IT-Stellenmarkt bricht ein
Bisher konnten sich ITler bei der Jobsuche förmlich ihren Arbeitsplatz aussuchen. Jetzt allerdings scheint sich auch hier die wirtschaftliche Krise bemerkbar zu machen. Die Anzahl der Offerten hat sich im Januar halbiert, wie eine Analyse zeigt.
Wie die aktuelle Auswertung des Personaldienstleisters Adecco zeigt, hat sich die Zahl der ausgeschriebenen Stellen für IT-Fachkräfte im Januar 2009 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum halbiert. Während im Januar 2008 rund 3.100 IT-Angebote ausgeschrieben waren, sind es aktuell nur rund 1.550. Das betrifft laut der Analyse alle Branchen, die im nennenswerten Umfang IT-Stellen anbieten, also die IT-Dienstleister mit einem Minus von 52 Prozent, Ingenieur- und Konstruktionsbüros (minus 44 Prozent) oder die Fertigungsindustrien (minus 70 Prozent).
Für den größeren Zeitraum Februar 2008 bis Januar 2009 lässt sich - verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum - ebenfalls ein Rückgang der Stellenangebote im IT-Bereich um sieben Prozent feststellen. Über das gesamte Jahr 2008 gesehen war die Anzahl der Stellenanzeigen gegenüber 2007 bereits um rund zwei Prozent gesunken.
Cebit schrumpft
Am 03. März wird in Hannover die CeBIT 2009 eröffnet. Die Computermesse gilt als weltweit bedeutendste Veranstaltung für die Informations- und Kommunikationsindustrie - und scheint in diesem Jahr ebenfalls im Zeichen der Krise zu stehen. 1545 Aussteller weniger vermeldet heise.de. Allerdings ist der Rückgang relativ zu betrachten. Er ist vor allem auf das Fernbleiben kleinerer Hardware-Hersteller und Telekommunikationsausrüster aus China, Taiwan, Südkorea und Hongkong zurückzuführen. Manche Firmen haben ihr Marketingbudget gekürzt und manche gibt es schlichtweg nicht mehr.
Bei den Großen der Branche ist das Bild gemischt. Durchaus namhafte Unternehmen wie Toshiba und Kyocera verabschieden sich und andere, wie Dell oder Nokia Siemens Networks, kehren zurück.
Studie belegt: Green IT wird wichtiger
Green IT ist kein Hype - aber IT ist auch nicht grün, sagt der Think Tank der Deutschen Bank. Auch wenn die IT nicht grün sei und es niemals sein werde, gehört aus Sicht der Forscher der Green IT die Zukunft. Denn "die mit Green IT eigentlich adressierten Themen sind gesellschaftlich dermaßen relevant, dass nicht nur die IT-Verantwortlichen, sondern mehr noch die Strategen der Unternehmen und der Regierungen gefordert sind", so die Studienautoren. Anhand dreier Beispiele begründet die Research-Einheit die enorme Bedeutung von Green IT:
- Die Branche der Informations- und Kommunikationstechnologien ist weltweit für 2 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Dies entspricht den Emissionen in der Luftfahrt.
- In britischen Haushalten hat sich der Stromverbrauch der Informations- und Kommunikations-Geräte binnen 5 Jahren mehr als verdoppelt. Bis 2020 dürften sie rund die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs eines jeden Privathaushalts ausmachen.
- Die Ausgaben für Energie steigen in den Rechenzentren acht mal schneller als die Ausgaben für Hardware. Sie machen damit heute bereits den Löwenanteil des IT-Budgets aus. Allerdings könnte nach optimistischen Schätzungen dieser Energieverbrauch auf etwa die Hälfte schrumpfen, wenn dem Anwender die eigene Verantwortung hinsichtlich des Energiesparens bewusster gemacht werden könnte und auch flächendeckend energieeffizientere Technologien eingesetzt würden.
EDS 1: 1600 Beschäftigte beim zweiten Warnstreiks
Die Tarifauseinandersetzung bei dem von HP übernommenen IT-Dienstleister EDS spitzt sich zu. Am Mittwoch, den 25. Februar beteiligten sich 1600 Beschäftigte an den Arbeitsniederlegungen: EDS wurde bereits vor mehreren Monaten aufgefordert, Tarifverhandlungen aufzunehmen. Es ist nach dem 10 Februar bereits der zweite Warnstreik. Um einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung und Sicherung der Arbeitsbedingungen durchzusetzen, wurden weitere Arbeitskampfmaßnahmen - wenn nötig - in Aussicht gestellt. Mit den Worten: "Ich freue mich, Euch alle bald wiederzusehen" machte Thomas Müller, Verhandlungsführer von ver.di, die Entschlossenheit der EDS-Beschäftigten deutlich.
Weitere Informationen zu EDS auf
www.eds.dgb.de
EDS 2/ HP 1: EDS rettet HP-Ergebnis
In fast allen Bereichen verläuft die Geschäftsentwicklung des IT-Giganten und weltgrößten PC-Herstellers Hewlett-Packard im ersten Quartal 2009 negativ. Obwohl einzelne Sparten die Bilanz mit einem Minus von bis zu 19 Prozent belasten, konnte HP das Gesamtergebnis fast halten. Grund: Der gerade erst übernommene IT-Dienstleister EDS konnte seinen Erlös um 116 Prozent steigern.
HP 2: Hewlett-Packard kürzt die Gehälter und streicht in Deutschland mehr Stellen als bisher angekündigt
Aufgrund eines Gewinnrückganges kündigte die Konzernführung die Kürzung der Gehälter der meisten Beschäftigen um 5 Prozent an. Dass auch das Gehalt von Konzernchef Mark Hurd gekürzt wird, wurde in diesem Zusammenhang medienwirksam gleich mit bekannt gegeben. Das Einkommensminus des Konzernchefs beträgt nach Presseberichten 290.000 US-Dollar - nach einem Plus von gut 17,26 Millionen US Dollar im letzten Jahr.
Neben dem Gehaltsrückgang von 5 Prozent gibt es für die Beschäftigten in Deutschland weitere Folgen: Es werden mehr als doppelt so viele Stellen vernichtet als zunächst angekündigt. Statt der ursprünglich geplanten 250 sollen nun 550 Arbeitsplätze gestrichen werden.
Itellium-Deal wird rückabgewickelt
Für die HP-Tochter EDS ist es ein weiterer Rückschlag: Im Mai 2007 verkündete der Handelskonzern Arcandor, der damals noch KarstadtQuelle hieß, den Verkauf der IT-Tochter Itellium an EDS. Dieser Deal wird nun in wenigen Wochen rückabgewickelt. Arcandor kümmert sich wieder selbst um seine interne IT.
WAZ: Stellen vom Papier ins Netz
Die WAZ-Zeitungsgruppe, die im letzten Jahr mit dem Launch der Webpräsenz derwesten.de für Furore sorgte, durchläuft zurzeit einen Umstrukturierungsprozess. Im Jahr 2009 sollen 32 Millionen Euro eingespart werden. Für die Belegschaft hat das weitreichende Konsequenzen: 300 Stellen sollen in den Print-Blättern der Gruppe wegfallen. 20 zusätzliche Stellen soll es indes bei der Onlineredaktion geben. Bleibt ein Stellenminus von 280.
Beschluss: Flächendeckendes Breitband bis Ende 2010
Das schnelle Internet kommt, versprochen: Das Bundeskabinett hat jetzt ein Programm beschlossen, um ganz Deutschland bis Ende kommenden Jahres mit einer flächendeckenden Breitbandverfügbarkeit zu versorgen.
"Die flächendeckende Verfügbarkeit von leistungsfähigen Breitbandanschlüssen bis Ende 2010 ist wichtigstes Ziel der Breitbandstrategie", betonte die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse Aigner anlässlich der Vorstellung der Breitbandstrategie der Bundesregierung. Frequenzen, die durch die Digitalisierung des Rundfunks freigeworden sind, sollen künftig für den Breitbandausbau in ländlichen Räumen genutzt werden.
Das zweite Ziel der Breitbandstrategie ist die Versorgung aller Haushalte mit 50 Megabit schnellen VDSL-Anschlüssen. Bis wann dieses Ziel erreicht sein soll, ist nicht eindeutig geklärt. Von einem ursprünglich angekündigten Termin - 2018 - ist leider nicht mehr die Rede.
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di begrüßt die Pläne der Bundesregierung. Der Königsweg zur Erreichung zukunftsfähiger Breitbandanschlüsse für alle Unternehmen und Haushalte ist das Ausrollen eines dichten Glasfasernetzes. Es ist die sicherste Variante, die zudem den Wirtschaftsstandort Deutschland stärkt. Sie sichert auf Jahre hinaus Zehntausende Arbeitsplätze bei den Netzausrüstern und den Netzbetreibern sowie im Tiefbau. Auf Basis eines allgemein verfügbaren Breitbandnetzes können neu entwickelte Dienstleistungen und optimale Möglichkeiten im Zusammenhang mit Telearbeitsplätzen wichtige Impulse für den Arbeitsmarkt geben.
Spielebranche schließt 2008 erfolgreich ab
Gespielt wird immer, auch in schlechten Zeiten. Über mangelnde Umsätze kann sich die Spielebranche in Deutschland nicht beschweren, wie die aktuellen Branchenzahlen des BIU zeigen. Vor allem beim Vertrieb gewinnt der Download immer mehr an Bedeutung.
Der Branchenumsatz stieg um 14 Prozent auf insgesamt 1,57 Milliarden Euro. Als Wachstumstreiber 2008 erwiesen sich insbesondere die stationären Videospielkonsolen. Hier ist ein Zuwachs von 37 Prozent zu verzeichnen. Demgegenüber muss der Markt für PC-Spiele leichte Verluste hinnehmen, bleibt aber mit 438 Millionen Euro Umsatz stabil.
Dabei übernimmt der Spielevertrieb über Downloads immer größere Marktanteile. Dabei führt laut dem GfK Commercial Download Monitor Gamesload das Ranking der fünf erfolgreichsten Spiele-Downloadportale 2008 mit 29 Prozent Marktanteil deutlich an.
Wirtschaftskrise trifft die DMS/ECM-Branche nur wenig
Fast zwei Drittel der Anbieter in der Enterprise Content Management-Branche erwartet für 2009 Umsatzzuwächse, so eine Mitgliederumfrage des VOI. 2008 erzielten 76 Prozent der Unternehmen höhere Umsätze. Der Grund: Kunden würden zunehmend erkennen, dass sie mit dem Einsatz von ECM-Lösungen ihre dokumentenbezogenen Prozesse optimieren und damit Kosten reduzieren können.
Verbands-Präsident warnt Online-Vermarkter vor schweren Zeiten
Der Vorstand des Onlinevermarkters United Internet Media und Präsidiumsmitglied des Bundesverbands Digitale Wirtschaft BVDW, Matthias Ehrlich, rechnet für dieses Jahr mit einem deutlich geringeren Wachstum im Internet-Werbemarkt und sieht eine Konsolidierungswelle auf die Vermarkter zurollen. "Einige Player werden 30 bis 40 Prozent minus hinnehmen müssen, während andere noch 20 bis 30 Prozent zulegen können", erklärt er in einem Interview. Fusionen und Übernahmen schließt der Insider in der Branche nicht aus.
Qimonda, Vodafone, Panasonic, Fucato, Citrix: Ein Bündel schlechte Nachrichten
Die Mitarbeiter des insolventen Speicherchipherstellers Qimonda müssen sich auf weitere Einschnitte gefasst machen. Selbst wenn die derzeit laufenden Gespräche mit möglichen Investoren erfolgreich verliefen, seien weitere Entlassungen nicht auszuschließen. +++ Der britische Vodafone-Konzern reduziert Arbeitsplätze in Deutschland. Frei werdende Stellen würden derzeit nicht "automatisch" wieder besetzt. +++ Der japanische Elektronikhersteller Panasonic hat Massenentlassungen angekündigt. Zunächst werden 27 Fabriken geschlossen und 15.000 Mitarbeiter entlassen. +++ IT-Vermarkter Fucato aus Potsdam ("Datacask") ist insolvent, weil der chinesische Monitorlieferant Lieferschwierigkeiten hatte. Jetzt will sich der auf UE-Produkte spezialisierte Anbieter auf seine Festplattenlösungen beschränken. +++ Citrix hat trotz guter Ergebnisses eine Streichung von rund 490 Stellen angekündigt. Von dem Jobabbau sind rund 10 Prozent der weltweiten Belegschaft des Unternehmens betroffen.
Und da war noch: Teenager schafft SMS-Rekord
Der US-Amerikaner Greg Hardesty hat die Erfahrung machen müssen, dass eine 440seitige Telefonrechnung nicht immer auf einen Softwarefehler bei seiner Telefongesellschaft zurückzuführen ist. Grund für die lange Rechnung war der Weltrekord seiner 13jährigen Tochter Reina. Die hat es im Dezember auf 14.528 SMS gebracht. Was einer beeindruckenden Tagesleistung von 470 SMS am Tag entspricht. Glücklicherweise hat der Rekord des Nachwuchses keine finanziellen Auswirkungen auf das Familienbudget - in weiser Voraussicht hatte Papa Hardesty für seine Reina einen Pauschal-SMS-Vertrag für 30 Dollar im Monat abgeschlossen. Reina schaffte im Abrechnungszeitraum alle zwei Minuten eine SMS. Als durchschnittlich gilt in der Altersgruppe in den USA eine SMS pro Viertelstunde. Was immer noch über 1.700 Nachrichten im Monat sind.