IT-Ausgaben steigen weltweit
Die momentan schweren wirtschaftlichen Zeiten scheinen den Investitionswillen der Unternehmer keinen Abbruch zu tun: Die Ausgaben im IT-Bereich erreichen 2008 ein Allzeithoch. Dieses Jahr werden die IT-Ausgaben weltweit auf über 3,4 Billionen Dollar klettern und im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent zunehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Gartner. Den Marktanalysten zufolge liegt dieses Wachstum im Wesentlichen im Kursrückgang des U.S.-Dollar begründet. Legt man einen konstanten Kurs zugrunde, beträgt die Wachstumsprognose allerdings noch immer viereinhalb Prozent. Die Steigerung verteilt sich dabei durchaus unterschiedlich auf die verschiedenen IT-Bereiche. So weisen die weltweiten Ausgaben für Software mit gut zehn Prozent das stärkste Wachstum auf, dicht gefolgt von IT-Diensten mit 9,4 Prozent. Telekommunikations-Services können um acht Prozent zulegen, Computer-Hardware nimmt um sieben Prozent zu. Generell sehen die Analysten einen Trend weg vom Produktkauf und hin zur Inanspruchnahme von Diensten. So gewinnen nutzungsbasierte Soft- und Hardware-Zahlungsmodelle zunehmend an Bedeutung. Telekommunikations-Dienste und IT-Services verzeichnen zusammen bereits 70 Prozent der Gesamteinnahmen auf dem IT-Markt.
Deutscher IT-Markt verliert an Fahrt
Marktforscher IDC hat in einer neuen Studie prognostiziert, dass der deutsche IT-Markt im Jahresverlauf 2008 an Schwung einbüßt. Mit verantwortlich für den IT-Abschwung seien die schlechteren konjunkturellen Rahmenbedingungen. Mit einer deutlichen Steigerung der IT-Ausgaben rechnet IDC jedoch im Gesundheitswesen, bei Energieversorgern sowie durch die Öffentliche Hand. Der starke Produktionsanstieg im ersten Quartal 2008 habe die deutsche Wirtschaft expandieren lassen, das zweite Halbjahr werde aber deutlich schlechter ausfallen, so IDC. Dies wirke sich auch negativ auf den IT-Markt aus. Zurückhaltung bei IT-Anschaffungen sieht das Marktforschungsunternehmen vor allem im Kredit- und Versicherungsgewerbe sowie in der Industrie.
Studie: IT-Großprojekte werden überdurchschnittlich häufig vorzeitig abgebrochen
Eine Studie von Roland Berger Strategy Consultants analysiert die Gründe dafür, warum jedes fünfte IT-Projekt abgebrochen wird und rund die Hälfte der Projekte länger dauern oder teurer werden als geplant. Ein Grund dafür: Bei fast 50 Prozent der Projekte fehlt ein Projektstab, der sich angemessen um Risikomanagement und operative Steuerung des Projekts kümmert. Zudem werden die negativen Folgen eines Scheiterns oft deutlich unterschätzt.
Die Studie kann kostenlos heruntergeladen werden: http://www.rolandberger.com
Stellenabbau kostet Siemens offenbar 800 Millionen Euro
Der Abbau der 16.750 Arbeitsplätzen bis 2010 belastet Siemens mit 800 Millionen Euro. Die Kosten dafür ergeben sich unter anderem aus Abfindungen für ausscheidende Mitarbeiter. Der Gesamtbetriebsrat des Siemens-Konzerns hatte schneller als erwartet dem Sozialplan für den Stellenabbau zugestimmt. Zu den Maßnahmen zählen nach Unternehmensangaben interne Versetzungen, vorzeitige Pensionierungen älterer Mitarbeiter, Altersteilzeitregelungen und Aufhebungsverträge. Zudem wird den Mitarbeitern ein Wechsel in eine spätestens im November startende Transfergesellschaft mit einer Laufzeit von bis zu 24 Monaten angeboten, die Weiterbildung, Beratung und Vermittlung anbietet. Siemens will die Angebote ab September seinen Mitarbeitern unterbreiten, die sich dann freiwillig dafür entscheiden könnten. Der Konzern will mit dem Abbau von 5250 Stellen in Deutschland Kosten von 1,2 Milliarden Euro einsparen.
BKA-Chef will Provider zum Website-Sperren verdonnern
Jörg Ziercke, Chef des Bundeskriminalamtes, will Internetprovider dazu verpflichten, den Zugang zu Websites mit kinderpornografischen Inhalten zu sperren. Auf diese Weise will er die Verbreitung solcher Inhalte eindämmen. Andere Länder hätten mit solchen Sperren bereits gute Erfahrungen gemacht. Der Providerverband ECO protestiert: Das seien nur Scheinerfolge. Der Verband setzt statt dessen auf eine Internet-Beschwerdestelle, die Hinweise auf solche Inhalte sammle und versuche, die Seiten löschen zu lassen.
Studie: Computerspiele erhöhen jugendliche Gewaltbereitschaft
In einer zweijährigen Längsschnittstudie mit Hauptschülern aus Bayern haben Erziehungswissenschaftlern und Psychologen herausgefunden, dass der Missbrauch von gewaltverherrlichenden Medien in Kinderjahren zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen zwischen 12 und 14 Jahren führen kann. Ergebnis: Die Bereitschaft zur Gewalt stieg über die Jahre mit zunehmendem Konsum von medialer Gewalt. Die größte Gefahr liegt nach der Studie in der Nutzung von Computergewaltspielen. Pädagogische Maßnahmen genügen nach Meinung der Wissenschaftler nicht, um den Konsum gewalthaltiger Medienprodukte zu reduzieren. Deshalb sei auf politischer Ebene ein Verbot von extrem gewalthaltigen Video- und Computerspielen zu fordern.
Nokia Siemens entwickelt Big-Brother-Komplettsystem
Unter dem Namen "Intelligence Platform" hat Nokia Siemens ein System entwickelt, das sämtliche herkömmliche Überwachungsformen wie Kontrolle von Telefonaten, E-Mail, Internet-Aktivitäten, Bankbewegungen und Versicherungsunterlagen integriert. Mit Hilfe so genannter "Intelligenzmodule" durchforstet das Komplettsystem den Informationsberg, der ihm zur Verfügung gestellt wird, und filtert zum Beispiel nach Namen, Telefonnummern und Adressen. Wer Kontakt mit jemandem hat, der ohnehin schon im Visier der Behörden ist, wird so ebenfalls erfasst, und die Software beginnt, Muster für typisches Verhalten zu identifizieren. Abweichungen davon oder Kontakte zu einer Person, die ebenfalls überwacht wird, führen zu einem automatisierten Alarm, der vom Systembetreiber dann genauer unter die Lupe genommen werden kann. Bisher 90 der Systeme hat Nokia Siemens weltweit verkauft, die Käufer sind Regierungen.
Telekom will Callcenter-Beschäftigte rausdrängen
ver.di hat die Schließung von Callcenter-Standorten durch die Deutsche Telekom kritisiert. Versprechungen der Konzernführung, dabei jedem Beschäftigten einen Ersatzarbeitsplatz in einer anderen Stadt anzubieten, seien nichts wert. Die Telekom will ihre Callcenter von bisher 83 auf 24 Standorte konzentrieren. Das bedeutet den Rückzug aus 39 Städten und 8.000 Betroffene. Es sollen zwar Ersatzarbeitsplätze angeboten werden, aber für viele Teilzeitbeschäftigte bedeutet das künftig mehr Fahrzeit als Arbeitszeit und mehr Fahrkosten als Einkommen. ver.di will gemeinsam mit Beschäftigten und Betriebsräten den Widerstand gegen die Pläne organisieren.
Deutsche sitzen zu lange vor dem PC
Ein Fünftel aller Deutschen sitzt täglich bei der Arbeit oder zu Hause mindestens sechs Stunden vor dem Computer. Das hat eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM ergeben. Danach nutzen 72 Prozent der Bundesbürger einen Computer. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 97 Prozent. Besonders hoch ist die Nutzungsintensität bei jungen Erwachsenen. Von den 18- bis 29-Jährigen verbringt mehr als jeder Dritte jeden Tag sechs Stunden oder länger am PC.
ProMarkt übersteht Insolvenzverfahren
Die Gläubiger haben dem Insolvenzplan für ProMarkt zugestimmt. Danach soll die Elektrohandelskette mit 15 statt bisher 25 Filialen fortgeführt werden. Fünf Filialen sollen geschlossen, fünf an ElectronicPartner (EP) verkauft werden. Die Zahl der Mitarbeiter bei ProMarkt sinkt durch die Schließungen und Verkäufe von etwas über 700 auf 360. Die Finanzierung des Insolvenzplans stellt die Investorengruppe Gordon Brothers International sicher, die die Ausfallhaftung übernimmt.
Google greift Vormachtstellung von Microsoft auf Browsermarkt an
Anfang September startet der Google-WebBrowser "Google Chrome". Damit greift Google die Vorherrschaft von Microsoft auf dem Browsermarkt an. Der Microsoft Internet Explorer hat derzeit laut Marktforschern einen weltweiten Marktanteil von knapp 75 Prozent, gefolgt von der Open-Source-Software Firefox mit 20 Prozent. Wie bei Firefox will Google auch bei Chrome den Quellcode offenlegen. Google ist derzeit der weltweit dominierende Konzern im Bereich Internetwerbung und bietet erfolgreich kostenlose E-Mail-Dienste, Online-Officeanwendungen und virtuelle Landkarten an. Der Vorstoß dürfte Datenschützer auf den Plan rufen, da Google bereits jetzt vorgeworfen wird, zu viele Nutzerdaten zu sammeln.