DGB fordert härtere Strafen bei Datenschutz-Verstößen
Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert angesichts der Datenschutz-Skandale der Vergangenheit härtere Strafen bei Datenschutzverstößen und ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz. In einem Positionspapier wird eine neue Einstellung zum Schutz der persönlichen Daten in der Wirtschaft verlangt. Der Zweck der Datenspeicherung müsse klar definiert und begrenzt werden, die Datenschutzkultur in den Unternehmen verbessert, ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz verabschiedet, die Transparenz für die Betroffenen hergestellt und Sanktionen beschlossen werden, fordern die DGB-Justiziare in ihrem Fünf-Punkte-Programm: "Erforderlich ist eine neue Datenschutzoffensive in Gesellschaft und Betrieben".
http://www.dgb.de/themen/themen_a_z/
abisz_doks/d/datenschutz0708.pdf
Im Internet verschärft sich der Arbeitskräftemangel
Die auf die Internet- und Multimediabranche spezialisierten Personalberater suchen händeringend für ihre Kunden nach neuen Arbeitskräften. Denn Web-Programmierer, Vertriebs-Cracks, Suchmaschinenexperten und Marketing-Asse können sich ihre Stellen inzwischen aussuchen. Von einer "substanziellen Fachkräftelücke" für die Branche spricht etwa Oliver Koppel vom Institut der deutschen Wirtschaft. Seit etwa drei Jahren sei die Arbeitsmarktlage für gut qualifizierte Kräfte sehr gut. Besonders techniknahe Spezialisten sind sehr gefragt. So gab es allgemein in der Gruppe der Datenverarbeitungskräfte, zu denen etwa alle Informatiker gezählt werden, 2005 noch 64.000 Arbeitslose. Derzeit suchen nur noch 26.700 einen Job. Demgegenüber wurden 2005 noch 22.800 Stellen ausgeschrieben, momentan suchen die Unternehmen Kandidaten für 50.000 offene Stellen.
Schlechte künftige Auftragsentwicklungen sollten für die Arbeitnehmer aber keinesfalls ein Grund zur Sorge sein, so der Experte: "Im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten gibt es keinen sogenannten Schweinezyklus mehr. Denn durch den seit einigen Jahren voll greifenden demografischen Effekt, kommen von den Universitäten und Bildungseinrichtungen kaum noch Nachwuchskräfte auf den Markt." Die Folge: Steigende Gehälter bei den raren Spezialisten. Und: In etwa vier Jahren sei erst der Peak des Fachkräftemangels zu erwarten, so Koppels Prognose.
Siemens-Manager soll bis zu 20 Millionen Euro Schadensersatz zahlen
Das ehemalige Siemens-Management um den langjährigen Siemens-Chef Heinrich von Pierer muss sich auf hohe Schadensersatzforderungen gefasst machen. Der Aufsichtsrat will Schadensersatz von elf ehemaligen Mitgliedern des früheren Zentralvorstands verlangt. Das Unternehmen begründet die Ansprüche mit der Verletzung ihrer Organisations- und Aufsichtspflichten vor dem Hintergrund des Vorwurfs illegaler Geschäftspraktiken und umfangreicher Bestechungen im ausländischen Geschäftsverkehr in den Jahren 2003 bis 2006 und den daraus folgenden finanziellen Belastungen des Unternehmens. Betroffen von den Forderungen sind nach den Angaben von Siemens in der Schmiergeldaffäre die ehemaligen Siemens-Chefs Klaus Kleinfeld und Heinrich v. Pierer sowie die Vorstände Johannes Feldmayer, Thomas Ganswindt, Edward G. Krubasik, Rudi Lamprecht, Heinz-Joachim Neubürger, Jürgen Radomski, Uriel Sharef und Klaus Wucherer. In der AUB-Affäre will Siemens neben Johannes Feldmayer auch Günter Wilhelm für "die Schäden in Anspruch nehmen, die durch die Zahlungen an Herrn Wilhelm Schelsky oder an dessen Firmen entstanden sind". Zeitungsberichte sprechen von zweistelligen Millionensummen.
Wie Kuba das Internet-Embargo der USA umgeht
Venezuela wirft sich in die Bresche. Ein 1500 Kilometer langes Unterseekabel soll Kuba, Jamaika, Haiti und Trinidad mit dem Rest der Welt verbinden - über La Guaira, Venezuela. Zwar ist Kuba nur 150 Kilometer von der US-amerikanischen Küste entfernt. Das amerikanische Wirtschaftsembargo verhindert jedoch die Anbindung an die Infrastruktur der USA. Wie aus Dokumenten hervorgeht, die jetzt von Wikileaks enthüllt wurden, schlossen Kuba und Venezuela bereits 2006 einen geheimen Vertrag, der die Umgehung der USA mit einem Glasfaserkabel vorsieht. Die Arbeiten sollen durch venezuelanische und kubanische Firmen erfolgen und bis 2010 abgeschlossen sein.
http://wikileaks.org/wiki/Cuba_to_work_around_US_embargo_
via_undersea_cable_to_Venezuela
Von 100 Euro Bruttolohn erhalten Arbeitnehmer netto 64 Euro
Den vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern blieben von 100 Euro Bruttolohn im Jahr 2006 nach Abzug von Lohnsteuern und Sozialbeiträgen im Durchschnitt gut 64,41 Euro, so eine Untersuchung des Statistischen Bundesamts. Dies entsprach in etwa den Ergebnissen der Erhebungen in den Jahren 1995 und 2001 (jeweils 65,23 und 64,77 Euro). Die Beitragssätze der Arbeitnehmer zur Sozialversicherung stiegen von 19,7 % im Jahr 1995 auf 20,4 % im Jahr 2001 und auf 21,4 % im Jahr 2006. Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst lag bei 3.093 Euro, was netto 1.986 Euro entspricht. Je mehr Arbeitnehmer im Unternehmen beschäftigt waren, desto höher war der Bruttomonatsverdienst. So verdienten vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer in kleinen Unternehmen bis 19 Beschäftigten 2.534, in mittelgroßen Unternehmen bis 249 Arbeitnehmern 2.900 und in Großunternehmen 3 618 Euro. Das höchste Einkommen erreichten Geschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter mit 92.556 Euro, gefolgt von Juristen mit 82.135 Euro, Luftverkehrsberufen mit 77.796 Euro und Unternehmensberatern mit 76.172 Euro. Ebenfalls sehr hohe Bruttojahresverdienste erhielten angestellte Ärzte (75.895 Euro) sowie Chemiker und Chemieingenieure (75.533 Euro). Verlierer sind Friseusen (15.787), Wäscher, Raumpfleger und Fleischhersteller mit Jahresgehälter zwischen 20.000 und 23.000 Euro.
Studie: Europa führt bei Open Source
Während in den USA und Kanada nur jeweils 17 Prozent der befragten Firmen angeben, Open-Source-Produkte zu verwenden, sind es in Deutschland 21 und in Frankreich sogar 24 Prozent. Das geht aus einer Studie von Marktforscher Forrester hervor. Schlusslicht bei Open Source ist allerdings England. Hier sind es nur 15 Prozent. Dort, wo mehr freie Software verwendet wird, ist auch die Angst von Sicherheitsproblemen geringer: In Europa machen sich 45 Prozent Gedanken über Open-Source-Security, in den USA und Kanada hingegen 71 Prozent.
Weltweiter IT-Arbeitsmarkt schrumpft
Weltweit schrumpfen die IT-Budgets, und viele IT-Leiter setzen auf Personalabbau, so eine weltweit durchgeführte Studie von Marktführer Goldmann Sachs. Die Zahl der Unternehmen, die Entlassungen im IT-Bereich planen, ist in den letzten sechs Monaten dramatisch gestiegen. 15 Prozent der multinationalen Konzerne gaben im April an, die Anzahl ihrer internen IT-Spezialisten reduzieren zu wollen. Durch Umstrukturierungsprogramme und Konsolidierungsbestrebungen wie bei AMD, Dell, HP, Siemens und Sun werden mehrere tausend Mitarbeiter ihre Stellen verlieren. Am stärksten von den Kürzungen betroffen sind die unteren Lohnsegmente. Noch dramatischer sieht die Situation bei IT-Freelancern aus. Fast jedes zweite Unternehmen (48 Prozent) plant hier Kürzungen. Davon betroffen sind Berater und externe Spezialisten. 42 Prozent gaben an, sie zögerten beim IT-Outsourcing.
Gehaltstarifverhandlungen bei IBM gestartet
Am 29.07 haben in Stuttgart die Verhandlungen über die Gehaltsrunde für den IBM Konzern begonnen. Es sind die ersten Gehaltstarifverhandlungen in dem durch ONE IBM neugeordneten Konzern. Zu den Kernforderungen der ver.di Verhandlungskommission zählt eine Gehaltserhöhung von 6.5 % + x. Weitere Informationen finden sich im IBM Uptade unter:
ibm.ich-bin-mehr-wert.de