SAP: Betriebsbedingte Kündigungen und Nullrunde
Die Salamitaktik bei SAP geht in die nächste Runde. Vorerst war beim Stellenabbau davon die Rede, auf natürliche Fluktuation zu setzen (wie im letzten Newsletter berichtet). Leo Apotheker, neuer SAP-Chef, legt nach Presseberichten nun nach und schließt nun betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus. Alle Länder, alle Regionen und alle Unternehmensbereiche seien auf dem Prüfstand.
Auch in Sachen Gehaltsentwicklung gibt es für die SAPler, deren Unternehmen im letzten Jahr den operativen Gewinn von 2,8 Milliarden auf 3,3 Milliarden Euro erhöhen konnte und wieder die Ausschüttung einer Dividende plant, keine guten Nachrichten. Im Jahr 2009 soll es keine allgemeine Gehaltserhöhung für die Beschäftigten geben.
IBM: Projekt Match
Die Personalspekulationen um IBM reißen nicht ab. IBM bietet Beschäftigten, die in den USA entlassen werden sollen neue Jobs an - in Indien, China, Brasilien, Mexico, Tschechien, Russland, Südafrika oder Nigeria. Diese Form der Arbeits(-platz)verlagerung ist eine neue Dimension des offshorens. Jetzt werden die Beschäftigten gleich mit ins Ausland verlagert.
Rolf Schmidt, bei ver.di für IBM zuständig, beobachtet die Situation mit aufkommendem Unwohlsein: "In Deutschland bieten die ver.di-Tarifverträge Sicherheit. Die Entwicklungen in den USA zeigen, wie wichtig es ist, die Tarifverträge zu verteidigen."
Ausbeutung für Aldis Billigcomputer
In chinesischen Zulieferbetrieben für den Handelskonzern Aldi wird nach einer Studie des Südwind-Instituts massiv gegen Arbeitsrechte verstoßen. Es seien chinesische Betriebe verschiedener Branchen geprüft worden, in denen Aktionswaren für Aldi hergestellt werden. In China gebe es Verletzungen von Arbeits- und Frauenrechten. Der Arbeitsdruck ist enorm und Fehler werden mit Geldbußen bestraft. Zudem werden grundlegende Rechte verletzt. Die Frauen erhalten weder Mutterschutz noch können sie unabhängige Gewerkschaften gründen. Aldi biete jährlich etwa 2500 Aktionswaren zu niedrigen Preisen an, darunter Computer, Fahrräder, Gitarren, Handmixer und Textilien. Mehr als 40 Prozent dieser Waren würden in China hergestellt. Die "Schnäppchenhits" seien aber mit systematischen Verletzungen von Arbeits- und Frauenrechten bei globalen Zulieferern erkauft.
http://www.suedwind-institut.de/downloads/2009-02_SW_ALDI-Studie-2.pdf
IT-Freiberufler sind viel beschäftigt
Es scheint zwar, als wäre Schluss mit Euphorie auf dem IT-Projektmarkt. Von wahren Existenzängsten aber ist ebenso wenig zu spüren, so eine Studie der IT-Projektbörse Gulp. Über 80 Prozent der Selbstständigen in der IT waren sowohl in der ersten als auch in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 in hohem Maß mit Projekten ausgelastet. Für 2009 erwartet nur ein Fünftel der IT-Freiberufler eine rückläufige Auslastung, zwei Drittel gehen von einer unverändert hohen Beschäftigungssituation aus. Auf die Frage "Haben Sie für 2009 schon ein Projekt sicher?" antwortete die knappe Mehrheit der selbstständigen IT-Experten (57 Prozent) mit Ja.
Uni Hamburg plant Studiengang für IT-Consulting und Management
Das Department Informatik der Universität Hamburg plant für 2009 einen anwendungsorientierten Bachelor- und einen exklusiven universitären Master-Studiengang "IT-Management und -Consulting". Ein wesentliches Ziel der Informatikausbildung an der Universität Hamburg soll es sein, den IT-Standort Hamburg zu stärken und dem IT-Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die Praxisnähe des Studiums soll durch die Mitwirkung interessierter, am Standort ansässiger Unternehmen gewährleistet werden.
Qimonda drosselt Produktion in Dresden
Der insolvente Chiphersteller Qimonda fährt die Produktion in seinem Dresdner Werk zurück. Man wolle die Wafer-Fertigung an dem Standort auf etwa ein Viertel der vorhandenen Kapazitäten reduzieren. Damit trage Qimonda sowohl der Marktentwicklung als auch der Notwendigkeit Rechnung, verlustbringende Aktivitäten zu reduzieren und Liquidität zu schaffen. Wie die Wirtschaftswoche unter Berufung auf Brancheninsider berichtet, hat der chinesische Halbleiterhersteller CSMC Interesse an dem insolventen Speicherhersteller Qimonda bekundet. Beide Unternehmen gaben auf Nachfrage keine Erklärung zu dem Bericht ab. "Wir haben bis in den Januar hinein mit einem Investor aus einer chinesischen Provinz verhandelt", bestätigte Infineon-Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley die CSMC-Gespräche immerhin indirekt. Bis Ende März muss ein Geldgeber für Qimonda gefunden sein, sonst droht das endgültige Aus.
Infineon investiert in Ungarn
Trotz blutroter Zahlen und Kurzarbeit in Dresden und Regensburg ist bei Halbleiterhersteller Infineon Geld für den Ausbau der Produktion im Ausland vorhanden: In Ungarn will Infineon bis 2012 rund 17 Millionen Euro in sein Werk in Cegléd investieren. Der Hersteller hat mit Vertretern des ungarischen Wirtschaftsministeriums einen Vertrag unterzeichnet, der für den Bau von Hallen und Fertigungsanlagen eine staatliche Förderung von 1,4 Millionen Euro vorsieht. In Cegléd werden Leistungsmodule für erneuerbare Energien und Motorantriebe produziert.
94 Prozent aller Unternehmen suchen Mitarbeiter im Internet
Bei der Ausschreibung offener Stellen gehört das Internet inzwischen zum Standard. 94 Prozent aller Unternehmen in Deutschland suchen per Internet nach neuen Mitarbeitern. Das hat eine repräsentative Umfrage des Branchenverbandes Bitkom ergeben. Besonders beliebt sind bei den Arbeitgebern Online-Jobbörsen wie Stepstone, Jobscout oder Monster, die von 59 Prozent aller Unternehmen genutzt werden.
Die Hälfte der Firmen publiziert Stellenanzeigen auf der eigenen Homepage. Immerhin ein Fünftel nutzt soziale Netzwerke wie Xing. Die Stellenmärkte in den klassischen Printmedien bleiben aber ein wichtiges Instrument zur Rekrutierung neuen Personals. So suchen 85 Prozent der Firmen Mitarbeiter über Stellenanzeigen in Zeitungen oder Fachmagazinen.
Pixelpark verliert die Hälfte des Grundkapitals
Das Jahr 2009 beginnt für Deutschlands bekannteste Web-Agentur Pixelpark mit einem Paukenschlag: Zuerst meldet die Konzerntochter Emprise Insolvenz an und jetzt muss Vorstandschef Horst Wagner auch noch den Verlust der Hälfte des Grundkapitals bekannt geben. Nun muss der Vorstand eine Hauptversammlung einberufen, in der er den Aktionären den Verlust anzeigen wird. Bei Emprise gehen die Bemühungen um eine Sanierung weiter. Gespräche mit den potentiellen Investoren sollen trotz des Insolvenzverfahrens fortgeführt werden
'wer-kennt-wen' geht an RTL
RTL Interactive hatte sich bereits knapp die Hälfte der Anteile von wer-kennt-wen gesichert, jetzt hat der Medienkonzern das Social Network vollständig gekauft. Mit 4,3 Milliarden Page Impressions bei knapp 134 Millionen Visits lag wer-kennt-wen.de laut IVW im Dezember 2008 auf Rang zwei der meistbesuchten deutschen Websites.
Digital Signage-Markt kommt europaweit in Schwung
Bildschirme, große Videoboards und audiovisuelle Netzwerke halten immer stärker Einzug im öffentlichen Raum. Die Einsatzbereiche für Digital-Signage-Installationen sind vielfältig: Sie werden als Informationsmedium, für Corporate TV oder zur Verkaufsförderung am Point of Sale genutzt und gewinnen vor allem als Werbeträger zunehmend an Bedeutung. Trotz trüber Konjunkturaussichten werden Digital Out-of-Home (DOOH)-Umsätze in Westeuropa auch 2009 weiter zulegen, so die Studie über Digital Signage von Goldmedia. Der Marktforscher rechnet mit einem durchschnittlichen Jahreswachstum von 29 Prozent.
Studie: Mittelstand investiert trotz Rezession weiter in IT
Zum Jahreswechsel 2008/2009 hat sich die Bereitschaft der deutschen mittelständischen Unternehmen, in IT zu investieren, trotz der Rezession als stabil erwiesen. So nahm der Index der realisierten Ausgaben im Dezember gegenüber dem Vormonat nur um einen auf 103 Zähler ab. Die Ausgabenplanungen stiegen sogar leicht: Hier kletterte der Erwartungsindex um drei auf 114 Punkte, was auf eine nach wie vor gute Investitionsbereitschaft schließen lässt. Das ist das Ergebnis der Dezember-Ausgabe des IT-Mittelstandsindexes, den Fujitsu Siemens Computers in Zusammenarbeit mit Techconsult monatlich veröffentlicht. Lediglich zwölf Prozent der Unternehmen wollen ihre geplanten IT-Ausgaben 2009 kürzen.
Und da war noch: Hacken ist wieder in - Datenlecks nicht nur bei Schäuble, Schalke und DSDS, auch IT-Securityfirmen betroffen
Nachdem im vergangenen Jahr durch Recherchen des ZDF ein Datenklau bei PriceWaterhouseCoopers aufflog, bei dem 56.000 Datensätze gestohlen wurden, kehrte kurzfristig Ruhe bei dem Thema ein. Zumindest, wenn man das Bespitzeln eigener Mitarbeiter nicht mitzählt, das bei der Deutschen Bahn offenbar Methode hatte. Jetzt laufen die Hacker wieder in Deutschland zur Hochform auf: So wurde die Homepage von Innenminister Wolfgang Schäuble gehackt. Ein fehlendes Update für das Content Management System Typo 3 öffnete den Hackern die Türe - und Schäuble machte Werbung für den AK Vorratsdatenspeicherung. Auf der Internetseite von Schalke 04 ging es ähnlich lustig zu. Nach einem Hack wurde dort über den vermeintlichen Abgang von Kevin Kuranyi berichtet. Noch größere Dimensionen hat ein Datenleck bei DSDS. Eine Datenbank mit Bewerbern der aktuellen sechsten Staffel lag offen im Web. Sie sei für jeden Datendieb mit genügend Hackerwissen erreichbar gewesen. Insgesamt waren über 18.000 Datensätze aller Bewerber, die sich per Internet für ein Casting angemeldet hatten, abrufbar gewesen.
Besonders bitter war allerdings die Erkenntnis, das auch die Websites von IT-Security-Firmen zu knacken sind: Kaspersky, BitDefender und F-Secure standen blamiert da, nachdem Hacker Sicherheitslücken genutzt hatten. Während BitDefender und F-Secure die Fälle einräumten, versuchte Kaspersky mit einer Debatte um die Qualität des Hacks abzulenken.