Warnstreiks bei der Telekom
Auch die dritte Verhandlungsrunde zwischen ver.di und der Telekom über die Ausgliederung von Teilen des Konzerns in eine Gesellschaft T-Service ist ohne Einigung verlaufen. Der Konzern hat die ver.di-Erwartungen nicht erfüllt. Die Gewerkschaft: "Nach wie vor verweigert sie die gesonderten Verhandlungen zu unserer ver.di Forderung nach einem Tarifvertrag Auslagerungsschutz." Weil bereits vorher die Verhandlungen zwischen der Telekom und ver.di ins Stocken geraten waren, hatte die Gewerkschaft zu Warnstreiks aufgerufen. Diese flankierten die dritte Gesprächsrunde. Bereits am 11. April hatten 1.000 Beschäftigte gegen die Pläne der Telekom demonstriert, die Arbeitnehmer mit der Ausgliederung länger und für weniger Geld arbeiten zu lassen. Am 12. April waren es 8.000 Beschäftigte bundesweit. "Sie befürchten, dass sie die Rechnung für jahrelanges Missmanagement zahlen müssen," sagte Lothar Schröder, Verhandlungsführer von ver.di. Die Telekom hatte gedroht, T-Service auch ohne eine Einigung am 1. Juli auszugründen. Schützenhilfe bekam ver.di von der SPD-Fraktion im Bundestag. Sie appellierte an den Konzern, auf ver.di zuzugehen. Denn eine Neuausrichtung sei nur gemeinsam mit den Mitarbeitern möglich.
Für weiteren Unmut in der Sache hat auch die Ankündigung der Telekom gesorgt , künftig niedrigere Einstiegsgehälter zahlen zu wollen. In den Bereichen Service, Kundendienst und Netzproduktion sollen dann nur noch 20.000 Euro brutto üblich sein - im Gegensatz zu der jetzigen Spanne von 30.000 bis 34.000 Euro.
Mehr dazu unter:
http://tk-it.verdi.de/news/
warnsteiks_bei_der_telekom/data/1204_telekom.pdf
Siemens-Affäre: IG Metall stellt Strafantrag
Die Affäre um Bestechung von Betriebsräten bei Siemens zieht weitere Kreise: Weil die Gewerkschaft IG Metall eine Begünstigung der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) durch Siemens als gegeben ansieht, hat die Gewerkschaft einen Strafantrag nach §119 Betriebsverfassungsgesetz gestellt. Es seien Indizien vorhanden, dass die AUB von Siemens gezielt gefördert worden war, um damit so eine Art Gegengewerkschaft zur IG Metall aufzubauen, heißt es. Die AUB will ebenfalls auf die Vorwürfe reagieren und Änderungen einläuten: "Wir haben beschlossen, der AUB eine ganz neue Struktur zu geben", sagte die Vize-Bundesvorsitzende Ingrid Brand-Hückstädt dem Tagesspiegel. Der mittlerweile freigestellte Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer soll dem früheren Bundesvorsitzenden Wilhelm Schelsky zwischen 2001 und 2005 insgesamt 15,5 Millionen Euro für Beraterhonorare gezahlt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, weil diesem Honorar keine adäquate Gegenleistung gegenüber steht. Johannes Feldmayer ist derweil gegen Kaution wieder auf freiem Fuß. Nach Informationen des Spiegel soll nun auch der Aufsichtsrat nach den unzähligen Affären Konsequenzen ziehen. Mehrere Aufsichtsratsmitglieder wollen einem Bericht zufolge den Chef des Aufsichtsrates Heinrich von Pierer zum Rücktritt bewegen. Von Pierer war Vorstandschef bei Siemens, als die AUB-Zahlungen erfolgten.
Bei Kabel Deutschland müssen weniger gehen
Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und dem angeschlagenen Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland haben einen kleinen Erfolg gebracht: Statt wir geplant 380 werden jetzt nur noch 200 Stellen im technischen Service gestrichen. Bei Kabel Deutschland sind 2.700 Mitarbeiter beschäftigt. In anderen Bereichen will das Unternehmen außerdem noch Leute einstellen.
Der IT-Service-Markt wird umgekrempelt
Im Jahr 2011 werden in Deutschland 80 Prozent aller Kosten für IT-Services von externen Dienstleistern in Rechnung gestellt. Insgesamt hat der Markt einen Wert von 33 Milliarden Euro. Das hat eine Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney ergeben. Auf die Dienstleister kommt ein enormer Wandel zu, so die Experten: Die besten Chancen habe, wer Zugang zu Niedriglohnressourcen habe oder eine Spezialisierung auf eine besondere Branche besitze. Wohingegen Dienstleister ohne kritische Masse und mit unklarem Profil der Konsolidierung zum Opfer fielen. Das bedeutet auch für die Arbeitnehmer harte Einschnitte: 120.000 klassische IT-Jobs würden bis 2011 abgebaut, prognostiziert die Studie. Dem stehen nur 25.000 Stellen gegenüber, die neu geschaffen würden. Bei den neuen Job-Profilen sind vor allem Fachkräfte mit Branchen-Know-How und Wirtschaftswissen gefragt.
Mehr dazu unter:
http://www.atkearney.de/content/presse/
pressemitteilungen_practices_detail.php/practice/sitp/id/49882
Service: Kunden sind ungeduldig
Beinahe die Hälfte der Kunden in Europa wechselt ihren Anbieter, wenn ein Problem nicht binnen einer Woche behoben wird. Ein Fünftel orientiert sich bereits neu, wenn die Bearbeitung länger als einen Tag dauert. Das ist das Ergebnis einer europaweiten Studie von Easynet in Zusammenarbeit mit dem britischen Meinungsforschungsinstitut YouGov. Die Deutschen haben in Europa den kürzesten Geduldsfaden: Jeder Fünfte (21 Prozent) wendet sich bereits nach einem Tag der Konkurrenz zu. In den meisten anderen Ländern können die Dienstleister mit mehr Langmut rechnen. Am geduldigsten ist man in Großbritannien und in den Niederlanden. Deutliche Unterschiede gibt es im europäischen Vergleich bei der Kontaktpflege: 36 Prozent der deutschen Unternehmen setzen auf eine gute persönliche Ebene - europäischer Spitzenwert. In keinem anderen Land werden Gesten wie beispielsweise Geburtstags- und Weihnachtsgrüße so aufmerksam gepflegt. Auch sonst achten deutsche Unternehmen auf gute Geschäftsbeziehungen. Mehr als ein Drittel der hiesigen Firmen sind in dieser Hinsicht mit ihren Dienstleistern zufrieden - doppelt so viele wie beispielsweise in Großbritannien oder Südeuropa. Easynet und YouGov haben 1666 Unternehmen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Belgien und den Niederlanden zum Kundenservice mit Geschäftspartnern befragt.
BVDW plant virtuelle Ausbildungs-Akademie
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) analysiert derzeit aktuelle Multimedia-Stellenausschreibungen auf Online-Jobbörsen. Aus der Analyse des akuten Personalbedarfs will die Fachgruppe Aus- und Weiterbildung im BVDW "konkrete und gezielte Bildungsangebote definieren". Der BVDW hat das Ziel, eine "virtuelle Akademie der Digitalen Wirtschaft" aufzubauen. Geplant ist eine Online-Plattform, über die Weiterbildungsangebote für Multimedia-Professionals angeboten und vermittelt werden.
Alle im BVDW organisierten Bildungsträger sollen für die virtuelle Akademie entsprechende Kurse anbieten. Geplant sind Präsenz-Kurse bei den Bildungsträgern vor Ort, beispielsweise bei der Cimdata-Akademie für digitale Medien in Berlin. Angeboten werden sollen laut BVDW in erster Linie Wochenendseminare, um den Arbeitgebern bei der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter entgegen zu kommen. Angeboten wird das Weiterbildungsangebot voraussichtlich erstmals Ende Mai. Der BVDW sucht für seine Akademie noch weitere interessierte Bildungsträger.
Studie: Worin IT-Manager in diesem Jahr investieren wollen
Mehr als ein Drittel der deutschen Unternehmen wollen ihre IT-Investitionen für 2007 weiter hochschrauben - sieben Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie 'IT-Budget 2007' der Informationweek, die zusammen mit Steria Mummert Consulting ausgewertet wurde. Unternehmen verfolgen mit den Ausgaben für Hard- und Software vor allem die Investitionsziele höhere Effizienz, optimierte Geschäftsabläufe und weniger Kosten. Aber nicht einmal jeder vierte IT-Manager denkt bei Investitionen in IT-Lösungen an das konkrete Ziel, Erträge zu steigern. Die Verbesserung des Return-on-Investment durch IT-Anschaffungen hat sogar nur jeder fünfte Betrieb im Auge. In der strategischen Gesamtausrichtung für die Unternehmen stehen eine verbesserte Kundenbindung und höhere Erträge ganz weit oben. Mehr als die Hälfte der befragten Entscheider wollen das Thema Kundenzufriedenheit 2007 verstärkt angehen. Für knapp 44 Prozent steht das Ertragswachstum in den kommenden zwölf Monaten im Vordergrund. Die Grundlage für das Erreichen dieser Ziele bilden für viele IT-Entscheider allerdings Effzienzsteigerungen, optimierte Geschäftsabläufe sowie niedrigere Kosten. Deshalb konzentrieren sie ihre Ausgaben vor allem auf diese drei Ziele. Sie sind immer noch die drei Hauptmotive, wenn es um den Kauf neuer IT geht. Für die Studie 'IT-Budget 2007' wurden im Zeitraum zwischen Dezember 2006 und Februar 2007 online 282 IT-Manager und IT-Verantwortliche aus deutschen Unternehmen interviewt.
Internet-Gehälter wachsen
Einer aktuellen Untersuchung steigen derzeit die Gehälter für Mitarbeiter in den Bereichen Werbung, Marketing und Vertrieb deutlich an. Besonders freuen über diese positive Entwicklung können sich Multimedia-Professionals. Dank dem akuten Fachkräftemangel können Webdesigner oder Programmierer mit Gehaltszuwächsen von bis zu sieben Prozent rechnen.
In Werbung, Marketing und Vertrieb können sich Mitarbeiter über steigende Gehälter freuen, wie das Werbefachblatt Werben und Verkaufen in seiner aktuellen Print-Ausgabe berichtet. Demnach sind in diesen Tätigkeitsfeldern in diesem Jahr Lohnzuwächse zwischen vier und sieben Prozent üblich.
Vor allem Online-Professionals würden laut der Analyse von steigenden Bezahlungen profitieren: "Rasant wachsende Kundenbudgets lassen die Nachfrage nach Online-Spezialisten mehr und mehr ausufern", hat das Werbe-Fachblatt ermittelt. "Wer sich mit Suchmaschinenmarketing auskennt, ECommerce-Software zu verkaufen weiß und Online-Strategien zu entwickeln versteht, kann fast überall mit breiter Brust in die Gehaltsgespräche gehen." Allerdings bleibt es bei den eher schmaleren Gehältern, wenn man sich die Durchschnittsgehälter über die Kommunikationsbranchen hinweg anschaut.
Im Bereich Online-Marketing werden laut W&V aktuell durchschnittliche Einstiegsgehälter um die 30.000 Euro gezahlt. Wer zwei Jahre Projekterfahrung vorweisen kann, kann der Analyse zufolge sogar bis zu 25 Prozent mehr Gehalt verlangen(37.500 Euro). Laut dem BVDW-Gehaltsspiegel sind im Bereich Online-Marketing Einstiegsgehälter von 33.000 Euro üblich.
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