ver.di und Telekom einigen sich
Im Streit um die Auslagerung von 50.000 Beschäftigten der Deutschen Telekom an eigene Service-Gesellschaften haben ver.di und Telekom nach zähem Ringen und sechswöchigem Streik eine Einigung erzielt.
Für die betroffenen Mitarbeiter bleiben die Einkommen erhalten. Möglich wird dies durch ein Absicherungsmodell, das ver.di durchsetzen konnte. Zwar werden die Gehälter im Schnitt um 6,5 Prozent gesenkt, aber die dadurch entstehenden Absenkungen werden in den ersten 18 Monate zu 100 Prozent, danach weitere zwölf Monate lang zu 66,66 und weitere zwölf Monate lang zu 33,33 Prozent durch Zusatzzahlungen ausgeglichen. Gleichzeitig stehen aber Tarifrunden zu dem Zeitpunkt an, wenn sich die Ausgleichszahlungen reduzieren. Da könne dann über die wegfallenden Anteile der Ausgleichszahlungen oder Entgelterhöhungen verhandelt werden, betont ver.di.
Zudem wurde ein Schutz vor Auslagerung aus dem Konzern bis Ende 2010, ein Kündigungsschutz bis Ende 2012 vereinbart und weiterer Rationalisierungsschutz vereinbart.
Die Arbeitszeit verlängert sich allerdings um vier Stunden pro Woche. Ab 2008 soll davon jeder Mitarbeiter eine halbe Stunde in Service-Qualifizierung investieren.
Eine sogenannte Beschäftigungsbrücke für Nachwuchskräfte sieht die Einstellung von 4.000 Azubis vor. Die Einstiegsgehälter werden um mehr als 30 Prozent auf 21.400 bis 23.200 gesenkt.
Die Beschäftigten haben das Tarifergebnis in einer Urabstimmung mit einer Mehrheit von 72,6 Prozent angenommen.
Mehr dazu unter:
http://tk-it.verdi.de/telekom_kampagne_2007
IBM 1: IBM streicht Urlaubsgeld
Im Juni 2007 hat IBM die letztjährige Kündigung der Betriebsvereinbarung „Zusätzliche Urlaubsvergütung“ (ZUV) umgesetzt: Das Urlaubsgeld wurde nicht überwiesen.
"Während der Umsatz von IBM im ersten Quartal 2007 um zehn Prozent gestiegen ist, gehen die Beschäftigten mit einem um fünf Prozent gekürzten Jahresgehalt nach Hause. Das ist ein Skandal", sagte ver.di-IT-Experte Rolf Schmidt.
Mehr dazu unter:
http://tk-it.verdi.de/fg_it/ibm
IBM 2: IBM bringt Social Software für Unternehmen auf den Markt
IBM bringt mit 'Lotus Connections' das industrieweit erste Social-Software-Angebot für Unternehmen auf den Markt. Lotus Connections besteht aus fünf Web 2.0-basierten Modulen - Activities, Communities, Dogear (Bookmarking), Profiles und Blogs. Die Nutzer sollen über Profile leichter und schneller Experten zu bestimmten Themen finden, Interessengemeinschaften beitreten und gründen sowie über Blogs und Bookmarks Ideen und Ressourcen austauschen können. Für Mitglieder der IBM PartnerWorld bietet IBM außerdem ein Angebot: Lotus Connections for Partners. Dabei handelt es sich um eine kollaborative Umgebung, in der Partner ungeachtet von Standort, Größe oder Spezialgebiet Beziehungen aufbauen, um Wissen und Geschäftsideen auszutauschen beziehungsweise Geschäftsmöglichkeiten untereinander sowie gemeinsam mit IBM zu eruieren.
(N)ONLINER Atlas 2007: Erstmals mehr als 60 Prozent im Netz
Über 39 Millionen Deutsche surfen im Internet. Einen Online-Anschluss haben somit erstmals mehr als 60 Prozent der Deutschen über 14 Jahren. Das geht aus dem (N)ONLINER Atlas 2007 hervor, den die Initiative D21 und TNS Infratest am 25. Juni in Berlin vorgelegt haben. Spitzenreiter der Online-Nutzung sind demnach Hamburg und Berlin, Schlusslicht ist das Saarland. Gewachsen ist auch der Anteil der Frauen im Internet.
Zum (N)Onliner Altlas:
http://www.nonliner-atlas.de/
Google droht mit der Abschaltung von Gmail Deutschland
Sollte die Bundesregierung die umstrittene Gesetzesinitiative zur Überwachung des Telekommunikations- und Internetverkehrs aufrecht erhalten, denkt Google über eine Einstellung der deutschen Variante von Gmail nach. Die Pläne zur Vorratsdatenspeicherung entsprächen nicht Googles Wunsch, E-Mail-Konten anonym anbieten zu können. Nach Ansicht des Suchmaschinenbetreiber ist das Vorhaben ein schwerwiegender Eingriff in die Privatsphäre. Google sagte, dass man über eine Einstellung der deutschen Variante von Gmail nachdenkt, wenn die Bundesregierung ihre Überwachungspläne tatsächlich umsetzen sollte. Die Initiative des Bundesjustizministerium sieht derzeit vor, die Anbieter von Internet-Zugängen und E-Mail-Diensten dazu zu zwingen, alle Verbindungs- und Kundendaten in einer Form abzuspeichern, in der alle Nutzer eindeutig identifiziert und ihre Aktivitäten nachvollzogen werden können.
Scheer neuer Bitkom-Präsident
August-Wilhelm Scheer ist neuer Präsident des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). Der Gründer und Vorsitzende des Aufsichtsrats von IDS Scheer ist in die Position aufgerückt, nachdem der ursprünglich dafür vorgesehene Rudolf Gröger auf eine Kandidatur verzichtet hat. Dieser wird außerdem zum 1. Oktober seinen Posten als Vorsitzender von 02 Deutschland aufgeben und in den Aufsichtsrat wechseln. Dort nimmt nun Jaime Smith Basterra den Chefsessel ein, Vorstandsvorsitzender von Telefonica 02 in der Tschechischen Republik.
Jeder zehnte Freelancer ist scheinselbständig
Laut einem Bericht der Freiberufler-Organisation der Gewerkschaft Verdi, Mediafon, führten im Jahr 2006 rund 2.100 von 24.000 Statusprüfungen bei Freiberuflern zum Ergebnis: "nicht selbstständig". Gezählt wurden dabei die Statusfeststellungen auf Antrag, die die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) in Sachen "selbständig oder scheinselbständig" durchführt.
Karstadt-Quelle verkauft IT-Tochter an EDS
Karstadt-Quelle hat 74,9 % seiner IT-Tochter an EDS verkauft. EDS will damit seine Stellung als IT-Dienstleister im Handel ausbauen. Karstadt-Quelle möchte neben Atos Origin einen zweiten IT-Dienstleister im Unternehmen etablieren.
Nach Angaben der Geschäftsleitung von EDS-Itellium sollen keine Arbeitsplätze abgebaut werden. Das Untenehmen wird eine GmbH im EDS Konzern, an der Karstadt-Quelle dann noch mit 25,1 % beteiligt bleibt.
Mehr Hightech-Gründungen
In Deutschland wurden 2006 wieder mehr Hightech-Firmen gegründet. Die Zahl der Neugründungen stieg, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) gemeinsam mit Microsoft ermittelt hat, um 100 auf 17.700. Im Vergleich ist das gut, denn im Gesamten besehen wurden 2006 vier Prozent weniger neue Firmen gegründet. Es waren 243.000. Vor allem aus der Wissenschaft nehmen die Neugründungen eklatant ab, der Anteil der Hochschulausgründungen an allen Start-ups nahm ab von 18 Prozent 2003, 14 Prozent 2004 auf zwölf Prozent in den Jahren 2005 und 2006. Das ZEW macht als mögliche Ursache den Mangel an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern aus. Da junge Fachkräfte verstärkt vom Arbeitsmarkt nachgefragt werden, würden diese weniger das Risko eine Firmengründung eingehen.
Spezialisten sollen leichter nach Deutschland kommen können
Nach dem Willen von Bundesforschungsminister Annette Schavan (CDU) soll es künftig ausländischen Arbeitskräften einfacher gemacht werden, wenn sie nach Deutschland kommen wollen. Gegenüber dem „Spiegel“ sagte sie, dass der Mindestverdienst von 85.000 Euro für Spezialisten, die einwandern wollen, viel zu hoch sei. Schavan will die Grenze auf einen Betrag zwischen 40.000 und 60.000 Euro senken. Außerdem denkt sie an eine Art Punktesystem, um die Eignung des potenziellen Zuwanderers zu prüfen. Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit OECD hat an die Bundesregierung appelliert, mehr Zuwanderung zuzulassen, um einem Arbeitskräftemangel entgegen zu wirken. In einem Bericht hatten die Experten festgestellt, dass in Deutschland schneller und in größerem Umfang als bei den meisten anderen OECD-Ländern die Erwerbsbevölkerung schrumpfen werde. Besonders für Hochqualifizierte sollte jetzt die Zuwanderung vereinfacht werden. Schavans Pläne kritisiert vor allem Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD), der die nach wie vor hohe Arbeitslosenzahl ins Feld führt.
Motorola will in Deutschland bleiben
Bereits in Kürze will Motorola Deutschland-Chef Ralf Gerbershagen einen Käufer für die Logistik-Sparte in Flensburg gefunden haben. Das sagte er gegenüber dem „Tagesspiegel“. Bereits mit zwei Firmen seien Vorverträge geschlossen worden, sagte Gerbershagen, ohne Namen zu nennen. Motorola will die Logistik an diese Firma outsourcen. An den vier Standorten Taunusstein, Flensburg, München und Berlin werde festgehalten. Aber im Herbst 2007 wird die UMTS-Handyproduktion von Flensburg nach China verlagert. Für die 230 betroffenen Mitarbeiter ist ein Sozialplan erarbeitet worden.
Brüssel zerrt Berlin vor den europäischen Gerichtshof
Die EU-Kommission wird eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gegen die Bundesregierung einleiten. Gegenstand der Klage ist das neue Telekommunikationsgesetz, das der Telekom eine zeitweilige Freistellung von Regulierung beschert. Medienkommissarin Viviane Reding hat erklärt, dass die Regierung mehrfach gewarnt worden wäre, eine solche Bestimmung in ihr Gesetz aufzunehmen, da dies gegen EU-Recht verstößt. Damit würde die Telekom rechtswidrig bevorteilt. Ein Verfahren war bereits im Februar eingeleitet worden, die entsprechende Klage vor dem EuGH ist der letzte Schritt in dem Verfahren. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums hat allerdings betont, man sehe das Gesetz als EU-konform an. Auch die Telekom pocht auf das „EU-konform“.
Marktforscher raten Unternehmen zu Instant Messaging
Bis zum Jahr 2011 wird sich Instant-Messaging als die Online-Kommunikationanwendung Nummer eins etabliert haben, wie das US-amerikanische Marktforschungsinstitut Gartner prognostiziert. Gartner geht davon aus, dass bereits in rund vier Jahren 95 Prozent der Angestellten in internationalen Großkonzernen Instant-Messaging nutzen. Derzeit nutzt laut Gartner erst ein Viertel dieser Mitarbeiter Instant-Messaging. "Instant Messaging bietet Unternehmen viele Vorteile", weiß Marktforscher David Mario Smith. "Allein die Tatsache, in einer einzigen Anwendung mit Text, Schrift und Video kommunizieren zu können, ist bemerkenswert." Smith rät Unternehmen daher, möglichst bald Instant Messaging in ihrer Firma einzusetzen.