BITKOM prognostiziert Umbrüche im Telekommunikationsmarkt
Auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt finden derzeit starke Verschiebungen statt. Während die Umsätze mit Sprachdiensten sinken, treiben die Datendienste den Telekommunikationsmarkt voran. Die Umsätze mit Sprachdiensten gehen derzeit um eine Milliarde Euro im Jahr zurück. Parallel legen Datendienste dynamisch zu, so die Einschätzung des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). Zusammen mit der Mobilkommunikation, die leicht zulege, erzielen die Telekommunikationsdienste unter dem Strich in diesem Jahr noch ein leichtes Wachstum. Der Markt wächst um 0,9 Prozent auf 56,6 Milliarden Euro. Für 2007 erwartet der BITKOM erstmals in der Geschichte der Telekommunikation ein "Null-Wachstum". Im Vergleich zum Vorjahr machen die Unternehmen mit Festnetz-Gesprächen in diesem Jahr 4,5 Prozent weniger Umsatz und kommen auf 18,8 Milliarden Euro. 2007 soll dieser Teilmarkt um weitere 5,5 Prozent auf 17,8 Milliarden Euro sinken. Der Markt ist gesättigt. Der Mobilfunk-Markt legt laut BITKOM aktuell um zwei Prozent auf 23,9 Milliarden Euro zu. 2007 soll er ein leichtes Plus von einem Prozent auf 24,1 Milliarden Euro erreichen. Bei Festnetzdatendiensten rechnet BITKOM mit einem Boom: Hier macht die Branche dieses Jahr 11,6 Milliarden Euro Umsatz. Das entspricht einem Plus von acht Prozent. 2007 werde das Wachstum hier 6,5 Prozent (12,3 Milliarden Euro) betragen.
Bundesregierung fördert den IT-Sektor
Mit dem Programm "Informationsgesellschaft Deutschland 2010" (ID2010) will die Bundesregierung die Qualität des Hightech-Standorts Deutschland erhöhen. Unter ID2010 sollen alle bestehende Maßnahmen gebündelt werden. Das Programm sieht auch vor, rechtliche Rahmenbedingungen zu verbessern und Gesetze zu modernisieren. Daneben sollen IKT-Anwendung in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft gefördert werden, beispielsweise Initiativen zur Breitbandförderung und zur Digitalisierung der Medien. Auch der elektronische Personalausweis und die elektronische Gesundheitskarte gehören zum Förderkatalog. Kritik kam vor allem vom Branchenverband BITKOM. Deren Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder vermisste vor allem neue Akzente in dem Programm und dringende ergänzende Maßnahmen. Eine Verstärkung der naturwissenschaftlichen Ausbildung an den Schulen und auch die Ausstattung der Schulen müssten verbessert werden - der Staat dürfe sich hier nicht hinter der Kulturhoheit der Länder verstecken. Auch konkrete Maßnahmen, um die Zahl der Studienanfänger bei Informatik und Ingenieurwissenschaften zu erhöhen, bleiben, so der Bitkom, noch aus.
Mehr dazu unter:
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/
pressemitteilungen,did=168932.html
BenQ-Pleite: Staatsanwaltschaft ermittelt
Nach der Insolvenz des Handy-Herstellers BenQ droht dem Unternehmen nun eine Klagewelle. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft, ob der Insolvenzantrag zu spät eingereicht wurde. Denn das Management habe frühzeitig von den gravierenden Finanzproblemen gewusst und die Belegschaft nicht informiert. Vor allem seien mit mehreren hundert Beschäftigten Aufhebungsverträge unterschrieben worden, die Ausgleichszahlungen in Höhe von zusammen genommen 27 Millionen Euro beinhalteten, die aber gar nicht mehr zu finanzieren gewesen seien, meldet die Zeitung mit Hinweis auf Unternehmenskreise. Der IG-Metall-Chef in Bayern Werner Neugebauer sprach gegenüber der Zeitung von einer hinterlistigen Täuschung, sollte sich der Verdacht bestätigen.
Inzwischen hat Siemens nun erste Mitarbeiter seiner ehemaligen Handy-Sparte wieder eingestellt. 27 Mitarbeiter haben bereits Verträge unterschrieben mit weiteren 173 von insgesamt 1250 BenQ-Bewerbern seien konkrete Vorstellungsgespräche vereinbart worden. Allerdings schwelt der Konflikt zwischen den ehemaligen Siemens-Angestellten und dem Münchner Elektronikkonzern weiter. Werner Neugebauer hatte im Report Mainz eine Ausweitung der Hilfsmaßnahmen von Siemens gefordert. Bislang will Siemens einen Härtefonds für die Ehemaligen von BenQ einrichten und ihn mit 35 Millionen Euro - unter anderem auch mit Mitteln aus einer umstrittenen Gehaltserhöhung des Vorstands - ausstatten. Eine Forderung nach Mehr hat der Konzern abgelehnt. Die Gesamtfinanzierung des Fonds ist noch nicht gesichert.
SAP: Betriebsrat auch für Deutschland
Nachdem die SAP AG bereits im Sommer einen Betriebsrat gewählt hat, will nun auch das deutsche Landesunternehmen einen Betriebsrat wählen. Eine Wahl ist für Anfang Dezember anberaumt, schreibt die "Financial Times Deutschland". 3.000 Mitarbeiter können sich an der Wahl beteiligen. Der Betriebsrat bei der SAP AG war erst durch ein massives Drängen einiger Mitarbeiter möglich geworden. Zunächst hatte nicht nur die Konzernspitze, sondern auch ein Großteil der Belegschaft eine Einführung einer Arbeitnehmervertretung abgelehnt. Schließlich hatte aber das Management nachgegeben.
30.000 Stellen offen in der IT-Branche
Die Online-Stellenbörse Monster hat im dritten Quartal 2006 etwa 97.200 freie Stellen im IT-Sektor verzeichnet - was gegenüber dem Vergleichsquartal 2005 ein leichtes Plus von knapp 1.200 Stellen bedeutet. Demnach sind rund 30.000 Stellenangebote pro Monat offen. Auch von anderen Stellen kommen positive Marktsignale: Der monatliche Index des Ifo-Instituts zeigt nach oben - die befragten Unternehmen schätzen im Oktober die aktuelle Situation besser ein als den Monat zuvor. 40 Prozent schätzen ihre Geschäfte positiv, hingegen nur neun Prozent negativ ein. 20 Prozent befürchten einen Mangel an Fachkräften. 34 Prozent wollen mehr Leute einstellen - zwölf Prozent planen Entlassungen.
Deutschland wenig innovationsoffen
Im Vergleich zu anderen Industrieländern ist Deutschland wenig innovationsoffen und risikobereit. Das ergibt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, der Deutschen Telekom Stiftung und des Bundesverbands der Deutschen Industrie. Die Studie, die misst, wie Menschen und Unternehmen in der Lage sind, Innovationen hervorzubringen, sieht Deutschland in einer Gruppe von 17 konkurrierenden Ländern nur auf Platz sieben. Angeführt wird das Ranking von den USA, Finnland, Schweden und Dänemark. Demnach ist Deutschland stark darin, Innovationen umzusetzen und alle beteiligten Akteure, also Unternehmen und Forschungseinrichtungen, zu vernetzen. Als Handicap wird das Bildungssystem gesehen, aber auch die Regulierung der Märkte und die Finanzierung von Innovationen seien verbesserungswürdig. Kritik äußerten die Forscher auch daran, dass zu wenig Frauen an Innovationen beteiligt seien.
Hier geht es zur Studie:
http://www.diw.de/programme/jsp/
presse.jsp?pcode=535&language=de
Telekom: Ricke geht
Nach Auseinandersetzungen mit dem Aufsichtsrat der Deutschen Telekom wird der Vertrag mit dem Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke nun doch nicht verlängert. Sein Nachfolger wird Rene Obermann, bislang Chef von T-Mobile. Ricke hatte erst vier Jahre zuvor Ron Sommer abgelöst. Vor allem das kränkelnde Deutschlandgeschäft, hohe Kunden- und Kursverluste sind die Gründe, weswegen Ricke nun gehen soll. Obermann will den Vorstand nach Medienberichten weitgehend umbauen. Unter anderem sollen auch Personalvorstand Heinz Klinkhammer und T-Com-Chef Walter Raizner gehen.
ver.di hat nach dem Führungswechsel nun angemahnt, dass ein Strategiewechsel zugunsten der Beschäftigten erfolgen müsse. Lothar Schröder, ver.di-Vorstandsmitglied und stellvertretender Telekom-Aufsichtsratsvorsitzender, sagte, dass das Unternehmen wieder in den Dialog mit Gewerkschaften und Betriebsräten treten müsse. "Dann gibt es eine gute Chance, die Motivation der Belegschaft zurückzugewinnen."
Projekt zu Offshoring erfolgreich beendet
Mit einer Abschlusskonferenz in der ver.di-Bundesverwaltung in Berlin
endete am 7. November 2006 das zweijährige Projekt "MOOS", das von der
europäischen Gewerkschaft uni durchgeführt wurde. Das Projekt hat die
betrieblichen Umstände und Handlungsmöglichkeiten bei der Verlagerung
(Outsourcing) von Arbeitsplätzen ins Ausland (offshore) untersucht.
Neben der Erhebung von Daten zur Verlagerung von Arbeit in asiatische
(Offshoring) und europäische (Nearshoring) Länder wurden in dem Projekt
Strategien und Handlungsanleitungen zum Umgang mit Offshoring
erarbeitet. Die wichtigsten Ergebnisse: Es gehen in Europa mehr Jobs
durch Verlagerung verloren, als geschaffen werden.
Ein Netzwerk von europäischen Spezialisten zu Offshoring-Themen ist
eingerichtet und soll ständig erweitert werden. Auch die Erfassung von
Daten wird fortgeführt.
Weitere Informationen
www.moosproject.be
I
BM Deutschland mit neuer Führung
IBM Deutschland hat einen neuen Chef. Martin Jetter tritt die Nachfolge von Johann Weihen an. Das Unternehmen hat bekannt gegeben, dass Weihen in den Ruhestand geht.
Martin Jetter (47) steht bereits seit 1986 in den Diensten von IBM. Jetter leitete bislang die Beratungssparte Global Business Services in Nordost-Europa.
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