Keine Frühjahrsbelebung am IT-Arbeitsmarkt
Die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Arbeitslosen aus dem IT-Bereich lag im Mai bei rund 27.000. 1283 Systemanalytiker und Organisatoren, 2106 Anwendungsprogrammierer, 2228 Systemprogrammierer, 6766 Rechenzentrumsfachleute, 1448 IT-Vertriebsfachleute, 6107 Datenverarbeitungskaufleute, 6567 Informatiker, 882 sonstige Datenverarbeitungsfachleute sowie vier Datenverarbeitungsfachleute ohne nähere Angabe waren demnach offiziell arbeitslos gemeldet. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen lag hingegen bei rund 7.500. Damit ist es nicht zu der erwarteten "Frühjahrsbelebung" gekommen, wie die Agentur zugeben muss.
ver.di-Vorstand Lothar Schröder kündigt Verfassungsklage gegen Vorratsdatenspeicherung an
Nach Ansicht des stellvertretenden Telekom-Aufsichtsratsvorsitzenden und ver.di Vorstandsmitglieds Lothar Schröder hat die lange Speicherung der Telefondaten auf Vorrat die Bespitzelungen bei der Deutschen Telekom AG erst möglich gemacht. "Ich halte das für einen absoluten Unsinn", sagte das ver.di-Bundesvorstandsmitglied am 2. Juni im Interview mit dem ZDF-Morgenmagazin. "Deswegen wird ver.di in dieser Frage auch Verfassungsklage erheben." Zugleich wandte Lothar Schröder sich gegen den Vorwurf, die Telekom sei ein "Saustall". Denn dort leisteten Zehntausende Beschäftigte Tag für Tag gute Arbeit.
Ein ausführlicher Kommentar von Lothar Schröder auf ver.di.de:
http://tk-it.verdi.de/news/kommentar_bespitzelungsaffaere
Arbeitsmarkt Ausland: Auf in die Schweiz
Internet-Jobbörsen in der Schweiz verzeichnen ein ungeheures Wachstum an Stellenangeboten. Nach dem "jobpilot-index" der Fachhochschule Nordwestschweiz und der Universität Zürich hat sich das Angebot seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2001 verdoppelt. Aber auch die Stellenangebote in gedruckten Medien haben gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent zugelegt, wie der Printmedien-Index der Fachhochschule nachweist. Gesucht werden neben Technikern und Wissenschaftlern insbesondere auch IT-Spezialisten. Insgesamt weist das Bundesamt für Statistik für die Schweiz ein ungebrochen kräftiges Beschäftigungswachstum aus, wie das Portal Jobpilot ausführt. Einziger Wermutstropfen: Die Schweiz ist bekanntlich kein Einwanderungsland.
IT macht fett
Stress führt zu falscher Ernährung, das gilt naheliegender Weise wohl auch für Jobs in der IT. Der Personalvermittler CareerBuilder wollte es genauer wissen und befragte in den USA 7700 Angestellte verschiedener Branchen über eventuelle Gewichtszunahmen. Das Ergebnis: Rund ein Drittel der IT-Fachkräfte gab an, durch ihren Job mehr als fünf Kilo zugelegt zu haben und 17 Prozent vermeldeten mehr als zehn Kilo "Zuwachs". Noch ungesünder sind anscheinend aber Berufe im Finanzsektor und der Beamtenstatus: Hier gaben jeweils über die Hälfte der Befragten eine deutliche Gewichtszunahme an.
Tarifauseinandersetzung bei Media Broadcast GmbH: EM-Fernsehübertragungen gefährdet?
Bereits seit März wird bei der Media Broadcast GmbH die Entgelttarifrunde verhandelt. Die Media Broadcast GmbH ging aus der T-Systems Media&Broadcast GmbH hervor, die im Januar 2008 von der Deutschen Telekom an die französische TDF-Gruppe verkauft wurde. Um die festgefahrenen Verhandlungen beim größten deutschen Dienstleister für Bild- und Tonübertragungen voranzubringen, werden erste Arbeitskampfmassnahmen erwogen. Zu der Frage, ob nun während der EM streikbedingte Übertragungsausfälle drohen sagte Michael Jäkel, der ver.di Verhandlungsführer: "Wir hoffen, dass die nächste Verhandlungsrunde am 4. Juni zu einem Ergebnis führt und weitere Maßnahmen nicht notwendig werden".
Akademiker für mehr Ausländer
Eine Mehrheit der Hochqualifizierten in Deutschland befürwortet die Zuwanderung von Spezialisten aus dem Ausland. Das vermeldet der Branchenverband BITKOM unter Berufung auf eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa. Demnach sprachen sich fast 60 Prozent der Bundesbürger mit Hochschulabschluss oder Abitur für die Zuwanderung ausländischer Spezialisten aus, um den Fachkräftemangel in Deutschland zu lindern. 39 Prozent der Befragten sind allerdings dagegen. Bei den Bundesbürgern mit geringerem Bildungsniveau kehrt sich das Verhältnis genau um: Von den Umfrageteilnehmern mit Haupt- oder Realschulabschluss waren nur 38 Prozent für eine gezielte Zuwanderung, aber 60 Prozent dagegen. Von den Befragten ohne Schulabschluss sprachen sich schließlich nur 27 Prozent für Zuwanderer aus. BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer hält dagegen: "Spezialisten aus dem Ausland bringen auch den Geringqualifizierten neue Arbeitsplätze. Im Schnitt schafft jeder zugewanderte Hochqualifizierte zwei bis drei zusätzliche Arbeitsplätze in seinem Umfeld. Hier müssen wir mehr aufklären." Derzeit fehlen laut BITKOM in Deutschland Zehntausende von Experten. Das deutsche Bildungssystem könne den Bedarf der Wirtschaft nicht decken, so Scheer außerdem.
Ingenieure und Software-Entwickler sind gesucht
Im ersten Viertel des Jahres 2008 haben Deutschlands Arbeitgeber rund 55.000 Ingenieure sowie 13.300 Softwareentwickler gesucht. Ein gesamtwirtschaftlich bedeutsamer Fachkräftemangel, der das wirtschaftliche Wachstum und die Beschäftigungsentwicklung bremse, sei damit jedoch noch nicht gegeben, widerspricht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB), welches diese Zahlen herausgegeben hat, den Alarmmeldungen einschlägiger Lobbyisten (s.o.). So hätten nur sieben Prozent der befragten Unternehmen das Fehlen von geeigneten Bewerbern als Einstellungshindernis angegeben, aber 19 Prozent das Fehlen von Aufträgen. Als Gesamtprognose für 2008 rechnete in einer letztjährigen Umfrage noch ein Drittel der vom IAB befragten Unternehmen mit einer Zunahme der Beschäftigungsangebote. Allerdings habe mittlerweile die aktuelle Finanzkrise die Erwartungen gedämpft, so dass der Zuwachs tatsächlich geringer ausfallen dürfte. So sei das Angebot mit 1,14 Millionen offenen Stellen im ersten Quartal 2008 um immerhin 80.000 geringer gewesen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres und sogar um 250.000 Stellen geringer als im ersten Quartal 2006. Im Gegensatz zur Bundesagentur für Arbeit erfasst das IAB alle Stellenangebote in Deutschland per Umfrage.
Microsoft ist "Bester Arbeitgeber"
Der Softwarekonzern Microsoft wurde vom Great Place to Work Institute zum besten Arbeitgeber mit mehr als 500 Mitarbeitern in Europa gekürt, gefolgt von Google, Cisco, 3M und Impuls Finanzmanagement. Als bester deutscher Arbeitgeber kommt SAP auf Platz 16. Bei den kleineren Unternehmen landete die deutsche Firma Consol Software auf dem zweiten Platz hinter der finnischen Reaktor Innovations, gefolgt von der ebenfalls deutschen 4flow. Kriterien des Rankings, an dem 1250 Unternehmen teilnahmen, waren Faktoren wie das Verhältnis zwischen Firmenleitung und Mitarbeitern, der Mitarbeiter untereinander sowie zu ihren jeweiligen Aufgaben. Bewertet wurden zudem "offene Kommunikation, Beteiligung an wichtigen Entscheidungen, Gleichbehandlung und Zusammenhalt".
Finanz IT und Sparkassen-Informatik streichen Jobs
Die geplante Fusion der beiden IT-Dienstleister der Sparkassen, Finanz IT und Sparkassen-Informatik, wird möglicherweise 1400 Beschäftigte den Job kosten. Das berichtete die Neue Presse Hannover. Aus Sicht der Unternehmensleitung soll es sich dabei um eine "natürliche Fluktuation" handeln, die bis 2012 vonstatten gehe. ver.di sieht den so oder so offensichtlich geplanten Job-Abbau mit Sorge und verweist darauf, dass hierzu noch keine Gespräche mit dem Betriebsrat stattgefunden hätten. Unterdessen sind bereits einige Mitarbeiter vorsorglich bei anderen Unternehmen untergeschlüpft, wie es heißt. Die Sparkassen-Informatik mit ihrem Standort in Frankfurt beschäftigt zur Zeit 3600 Menschen, das Rechenzentrum Finanz IT in Hannover hat 2200 Mitarbeiter. Durch die Zusammenführung der beiden Unternehmen in den nächsten fünf Jahren sollen nach den Vorstellungen der Verantwortlichen pro Jahr 200 Millionen Euro eingespart werden.
Infineon spart ohne Ziebarth
Nach wochenlangen Spekulationen über seinen bevorstehenden Rücktritt hat Infineon-Chef Wolfgang Ziebarth den Vorstandsvorsitz aufgegeben. Als neuer Vorstandssprecher wurde Peter Bauer, als neuer Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley gewählt. Im Rahmen eines umgehend angekündigten Sparprogramms will der angeschlagene Halbleiterproduzent die Herstellungskosten weiter reduzieren und sich zudem straffer organisieren. Einzelheiten über das "IFX 10-Plus" genannte Programm waren aber noch nicht zu erfahren, vielmehr hieß es, diese würden erst noch entwickelt.
Grüne IT ist vorerst nur ein Wort
Die von vielen Herstellern neuerdings heftig propagierte Umstellung der Unternehmens-IT auf umweltverträgliche und vor allem energiesparende Lösungen, als "Green IT" unter anderem auch ein großes Thema der vergangenen CeBIT, wird von den Adressaten offenbar nicht ernst genommen. Dies ergab eine Umfrage des IT-Magazins CIO. Demnach erklärten 54 Prozent der befragten IT-Manager, "Green IT" sei bloß ein Modewort. Lediglich 13 Prozent gaben an, entsprechende Projekte zu planen, 12 Prozent verwiesen auf in ihren Unternehmen bereits angelaufene Projekte im Sinne "grüner IT". 21 Prozent der befragten 1750 Entscheider sagten hingegen, das Thema interessiere sie "überhaupt nicht".
Innovationswettbewerb bei Fujitsu Siemens
Die Fujitsu Siemens Computers AG hat einen offenen Innovationswettbewerb im Web gestartet. Kunden, Partnern oder IT-Spezialisten von Hochschulen und Industrie wird die Möglichkeit gegeben, Ideen zu IT Services für zukunftssichere Data Center einzugeben und hochwertige Preise zu gewinnen. Der Wettbewerb läuft noch bis zum 6. Juni. Mehr unter:
http://Innovation-Contest.Fujitsu-Siemens.com.
Balda baut ab
Der Handyschalen-Zulieferer Balda wird nach dem Verkauf die Hanse IK, eine Beteiligungsgesellschaft, nach eigenen Angaben Arbeitsplätze streichen müssen. Wie viele der 320 Mitarbeiter gehen müssen, sei noch unklar. Es werde bereits über einen Sozialplan verhandelt, die Gespräche mit dem Betriebsrat verliefen "gut", so die Geschäftsführung. Gemeinsames Hauptinteresse sei es, den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, dies ginge indes nur über Einsparungen.