Newsletter vom 15.07.2008

Telekom-Affäre: Alle ver.di-Aufsichtsräte bespitzelt

In dem Bespitzelungsskandal bei der Deutschen Telekom sind möglicherweise alle ver.di-Aufsichtsräte betroffen. Die zehn Gewerkschafter und Betriebsräte im Aufsichtsrat haben bei der Staatsanwaltschaft Bonn jetzt Anzeige erstattet. Die Anzeige gegen unbekannt wurde wegen Bruchs des Fernmeldegeheimnisses, Verletzung des Datenschutzes und Behinderung der Betriebsratstätigkeit erstattet.

Aufstieg schwach - Kollegialität gut: Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit im IKT-Sektor

Für den DGB-Index Gute Arbeit wurden 2007 und erneut 2008 repräsentativ ausgewählte Beschäftigte schriftlich zu ihren Ansprüchen an die Arbeit und ihren tatsächlichen Arbeitsbedingungen befragt. Die Sonderauswertung dieser Branche ergab, dass nur jeder Zehnte seine Arbeit positiv beurteilt. Für die Mehrheit (70%) bewegen sich die Arbeitsbedingungen im Bereich "mittelmäßige Arbeit". Jeder Fünfte ist von schlechten Arbeitsbedingungen betroffen. Besonders negativ: die Aufstiegsmöglichkeiten (46 Indexpunkte), berufliche Zukunftsaussichten/Arbeitsplatzsicherheit sowie das Einkommen (48 Indexpunkte). Die Kollegialität (83 Indexpunkte) wird von den Beschäftigten dagegen als besonders gut beurteilt. Allerdings gibt es sichtbare Unterschiede zwischen der Bewertung der Beschäftigten aus dem IT-Bereich und der TK-Branche. Die Arbeitnehmer/-innen der IT-Dienstleister bewerten die Aufstiegschancen, Gestaltungsmöglichkeiten und beruflichen Zukunftsaussichten positiver als dies die Befragten aus dem TK-Bereich tun.
Weitere Erkenntnisse der Sonderauswertung und Infos zum DGB-Index Gute Arbeit unter www.dgb-index-gute-arbeit.de

Studie: Breitband für alle ist möglich

"Breitband für alle", zumindest mit Datenraten von zwei MBit pro Sekunde Downstream, ist technisch umsetzbar - auch in ländlichen Regionen mit schwierigen geographischen Gegebenheiten. Diesen Schluss erlaubt eine Fallstudie der Fraunhofer-Einrichtung Systeme der Kommunikationstechnik (ESK) für die Gemeinde Weiding im bayerischen Wald. Das erarbeitete Konzept ist eine Hybrid-Lösung aus DSL-Anschlüssen und WiMAX, die theoretisch überall realisierbar wäre. In der Praxis könnten in anderen Gegenden alternative Ansätze jedoch wirtschaftlich sinnvoller sein, beispielsweise die Verwendung anderer Funktechnologien.

Brandenburg und Schleswig-Holstein fördern Breitbandausbau


Einzelne Bundesländer haben Konzepte für eine Schließung der Breitbandlücken vorgestellt. "Beim Breitbandzugang in den ländlichen Regionen Brandenburgs versagt der Markt", beschwert sich das Wirtschaftsministerium in Brandenburg. Gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern Brandenburgs hat das Ministerium daher den Breitbandatlas Brandenburg eingerichtet, über den breitbandlose Nutzer ihren Bedarf anmelden können. Ab Herbst sollen Gemeinden und Gemeindeverbände bei "nachgewiesenem Bedarf" Gelder beantragen können.
Das Land Schleswig-Holstein stellt bis einschließlich 2010 rund drei Millionen Euro zur Verfügung, um die ländlichen Regionen mit Breitband auszurüsten. Ab sofort förderbereichtigt sind Kommunen in Schleswig-Holstein. Sie können sich damit an die Ämter für Ländliche Räume in Husum, Kiel und Lübeck wenden. Gefördert werden Zugangstechnologien ab 1 Mbit/s im Download.
http://www.breitbandatlas-brandenburg.de/
http://www.schleswig-holstein.de/

Finanzministerium will elektronische Belege erlauben

Arbeitnehmer sollen demnächst Spendenquittungen sowie die Bescheinigungen über vermögenswirksame Leistungen und eine Riester-Rente nicht mehr nur auf Papier, sondern auch elektronisch ans Finanzamt übermitteln können. Das geht aus einem Entwurf für ein "Steuerbürokratieabbaugesetz" des Bundesfinanzministeriums hervor. Für Freiberufler und Unternehmen soll die Abgabe einer elektronischen Steuererklärung ab dem Veranlagungszeitraum 2011 zur Pflicht werden. Jeder fünfte Steuerpflichtige gibt inzwischen seine Erklärung auf elektronischem Weg ab. Diese Anzahl soll deutlich steigern, um Rationalisierungseffekte in der Finanzverwaltung zu erzeugen.

Tarifergebnis bei Entgelt-Verhandlungen für T-Systems

Die Gehaltstarifverhandlungen bei T-Systems endeten am 9. Juli in Bonn mit einem Ergebnis (vorbehaltlich der Zustimmung der ver.di-Gremien). Es beinhaltet in Zusammenfassung:
  • eine Einmalzahlung in 2008 in Höhe von 900 € (beurlaubte Beamte 765 €)
  • eine Anhebung der Entgelttabellen ab 1.1.2009 um 3,1 Prozent
  • das individuelle Jahreszielgehalt wird bei allen Tarifbeschäftigten zum 1.1.2009 um 3,1 Prozent erhöht.
Mit dem ausgehandelten Ergebnis erfolgt in 2009 die Weitergabe der Tariferhöhung 1:1 (ohne GÜP). Die Laufzeit des Tarifvertrages geht bis zu 31. Dezember 2009. Das Verhandlungsergebnis gilt für die T-Systems -ES, -GEI, -BS und -MMS.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass sich der Arbeitgeber mit seinem Ansinnen, die allgemeine Tariferhöhung an das Erreichen von Unternehmenszielen (EBIT) zu koppeln, nicht durchsetzen konnte.
Weitere Informationen auch unter: http://tk-it.verdi.de/fg_it/t-systems

Siemens-Mitarbeiter müssen für das Missmanagement bezahlen

Rahmen seines Sparprogramms, bei der das Unternehmen weltweit 17.000 Arbeitsplätze abbauen will, plant die Siemens AG laut Zeitungsberichten auch Gehaltskürzungen. So versuche das Management derzeit etwa rund 390 Vertriebsmitarbeiter der Healthcare-Sparte herunter zu gruppieren. Damit würden die Mitarbeiter ein Zehntel ihres Gehalts verlieren. Betriebsrat Heinrich Urban, wies diese Pläne gegenüber dem Spiegel als "Unverschämtheit" zurück. Überhaupt falle auf, dass die Mitarbeiter für das bisherige Missmanagement bezahlen müssten: "Das Sparprogramm soll rund 1,2 Milliarden Euro bringen", so der Betriebsrat, "fast so viel, wie die Aufklärung der Korruptionsaffäre bislang gekostet hat.“

Berlin setzt auf privat finanziertes WLAN für die Stadt

Der Berliner Senat will ein primär privat finanziertes und betriebenes WLAN-Angebot für die Stadt einrichten. Der Senat prüft zurzeit, ob auch öffentliche Standorte, wie z.B. Lichtmasten und öffentliche Gebäude zur Verfügung gestellt werden können, um ein solches Netzwerk aufzubauen. Damit hat sich die Stadtregierung dagegen entschieden, den im BerlinBackBone zusammengeschlossenen nichtkommerziellen Hotspot-Betreibern unter die Arme zu greifen. "Aufgrund der positiven Rahmenbedingungen besteht zurzeit kein Anlass für den Senat, im Bereich der Berliner Freifunknetze einzugreifen", schreibt der Senat.

Unitymedia sondiert Börsengang

Der zweitgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber Unitymedia trifft Presseberichten zufolge erste Vorbereitungen für einen möglichen Börsengang. Bisher seien die Planungen aber noch in einer sehr frühen Phase. Daneben werde von den Unitymedia-Eignern BC Partners und Apollo Management auch ein Verkauf an einen strategischen Investor erwogen. Apple-Händler Gravis hingegen hat seinen Börsengang wegen schlechtem Börsenumfeld abgesagt. Bisher war von einem Börsengang innerhalb der zweiten Jahreshälfte die Rede. Sein Wachstum will Deutschlands größter Apple-Händler nun durch einen strategischen Partner finanzieren. Gravis beschäftigt 700 Mitarbeiter an rund 30 Standorten.

EU-Pläne bedrohen das freie Internet

Bürgerrechtler warnen: Internationale Medienkonzerne und ihnen nahestehende EU-Abgeordnete wollen noch im Laufe dieses Sommers dafür sorgen, dass das Internet in Europa gefiltert werden kann. Der Hebel dazu wird im Telekompaket angesetzt, mit dem der Kommunikationsmarkt in der EU neu geregelt werden soll. Diese Änderungen laufen darauf hinaus, dass die europäischen Internet-Provider ihren Status als neutrale Informationsübermittler verlieren und für die Inhalte verantwortlich gemacht werden, die über ihre Systeme übertragen werden, warnen Bürgerrechtler wie die französische Initiative La Quadrature du Net, das deutsche Blog Netzpolitik.org und die britische Open Rights Group. Denn damit werden die Provider dazu verpflichtet, den gesamten Datenverkehr im Internet permanent zu überwachen und zu kontrollieren. Am 2. September soll im EU-Parlament über das Telekompaket abgestimmt werden.

Überwachungsstaat kostet Briten 25 Milliarden Euro

Der britische Steuerzahlerverband hat ausgerechnet, dass es jeden britischen Haushalt 800 Pfund im Jahr kostet, was die Regierung sich an Big-Brother-Maßnahmen ausgedacht hat. Allein die Einführung von biometrischen Personalausweisen kostet satte 19 Milliarden Pfund. Die allgegenwärtigen Überwachungskameras schlagen mit 500 Millionen Pfund zu Buche, eine zentrale DNA-Datenbank mit 300 Millionen Pfund. Korruption und missbräuchlich angewandte Anti-Terror-Gesetze kosten weitere 68 Millionen Pfund, rechnet die Tax Payers’ Alliance (TPA) vor.
http://tpa.typepad.com/waste/files/the_cost_of_big_brother_government.pdf

IT-Arbeitsmarkt: Nachfrage nach Internet-Spezialisten hält an

In den ersten sechs Monaten hat sich das Wachstum am IT-Arbeitsmarkt deutlich abgeschwächt. Nach einem Plus von 20 Prozent im Vorjahreszeitraum wurden im ersten Halbjahr 2008 lediglich sechs Prozent mehr IT-Stellen ausgeschrieben. Das ist das zentrale Ergebnis einer Markt-Analyse des Personaldienstleisters Adecco. Insgesamt wurden 16.598 IT-Arbeitsplätze ausgeschrieben. Im Jahr zuvor waren es noch 15.612. Besonders gefragt waren im ersten Halbjahr mit 3.735 Offerten die Anwendungsentwickler. Auch System- und Datenbank-Spezialisten erfreuten sich mit 2.102 offenen Stellen reger Nachfrage. Größer als im ersten Halbjahr 2007 war auch das Arbeitsplatz-Angebot für Internet-Spezialisten.
Um fünf Prozent zurückgegangen, sind die Stellenangebote in Beratungs- und Softwarehäusern. Am stärksten wuchs die Zahl der Job-Angebote im öffentlichen Dienst mit einem Plus von 50 Prozent, wohingegen im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie in der Elektrotechnik kaum mehr IT-Stellen ausgeschrieben wurden. Einen leichten Rückgang verzeichnen die Finanzindustrie und Zeitarbeitsfirmen.



Der ICH BIN MEHR WERT-Newsletter im Abo
Bleiben Sie up-to-date und abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter für die IT-Branche und erhalten zweimal im Monat eine aktuelle Zusammenfassung über die aktuellen Entwicklungen.
Zur Anmeldung

©  ICH BIN MEHR WERT  ~  wegewerk> wwEdit CMS 2.8.7
Mathias B., Rostock
„Gerade in der jetzigen Zeit, die geprägt ist von regelmäßigen Umstrukturierungen, ist es wichtig, die Stärke der Kolleginnen und Kollegen zu bündeln. Denn nur gemeinsam kann man etwas bewirken. Deshalb bin ich ver.di-Mitglied."