Gemeinsame Erklärung von ver.di und IG Metall: Keine Entlassungen in IT- Unternehmen in 2009
In einer gemeinsamen Erklärung fordert der Vorsitzende des Fachbereiches Telekommunikation / Informationstechnologie Lothar Schröder zusammen mit dem IG Metall Bundesvorstandsmitglied Helga Schwitzer, dass IT-Betriebe Beschäftigte an Bord halten. Sonst drohe schon bald eine Lücke an qualifizierten IT-Beschäftigten, die man in der Krise entlassen hat. Beide Gewerkschaften schlagen ein Sechs-Punkte-Programm vor, mit dem Beschäftigte in den IT-Unternehmen gehalten werden sollen:
- Die Betriebe sollten Kurzarbeit nutzen und mit Qualifizierung verbinden, um Entlassungen zu vermeiden.
- Leiharbeitnehmer sollen besser geschützt und in einsatzfreien Zeiten nicht entlassen werden.
- Nutzung des Instruments Kurzarbeitergeld.
- Die Weiterbildung, insbesondere „älterer IT-Profis“, sollte verstärkt werden.
- Die duale IT-Berufsausbildung hat sich zum wichtigen Nachwuchsweg entwickelt. Sie erbringt zahlenmäßig deutlich mehr Absolventen als das IT-Studium. Die Unternehmen sollten mehr Jugendliche ausbilden und unbefristet übernehmen. Mehr junge Menschen sollten Studium und betriebliche Ausbildung kombinieren können. Das kann mit tariflichen Regelungen unterstützt werden.
- Ausbau des Stipendienprogramms für Fach- und Hochschulabsolventen.
Stellenmarkt für IT-Fachkräfte mit regional unterschiedlicher Entwicklung
Zum Teil trotzt der deutsche IT-Arbeitsmarkt noch der Konjunkturkrise. Im Dezember 2008 waren 60 Prozent der 100 größten deutschen Unternehmen auf der Suche nach IT-Fachleuten, so eine Studie von PPI. Dabei gerät die Spitzenposition des südlichen Jobmotors langsam ins Wanken. Allein Nordrhein-Westfalen hat sein IT-Jobangebot von Februar bis Dezember 2008 mehr als verdoppelt, während die Stellenangebote in Bayern und Baden-Württemberg zurückgegangen sind. Dennoch kann sich Bayern mit einem Drittel aller IT-Stellenangebote im Ländervergleich an der Spitze halten. Mit Bayern an erster, Nordrhein-Westfalen an zweiter und Hessen an dritter Stelle bilden diese Bundesländer die Top-3-Arbeitsstandorte für IT-Fachkräfte. Insgesamt gibt es zurzeit noch 19.000 offene IT-Stellen in der ITK-Industrie und 26.000 in den Anwenderbranchen.
Umfragen 1: Auswertung der T-Systems-Umfrage auf ich-bin-mehr-wert.de ergibt schlechte Noten für T-Systems und gute Noten für Tarifverträge
Ca. 850 Kolleginnen und Kollegen haben sich an der ICH-BIN-MEHR-WERT-Umfrage zu T-Systems beteiligt. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Sie machen zwei Dinge deutlich: Der Arbeitgeber T-Systems muss etwas tun, um in der eigenen Belegschaft wieder an Rückhalt zu gewinnen und angemessene Tarifergebnisse sind der richtige Weg dorthin!
Die Umorganisierungsprogramme bei T-Systems bekommen schlechte Noten. Die Informationspolitik des Arbeitgebers wird abgeurteilt. Die Begleitung der Beschäftigten durch den Arbeitgeber erhält eine negative Bewertung. Die T-Systems-Beschäftigten, die an der Umfrage zu "Next Generation T-Systems" und "T-Systems BAU" teilgenommen haben, lassen kaum etwas gutes an ihrem Arbeitgeber. Anders sieht es aus, wenn es um tarifliche Regelungen geht: Die tariflich definierte Arbeitszeit kommt gut weg. Der tarifvertragliche Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen wird von einer großen Mehrheit als sehr wichtig eingestuft und auch sichernde Regelungen zu Near-/Offshore bekommen einen hohen Stellenwert.
Weitere Informationen und Hintergründe finden Sie unter
t-systems.ich-bin-mehr-wert.de
Umfragen 2: Zusatzbefragung im Rahmen des DGB-Index Gute Arbeit untersucht den IKT Sektor
Der DGB-Index Gute Arbeit misst die Qualität der Arbeit aus Beschäftigtensicht. Im Jahr 2008 fand die zweite Zusatzbefragung der Beschäftigten in der IKT-Branche statt, deren Ergebnisse nun veröffentlicht wurden. Das vernichtende Urteil der Beschäftigten lautet: Die Arbeitsqualität in der TK-Dienstleistungsbranche ist schlecht. Zwar sind die Bewertungen in der IT-Dienstleistungsbranche besser, als dies die Beschäftigten anderer Branchen tun, dennoch gibt es auch hier noch viel zu verbessern. Nicht rosig schätzen die Befragten ihre beruflichen Zukunftsaussichten ein. Dass die Beschäftigten in der IT-Dienstleistungsbranche sehr viel und intensiv arbeiten, bestätigt sich in der Bewertung der Dimension „Arbeitsintensität“, die zwar mit 53 Indexpunkten noch im Bereich mittlerer Arbeitsqualität liegt, aber im Vergleich zum DGB-Gesamtindex (58 Indexpunkte) schlechter abschneidet.
Weitere Informationen unter
www.verdi-gute-arbeit.de
Diskussion über Gewalt-Computerspiele flammt nach Amoklauf von Winnenden wieder auf
Vor seinem Amoklauf im schwäbischen Winnenden hat der 17-jährige Schüler viel Zeit mit Gewalt-Computerspielen wie Counter-Strike verbracht, wie ein Polizeisprecher erklärt hat. Das hat Klaus Hinderer, Sprecher der Polizei in Waiblingen heute laut dpa bestätigt. Der Präsident der Deutschen Stiftung für Verbrechensbekämpfung, Hans-Dieter Schwind, fordert daraufhin ein totales Verbot von Computer-Gewaltspielen. Dass der 17-Jährige auf der Flucht noch weiter um sich geschossen habe, sei ein Verhalten, das Jugendliche in Killerspielen lernen würden. Auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat seine Forderung nach einem Verbot von Gewalt-Computerspielen erneuert.
BSI: Die Lage in Sachen IT-Sicherheit ist sehr ernst
Die Bedrohungslage der IT-Sicherheit bei Verwaltungen, Unternehmen und Privatanwendern ist auf anhaltend hohem Niveau, klagt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in seinem Bericht "Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2009". "Vor allem die immer weiter voran schreitende Professionalisierung der Internetkriminalität bereitet uns Sorge", sagt BSI-Präsident Dr. Udo Helmbrecht. So sind Herstellung und Einsatz von Schadprogrammen mittlerweile international arbeitsteilig organisiert. Um heute wettbewerbsfähig zu sein, müssen Unternehmen Informationstechnik einsetzen. Doch für den Schutz der IT fehlen häufig personelle und finanzielle Ressourcen sowie technisches Know-how, insbesondere bei kleinen und mittelständischen Unternehmen.
Das Internet spaltet die deutsche Gesellschaft
Zur CeBIT hat der Branchenverband Bitkom eine Studie über den Stellenwert des Internets in der deutschen Gesellschaft veröffentlicht. Danach teilt das Web die Deutschen in eine Zweiklassengesellschaft. 55 Prozent der Deutschen können sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen, bei Jugendlichen sind es 84 Prozent. Die unter-30-Jährigen würden eher auf das Auto oder ihren aktuellen Lebenspartner verzichten als auf Internet oder Handy. Dabei spaltet das Web die Gesellschaft. Denn auffällig ist eine digitale Kluft nach Altersgruppen: Die Deutschen bis 49 Jahre sind gut vernetzt (zu 84 Prozent), die Generation ab 50 deutlich schlechter (40 Prozent).
Filesharing hat mehr Vor- als Nachteile
Wie eine in den Niederlanden durchgeführte Studie zum Thema Filesharing zeigt, fördert der Dateiaustausch das Gemeinwohl und führt lediglich zu einer Budgetumschichtung der Verbraucher. Rund 100 Millionen Euro gehen der Musikbranche durch Filesharing durch die Lappen. Demgegenüber steht allerdings für den Verbraucher ein Mehrwert von rund 200 Millionen Euro, so die Studie von TNO, SEO und des Instituts für Informationsrecht der Universität Amsterdam. Die Forscher schlussfolgern aus diesem Ergebnis, dass Peer-to-Peer-Netze als eine Art Umverteilungsmaschine gesellschaftlichen Wohlergehens fungieren.
Studie: Unternehmen kürzen ihre IT-Budgets
Die IT-Studie von Handelsblatt und Droege & Comp hat ergeben, dass die IT-Budgets der befragten Unternehmen um 4,2 Prozent sinken. 43 Prozent der befragten 322 Unternehmen wollen ihre IT-Investitionen kürzen, davon immerhin 15 Prozent um ein Zehntel und noch mehr. Andererseits gaben aber immerhin 34 Prozent an, ihre Budgets ungeachtet der aktuellen Krise aufstocken zu wollen. Elf Prozent der Firmen signalisierten sogar eine Ausweitung der Ausgaben um zehn Prozent und mehr. Ein großer Teil dieser Investitionen fließt in den Ausbau des Geschäfts, also in Wachstum. Gekürzt wird hingegen beim laufenden Betrieb, die Nutzungsdauer für die Hardware steigt und Investitionen im ERP-Markt werden zurück gefahren.
Google-Chef: Krise wird auch Google erreichen
Auch Google leidet unter dem Druck der Krise. "Am Ende werden die weltweiten Probleme der Unternehmen irgendwie auch in unsere Welt durchdringen", erklärt Eric Schmidt auf einer Technologiekonferenz der Investmentbank Morgan Stanley in San Francisco. Das Geschäft des Google-Konzerns, der sein Geld vor allem mit Online-Anzeigen verdient, lief bisher auch in der Krise rund. Schmidt wiederholte frühere Warnungen, das Unternehmen sei trotzdem nicht immun gegen den Abschwung. Google hat in den vergangenen Monaten bereits erste Sparmaßnahmen eingeleitet und mehrere Online-Projekte gestoppt.
Deutschland holt bei Social Networks auf
Obwohl 'Member Communities' eine weltweite Erfolgsgeschichte ist, gibt es nach Erkenntnissen von Marktforscher Nielsen regionale Unterschiede. In der Schweiz und Deutschland stellt Nielsen nur eine Abdeckung von gut 50 Prozent der Online-Population fest. Allerdings habe der deutsche Markt weltweit am schnellsten bei Social Communities aufgeholt. Gleichwohl ist Deutschland eines der Schlusslichter und hinkt sowohl noch hinter dem Weltdurchschnitt von 67 Prozent Abdeckung bei den Internetnutzern, als auch hinter dem Spitzenreiter Brasilien zurück (80 Prozent). Im Gegensatz zu vielen anderen Märkten sei Facebook hierzulande nur die sechstbeliebteste Community nach StudiVZ und Wer kennt wen.
IT-Freelancern geht der Nachwuchs aus
Wie die Auswertung der Online-Jobbörse Gulp Relation Browser belegt, gibt es immer weniger IT-Freiberufler unter 40 Jahren. Nur noch 30,8 Prozent der IT-Freiberufler sind im Februar 2009 unter 40 Jahre alt. Das sind zwölf Prozent weniger als im August 2008. Dieser Trend spiegelt sich deutlich in der Stundensatzauswertung der vergangenen drei Jahre wieder. Der durchschnittliche IT-Freiberufler ist mittlerweile 43 Jahre alt und kann 19 Jahre Berufserfahrung vorweisen. IT-Freiberufler unter 40 Jahren fordern im Februar 2009 durchschnittlich 65 Euro Stundenhonorar, Freiberufler über 40 Jahren im Schnitt 72 Euro.
Am finanziellen Maximum kommen Freiberufler mit 20 bis 29 Jahren Erfahrung an. Ihre Honorarvorstellung von 75 Euro ist nicht nur die höchste, sondern liegt vier Euro über der durchschnittlichen allgemeinen Stundensatzforderung der deutschen IT-Freiberufler.
Und da war noch: GEZ will Geld von Adam Riese für Internet-PCs
Annegret Münch hat Post von der GEZ aus Köln bekommen. Die forderten einen Herrn 'Adam Ries' auf, sich der GEZ zu erklären - ob er einen internetfähigen PC besitze. Doch unter der angeschriebenen Adresse wohnen bloß Münch und ihr Lebensgefährte. Allerdings ist sie Leiterin des Adam-Ries-Museums im sächsischen Annaberg-Buchholz. Die Antwort der Museumschefin, dass Herr Adam Riese leider bereits im Jahr 1559 verstorben sei, kreuzte sich mit der ersten Mahnung der hartnäckigen Kölner Gebühreneinzugsstelle. Immerhin hat sich der entsprechende Sachbearbeiter überzeugen lassen, dass der berühmte Mathematiker tot ist. Dabei scheint er aber nicht der erste prominente Tote zu sein, der ins Visier der Zwangsabgaben-Eintreiber geraten ist: Vor einigen Jahren war bereits Friedrich Schiller von der GEZ aufgefordert worden, seine Angaben zu machen.