Chaos Computer Club veröffentlicht Schäubles Fingerabdruck
Um der Debatte um die biometrische Kompletterfassung Deutschlands eine konkretere Form zu geben, hat der Chaos Computer Club (CCC) in seiner Vereinszeitschrift "Die Datenschleuder" den Fingerabdruck des Bundesinnenministers Dr. Wolfgang Schäuble veröffentlicht. Für die Übertragung des Abdrucks auf Folie um damit Scanner zu täuschen, gab es ebenfalls Tipps vom CCC.
Des Innenministers Daumen soll nur der Anfang sein. Der Datenschleuder ist ein ganzes Album mit "sammelwütigen Politikern" beigelegt.
Fachkräftemangel 1: Höhepunkt laut BITKOM erreicht
Die ITK-Branche wird in diesem Jahr wiederum mehr Menschen einstellen, nun schon zum vierten Mal in Folge. Das erklärt der Branchenverband BITKOM. Demnach stieg die Zahl der Beschäftigten in ITK-Unternehmen um 4000 auf nun 820.000. "Der IT-Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv", kommentiert BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer die Zahlen. Bei einer Erhebung des Verbandes im ersten Quartal 2008 gaben 57 Prozent der Unternehmen an, dass sie im laufenden Jahr zusätzliche Arbeitsplätze schaffen wollen. 34 Prozent wollen die Mitarbeiterzahl stabil halten, nur 9 Prozent müssen Stellen streichen. "Getragen wird der Aufwärtstrend von Software-Häusern und IT-Dienstleistern, die in den vergangenen fünf Jahren mehr als 60.000 neue Jobs geschaffen haben", sagt Scheer. Allein im Vorjahr stellten diese Unternehmen 17.000 zusätzliche Mitarbeiter ein, insbesondere Programmierer, IT-Berater und Projektmanager. Scheer: "Der Arbeitsmarkt für hoch qualifizierte IT-Experten ist inzwischen leer gefegt." Laut BITKOM-Studie geben 65 Prozent der IT-Unternehmen an, dass der Mangel an IT-Spezialisten ihre Geschäftstätigkeit bremst. "Der Expertenmangel erreicht damit einen neuen, nicht wirklich positiven Rekordwert. Die Situation spitzt sich immer stärker zu", sagte Scheer. "Die IT-Branche finanziert mittlerweile fast fünfzig Uni-Lehrstühle und unterstützt mehr als 20.000 Schulen - wir brauchen aber auch mehr öffentliches Engagement.
Fachkräftemangel 2: Mittelstand stellt sich
Allmählich sehen Unternehmer anscheinend ein, dass auch sie ihren Beitrag zur Behebung des viel zitierten Fachkräftemangels leisten müssen. So lautet zumindest das Ergebnis einer Umfrage des Online-Stellenvermittlers Stepstone unter rund 1600 Unternehmen. 71 Prozent sind laut eigener Aussage von der Problematik betroffen. 59 Prozent der Befragten nannten Weiterbildung und auch eine attraktive Selbstdarstellung des Unternehmens als Maßnahmen zur erfolgreichen Behebung des Mangels. Immerhin 69 Prozent geben allerdings den Schwarzen Peter an die Politik weiter, sie solle bessere Ausbildungsmöglichkeiten schaffen. Nur 24 Prozent der Befragten sehen Zuwanderung als probate Lösung. Gefragt sind laut Stepstone derzeit vor allem Ingenieure (43 Prozent), IT-Spezialisten (32 Prozent), Vertriebler (25 Prozent) und Forscher (11 Prozent).
Fachkräftemangel 3: Weiterbildung für Ingenieure nach VDI-Rezept
Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) hat ein Fünf-Punkte-Programm für Unternehmen zum Thema Weiterbildung vorgestellt, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Eine vom VDI in Auftrag gegebene Studie soll deutlich machen, dass dieser durch "schlechte Personalpolitik" und fehlende Investitionen in die Weiterbildung von Mitarbeitern verschärft wird, wie Timo Taubitz vom VDI Wissensforum erläutert. Die Punkte im Einzelnen: Fünf Prozent der Arbeitszeit für Weiterbildung (aktuell werden laut VDI 2,1 Prozent hierfür aufgewendet), Kompetenzmanagement und Weiterqualifikation (gemeint ist gezieltes Fördern von Mitarbeiterpotenzialen), Ausrichtung an Karrierewegen und Positionen (zum Beispiel durch Vermittlung von Soft-Skills), Weiterbildung als Instrument zur Mitarbeiterbindung und schließlich als Unternehmensstrategie. So tendierten Unternehmen häufig dazu, benötigtes Fachwissen von außen einzukaufen anstatt die eigenen Mitarbeiter entsprechend zu qualifizieren, beklagt der VDI.
Telekom 1: T-Systems schafft 3000 Arbeitsplätze - in Indien
Die Telekom-Tochter will in Deutschland jährlich bis zu 4000 Arbeitsplätze streichen, hat T-Systems-Chef Reinhard Clemens kürzlich angekündigt. 3000 neue Arbeitsplätze entstehen dafür unter anderem bei dem neuen Partnerunternehmen Cognizant in Indien. Betroffen seien vor allem Anwendungsentwickler, so Clemens. Der Konzern will auf diese Weise 800 Millionen Euro einsparen, denn der Wettbewerb ist - natürlich - hart. Im Bereich Systemintegration, der unter anderem Großprojekte wie das Lkw-Mautsystem oder das Navigationssatellitensystem Galileo als Aufträge hat, arbeiten derzeit 15.000 Menschen, davon 8000 in Deutschland.
Telekom 2: T-Systems erweitert Auslandsgeschäft mit Großauftrag bei Shell
T-Systems hat zusammen mit EDS und AT&T einen IT-Großauftrag vom Ölkonzern Royal Dutch Shell erhalten. Der Auftrag hat laut T-Systems ein Volumen von einer Milliarde Euro und läuft über fünf Jahre. Shell lagert mit der Auftragsvergabe einen Großteil seiner Informationstechnik und den Telekommunikationsbereich aus.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet wird sich das US-Unternehmen AT&T für 1,6 Milliarden Dollar um den Netzbetrieb kümmern, das US-Unternehmen Electronic Data Systems (EDS) für eine Milliarde Dollar den Nutzerservice übernimmen, und T-Systems die Rechner- und Speicherleistungen in mehr als 100 Ländern bereitstellen. Hierfür wird T-Systems 900 IT-Spezialisten von Shell übernehmen, die unter anderem in den Niederlanden, den USA und Malaysia arbeiten.
Telekom 3: ver.di sieht 10.000 Jobs bedroht
Die Gewerkschaft ver.di sieht bei der Telekom mittelfristig bis zu 10.000 Arbeitsplätze bedroht. Diese alarmierende Einschätzung gab Lothar Schröder aus dem Vorstand der Gewerkschaft gegenüber dem Bonner Generalanzeiger. Die Telekom müsse Stellung beziehen, wie sie angesichts des Ausbaus der Glasfasertechnik und der fortschreitenden Zusammenführung von Netzen die Zukunft ihrer Mitarbeiter sehe, betonte er. Diese hält sich derzeit bedeckt und wollte auf die Äußerungen des Gewerkschaftlers bisher nicht eingehen.
Telekom 4: ver.di ruft zur Teilnahme an der Hauptversammlung auf
Am 15. Mai findet in Köln die Hauptversammlung der Telekom statt. Die Gewerkschaft ver.di ruft auch in diesem Jahr die Belegschaftsaktionäre des Unternehmens wieder dazu auf, daran teilzunehmen. Wer nicht persönlich erscheinen könne, solle seine Stimmrechte an einen Vertreter übertragen. Denn es gebe auch diesmal wieder genug Themen, die auf der Veranstaltung gezielt angesprochen werden müssten, meint ver.di, wie zum Beispiel überzogene Planungsvorgaben an die Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr vereinigte die Telekom-Mitarbeiterin, Betriebsrätin und Aktionärin Kornelia Dubbel als Sprecherin zwei Millionen Stimmen auf sich. Sie sprach vor 8600 Anwesenden.
Dell feuert 8.800 Mitarbeiter
Mit einem milliardenschweren Sparprogramm will der im Weltmarkt an zweiter Stelle stehende PC-Hersteller Dell seine Rendite verbessern. Dazu wird das Stammwerk in Austin, Texas geschlossen und weitere 8.800 Stellen gestrichen. Das entspricht zehn Prozent der weltweiten Belegschaft. Bisher wurden bereits 3200 Stellen abgebaut. Mit den verschiedenen Kostensenkungsmaßnahmen will Dell insgesamt Einsparungen von drei Milliarden Dollar pro Jahr erreichen. Im abgelaufenen Schlussquartal des Geschäftsjahres 2007/2008 sank der Gewinn um sechs Prozent auf nur noch kümmerliche 679 Millionen Dollar. Der Umsatz dagegen stieg um zehn Prozent auf rund 16 Milliarden Dollar.
Siemens trennt sich von Assembly-Sparte
Der Siemens-Konzern plant die Abspaltung seiner Geschäftssparte Electronic Assembly Systems bis Ende September. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Der "maschinenbau-lastige" Geschäftsbereich mit einem Umsatz "im mittleren dreistelligen Millionenbereich", wie ein Firmensprecher zitiert wird, gehöre im Zuge der Umstrukturierung nicht mehr zum Kerngeschäft, so die Begründung. Er soll nun verkauft oder mit einem Partner betrieben werden. Die Mitarbeiter sitzen zur Hälfte in München sowie in Bruchsal und Singapur. Jetzt muss erst mal der Betriebsrat angehört werden.
Wer hört schon auf den CIO?
In Vorstandsetagen spielt der IT-Leiter oder CIO (Chief Information Officer) oft nur die Rolle des Zaungasts bzw. Befehlsempfängers. So lautet das Fazit einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens EIU, in Auftrag gegeben von dem Sicherheitssoftware-Hersteller McAfee. Demnach geht in fast der Hälfte der Unternehmen die Initiative zu neuen IT-Projekten nicht vom CIO sondern vom Vorstandschef oder Geschäftsführer aus. Und nicht einmal die Hälfte der IT-Chefs meldet sich auf Vorsandssitzungen mit eigenen Anliegen zu Wort, behauptet die Studie. Dabei ist nach Meinung von 42 Prozent der Befragten die IT eine herausragende strategische Ressource. Dennoch gelten die IT-Spezialisten im Unternehmen anscheinend immer noch als - vielleicht etwas eindimensionale - Rechenknechte, die bloß die Maschine am Laufen halten. Immerhin 83 Prozent gaben an, der Respekt vor dem IT-Leiter habe sich gerade deswegen in den letzten Jahren gesteigert. Für den IT-Etat hat dies, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage, allerdings nur geringe Auswirkungen: In mehr als der Hälfte der Fälle bleibt dieser gleich - obwohl 82 Prozent der Befragten mit einer Steigerung der Anforderungen rechnen.
Investoren können bei Airbus nicht landen - Verkauf geplatzt
Der geplante Verkauf von Produktionsstätten des Flugzeugbauers EADS (Airbus) findet vorerst nicht statt. Wie ein Sprecher erklärte, sind die monatelangen Verhandlungen mit dem US-amerikanischen Investor Cerberus und der Bremer OHB zu keinem annehmbaren Ergebnis gekommen. Inoffiziell kommen nach Meinung von Beobachtern als Gründe die aktuelle Dollarschwäche und Turbulenzen in der Finanzbranche in Frage. Die drei Werke in Varel, Nordenham und Augsburg mit zusammen rund 6800 Mitarbeitern sollen aber weiterhin zur Disposition stehen.
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