Deutsche stellen 3,2 Milliarden Suchanfragen im Monat
Die Deutschen gehören zu den eifrigsten Nutzern von Suchmaschinen, so eine aktuelle Studie. Wie der Branchenverband BITKOM mitteilt, stammt derzeit jede fünfte Suchmaschineabfrage in Europa aus der Bundesrepublik. Hier werden pro Monat etwa 3,2 Milliarden Suchen gestartet. Meistens geht es darum, Produkte, Nachrichten oder auch Personen zu finden. Die Region mit den meisten Abfragen ist allerdings Asien. Hier werden 20,3 Milliarden Suchaufträge pro Monat abgeschickt, gefolgt von Europa (17,8 Milliarden) und Nordamerika (16,0 Milliarden). Weltweit gibt es insgesamt 61 Milliarden Abfragen pro Monat. "Durchschnittlich startet jeder Deutsche 39 Abfragen pro Monat", so die Hochrechnung von BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer.
Systems mit starkem Besucherrückgang
Mit einem deutlichen Besucherrückgang ist die Computermesse Systems zu Ende gegangen. Zu der Messe mit begleitendem Kongress kamen lediglich rund 42.000 Besucher, nach mehr als 53.000 Besuchern im Vorjahr. Ursprünglich hatten die Veranstalter trotz der Verkürzung von bisher fünf auf vier Messetage auf ein Besucherplus gehofft. Den Besucherrückgang führten die Veranstalter auch auf den Lokführerstreik bei der Deutschen Bahn zurück, der die Anreise erschwert habe. Auch die Zahl der Aussteller sank um 62 auf 1.198.
Telekom verkauft Tochterfirma an Nokia
Mit dem Verkauf ihrer Dienstleistungstochter Vivento Technical Services (VTS) an Nokia Siemens Networks lagert die Telekom einen weiteren Unternehmenszweig aus. Betroffen von der für Anfang 2008 geplanten Übergabe sind 2.000 Mitarbeiter, die dabei allerdings Kündigungsschutz für ein Jahr genießen sollen. Unter dem neuen Eigentümer soll VTS Dienstleistungen für die Telekom erbringen, die Mutter Nokia Siemens sogar deren wichtigster Servicepartner werden. Angestrebt wird die Marktführerschaft im Outsourcing-Geschäft europaweit, wie das Unternehmen ankündigt. Ver.di sieht in den aktuellen Plänen dennoch einen "Ausverkauf", nachdem im Dezember 2006 bereits fünf Call-Center der Tochter Vivento Customer Services (VCS) mit 650 Beschäftigten an die Walter TeleMedien-Gruppe sowie im Mai 2007 fünf weitere Call-Center mit 1100 Mitarbeitern an die Bertelsmann-Tochter Arvato veräußert wurden. Zudem sei Nokia Siemens kein sicherer Arbeitgeber, moniert ver.di. Es drohe ein zweiter Fall Benq. Insgesamt hat sich die Telekom durch Auslagerung von Geschäftszweigen in externe Service-Gesellschaften bereits von 50.000 Mitarbeitern getrennt. Noch bis zu 35.000 weitere sollen folgen, befürchten Gewerkschaft und Belegschaft.
Diskussionen um die Blue Card
Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hat die von der EU-Kommission unter Kommissar Franco Frattini gemachten Vorschläge zur Einführung einer so genannten Blue Card für die erleichterte Einwanderung hoch spezialisierter Arbeitskräfte abgelehnt. Sie verwies zur Begründung unter anderem auf die geplante Qualifizierungsoffensive der Bundesregierung.
Industrieverbände und der Verein Deutscher Ingenieure begrüßten indes die Initiative, ebenso wie die Grünen im Bundestag. Zuvor schon hatte Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) den Vorstoß aus Brüssel abgelehnt, während etwa der IT-Bundesverband BITKOM einen bedrohlichen Fachkräftemangel heraufziehen sieht, wenn die Einwanderung ausländischer Spezialisten nicht erleichtert wird. Das an die US-amerikanische Green Card angelehnte Konzept der EU-Kommission sieht schneller und unbürokratischer erteilte Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen für hochkarätige Arbeitssuchende aus Ländern außerhalb der EU vor. Die 27 EU-Staaten müssen dem Konzept erst zustimmen, bevor es zur Rahmenrichtlinie weiterentwickelt werden kann.
Software schafft IT-Jobs
Rund um das Thema Software werden in Deutschland bis zum Jahr 2011 genau 193.000 neue Jobs entstehen, prognostiziert das Marktforschungsunternehmen IDC in einer Auftragsstudie für Microsoft und spricht von einem "Job-Motor". In den Feldern Herstellung, Entwicklung, Installation, Wartung und Vertrieb von Software soll demnach die Anzahl der Arbeitsplätze jedes Jahr um 5,2 Prozent steigen, während die IT-Industrie insgesamt bloß 2,7 Prozent zusätzliche Jobangebote bereitstellen dürfte, so die IDC-Analysten. Die Ausgaben für Software stiegen in den kommenden Jahren überdurchschnittlich, heißt es weiter. Gegenwärtig arbeiten in Deutschland 1,6 Millionen Menschen in der IT-Branche, 60 Prozent davon im Bereich Software.
Werksschließung bei Toshiba sanft abgefedert
Die Notebook-Produktion von Toshiba in Regensburg wird, wie von dem Unternehmen unlängst angekündigt, aufgegeben. Drei Viertel der 400 Arbeitsplätze werden dabei jedoch erhalten bleiben. Ursprünglich sollten mehr als die Hälfte der Mitarbeiter (250) gekündigt werden. Geplant ist nun, dass immerhin 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Toshiba in Regensburg in den verbleibenden Bereichen Hard- und Software-Entwicklung sowie Qualitätssicherung ihr Auskommen finden. Weitere 120 Kolleginnen und Kollegen wechseln, wie es heißt, zu drei Fremdfirmen, die für den Hersteller Logistik- und Reparaturservices übernehmen. 25 Betroffene haben darüber hinaus zwischenzeitlich neue Arbeitgeber gefunden, die restlichen 75 werden nun zunächst in einer Auffanggesellschaft beschäftigt.
Unqualifizierte Bewerber?
Bewerber für IT-Jobs seien häufig nicht ausreichend qualifiziert, lautet eine verbreitete Klage in der Wirtschaft. Das Unternehmen T&A Systeme, ein erklärter Spezialist im Bereich Netzwerkmanagement, versucht dies aktuell mit Zahlen aus internen Eignungstests zu untermauern: Die Durchfallquote hierbei betrage im Durchschnitt 80 Prozent, heißt es in einem Gespräch der Geschäftsführung mit dem News-Portal Silicon.de. Absolventen würden im Betrieb wissensmäßig praktisch bei Null anfangen. Die Ausbildung an den Hochschulen sei viel zu theoretisch und gehe an den Anforderungen der Wirtschaft vorbei, so die nicht ganz neue Schlussfolgerung. Gefragt seien aber auch soziale und kommunikative Kompetenz, denn im beruflichen Alltag gehe es nicht bloß um die Technik.
Sparkassen Informatik schließt Standorte
In der Auseinandersetzung zwischen ver.di und der Sparkassen Informatik um die geplante Schließung von Standorten ist es nun zu einer Schlichtung gekommen. Für die wochenlang bestreikten Niederlassungen in Karlsruhe, Main, Köln und Duisburg mit insgesamt 1250 Mitarbeitern bedeutet dies im Ergebnis das Aus, erreicht wurde aber ein Sozialplan. Dieser beinhaltet neben Abfindungen auch Arbeitsplatzangebote in den noch verbleibenden vier Standorten München, Frankfurt, Fellbach und Münster, verbunden mit Ausgleichszahlungen für Umzug und Fahrtkosten. Daneben werden flexible Arbeitszeiten und eine Anzahl an Heim-Arbeitsplätzen eingeführt. Die Sparkassen Informatik beschäftigt derzeit noch 4200 Mitarbeiter.
Münchener Systems-Chef gegen Studiengebühren
Auf der Münchener IT-Messe Systems hat sich deren Chef Klaus Dittrich gegen Studiengebühren ausgesprochen. Vor dem Hintergrund des von der Wirtschaft befürchteten Fachkräftemangels sei dies kontraproduktiv, meinte Dittrich. Studierwillige sollten nicht auf diese Weise abgeschreckt werden. Nach den in letzter Zeit vieldiskutierten Studien der EU ist der Anteil an Studierenden in Deutschland bekanntermaßen zu gering, die Zahl der Studienabbrecher allerdings im europäischen Vergleich bedenklich hoch. Die Themen Aus- und Fortbildung bildeten auch auf der diesjährigen Messe wieder einen Schwerpunkt.
Chaos Computer Club knackt digitales Wahlverfahren
Dem Chaos Computer Club ist es gelungen, den "digitalen Wahlstift", der zur Hamburger Bürgerschaftswahl im Februar 2008 eingesetzt werden soll, mit einem Trojaner auszustatten, der das Wahlergebnis verändern kann. Wird der Stift unbemerkt ins Wahllokal mitgebracht und in die Auslesestation gesteckt, überträgt er nicht nur digitale Stimmkreuze, sondern aktiviert ebenfalls ein Manipulationsprogramm, welches auf das Zielsystem übertragen wird. Das Programm nun ist nun in der Lage, Veränderungen auf dem Auswertungsrechner vorzunehmen. Eine Verfälschung des Endergebnisses wird so möglich.
"Der trojanische Wahlstift ist nur einer von vielen verschiedenen Angriffen gegen das Wahlstiftsystem. Es geht hier nicht um das eine oder andere Sicherheitsloch, das noch irgendwie gestopft werden kann. Das prinzipielle Problem ist, dass der Wähler bewusst in die Irre geführt wird. Ihm wird eine Papierwahl vorgegaukelt, die in Wahrheit eine unsichere und intransparente Computerwahl ist", so CCC-Sprecher Dirk Engling.
Mehr auch unter: http://www.ccc.de/updates/2007/wahlstift-hack?language=de
"DerWesten": Bloggerin konzipiert neuen Online-Auftritt der "WAZ"
Gespickt mit zahlreichen "Web 2.0"-Elementen startet am 29. Oktober 2007 "Der Westen", das neue Online Portal der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Der Relaunch der Web-Portals ist der nächste Schritt in einer Umstrukturierung, die mit der viel kritisierten Streichung von sieben Lokalredaktionen begann. Konzipiert hat es Katharina Borchert alias "Lyssa", die sich auch als journalistisch schreibende Bloggerin einen Namen gemacht hatte.
Was die "WAZ" sich nun mit "DerWesten" leistet, ist laut einer ersten Kritik von Spiegel Online "Lokalzeitung und Regionalportal, ist Nachrichten- und Community-Seite mit lokaler Verwurzelung in einem." Das Urteil von SpiegelOnline: "Tatsächlich zeigt "DerWesten", wie Regionalzeitungen im Web bestehen können - ohne ihre Seele zu verlieren."
Der ICH BIN MEHR WERT-Newsletter im Abo
Bleiben Sie up-to-date und abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter für die IT-Branche und erhalten zweimal im Monat eine aktuelle Zusammenfassung über die aktuellen Entwicklungen.