Newsletter vom 05.01.2009

SAP vor tiefgreifender Umstrukturierung?

Um schneller, billiger und innovativer arbeiten zu können will SAP-Chef Leo Apotheker Doppelfunktionen streichen und die derzeit bis zu zehn Hierarchiestufen im Konzern reduzieren: "Nur eine Hierarchie weniger wäre Kosmetik", sagte er dem Manager-Magazin. Außerdem plant er die Einführung von Lean Management nach japanischem Vorbild. "Die Softwarebranche ist dabei, eine echte Industrie zu werden. Lean Management wird enorm helfen, Produkte schneller an den Markt zu bringen", hofft er.
Tatsächlich scheint der lange Zeit von Erfolg verwöhnte Softwarekonzern zurzeit in eine schwierige Lage zu rutschen. SAP sei "lahm, satt und selbstzufrieden" geworden, wird geschrieben. Nach einem heftigen Streit um Preiserhöhungen im vergangenen Jahr ist auch die derzeit wichtigste Innovation, eine Software für den Mittelstand, in Verzug.
Und auch Hasso Plattner, 64, Mitbegründer von SAP, blickt pessimistisch ins neue Jahr: "Schlimmer als schlechte Aussichten sind gar keine. Es herrscht totaler Nebel. Wir haben keine Ahnung mehr, wie es weitergeht", sagte der Multimilliardär in einem Gespräch mit dem Spiegel.

Internationaler IT-Markt wächst trotz Wirtschaftsflaute

Die Nachfrage nach Informationstechnologie (IT) wird trotz einer Abschwächung der Weltwirtschaft im kommenden Jahr zulegen. Nach der neuen Prognose des internationalen Marktforschungsinsti- tuts EITO steigt der Umsatz mit Computern, Software und IT-Dienstleistungen in Westeuropa im Jahr 2009 um 2 Prozent auf rund 315 Milliarden Euro. Mit einer steigenden IT-Nachfrage sei auch von Auftragnehmern der öffentlichen Hand zu rechnen, deren Investitionen kaum von konjunkturellen Schwankungen abhängig sind. Laut der neuen Prognose werden in Westeuropa die Anbieter von Software und IT-Services im kommenden Jahr mit einem Umsatzplus von 3,2 Prozent auf 228 Milliarden Euro kräftig zulegen können. Die Hersteller von IT-Hardware erwarten dagegen ein Minus von 1,3 Prozent auf 87 Milliarden Euro.
Nach Einschätzung der EITO-Marktforscher entwickelt sich der IT-Markt in Westeuropa, das die 15 Kernländer der EU sowie die Schweiz und Norwegen umfasst, im kommenden Jahr robuster als in den USA.

Arbeitskampf in der IT-Branche in Österreich in 2009?

Die österreichische Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), die auch die Interessen der IT-Beschäftigten vertritt, droht mit Kampfmaßnahmen, sollte es nicht zu einer Ist-Lohnerhöhung im IT-Bereich kommen. GPA-Vorsitzender Wolfgang Katzian erklärte bereits Ende letzten Jahres nach einer Beschäftigtenversammlung vor 1.200 Betriebsräten, die "Mitarbeiter der IT-Branche lassen sich nicht alles gefallen." Sollte sich die Arbeitgeberseite weigern,  tatsächliche Lohnerhöhung zu vereinbaren, so führte er weiter aus, "dann werden wir den Blumenstrauß an Möglichkeiten ergreifen, die einer Gewerkschaftsorganisation zur Verfügung steht". Auf die Frage, ob es auch zu Streiks kommen könnte, sagte Katzian, "ich schließe gar keine Maßnahme aus".

Erdrutsch zu INTEL

2008 war wahrscheinlich eines der strategisch erfolgreichsten Jahre überhaupt für Intel. Es war das Jahr der Notebooks und Netbooks und hier dominiert Intel inside. Eine entscheidende Rolle dabei spielte der "Atom"-Prozessor, der speziell für die aktuelle Version der Netbooks entwickelt wurde. Fast alle wichtigen Notebook- und Netbook-Hersteller haben Intels kleinen Mobile-Prozessor eingekauft: Dell, Hewlett-Packard, Acer, Asus, Lenovo, Toshiba, Sony und Apple. Die Internetplattform cnet interpretiert die Intel-Dominanz als: "tectonic shift in 2008".

Cancom kauft die Mehrheit von Onlineshop 'Home of Hardware' für drei Euro

Das Apple-Systemhaus Cancom kauft zu einem symbolischen Preis von drei Euro von drei Anteilseignern insgesamt 75,5 Prozent der Anteile am Onlinehändler Home of Hardware übernommen. Der größte Verkäufer war mit einem Aktienanteil von 65 Prozent TV-Sender Premiere.

Bundesdruckerei bastelt an Pass mit Video-Display

Die Bundesdruckerei und der koreanische Unterhaltungselektronikkonzern Samsung haben eine Kooperation bekanntgegeben. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung einer Display-Technik für Ausweise. Hier sollen kurze Videos in Personaldokumente integriert werden, beispielsweise ein bewegtes Passbild des Dokumenteninhabers.

Kundendaten im Web unzureichend geschützt

Nach einer Studie von Steria Mummert Consulting schlampen 60 Prozent der Unternehmen beim Umgang mit den Kundendaten. Mehr als 60 Prozent der Unternehmen in Deutschland vernachlässigen demnach den Schutz von Kundendaten. So sichert nur eine Minderheit von 37 Prozent die Transaktionen ihrer Kunden im Internet ab. Lediglich 36 Prozent verschlüsseln den Austausch von Verbraucherdaten. Damit tritt die Sicherheit von Kundendaten in deutschen Unternehmen auf der Stelle. Denn im Vergleich zum Vorjahr hat es keine Verbesserung der Datensicherheit gegeben. Als wichtigste Hindernisse für Sicherheitsmaßnahmen werden damit verbundene Kosten, zu hoher Zeitaufwand und fehlendes Problembewusstsein genannt. Knapp jeder zweite befragte Manager sieht die Investitionsausgaben für Sicherheitslösungen im Vergleich zum Nutzen als unverhältnismäßig an.

IT-Beratung: Wichtig ist das Arbeitsklima

Das Analystenteam des Marktforschungsunternehmen Coleman Parkes hat 120 IT-Fachleute aus 17 der 20 führenden IT-Beratungshäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt, um heraus zu finden was den Berufszweig IT-Consulting attraktiv macht und was nicht. Die häufigsten Gründe für die Zufriedenheit am Arbeitsplatz sind demnach das positive Verhältnis zu vorgesetzten Managern, die soziale Interaktion mit Kollegen und die Optionen zur beruflichen Weiterbildung. Wichtigste Gründe für den Jobwechsel sind fehlender Teamgeist, schlechtes Verhältnis zum Chef und fehlende Karriereperspektive. Das Gehalt spielt weder im Positiven noch im Negativen eine wichtige Rolle nach der Befragung.

Finanzkrise: Hessen suchen "Jesus", Bayern "Sparschwein"

Kein deutscher Internet-Nutzer sucht so häufig in Google nach den Suchbegriffen "Goldpreis" und "Bundesschatzbrief" wie die Bayern und Baden-Württemberger. Die Hessen hingegen interessieren sich von allen Bundesbürgern am meisten für das Religiöse und Übersinnliche. Gemessen am Suchvolumen aus Bayern und Baden-Württemberg zeigen sich die Bürger dieser Länder beispielsweise besonders konservativ in ihrer Anlagestrategie und pragmatisch im persönlichen Krisenmanagement: Sie suchen nach Informationen, ob sich Investitionen in "Goldpreis" und "Bundesschatzbrief" lohnen oder ob man nicht doch eher durch "Energie sparen" oder das altbewährte "Sparschwein" auf der sichereren Seite ist. Pragmatisch auch die Bewohner Nordrhein-Westfalens: Nach "Auto verkaufen" und Mobilität mit dem "Fahrrad" sucht bei Google kein anderes Bundesland häufiger. Die Thüringer und Sachsen sind in Zeiten wie diesen dagegen auf der Suche nach Geborgenheit im privaten ("Hochzeit", "Schwangerschaft") und Sicherheit im beruflichen Umfeld ("Arbeitsplatz", "Stellenausschreibung"). Im Norden der Republik wollen die Bremer der "Rezession" am liebsten mit dem "Billigflieger" entkommen, während man in Schleswig-Holstein nach dem "Wohnmobil" als Fluchtfahrzeug vor der "Pleite" sucht. Das ergab eine aktuelle Auswertung von Suchbegriffen mit Google Insights for Search.

Videokonferenzen sind bei der Entscheidungsfindung ungeeignet

Für Teilnehmern bei Videokonferenzen es anstrengender, Informationen zu verarbeiten und einzuordnen, als bei einem persönlichen Gespräch. Zu diesen Ergebnissen kommen Wissenschaftler in den USA. Vor allem, wenn in Videokonferenzen Entscheidungen getroffen werden sollen, ist Vorsicht geboten, so die Ergebnisse der Studie 'Videoconferencing in the Field: A Heuristic Processing Mode' des Institute for Operations Research and the Management Sciences. Bei den Tests wurde festgestellt, dass Videokonferenz-Teilnehmer sich stärker vom Auftreten eines Sprechers beeinflussen lassen, während Probanden vor Ort stärker auch die Argumente achteten.
http://www.informs.org

Internet-Kriminalität I: Wirtschaftskrise fördert die Internet-Kriminalität

Virenschutz-Hersteller McAfee hat den 'Virtual Criminology Report' veröffentlicht. Wichtigste Erkenntnis: Cyberkriminelle ziehen Profit aus der Angst vor einer Wirtschaftskrise. Vor allem die Organisierte Kriminalität versucht es mit Geldwäsche und zieht damit auch Internet-Nutzer in den Verbrechensumpf. Einen Hauptschuldigen hat McAfee dabei ausgemacht. Hauptverantworlich sind vor allem die Regierungen, Cyberkriminalität steht auf ihrer Prioritätsliste nicht sonderlich weit oben, die mangelnde Abstimmung der Regierungen bei der globalen Internetkriminalität hindert den Kampf gegen das interaktive Verbrechen. Zudem seien die Polizeibehörden schlecht ausgebildet, unterbesetzt und mies ausgerüstet.

Internet-Kriminalität II: Krise und Spam

"Spammer profitieren von Wirtschaftskrise", meldet die Financial Times Deutschland.
Den Spammern geht es dabei besonders darum, die angesprochenen Leser zu motivieren, angeblich Firmen dabei zu helfen, Kunden in anderen Ländern zu bezahlen. Das funktioniert über die Einrichtung von Bankkonten und der Zustimmung zu anonymen Zahlungen auf ebendiese Konten. Das Geld soll dann zumeist in Länder in Osteuropa weiterüberwiesen werden.
Nach Angaben von Sicherheitsexperten gibt es in jüngster Zeit immer mehr Menschen, die bereit sind, das Risiko einzugehen. Gleichzeitig steigt auch die Zahl derartiger Geldwäsche-Mails.

Deutsche Verbraucher: Angst vor Identitätsdiebstahl

Deutsche Verbraucher würden in Onlineshops gerne auf Spielereien verzichten und mehr Geld online ausgeben, so eine Verisign-Studie, wenn sie sicher sein können, dass ihre Identität geschützt ist. Die Umfrageergebnisse besagen, dass für 74 Prozent der Verbraucher das Vertrauen in eine Website bei Interaktionen und der Angabe vertraulicher Daten überaus wichtig ist. Im Gegensatz dazu ist nur für 17 Prozent der Preis entscheidend und für lediglich acht Prozent die Benutzerfreundlichkeit. Außerdem gaben 64 Prozent der Befragten an, dass sie Transaktionen auf einer Website abbrechen würden, die nicht sicher ist.

Umfrage: Grundschüler sollen mit dem Computer lernen

Die Mehrheit der Deutschen hält den Einsatz von Computern im Unterricht bereits in der Grundschule für notwendig. Das hat eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa unter 1008 Bürgern ergeben. Danach sprechen sich 57 Prozent der Befragten dafür aus, den Computer schon in den ersten vier Schuljahren für Lernzwecke zu nutzen. Ein Viertel plädiert sogar für den Einsatz von Computern ab der ersten oder zweiten Klasse. Nur ein Prozent der Befragten sprach sich gegen die PC-Nutzung für Lernzwecke aus. 38 Prozent meinen, Computer sollten erst ab der fünften Klasse oder später im Unterricht eingesetzt werden. Die Umfrage hat zudem ergeben: Menschen, die selbst regelmäßig einen Computer nutzen, plädieren für einen früheres Computer-Einstiegsalter als Nicht-PC-Nutzer.

Cyberchondrie: Webrecherche zu Symptomen macht kränker

Das Suchen nach Gesundheitsinformationen im Internet zur Selbstdiagnose von Krankheiten führt meistens dazu, dass sich die Betroffenen für kränker halten, als sie sind, hat eine Microsoft-Studie herausgefunden. Internet-Suchmaschinen hätten das Potenzial, gesundheitliche Bedenken in negativer Hinsicht ausufern zu lassen. Das liege einerseits daran, dass viele Gesundheitsportale bei der Interpretation des Krankheitsbilds die Nutzer nur das Schlimmste vermuten ließen und außerdem viele Menschen zu leichtgläubig mit den im Netz gefundenen Informationen umgingen. Auch sei es ein schwerwiegender Fehler, zu glauben, dass allein aufgrund eines bestimmten Symptoms auf die tatsächliche Diagnose geschlossen werden könne. Ein weiteres Problem ergebe sich aus der unterschiedlichen Seriosität der online zur Verfügung stehenden medizinischen Informationen.
Gesundheitsportale würden Ängste der Menschen drastisch verstärken. Besonders gefährdet sind dabei vor allem Nutzer mit geringem medizinischen Wissen. Die Forscher sprechen in Abwandung von der Hypochondrie von der "Cyberchondrie" ("Cyberchondria").
http://research.microsoft.com/apps/pubs/default.aspx?id=76529.

Praktikantenkompromiss geplant

In der IT-Industrie sind sie nicht wegzudenken, doch die Ministerien streiten sich über den Schutz der "Generation Praktikum". Der in zähen Verhandlungen erzielte Kompromiss zwischen Bundesarbeitsministerium und Bundesbildungsministerium ist geplatzt.
"Wir werden nicht mittragen, dass Herr Scholz die Frist, in der Praktikanten im Nachhinein gegen eine zu niedrige Bezahlung klagen können, von zwei Monaten auf drei Jahre ausdehnen will", sagte der Sprecher des Bundesbildungsministeriums im Handelsblatt: "Eine solche Regelung schafft keine fairen Praktika, sondern killt Praktika." Der DIHK warnt bereits davor, dass und die Hälfte der Unternehmen keine Praktikanten mehr nehmen, wenn sie im Konfliktfall künftig vor Gericht beweisen müssten, sie nicht unzulässig als Arbeitskraft eingesetzt zu haben, oder wenn die Klagefrist gegen zu geringes Entgelt auf Jahre ausgedehnt wird.

Laserdrucker verbreiten fast keine Tonerpartikel

Das ist die gute Nachricht, die Forscher des Braunschweiger Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Instituts in ihrer Studie veröffentlichen konnten. Entgegen vielen anderen Berichten geben Laserdrucker demnach fast keine der als gesundheitsschädlich erachteten Tonerpartikel in die Luft ab, dafür jedoch über den Fixierer sogenannte Ultrafeinpartikel.

Ungefragte Veröffentlichung von E-Mails verletzt Persönlichkeitsrecht

Die ungefragte Veröffentlichung von E-Mails verletzt grundsätzlich das Allgemeine Persönlichkeitsrecht und ist somit zu unterlassen, urteilte das Landgericht Köln. Die Veröffentlichung der E-Mails auf der öffentlich zugänglichen Homepage "stellt einen Eingriff in das Allgemeine Persönlichkeilsrecht des Verfügungsklägers in Gestalt der Geheimsphäre dar. Die Geheimsphäre betrifft den Bereich menschlichen Lebens, der der Öffentlichkeit bei verständiger Würdigung nicht preisgegeben werden soll", heißt es in dem Kölner Urteil.
LG Köln - Az.: 28 0 157/08



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Mathias B., Rostock
„Gerade in der jetzigen Zeit, die geprägt ist von regelmäßigen Umstrukturierungen, ist es wichtig, die Stärke der Kolleginnen und Kollegen zu bündeln. Denn nur gemeinsam kann man etwas bewirken. Deshalb bin ich ver.di-Mitglied."