Mehr Jobs in der IKT-Branche
Die IKT-Branche (Informations- und Kommunikationstechnologie) wird im Jahr 2008 rund 820.000 Menschen beschäftigen, Tendenz weiter steigend. Das vermeldet der Branchenverband Bitkom und zitiert dabei eine Umfrage, der zufolge 57 Prozent der Unternehmen in Deutschland zusätzliche Stellen schaffen wollen, lediglich neun Prozent planten einen Stellenabbau. Gesucht werde IT-Spezialisten vor allem von Systemhäusern und Dienstleistern. Zwei Drittel der befragten Unternehmen befürchten laut Bitkom, dass der Fachkräftemangel ihr Geschäft ausbremsen könnte. "Der Markt ist leergefegt", meint Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer.
Weniger arbeitslose IT-Fachleute
Die Bundesagentur für Arbeit meldet zurückgehende Arbeitslosenzahlen im IT-Bereich für den März. Der Rückgang ist allerdings minimal, aktuell geht es um 28.563 Betroffene gegenüber rund 30.000 zum Jahresanfang. Die Zahl der offenen Stellen erhöhte sich - ebenfalls geringfügig - auf 7465. Der Trend erscheint dennoch positiv: Während 5288 IT-Fachleute sich im März neu arbeitslos meldeten, verbuchte die Agentur 6218 "Abgänge", wie es behördensprachlich heißt. Seit dem Januar 2006 (über 50.000 arbeitslose IT-Kräfte) hat sich die Zahl der offiziell gemeldeten Arbeitssuchenden in der Branche fast halbiert.
Mehr Internet-Jobs: Wachstum um bis zu 1768 Prozent
Einer Studie von Webmaster Europe zufolge haben sich die Stellenangebote für Internetexperten im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich mehr als verdoppelt. Die Anzahl der gefundenen Stellenangebote liegt für die Job-Bezeichnungen zwischen 65 Prozent (Webmaster) und 437 Prozent (Web-Entwickler) höher als vor einem Jahr. Im Mittel beträgt die Zunahme für alle untersuchten Berufsbezeichnungen 133 Prozent und für bestimmte Stichworte zu Berufsprofilen 249 Prozent. Besonders stark, so der Branchendienst iBusiness, hat die Zahl der Stellenangebote für Web-Business-Experten zugenommen. Aber auch Web-Designer und Web-Entwickler werden stark nachgefragt. Im März 2007 wurden für die bestimmte Profile im Bereich Web Business Management 1710 Stellenanzeigen gefunden, in diesem Jahr 10.233. Das entspricht einer Zunahme um fast 500 Prozent. Die stärkste Zunahme entfiel dabei auf den Suchbegriff 'Web-Marketing' beziehungsweise 'Webmarketing' (plus 1768 Prozent).
Gesucht: SAP-Spezialisten
Die Nachfrage nach SAP-kundigen IT-Experten hat in der letzten Zeit wieder deutlich zugenommen. Diese Feststellung macht die Auftragsbörse Projektwerk anhand der dort eingehenden Ausschreibungen. So wurden im ersten Quartal des Jahres 2008 bereits mehr als 500 Projekte für SAP-Spezialisten ausgeschrieben, das ist praktisch doppelt so viel wie im gesamten Jahr 2007. Auch Java/J2EE steht hoch im Kurs: Rund 200 Projekte haben Arbeit für entsprechende Fachleute zu vergeben. Um rund 50 Prozent stieg nach den Erkenntnissen von Projektwerk auch der Bedarf an Oracle- und SQL-Leuten. Gute Zeiten für Freiberufler also in ausgewählten Bereichen; lediglich die Nachfrage nach C++-Programmierern sackt in den Keller - diesbezügliche Ausschreibungen gingen um fast 70 Prozent nach unten.
Nokia 1: Sozialplan steht
Belegschaft und Betriebsrat des im Juni schließenden Nokia-Werks in Bochum zeigen sich zufrieden mit dem nun vereinbarten Sozialplan. Nokia zahlt danach insgesamt 200 Millionen Euro, von denen 185 Millionen für Abfindungen an die 2300 Mitarbeiter vorgesehen sind. Rein rechnerisch sind das mehr als 80.000 Euro pro Kopf. Um eine gleichmäßige Verteilung sicherzustellen, soll es eine Obergrenze von 220.000 Euro pro Kopf geben. Das finanzielle Volumen dieses Sozialplans ist unter Wirtschaftsfachleuten allerdings schon in die Kritik geraten, wie etwa beim Institut der deutschen Wirtschaft: Hohe Abfindungen gefährden demnach den Standort Deutschland, indem sie auf zukünftige Investoren abschreckend wirken, heißt es. Die restlichen 15 Millionen Euro fließen nach bewährtem Muster in eine Transfergesellschaft, die den Betroffenen zunächst einmal zeitlich etwas Luft verschafft, unter anderem auch, um sich weiterzuqualifizieren oder umzuschulen und schließlich einen neuen Arbeitgeber zu finden.
Nokia 2: Ermittlungen wegen Subventionsbetrug eingestellt
Die Staatsanwaltschaft in Bochum hat ihre Ermittlungen gegen den Handy-Konzern wegen Subventionsbetrugs eingestellt. Es hätten sich keine Anhaltspunkte für betrügerisches Verhalten ergeben, heißt es. Bürger hatten Strafanzeige erstattet, weil ihnen die Werksschließung im Zusammenhang mit den zuvor erhaltenen Fördergeldern verdächtig vorkam. Auch Politiker hatten öffentlich von Betrug gesprochen. Die Forderung der nordrhein-westfälischen Landesregierung auf Rückzahlung von 60 Millionen Euro wegen Nichterfüllung der Vereinbarungen bleibt aber weiterhin bestehen. Sie muss wohl auf zivilrechtlichem Weg eingeklagt werden, nachdem Nokia erklärt hat, dem nicht nachkommen zu wollen.
Siemens: Betriebsrat akzeptiert Sozialplan
Im Rahmen des geplanten Stellenabbaus bei der Siemens Telefonsparte SEN hat sich die Firmenleitung mit dem Betriebsrat über die soziale Abfederung für die rund 2000 Betroffenen geeinigt. Demnach sollen 800 Mitarbeiter Umschulungsangebote erhalten und in anderen Abteilungen des Konzerns Arbeit finden. 270 "dürfen" in den vorgezogenen Ruhestand gehen, der Rest erhält Aufhebungsverträge mit angeblich hohen finanziellen Abfindungen. Weltweit will Siemens in der Telefonsparte 3800 Arbeitsplätze "abbauen", etwas mehr als die Hälfte davon in Deutschland.
Internet am Arbeitsplatz: Jeder Dritte ist "drin"
Jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland verfügt am Arbeitsplatz über einen Internet-Zugang. Noch zwei Jahre zuvor lag dieser Anteil bei 20 Prozent und im Jahr 2003 bei 16 Prozent. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern bedeutet das einen Platz im oberen Drittel und über dem EU-Durchschnitt von 25 Prozent - nach den Niederlanden und Dänemark (beide 43 Prozent) sowie Schweden (42 Prozent). Diese von der Statistikbehörde Eurostat ermittelten Zahlen hat der Branchenverband Bitkom kürzlich präsentiert. Demnach sind zudem in Deutschland 19 von 20 Unternehmen ab zehn Mitarbeitern online mit der Welt verbunden.
Studie: Zu wenig Studierte in Deutschland
Deutschland hat im Vergleich zu anderen Ländern in Europa zu wenige Akademiker im Berufsleben. So lautet die Schlussfolgerung einer Studie, welche die Dresdner Bank in Auftrag gegeben hat. Demnach liegt der Standort Deutschland in einer Rangliste aus 15 Staaten nur auf dem zehnten Platz. Denn hierzulande verfügen nur 28 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über einen akademischen Abschluss. Nur jeder fünfte Schüler im Alter von 15 Jahren will später studieren, heißt es außerdem in der Studie. Noch vor acht Jahren hatte Deutschland auf Platz acht und über dem damaligen EU-Durchschnitt von 25 Prozent gestanden, doch haben die anderen Länder deutlich aufgeholt. Insbesondere Großbritannien, die Niederlande und Spanien haben laut dieser Studie seitdem um bis zu sechs Prozent Akademikerzuwachs erreicht und liegen mit 34 Prozent deutlich über dem Durchschnitt von 29 Prozent. Auf dem ersten Platz des Rankings liegt Finnland mit einem Akademikeranteil von 40 Prozent.
"Vertrauensarbeitszeit" führt zu mehr Druck auf IT-Beschäftigte
In vielen IT-Betrieben hat mit der Einführung der "Vertrauensarbeitszeit" der Druck auf die Beschäftigten spürbar zugenommen. Wie FuVision, die Zeitung der ver.di-Betriebsräte in genossenschaftlichen IT-Betrieben in der aktuellen Ausgabe schreibt, ist heute häufig nicht mehr die Arbeitszeit entscheidend, sondern das Produkt der Arbeit. Meistens soll die Arbeit zu einem bestimmten Termin fertig sein, egal wie viele Stunden dafür benötigt werden. Je mehr sich der Beschäftigte dabei mit seiner Arbeit identifiziert, desto bereitwilliger lässt er sich einbinden. Durch diese "indirekte Steuerung" setzen sich viele Beschäftigte zunehmend selbst unter Druck. Diesen Prozess unterstützen moderne Managementmethoden. In Zielvereinbarungen verpflichten sich Arbeitnehmer/innen, bestimmte Arbeitsergebnisse in einem festgelegten Zeitraum fertig zu stellen. Ziel- und leistungsorientierte Vergütung bieten zusätzliche Anreize. Nicht mehr die Arbeitszeit wird bezahlt, sondern das Arbeitsergebnis. Der Mitarbeiter "denkt" wie ein Unternehmer. Als Folge nehmen Stress und "burn-out"-Syndrom bei den Beschäftigten zu.
Die aktuelle Ausgabe der FuVision finden sie unter
geno.verdi.de.