2007 seine Diplomarbeit an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster vorgelegt. Diese wurde dann anschließend vom Prüfungsausschuss mittels einer neuen Software überprüft. Mit fatalen Folgen. Die Professoren fanden heraus, dass eine Reihe von Passagen wörtlich und ohne Quellenangaben aus Internet-Quellen übernommen wurden. Die Hochschule bewertete die Arbeit daraufhin mit der Note 5,0 und ließ eine Exmatrikulation am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre folgen. Der dagegen klagende Student hatte jetzt vor dem Verwaltungsgericht in Münster das Nachsehen. Das vernichtende Urteil der Universität wurde bestätigt (AZ 10 K 1212/07).

Und dann war da noch: Hacker sind verantwortlich für Regenwaldrodung in Brasilien
Brasilianische Hacker haben sich Zugang zu den Computern der brasilianischen Regierung verschafft, um die in Datenbanken verwalteten Informationen über Holzexporte zu manipulieren. Wie die Umweltorganisation Greenpeace aufgedeckt hat, führten diese Angriffe dazu, dass es 107 Unternehmen ermöglicht wurde, insgesamt 1,7 Millionen Kubikmeter Regenwaldholz illegal zu schlagen und aus dem Land zu transportieren. Um zu klären, wie es zu diesem Skandal kommen konnte, bereitet der brasilianische Staatsanwalt eine Klage gegen 202 Verdächtige vor und fordert Schadenersatz in Höhe von umgerechnet 614 Millionen Euro.



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Mathias B., Rostock
„Gerade in der jetzigen Zeit, die geprägt ist von regelmäßigen Umstrukturierungen, ist es wichtig, die Stärke der Kolleginnen und Kollegen zu bündeln. Denn nur gemeinsam kann man etwas bewirken. Deshalb bin ich ver.di-Mitglied."