BenQ: Noch keine Lösung
Der deutschen Tochter des Handyherstellers BenQ hat der Jahreswechsel keine guten Nachrichten gebracht: Das Insolvenzverfahren wurde eröffnet, weil bis dahin die Suche nach einem Investor erfolglos war. Trotzdem geht die Suche nach Investoren weiter, nachdem sogar Bayern und Nordrhein-Westfalen signalisiert hatten, es könnten staatliche Bürgschaften gewährt werden. Eine Investorengruppe, die die Fortführung der Handy-Produktion mit 800 Beschäftigten plant, hat dies allerdings an die Erfüllung verschiedener Bedingungen geknüpft. Insolvenzverwalter Martin Prager führt weitere Gespräche mit Interessenten. Erschwert wird die Rettung auch noch durch einen Umsatzrückgang. Die Wirtschaftswoche hatte berichtet, dass im Quartal von Oktober bis Dezember 2006 im Vergleich zum Vorjahreswert um zehn bis 15 Prozent rückläufig sei. Zehn Mitarbeiter wollen außerdem Siemens weiter in der Verantwortung sehen. Sie haben, unterstützt von der IG Metall, Klage gegen den Konzern eingereicht, der 2005 erst die Handy-Sparte an BenQ verkauft hatte. Die Mitarbeiter reklamieren, dass sie nicht richtig über den Übergang des Arbeitsverhältnisses von Siemens zu BenQ informiert worden seien und deswegen das Arbeitsverhältnis noch weiter bestehe.
IT-Arbeitsmarkt boomt
Der deutsche IT-Arbeitsmarkt hat im Jahr 2006 um 20 Prozent zugelegt: Im vergangenen Jahr waren in Deutschland 25.412 IT-Stellen ausgeschrieben. Im Jahr 2005 waren es erst 16.673 ausgeschriebene IT-Arbeitsplätze. Zu diesem Ergebnis kommt die IT-Zeitung Computerwoche nach einer Auswertung einer aktuellen Analyse des Personaldienstleisters Adecco. Vor allem Entwickler waren 2006 besonders gefragt. Allein 5.815
Stellenangebote gab es im vergangenen Jahr für Anwendungsentwickler: über 20 Prozent mehr als 2005. Noch stärker gefragt waren Internet-Spezialisten. Nach 370 ausgeschriebenen Stellen im Jahr 2004 und 662 Jobangeboten im Jahr 2005 wurden 2006 knapp 900 Interaktiv-Professionals gesucht. 2006 wurden vor allem auch mehr Verkäufer, Netz-, Datenbank- sowie Systemspezialisten und Organisatoren gebraucht. Am meisten IT-Stellen ausgeschrieben haben Beratungs- und Software-Häuser. Der Zuwachs dort beträgt zehn Prozent gegenüber 2005. Mehr IT-Jobs zu besetzen hatten außerdem die Maschinen- und Fahrzeugbauer, die Elektro- und Elektronikindustrie, Verlage und der öffentlichen Dienst. Wenig Bewegung gab es dagegen in der Finanz- und Telekommunikationsindustrie - hier blieb das Angebot 2006 auf gleichem Niveau bei je knapp über 500 Stellen.
Studie: Jeder sechste IT-Manager will in Sicherheit investieren
IT-Sicherheit ist in deutschen Unternehmen in diesem Jahr ein bedeutendes Thema. Das ist das Fazit der Studie 'IT-Budget' von Steria Mummert Consulting. Insgesamt plant jeder sechste der Befragten Investitionen in Firewalls und andere Sicherheitslösungen. Jeder dritte IT-Verantwortliche aus Deutschland will in diesem Jahr für IT-Sicherheit sogar mehr Geld ausgeben als noch im Vorjahr. Allerdings hat das Thema IT-Sicherheit im Vergleich zu den Vorjahren etwas an Bedeutung verloren. Derzeit belegt IT-Security nur noch Platz fünf auf der Rangliste der wichtigsten IT-Projekte. Im Vorjahr war es Rang drei. Die abnehmende Bedeutung von IT-Security basiert in erster Linie darauf, dass viele Unternehmen bereits in der Vergangenheit massiv in IT-Sicherheit investiert haben. So schützen sich bereits 85 Prozent der Firmen gegen die Manipulation ihrer Computersysteme von außen. Drei von vier Unternehmen haben darüber hinaus bereits Sicherungsvorkehrungen gegen Datenverlust getroffen. Angesichts der immer komplexeren Bedrohungen durch Hacker, Viren und Würmer wird das Thema IT-Sicherheit laut Steria Mummert aber auch künftig einen wichtigen Posten bei der Verteilung der IT-Budgets ausmachen. Für die Studie 'IT-Budget' hat Steria Mummert über 500 IT-Manager und IT-Verantwortliche befragt.
Online-Marketing: IT-Dienstleister verschleudern Web-2.0-Potenziale
Nur knapp die Hälfte aller deutschen IT-Unternehmen haben eine schriftlich ausformulierte Marketing-Strategie. Zu diesem ernüchternden Fazit kommt die aktuelle Studie 'Marketing in IT-Unternehmen' des Deutschen Instituts für Marketing (DIM). Der Studie nach nutzen zudem gerade mal knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen das Internet als Werbeträger (63 Prozent der Befragten). Das ist vor allem vor dem Hintergrund interessant, dass es sich bei IT-Dienstleistern in der Regel um Unternehmen mit einer sehr Internet-affinen Zielgruppe handelt. Dem Thema Online-Marketing wird seitens der IT-Unternehmen laut der Studie daher "noch keine besonders hohe Bedeutung" zugesprochen.
Interessant: Nur 90 Prozent der befragten IT-Dienstleister verfügen über eine eigene Homepage. EMail-Newsletter versenden sogar nur vier von zehn Befragten. Einen Onlineshop betreiben lediglich 16 Prozent der Befragten. Noch dünner wird es beim Thema Web 2.0: Neuere Marketing-Instrumente wie Weblogs nutzen nur vier Prozent der Befragten. Podcasts bieten sogar nur drei Prozent der deutschen IT-Unternehmen an. DIM-Geschäftsführer Professor Michael Bernecker warnt: "Nur wenige Unternehmen sind in der Lage, ihre konkrete Marktleistung online sichtbar zu machen." Für die Studie hat das DIM im vergangenen Sommer über 150 IT-Unternehmen aus Deutschland befragt.
BITKOM: Immer weniger wollen Informatik studieren
Im Jahr 2006 ist die Zahl der Informatik-Studenten nochmals geschrumpft. Um fünf Prozent weniger als 2005 haben sich die Studienanfänger bei den Unis und Fachhochschulen eingeschrieben, wie der Branchenverband BITKOM ermittelt hat. 28.360 waren es genau. Seit dem Boomjahr 2000 wurde ein demnach ein Rückgang von 26 Prozent festgestellt. Vor allem die Unis seien von der Abwanderung betroffen. Auch die Frauen interessieren sich immer weniger für diesen Zweig. Dabei ist der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften sehr hoch, der BITKOM befürchtet durch einen Mangel an geeignetem Personal, dass das Wachstum der ITK-Branche gebremst wird. Deswegen fordert der BITKOM, das Fach Informatik für die Studienabgänger wieder attraktiver zu machen. Etwa mit mehr Praxisbezug, einer intensiven Förderung der persönlichen Kompetenzen und einer guten Betreuung, die zu kürzeren Studienzeiten führe.
Telekom: Obermann konkretisiert seine Pläne
In einem Brief an die Mitarbeiter hat der neue Telekom-Vorstand Rene Obermann, wie er sich den Umbau des Unternehmens vorstellt. Die Telekom müsse die Kosten senken - auch beim Personal. Aber er möchte möglichst vielen eine langfristige Beschäftigungsperspektive geben, wird der Brief bei der Financial Times Deutschland zitiert. Ver.di allerdings ist skeptisch: Es wird befürchtet, dass 45.000 Beschäftigte in eine Servicegesellschaft ausgelagert werden sollen, sagte eine Gewerkschaftssprecherin zu Spiegel Online. Dort sollen sie dann weniger Geld verdienen als bisher. Desweiteren auf Obermanns Agenda: Bessere Service-Orientierung und bessere Wettbewerbsfähigkeit der Telekom. Den Marktanteil im Festnetz werde die Telekom zwar nicht halten können, gesteht Obermann ein, aber man müsse um jeden Festnetzanschluss kämpfen.
Siemens-Skandal weitet sich aus
Die Münchner Staatsanwaltschaft hat einen weiteren Verdächtigen im Schmiergeld-Skandal von Siemens: Heinz-Joachim Neubürger, ehemaliger Finanzvorstand, soll nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" von den schwarzen Kassen gewusst haben. Gegen ihn werde ermittelt. Neubürger gilt als Vertrauter des früheren Konzernchefs und heutigen Aufsichtsratschefs Heinrich von Pierer. Die Mitarbeiter reagieren skeptisch: Der Verein der Siemens-Belegschaftsaktionäre will sowohl dem Vorstand als auch dem Aufsichtsrat die Entlastung bei der Hauptversammlung im Januar verweigern. Weil der Vorstand durch mangelhafte Umsetzung der Geschäftsrichtlinien systematische Korruption ermöglicht habe, lautet die Begründung. Auch die Gehaltserhöhung des Vorstandes bei gleichzeitigem Personalabbau ist dem Verein ein Dorn im Auge. Der Verein vertritt auf den Hauptversammlungen die Aktien von etwa 4.000 Aktionären und hat 150 Mitglieder.
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