Newsletter vom 03.11.2008

ITK-Markt noch nicht von der Finanzkrise betroffen

Der deutsche ITK-Markt ist von den Folgen der Finanzkrise derzeit noch kaum betroffen. Was die Geschäftsentwicklung im Jahr 2009 angeht, besteht angesichts der sinkenden Konjunkturprognosen allerdings Unklarheit, so eine Bitkom-Studie. Danach spüren 86 Prozent aller IT-Firmen bislang keine direkten Auswirkungen der Krise. 60 Prozent der Firmen erwarten auch in den kommenden Monaten keine negativen Auswirkungen der Finanzkrise.

Prognose: Finanzkrise trifft vor allem Web-2.0-Start-ups

Wer jetzt ein Web-2.0-Unternehmen auf die Beine stellen will oder dies erst kürzlich getan hat, muss sich auf heftigen Gegenwind einstellen. Dies sagen Branchenexperten und die Verbände voraus. Der  Bundesverbands Digitale Wirtschaft prognostiziert, dass für Start-ups das Klima frostiger. "Kein Problem" mit dem Web-2.0-Sterben hat sein Erfinder Tim O'Reilly: "Der ökonomische Abschwung wird viele Web 2.0 Start-ups umbringen, die sowieso untergegangen wären", sagt der Interaktiv-Guru in einem Interview. Und Internet-Guru Ossi Urchs sieht nur solche Interaktivunternehmen im Vorteil, die "den Nutzern einen echten Mehrwert bieten können".

Gartner: PC-Markt trotzt der Finanzkrise

Marktforscher Gartner hat Verkaufszahlen für den PC-Markt im dritten Quartal 2008 veröffentlicht. Insgesamt wurden zwischen Juli und September rund 80,6 Millionen PCs verkauft, was einem Zuwachs von 15 Prozent gegenüber dem dritten Quartal des Vorjahres entspricht. Der Großteil des Wachstums stammt von Billig-PCs. Mit einem Gesamtmarktanteil von 12,5 Prozent liegt Acer nur knapp hinter Dell mit 13,6 Prozent. HP hat als Branchenführer einen Marktanteil von 18,4 Prozent.

IT und Internet: München ist Deutschlands führende Investitionsregion

München, Frankfurt und Stuttgart sind die Standorte, an denen die KMUs am meisten für IT und Kommunikation je Arbeitsplatz ausgeben. Abgeschlagen ist die Region Hamburg, die sogar hinter Berlin rangiert. Während Unternehmen in Deutschland durchschnittlich rund 1.910 Euro pro IT-Arbeitsplatz ausgeben, sind es in der Region München mit 2.524 Euro rund ein Drittel mehr. Bundesweites Investitionsschlusslicht ist Schwerin mit nur 1.774 Euro, knapp nach Bremerhaven (1.782 Euro) und Celle (1.793 Euro).

Bill Gates gründet ein neues Start-up

Bill Gates hat nur wenige Monate nach dem Ausscheiden bei Microsoft in aller Stille ein neues Unternehmen gegründet. Auf der Website www.BGC3.com steht nichts außer dem Firmenlogo. Aber Microsoft-Insider Todd Bishop will herausgefunden haben, dass es sich bei der Firmenneugründung um einen Thinktank handelt, der sich um die technischen und gemeinnützigen Gates-Interessen kümmern soll.

Systems am Ende: Folgemesse soll bei Internet und Marketing Boden gewinnen

Für die Systems ist dieses Jahr auch das letzte. Denn die Messe München will die Messe im kommenden Jahr aufteilen. Zum einen in eine IT-Security-Messe in Zusammenarbeit mit dem SecuMedia-Verlag (23. bis 25. Juni 2009), zum anderen in eine neue, internationale Kommunikations-, Vertriebs- und Marketingplattform für die ITK-Branche. Das detaillierte Konzept will die Messe München der Öffentlichkeit noch in diesem Jahr vorstellen. Die neue Veranstaltung soll "das Internet als einen wichtigen Bestandteil integrieren". Allerdings soll Online-Marketing nur eines von mehreren Themen sein.

Sachsen verzichtet auf Wahlcomputer

Nachdem unter anderem der Chaos Computer Club vor dem Einsatz von Wahlcomputern gewarnt hat, will das Bundesland Sachsen keine digitalen Wahlurnen einsetzen. "Im Superwahljahr 2009 wird in Sachsen nicht elektronisch gewählt", erklärte Innenministeriumssprecher Lothar Hofner. Pannen mit Wahlcomputern gibt es überall, wo diese eingesetzt werden. In den USA reißen trotz monatelanger Tests die Pannenserien bei den Präsidentschafts-Computern nicht ab. Und die finnische Regierung hat einen Bericht bestätigt, dass bei einem Pilotprojekt mit Wahlcomputern erhebliche Unregelmäßigkeiten zu verzeichnen waren.  Bei einem anlässlich der finnischen Kommunalwahl am 26. Oktober durchgeführten Pilotprojekt mit Wahlcomputern versagten diese den Dienst, so dass rund zwei Prozent der Wählerstimmen nicht erfasst werden konnten.

600 Infineon-Mitarbeiter nehmen Abfindung an

Bei dem Chiphersteller Infineon geht der Stellenabbau schneller voran als gedacht. Bis Ende September 2008 hätten sich über 600 Beschäftigte bereit erklärt, das Unternehmen gegen eine Abfindung zu verlassen, berichtet die Welt. Insgesamt sollen 3.000 Arbeitsplätze verschwinden.

Ebay verlagert Berliner Arbeitsplätze ins Ausland

Das Online-Auktionshaus Ebay will die Arbeitsplätze aus Marketing und Technik von Berlin nach London und Zürich verlegen. Nur die PR bleibt übrig. Deutschland ist nach den USA zweitgrößter Markt von Ebay. Das Auktionshaus hatte ankündigt, weltweit 1.600 der ehemals 16.000 Arbeitsplätze abzubauen. In Deutschland sind rund 100 Entlassungen vorgesehen.

SAP will Rechenzentrum verkaufen

SAP verhandelt über den Verkauf seines Hostingzentrums in St. Leon Roth bei Walldorf. Die Gespräche seien schon weit gediehen, berichtet Euro am Sonntag. Gespräche würden mit British Telecom (BT) und der Deutschen-Telekom-Tochter T-Systems geführt.

Freenet will Standorte schließen

Nach der Übernahme von Debitel durch Freenet bangen die Beschäftigten um ihre Jobs. Firmenchef Eckhard Spoerr plant Zeitungsberichten zufolge, die Standorte der integrierten Gesellschaften Debitel in Stuttgart und Talkline in Elmshorn bei Hamburg zu schließen, wovon viele der 4.200 Beschäftigten betroffen wären. Einige Mitarbeiter sollen zum Umzug an den Standort Hamburg aufgefordert werden. In einer Stellungnahme hatte das Unternehmen erklärt, man befinde sich in Verhandlung mit den Arbeitnehmervertretern. Endgültige Entscheidungen seien bislang nicht getroffen.

Googeln macht jung

Das Suchen von Informationen im Internet regt Gehirnfunktionen wie komplexes Denken und Entscheidungsfindung an. Besonders bei älteren Menschen zwischen 55 und 76 Jahren werden so mehr Hirnfunktionen stimuliert als durch das Lesen eines Buches. Das ergab eine Studie eines Forschungsteams des Semel-Instituts für Neurowissenschaften und Verhaltensforschung an der Universität von Kalifornien. Sogar Hirnerkrankungen werden durch Googeln gebremst, fanden die Forscher heraus.

Onlinesex macht depressiv

Menschen, die Porno-Sites besuchen, haben nach einer Studie der Universität Melbourne eine alarmierend hohe Wahrscheinlichkeit, Depressionen, Angstvorstellungen und Stresssymptome zu bekommen. Menschen, die Cybersex suchen, verbringen demnach täglich viele Stunden auf bei diesem Hobby. Die Suche nach Frauen sei für diese überwiegend männliche Klientel so etwas wie die Suche nach dem heiligen Gral. Die meisten Befragten würden wöchentlich mehr als 12 Stunden damit verbringen, zu chatten, Cybersex mit Webcams zu betreiben, Videos oder Sexbilder herunterzuladen oder erotische E-Mails zu verschicken.

Google, Microsoft und Yahoo wollen Menschenrechte einhalten

Mehrere US-Computer- und Internetunternehmen haben sich Menschenrechtsgruppen auf einen Handlungskatalog geeinigt, der bei Geschäften in Ländern mit Überwachung und Zensur zum Tragen kommen soll. Die Global Network Initiative wurde von insgesamt 24 Unternehmen und Institutionen gebildet. Im Mai 2008 mussten Google und Yahoo vor dem Menschenrechts-Unterausschuss des US-Senats ihre Aktivitäten in China verantworten.
Entwickler aus Hongkong haben ein Firefox-Add-on veröffentlicht, mit dem Anwender außerhalb Chinas die Mechanismen der dortigen Internetzensur erleben können. Die Browser-Erweiterung China Channel routet alle Site-Anfragen über einen Proxy-Server in China, so dass der Rechner eine chinesische IP-Adresse erhält.
http://www.globalnetworkinitiative.org/
http://chinachannel.hk/

Server und Rechenzentren benötigen 1,8 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland

Server und Rechenzentren in Deutschland verbrauchen in diesem Jahr 10,1 Terawattstunden (TWh) Strom. Dies entspricht der Stromproduktion von vier mittelgroßen Kohlekraftwerken und einem Anteil von rund 1,8 Prozent am gesamten Stromverbrauch hierzulande. Das ergab eine aktuelle Studie des Borderstep-Instituts im Auftrag des Bitkom. Damit sind Energiekosten von 400 Millionen Euro verbunden.
Der BITKOM hat zudem einen aktualisierten Leitfaden über ITK und Klimaschutz veröffentlicht. Die Publikation kann kostenlos herunterladen werden unter http://www.bitkom.org/de/themen_gremien/51049.aspx

Kopie des deutschen Internets ab sofort in der Nationalbibliothek

Durch eine neue Verordnung der Bundesregierung sind seit Oktober Betreiber von Webseiten verpflichtet, Kopien ihres Angebotes bei der Deutschen Nationalbibliothek abzuliefern. Ob auch Blogger kopieren und einreichen müssen, ist noch unklar, denn eigentlich soll fast jede Webseite, samt Bildern, Texten und Audiodateien archiviert werden
Mehr unter http://www.d-nb.de/



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Mathias B., Rostock
„Gerade in der jetzigen Zeit, die geprägt ist von regelmäßigen Umstrukturierungen, ist es wichtig, die Stärke der Kolleginnen und Kollegen zu bündeln. Denn nur gemeinsam kann man etwas bewirken. Deshalb bin ich ver.di-Mitglied."