Siemens/Deutsche BenQ-Pleite: Vorstandsgehälter werden doch nicht erhöht
Während die Beschäftigten der Siemens-Tochter SBS Lohnkürzungen und Arbeitszeitverlängerungen entgegen sehen, die Fusion mit Nokia Stellenabbau bringen wird und die ehemalige Handy-Sparte Insolvenz angemeldet hat, sollten die Bezüge der Siemens-Vorstände aufgestockt werden.
Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hatte deswegen in seinem Intranet-Blog heftig Gegenwind bekommen. Hier konnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz web-zwo-nullig Kommentare zu den Einträgen ihres Chefs abgeben. "Ich habe von unserer eigenen Siemens-Personalabteilung stets gelernt, dass nur Verweise auf eigene Leistungen das Gehalt rechtfertigen", heißt es da beispielsweise. Bemerkenswert: Die Wut entlud sich, obwohl sich die Siemensianer mit Name und Abteilung outen mussten.
Nachdem nun durch die BenQ-Insolvenz der öffentliche Druck auf Siemens stark gestiegen ist, kam der Rückzieher: "Nach tagelanger, scharfer Kritik aus Politik, Gewerkschaften und Medien" so die Bild-Zeitung vom 2. Oktober 2006, hat der Vorstand des Unternehmens nun von der Erhöhung der Bezüge Abstand genommen.
Deutsche BenQ-Pleite: 3.000 Arbeitsplätze gefährdet
Die deutsche BenQMobile hat am 29. September einen Insolvenzantrag gestellt, weil die Mutter in Taiwan beschlossen hat, ihre Zahlungen nach Deutschland einzustellen. Für Mitarbeiter und Betriebsrat kam die Entscheidung aus Taipeh sehr überraschend. Der Betriebsrat reagierte geschockt. Bereits in den vergangenen Jahren hatte die Belegschaft auf Teile des Gehalts verzichtet, um dem Unternehmen zu helfen, das sich am Handy-Markt schlecht behaupten konnte.
3.000 Arbeitsplätze hängen an dem deutschen Zweig, der ehemaligen Handy-Sparte von Siemens. Erst im Oktober vergangenen Jahres hatte diese BenQ übernommen. Damals zahlte Siemens für die Übernahme eine Mitgift von 250 Millionen Euro. In diesem Zusammenhang kommentiert Spiegel Online: "Was sich wie ein Fall BenQ anhört, ist in Wahrheit ein Fall Siemens. Die Asiaten lösen nur eine Aufgabe, vor der sich Siemens-Chef Klaus Kleinfeld drücken wollte." (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,439815,00.html)
Inwiefern es BenQ nur um Know-How Transfer und Patente bleibt zu klären.
Proteste gegen die Runfdfunkgebühr auf PCs
Die Pläne der ARD-Intendanten, auf internetfähige PCs eine Radiogebühr von 5,52 Euro zu erheben, stoßen auf breite Kritik. Der Branchenverband BITKOM sieht besonders berufliche Internet-Nutzer bestraft. Auch Freiberufler und Kleinbetriebe, die den PC nur geringfügig nutzen, würden abkassiert. Der Verband befürchtet, das bald für die PCs die volle Fernsehgebühr von 17,03 Euro erhoben werde. Damit würde für einen vier Jahre lang genutzten PC Gebühren von über 800 Euro fällig - fast so viel wie der Netto-Kaufpreis eines Computers.
Gutes Klima für Innovationen
"Der Technologiestandort Deutschland befindet sich in einer Aufschwungphase," verkündet VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs. Seine optimistische Einschätzung stützt er auf den VDI-Innovationsklima-Index, der im dritten Quartal 2006 wieder auf dem höchsten Stand seit seiner Erhebung steht. Er liegt bei plus 29 Punkten und belegt, so VDI, dass die Stimmung für Innovationen positiv sei. Am optimistischsten sind die Aussichten in der Bio- und Medizintechnik (+40 Punkte), gefolgt von der Umwelttechnik (+39 Punkte). Immerhin 80 Prozent der Beschäftigten der Bio- und Medizintechnik zählen sich bei der technologischen Wettbewerbsfähigkeit zum internationalen oberen Drittel. Nachholbedarf hat aber der ITK-Bereich: In der Bau und der Informations- und Kommunikationsbranche nämlich sind es laut VDI nur 15 Prozent, die sich an der internationalen Spitze sehen. Für die Umfrage, die der VDI zum achten Mal lancierte, vergeben 1.000 Ingenieure Stimmungswerte zwischen -100 und +100.
Deutsche Firmen mit Offshore-Outsourcing unzufrieden
Die Mehrheit der deutschen Unternehmen ist mit den Leistungen von Offshore- IT-Dienstleistern unzufrieden: 62 Prozent der IT-Entscheider sehen die in der Fremdvergabe von Software-Projekten verbundenen Erwartungen nur teilweise oder gar nicht erfüllt. Das ist das Ergebnis der von PPI unter 296 IT-Entscheidern durchgeführten Studie 'Software Made in Germany'. Besonders schwach werden die Anbieter aus Übersee bei der termingerechten Lieferung von Softwarelösungen bewertet. Nur drei Prozent der Befragten halten die Offshore-Partner in punkto Zeitmanagement für wettbewerbsfähig. Aber auch die Zuverlässigkeit der Softwareprogramme im praktischen Einsatz bleibt hinter den Zielen zurück. Immerhin schätzen 43 Prozent der Befragten das Preis-Leistungs-Verhältnis von Offshore-Dienstleistern als gut ein. Das Einsparpotenzial aber wird nur teilweise genutzt: So lehnen drei Viertel der Befragten eine Auslagerung in der strategisch wichtigen Konzeptionsphase ab. Auch bei der abschließenden Integration einer Software bleiben Offshore-Anbieter von einer Beteiligung weitgehend ausgeschlossen. Rund 70 Prozent der IT-Entscheider sehen die mögliche Abhängigkeit von den Leistungen des Outsourcing-Partners als größtes Hindernis für eine Auslagerung an. Mehr als die Hälfte der Befragten fürchtet sich vor einem Know-how-Verlust. Die deutschen Anbieter können vor allem mit Standortvorteilen punkten. Zwei Drittel der Befragten räumen bei der Softwareerstellung der Kenntnis der rechtlichen Vorgaben eine hohe Priorität ein. Mehr als die Hälfte der IT-Entscheider sieht das Beherrschen der deutschen Sprache als wichtiges Vergabekriterium an.
Telekom: Stellen schaffen, Stellen streichen
Der Kundenservice der T-Punkte soll verbessert werden. Deswegen will die Deutsche Telekom in den kommenden Jahren bis zu 1.500 neue Arbeitsplätze in den Verkaufsläden schaffen. Rekrutieren will der Konzern diese neuen Mitarbeiter am liebsten aus den eigenen Reihen. Die Telekom habe aber, so Konzernchef Kai-Uwe Ricke in einem Zeitungsinterview, größte Schwierigkeiten, eigene Leute in die T-Punkte zu versetzen. Bis Ende 2008 sollen 32.000 Mitarbeiter den Konzern ohne betriebsbedingte Kündigungen verlassen. Nach weiteren Medienberichten könnten noch erheblich mehr Telekom-Mitarbeiter von Kürzungen betroffen sein. Wie die Wirtschaftswoche meldete, hat Ricke den Sparten T-Mobile, T-Com und T-Systems Ausgabestopps und "Sparorgien" verordnet. Anfang September hatte Ricke dem Aufsichtsrat einen 7-Punkte-Plan vorgelegt, der nach dem alarmierenden Geschäftseinbruch im ersten Halbjahr die Telekom wieder sanieren soll. Vom Konzern allerdings dementiert wurde, dass mit dem Sparprogramm auch der Ausbau des VDSL-Anschlusses gestoppt werde, was einen Stellenabbau von bis zu 8.000 Stellen zur Konsequenz haben könnte. Das Job-Magazin des Handesblatts "karriere" hatte außerdem berichtet, dass die Umstellung des Telekom-Netzes auf die IP-Technologie bis 2012 noch weiteren Stellenabbau bedeuten würde: Auf die Arbeit von bis zu 30 Prozent der Techniker könne nach Einschätzungen von Analysten dann verzichtet werden.
E-Plus verliert 300 Stellen
Weil das Mobilfunkunternehmen E-Plus neu aufgestellt werden soll, kürzt KPN nun 300 Stellen. Vor allem im Management will die niederländische E-Plus-Mutter sparen - rund 40 Prozent der Streichungen werden hier vorgenommen. Außerdem ist geplant, einige Aufgaben auszulagern. Verstärkt werden soll hingegen die Vertriebsebene, nach Medienberichten sind hier 350 neue Stellen vorgesehen.
100 Stellen weniger bei Debitel
Der Mobilfunkanbieter verkleinert seine Belegschaft: Bis 2007 sollen nochmals 100 Jobs wegfallen, nachdem bereits im vergangenen Jahr 200 Mitarbeiter gehen mussten. Zielvorgabe: Reduzierung auf 1.100 Mitarbeiter in Deutschland.
Erste Protest eskalieren die Tarifrunde bei T-Systems
Bereits seit Juni läuft die Tarifrunde bei T-Systems, der Geschäftskundenmarke der Deutschen Telekom. Um in die stockenden Verhandlungen Bewegung zu bringen, rief die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft nun zu ersten Protesten auf. ver.di fordert für die 45.000 Beschäftigten von T-Systems eine tabellenwirksame Erhöhung der Entgelte um sechs Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, eine exklusiv wirkende Mitgliederkomponente in Höhe von 250 Euro und eine Ausweitung der Übernahmekapazitäten für Auszubildende einschließlich verbesserter Weiterbeschäftigungsperspektiven.
ver.di-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder begründet die Forderungen: "Die Aktionäre haben in diesem Jahr eine um 16 Prozent höhere Dividende erhalten. Für das nächste Jahr ist eine mindestens gleich hohe Ausschüttung angekündigt. Erwirtschaftet wird dieses Geld aber von den Beschäftigten."
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