Newsletter vom 01.12.2008

Prognose: 250.000 neue Jobs in Deutschland durch Internet

Nach Berechnungen des Bundesverbandes der Deutschen Industrie könnte eine flächendeckende Breitbandinfrastruktur eine viertel Million neue Arbeitsplätze in Deutschland schaffen. BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf fordert dazu von der EU-Kommision eine investitionsfreundlichere Politik. "Frei werdende Rundfunkfrequenzen für die Breitbandübertragung per Funk müssen nutzbar gemacht werden. Städte und Gemeinden sollten geeignete Leitungen und Leerrohre für den Breitbandausbau zur Verfügung stellen", verlangt er.
Die digitale Kluft in Deutschland zählt laut EIAA-Studie allerdings zu den größten unter den EU-Mitgliedstaaten. Obwohl Deutschland die meisten Einwohner im europäischen Vergleich hat, besteht Verbreitung von Breitband-Internetanschlüssen nach wie vor Nachholbedarf. Während die Breitabddurchdringung beispielsweise in Frankreich bei 92 Prozent und Großbritannien bei 91 Prozent fast flächendeckend gewährleistet ist, liegt sie in Deutschland bei 60 Prozent.

Neuer Datenskandal bei der Telekom

Die Deutsche Telekom hat nach einem Stern-Bericht erneut mit einem Datenskandal in erheblichem Ausmaß zu kämpfen. Danach verschafften sich dubiose Adresshändler und Callcenter offensichtlich Zugriff auf Namen, Adressen, Vertragsdaten und Bankverbindungen von mehreren tausend Festnetzkunden. Insider berichten, es würden derzeit viele zehntausend streng vertrauliche Kundenprofile auf dem Schwarzmarkt angeboten. Anders als bei früheren Datenmissbrauchsfällen bei der Telekom enthielten die Datensätze diesmal alle Bank- und Geburtsdaten. Einige Kunden beschweren sich bereits über illegale Abbuchungen von ihren Konten. Der Konzern kann sich die Herkunft nicht erklären und will Anzeige erstatten. Sicherheitschef Volker Wagner meint aber, es handle sich nicht um Original-Listen aus einem Telekom-System.
Die Vermutung ist, dass Adresshändler oder Callcenter Telekom-Listen mit Informationen aus anderen Quellen angereichert haben. Die Datensätze werden illegal von Vertriebsfirmen genutzt. Das geschah gelegentlich auch zu Lasten der Telekom: Vor allem das Internet-Unternehmen Freenet trat zeitweise massiv auf. Betroffene berichteten von unerklärlichen Abbuchungen von ihrem Konto zugunsten von Freenet. Auf Anfrage teilte Freenet mit: "Wir hatten über eine geraume Zeit mit unseriösen Praktiken von Vertriebspartnern zu kämpfen."

Mehr als 10 Millionen Deutsche planen Geschenke-Kauf im Internet

10,5 Millionen Deutsche planen dieses Jahr den Kauf von Weihnachtsgeschenken im Internet. Das ist jeder siebte Ein wohner ab 14 Jahren. Hinzu kommen, so die Bitkom-Studie, weitere 7,7 Millionen, die Interesse am Online-Kauf von Weihnachtsgeschenken haben, aber bislang noch unsicher sind. Mehr als zwei Millionen Online-Shopper haben ihre Weihnachtsgeschenke für 2008 bereits im Web gekauft.

Mehr als die Hälfte der Deutschen geht privat nie ins Web

Die aktuelle Untersuchung der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen der Britische-American Tobacco hat ergeben, dass immerhin stolze  58 Prozent der Bundesbürger privat nie im Internet sind. Bei der 55plus-Generation beläuft sich dieser Nicht-Web-Nutzer-Anteil sogar auf 83 Prozent. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Webnutzung von Bildung und Alter der Befragten abhängen. So liegt der Anteil der Internetnutzer mit gymnasialer Bildung (62 Prozent) mehr als doppelt so hoch wie bei den Hauptschulabsolventen (28 Prozent). Bei fast allen Hauptschulabsolventen (95 Prozent) wird das Fernsehen bevorzugt, während die PC-Nutzung mit nur 29 Prozent ein Schattendasein führt. Von den 42 Prozent Webnutzern ist vor allem die junge Generation aktiv. Mehr als zwei Drittel (71 Prozent) der 14- bis 29-Jährigen surfen regelmäßig (mindestens einmal in der Woche) im Internet.

Lycos Europe entlässt 71 Prozent der Mitarbeiter

Mit einem wuchtigen Kahlschlag wird die zu Bertelsmann gehörende Lycos 500 ihrer 700 Mitarbeiter entlassen. Alleine in Gütersloh müssen 230 Mitarbeiter gehen, da die Geschäftsfelder Webhosting und Portal komplett dicht gemacht werden. Das Shoppinggeschäft sowie das dänische Portal sollen verkauft werden. Hintergrund ist der Umsatzeinbruch. Weil noch Geld von dem Börsengang im Jahr 2000 übrig ist, will man Ende Dezember 2008 an die Aktionäre - darunter an CEO Christoph Mohn, Sohn des Bertelsmann-Chefs - 50 Millionen Euro auszahlen. Für die Entlassenen wird dann die Arbeitsagentur einspringen müssen.

Siemens und Benq schließen Vergleich

Siemens und der Insolvenzverwalter der ehemaligen Siemens-Handysparte Benq Mobile haben sich auf einen Vergleich geeinigt. Siemens zahlt insgesamt 300 Mio. Euro - nach Abzug noch offener Forderungen 255 Mio. Benq Corp (heute Qisda) hatte von Siemens dessen defizitäre Handysparte im Juni 2005 übernommen und im September 2006 in die Insolvenz geführt. Dabei hatten über 3000 Mitarbeiter in Deutschland ihren Arbeitsplatz verloren.

Schattenwirtschaft im Internet blüht

Kreditkarten im Wert von 5,3 Milliarden Dollar wurden auf Untergrund-Servern in aller Welt angeboten, so die Studie "Report on the Underground Economy" von Symantec. Insgesamt wurden zwischen Juli 2007 und Juni 2008 gestohlene Güter und betrügerische Dienstleistungen im Wert von 276 Mio. Dollar angeboten. Mit 31 Prozent Anteil sind Kreditkarteninformationen die meistangebotene Produkt- und Servicekategorie, gefolgt von Kontonummern und Kontenzugangsdaten (20 Prozent). Während des Beobachtungszeitraums zählte Symantec insgesamt 69.130 verschiedene Anbieter und über 44 Millionen Inserate in den verschiedenen Untergrund-Foren. Fast jeder zweite Untergrund-Server steht in Nordamerika.
http://www.symantec.com/content/de/de/about/downloads/
PressCenter/20081124_UE_Report_Final.pdf

Lieber Internet als Auto

Bisher war das Auto unangefochten des Deutschen liebstes Kind. Das hat sich deutlich geändert: 80 Prozent der Deutschen können sich ein Leben ohne Web nicht vorstellen, lediglich 59 Prozent geben dagegen an, sie könnten nicht ohne Auto auskommen. Dieses Ergebnis lieferte eine Online-Umfrage unter 1000 Deutschen, die AMD mit dem Forschungsinstitut YouGov durchgeführt hat. Damit liegen die Deutschen im europäischen Trend: 77 Prozent der Europäer betrachten das Internet als ein Muss, für 54 Prozent ist das Auto wichtiger.

Google-Mitarbeiter: Ausgegoogelt

Google will bis zu 10.000 Leiharbeiter auf die Straße setzen.Etwa 30 Prozent aller Konzernmitarbeiter haben gar keinen festen Arbeitsvertrag. Diese Zeit- und Leiharbeiter haben keine oder nur kurze Kündigungsfristen. Das Google-Management trennt sich laut US-Presseberichten von einem Großteil dieser Mitarbeiter. Zeitplan und exakte Zahlen verriet noch niemand. Immerhin: Einen generellen Einstellungsstopp soll es bei Google nicht geben. Für einzelne Hochbegabte ist nach dem Willen von Chef Eric Schmidt auch in Zukunft immer Platz.

Bundesdatenschützer Schaar schlägt Charta des digitalen Datenschutzes vor

Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat eine "Charta des digitalen Datenschutzes und der Informationsfreiheit" vorgeschlagen. Danach sollen Nutzer auch anonym serven können, die Privatsphäre müsse auch in der digitalen Welt beachtet werden, Vertraulichkeit und informelle Selbstbestimmung müssten beachtet werden. Beiträge und Anregungen zur Charta können und sollen an folgende Mailadresse geschickt werden: charta@bfdi.bund.de
http://www.bfdi.bund.de/cln_007/nn_533554/SharedDocs/Publikationen/
Allgemein/Charta-Vorschlag-DigitalerDatenschutz.pdf



Der ICH BIN MEHR WERT-Newsletter im Abo

Bleiben Sie up-to-date und abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter für die IT-Branche und erhalten sie zweimal im Monat eine aktuelle Zusammenfassung über die aktuellen Entwicklungen.

Zur Anmeldung

©  ICH BIN MEHR WERT  ~  wegewerk> wwEdit CMS 2.8.7
Peter B., München
„Ich arbeite in einem Umfeld, in dem wir immer wieder mit neuen Restrukturierungs-ideen konfrontiert werden. Nur gemeinsam können wir Wege entwickeln, mit derartigen Situationen umzugehen oder zu versuchen, die Entwicklungen der eigenen Branche mitzugestalten. ver.di bietet hierzu die Plattform.“