Newsletter vom 01.02.2007

CeBit 2008: Mehr Fachpublikum, weniger Messe

Jetzt ist es amtlich: Die weltgrößte Computermesse CeBIT verkürzt ab 2008 ihre Messedauer um einen Tag auf fünf Tage. Die einst so stolze Messe will nach eigenen Angaben sich künftig wieder vermehrt auf Fachbesucher konzentrieren und Themen anbieten, die "maßgeblich für die Entwicklung der IT-Industrie" sind. Damit will die CeBIT den Forderungen der Industrie entgegen kommen, die über ein mangelndes Profil und zu hohe Kosten der Messe klagt. Seit Jahren hat die CeBIT mit schwindenden Besucher- und Ausstellerzahlen zu kämpfen. Vor allem weil Marktführer wie Nokia, BenQ, LG, Konica Minolta und Motorola 2007 nicht nach Hannover kommen, droht der CeBIT ein Einbruch der Netto-Ausstellungsfläche. Die CeBIT 2008 findet zwischen 4. März und 9. März statt.

Telekom senkt Gewinnaussichten

Schon zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres muss die Deutsche Telekom ihre Gewinnaussichten senken. Als EBITDA für 2007 werden nur noch 19 Milliarden Euro, statt wie vorher 20,2 Milliarden Euro erwartet. Vor allem die schlechten Wettbewerbsbedingungen im Inland sind der Grund für die schwachen Aussichten. Um die Kunden zu halten und neue zu gewinnen, will der Konzern künftig mehr auf Service und Marketing setzen. ver.di hat angemahnt, noch einen weiteren Schwerpunkt zu setzen: Ein Kurswechsel in der Personalpolitik. "Mit den Beschäftigten hat das Management auch die Kunden ziehen lassen," beklagt ver.di-Bundesvorstandsmitglied und stellvertretender Telekom-Aufsichtsratsvorsitzender Lothar Schröder. "Nicht gegen, sondern nur mit den Beschäftigten lassen sich Kunden gewinnen, Umsätze und Gewinne steigern."
Mehr dazu unter:
http://tk-it.verdi.de/news/dtag_kurswechsel_statt_billigloehne/
data/2901_Telekom.pdf

BenQ-Tochter gekauft

Inservio, die Kundenservice-Tochtergesellschaft der deutschen, insolventen BenQ, hat einen Käufer. ComBase, ein Anbieter von Reperaturdienstleistungen, hat zum 12. Januar die Standorte in Bocholt, Leipzig und Kamp-Lintfort übernommen. Möglichst viele Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Weniger glücklich sieht es für die Beschäftigten der Muttergesellschaft, der deutschen BenQ, aus. Zwei Fristen, bis zu denen Übernahmeinteressenten ihren Finanzierungsplan konkretisieren sollten, sind verstrichen. Für BenQ ist zum Jahreswechsel das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die meisten der 3.000 Beschäftigten sind derweil in einer Auffanggesellschaft gelandet. Am 30. Januar wurde im Werk Kamp-Lintfort das letzte Handy gefertigt.

Widerstand gegen Vorratsdatenspeicherung

Der Referentenentwurf des Bundesjustizministerium zur Reform der Telekommunikationsüberwachung stößt auf Widerstand von Branchenverbänden und weiteren Organisationen. Der Verband BITKOM beispielsweise befürchtet in der Auflage zur Vorratsspeicherung von Telefon- und Internetdaten eine Aushöhlung des grundrechtlich geschützten Fernmeldegeheimnisses. Durch das nachlassende Vertauen der Verbraucher würde der Wirtschaft geschadet. Kritik kommt auch von der Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen. In einer Erklärung, die auch der Bundesverband der Deutschen Zeitungsverleger und die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.di unterzeichnet haben, heißt es: "Eine derart weitreichende Registrierung des Verhaltens der Menschen in Deutschland halten wir für inakzeptabel." Auch, dass die Kosten für die Speicherung von den Telekommuniaktionsunternehmen getragen werden müssen, wird kritisiert. Ebenso, wie die Aushöhlung von Pressefreiheit und die Aushöhlung von Berufsgeheimnissen. Rechtsexperten würden erwarten, heißt es in der Erklärung, dass das Bundesverfassungsgericht eine solche Regelung für verfassungswidrig erklären werde.
Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung hat dazu aufgerufen, Klagen von Verbrauchern gegen die um sich greifende Sammelwut von privaten Daten durch Staatsschützer zu bündeln.
Auch der ECO-Verband der deutschen Internetwirtschaft (ECO) kritisiert das neue Telemediengesetz. Vor allem die "massive Ausweitung der Auskunftspflichten von Internet-Anbietern" ist dem Verband ein Dorn im Auge. "Damit werden Online-Anbieter zu Hilfspolizisten für jedermann", ärgert sich ECO-Vorstand Oliver Süme. Seiner Meinung nach "kann es nicht angehen, dass in diesem Maße Polizeiaufgaben auf die Wirtschaft verlagert werden". Laut ECO bindet die Auskunftserteilung bei Online-Anbietern in immer stärkerem Maße Arbeitskraft, ohne dass die Kosten dafür vom Staat getragen werden.
Laut Paragraf 14 des neuen TMG müssen Anbieter "auf Anordnung Auskunft über Bestandsdaten erteilen", beispielsweise bei einer Strafverfolgung. Neu ist, dass Online-Publisher sowohl Nutzungs- als auch Bestandsdaten (Anschrift) herausgeben dürfen. Bisher war das verboten. Dazu kommt, dass Online-Anbieter auch dann Daten herausgeben dürfen, wenn es um das Recht am geistigen Eigentum geht. Eine Plattenfirma kann jetzt im Prinzip Nutzungsdaten von einem Online-Anbieter auf Beschluss anfordern, ohne dass sich die Nutzer des Online-Dienstes laut dem neuen TMG dagegen wehren können. Früher konnten Internetnutzer hier noch Einspruch erheben.
http://www.vorratsdatenspeicherung.de

E-Plus und Betriebsrat einig

Im Kampf um den geplanten Stellenabbau bei E-Plus haben sich der Mobilfunkbetreiber und der Betriebsrat geeinigt. Bis Ende 2007 werden vornehmlich in der Verwaltung 300 Stellen abgebaut. Gleichzeitig sollen in den eigenen Shops aber 350 neue Stellen geschaffen werden.

Dell baut aus

An seinem Standort Halle will der amerikanische Computerhersteller Dell mehr Leute einstellen. 600 neue Mitarbeiter sollen den Stamm in Halle auf 1.500 aufstocken.

Keine betriebsbedingten Kündigungen bei Arcor

Bis Ende dieses Jahres soll es bei dem Telefonunternehmen keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Betriebsräte, Gewerkschaften und Management haben sich darauf geeinigt. Die Beteiligten wollen auch über den Abbau von bereits 150 angekündigten Stellen noch einmal verhandeln.

Deutsche arbeiten mehr in der Woche

Die wöchentliche Arbeitszeit ist seit 2000 erstmals wieder leicht gestiegen. 2006 wurde durchschnittlich pro Tag 0,7 Prozent mehr gearbeitet als das Jahr zuvor. Das hat das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg herausgefunden. Die tarifliche Wochenarbeitszeit lag 2006 bei 38,28 Stunden. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 56,14 Milliarden Arbeitsstunden geleistet, 0,6 Prozent mehr als 2005. Angezogen hat auch der Trend zu mehr Teilzeitarbeit: Um 2,7 Prozent nahm die Teilzeitbeschäftigung zu, mittlerweile ist ein Drittel aller Mitarbeiter nur auf Teilzeit beschäftigt. Das IAB hat außerdem ermittelt, dass der Krankenstand auf ein Rekordtief gefallen ist: Auf durchschnittlich 3,1 Prozent.
Auch im anderen Bereich ist die Statistik für die Arbeitnehmer weniger erfreulich: Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hat gezeigt, dass im Jahr 2006 das Monatsentgelt bei den Angestellten um 1,2 und bei den Arbeitern um 1,5 Prozent stieg. Zum Vergleich: Die Inflationsrate allerdings stieg um 1,7 Prozent. Besonders bei den Angestellten sieht die Situation nicht rosig aus, ihre Gehälter stiegen so wenig wie seit 1995 nicht mehr. Verschiedene Gewerkschaften haben jetzt höhere Tarifabschlüsse gefordert.

Studie ermittelt Wachstumsstreiber im TK-Markt

Das Jahr 2007 steht in der Telekommunikation im Zeichen von Konvergenz, Innovation und weiterer Marktsättigung - davon werden Deutschlands Verbraucher nachhaltig profitieren. Die internationale Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton erwartet in einer aktuellen Studie außerdem weiter zunehmenden Marktdruck aufgrund steigender Kundenanforderungen. Die Telekommunikationsunternehmen müssen einerseits Kosten senken, andererseits jedoch verstärkt Kundenservice und Produkte ausbauen. Telekommunikationsunternehmen seien gefordert, in neue Dienste zu investieren, um in den nächsten Jahren Umsatzrückgänge abzufedern und die Margen zu stabilisieren.
Breitband bleibt Wachstumstreiber, UMTS wird stark zulegen. Im Festnetzmarkt setzt sich der Trend zu geringeren Umsätzen im Sprachbereich fort. Technische Entwicklungen führen zur weiteren Verschmelzung von Mobilfunk- und Festnetz. Verbraucher profitieren von Konvergenzprodukten mit integriertem Festnetz- und Mobilfunkangebot. Zwar nimmt die Marktpenetration von Triple-Play-Produkten in Deutschland 2007 von derzeit zwei auf vier Prozent stark zu, im europäischen Vergleich hinkt diese aber weiter deutlich hinterher. In Deutschland bestimmen immer noch Voice-over-IP und WLAN das Marktgeschehen. Der hohe Wettbewerbsdruck in teilweise gesättigten Märkten erfordert von den Anbietern rigides Kostenmanagement. Klarer Trend ist derzeit das Outsourcing großer Kostenblöcke, wie beispielsweise Netzbetrieb oder Call Center. Hier sehen die Studienautoren Einsparpotenziale in einer Größenordnung von bis zu 20 Prozent. Allerdings sei nicht für jeden Anbieter das Outsourcing die beste Lösung, da damit auch Differenzierungsmöglichkeiten aus der Hand gegeben würden.

Siemens mit Rekordbußgeld belegt

Die EU fordert von dem Elektrokonzern Siemens mit einem Rekordbußgeld von knapp 419 Millionen Euro wegen Kartellverstoßes. Neben anderen Elektrokonzernen wird der Konzern illegaler Preisabsprachen bei Schaltanlagen für Stromnetze beschuldigt. Das Strafgeld ist das höchste was je gegen ein einzelnes Unternehmen verhängt wurde. Siemens hat gerichtliche Schritte gegen den Bescheid angekündigt. Wegen dieses Bußgelds hat der Konzern einen schlechteren Gewinn erwirtschaftet, dieser sank im ersten Quartal um 16 Prozent auf 788 Millionen Euro. Allerdings ist die Bilanz dennoch positiv: Der Gewinn aus dem operativen Geschäft lag um 50 Prozent höher und bei 1,6 Milliarden Euro.

E-Commerce: Deutschland ist Europas Spitzenreiter

Rund 30 Prozent aller in Westeuropa über das Internet gehandelten Waren und Dienstleistungen wurden 2006 hier zu Lande verkauft. Damit ist Deutschland Spitzenreiter.
Allein im vergangenen Jahr gaben Privatpersonen in Deutschland laut BITKOM mehr als 40 Milliarden Euro im Internet aus. Werden auch die Transaktionen zwischen Unternehmen berücksichtigt, so ergibt sich beim E-Commerce sogar ein Handelsvolumen von über 400 Milliarden Euro. "Trotz leicht sinkender Wachstumsraten boomt der E-Commerce wie selten zuvor - und dies unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung", sagte Jörg Menno Harms, Vizepräsident des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). Nach BITKOM-Schätzungen wird der gesamte Online-Umsatz in Deutschland bis 2009 auf rund 700 Milliarden Euro jährlich steigen.

Umfrage: Neun von zehn Betrieben lehnen neue GEZ-Gebühr ab

Seit dem 1. Januar sind internetfähige PCs abgabenpflichtig. Kleine Unternehmen halten nicht besonders viel von der neuen Rundfunkgebühr für PCs. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage von Microsoft Deutschland und dem Kasseler Marktforschungsinstitut TechConsult. Demnach lehnen 87 Prozent aller kleinen Unternehmen in Deutschland die neue GEZ-Gebühr für internetfähige Computer generell ab. Die befragten Unternehmen bemängeln vor allem, dass sie für eine Leistung zahlen sollen, die sie gar nicht in Anspruch nehmen: Schließlich, so die Meinung der Befragten, nutzen sie ihre PCs als Arbeitsmittel und nicht zum Empfang von Radio- oder Fernsehprogrammen. Vier von zehn befragten Unternehmen sind von der neuen GEZ-Gebühr betroffen, da sie noch kein gebührenpflichtiges Rundfunkgerät in ihrem Betrieb angemeldet haben.



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Peter B., München
„Ich arbeite in einem Umfeld, in dem wir immer wieder mit neuen Restrukturierungs-ideen konfrontiert werden. Nur gemeinsam können wir Wege entwickeln, mit derartigen Situationen umzugehen oder zu versuchen, die Entwicklungen der eigenen Branche mitzugestalten. ver.di bietet hierzu die Plattform.“