T-Systems bereitet offenbar betriebsbedingte Kündigungen vor
Im Rahmen der von Telekom-Vorstand Kai-Uwe Ricke angekündigten Sparmaßnahmen plant T-Systems offenbar Entlassungen. "Bei T-Systems werden erkennbar betriebsbedingte Kündigungen vorbereitet", so Telekom-Aufsichtsrat Lothar Schröder gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Schröder sitzt seit Juni für Verdi im Aufsichtsrat der Telekom. Bislang habe das Unternehmen versucht, im Rahmen eines sozialverträglichen Abbaus von Arbeitsplätzen mit Vorruhestandsprogrammen, Abfindungen und anderen Angeboten bis 2008 rund 32.000 Mitarbeiter zum freiwilligen Ausscheiden zu bewegen. Den Angaben zufolge gilt für die meisten der rund 54.000 Mitarbeiter von T-Systems kein Kündigungsschutz.
Ein Sprecher von T-Systems bestritt gegenüber der "FAZ" solche Pläne. Es gebe nach wie vor großzügige Angebote für ein freiwilliges Ausscheiden. Die Frage nach betriebsbedingten Kündigungen stelle sich erst dann, wenn alle anderen Mittel einschließlich einer Kürzung der Wochenarbeitszeit ausgeschöpft seien. Darüber werde in den laufenden Tarifverhandlungen nachgedacht. Nach Ansicht Schröders geht die Geschäftsleitung in den Verhandlungen jedoch gezielt auf Konfrontationskurs. "Ein Scheitern wird billigend in Kauf genommen", sagte er.
dieMit: 1. Messe und Fachkongress zur Mitbestimmung
Vom 12. bis 14. Oktober 2006 findet in Bremen dieMit statt - die erste Messe und der Fachkongress zur Mitbestimmung. dieMit spricht mit ihrem Programm alle Interessenvertretungen an. Das sind: Betriebs- und Personalräte, Sprecherausschüsse, Vertrauensleute der Schwerbehinderten, Jugend- und Auszubildendenvertreter/-innen, gewerkschaftliche Vertrauensleute, Frauenbeauftragte, Mitarbeitervertretungen, Arbeitnehmervertreter/-innen in Aufsichtsräten, Arbeitsschutzbeauftragte, Datenschutzbeauftragte, Gewerkschaftssekretär/-innen und Arbeitsdirektor/-innen und alle, die darüber hinaus als Interessenvertretungen tätig sind. Aussteller/-innen sind Arbeitnehmerorientierte Beratungseinrichtungen, Technologieberatungsstellen, Seminarveranstalter/-innen, Anwaltsbüros, Verlage, Arbeitnehmerkammern, Berufsgenossenschaften, Büroausstatter/-innen, Ministerien, Forschungsprojekte, wissenschaftliche Einrichtungen, Institute, Gewerkschaften und weitere Aussteller/-innen mit Angeboten für Interessenvertretungen.
Ein Fachkongress zu allen wichtigen Themen der Mitbestimmung bildet den inhaltlichen Rahmen in Form von Podiumsdiskussionen, Workshops und Vorträgen. Dabei wird es um gute Praxisbeispiele für Mitbestimmung, die Vermittlung von Basiswissen und neue Herausforderungen für die Mitbestimmung gehen. Namhafte Referent/-innen und Praktiker/innen werden das Programm inhaltlich ausfüllen.
Weitere Informationen:
http://www.dieMit.de
Siemens will SBS neu aufstellen
Der Siemens-Konzern will seine angeschlagene IT-Tochter SBS aus eigener Kraft sanieren. Dies wurde nach entsprechenden Ankündigungen in der Presse auch in einem Gespräch deutlich, das die Siemens AG mit Vertretern von SBS, dem Siemens Gesamtbetriebsrat sowie der Gewerkschaft geführt hat. Darin informierte der Konzern über die wirtschaftliche Gesamtsituation von SBS sowie über die strategische Ausrichtung für die Zukunft.
Im Zuge dieser Neuausrichtung müssen die Arbeitsbedingungen teilweise verändert werden. Dabei wollen sowohl SBS als auch Siemens selbst die größtmögliche Akzeptanz seitens der Mitarbeiter erreichen. Deshalb sollen die Änderungen über tarifvertragliche Regelungen erfolgen. Sowie das Sanierungskonzept vorliegt, soll die Belegschaft in einer Mitarbeiterversammlung darüber informiert werden.
BITKOM: Deutscher ITK-Markt wächst um knapp drei Prozent
Der deutsche ITK-Markt wird in diesem Jahr voraussichtlich um 2,5 Prozent wachsen und ein Umsatzvolumen von 146,4 Milliarden Euro erreichen. Dies geht aus einer aktuellen Marktprognose des BITKOM-Verbands hervor. Für das kommende Jahr rechnet der Verband mit einer weiteren Steigerung. Laut BITKOM wird der deutsche ITK-Markt im Jahr 2007 um weitere 1,6 Prozent zulegen und auf ein Umsatzvolumen von 148,8 Milliarden Euro anwachsen.
Der Prognose zufolge legen besonders die Bereiche Software und IT-Services deutlich zu. Der Software-Markt wird laut BITKOM in diesem Jahr um 5,5 Prozent wachsen und ein Umsatzvolumen in Höhe von 17 Milliarden Euro erreichen. Ähnlich dynamisch soll sich der Markt für IT-Dienstleistungen entwickeln: Hier rechnet der Verband mit einem Plus von 4,5 Prozent und einem Umsatz von 29 Milliarden Euro.
Eine ähnlich gute Prognose für den Bereich IT-Services gibt das Marktforschungsunternehmen IDC ab: Der Umsatz im IT-Service-Markt soll in diesem Jahr um 3,9 Prozent steigen und ein Volumen von rund 25 Millionen Euro erreichen. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei rund 24 Millionen Euro. Den Marktforschern zufolge wird dieser Markt auch in den kommenden vier Jahren weiter wachsen im Schnitt um 4,7 Prozent pro Jahr. Bis 2010 wird der IT-Service-Markt in Deutschland IDC zufolge ein Volumen von gut 30 Millionen Euro erreichen.
Wachstumstreiber sollen die Bereiche Outsourcing und System Integration sein. Beide Teilmärkte werden IDC zufolge "das Rückgrat des deutschen Marktes für IT-Dienstleistungen" bilden. Die zunehmende Vergabe von Services an externe Dienstleistungen wird laut IDC zudem den Markt für IT-Dienstleister vergrößern.
Zu wenig Akademiker in Deutschland
In Deutschland wird zu wenig Nachwuchs an Universitäten und Fachhochschulen ausgebildet: Nur rund ein Fünftel der Angehörigen eines Alterjahrgangs erreichen einen Hochschulabschluss. Zu diesem Ergebnis kommt die OECD in ihrer Studie "Bildung auf einen Blick", in der unter anderem der Hochschulbereich der 30 führenden Industrienationen unter die Lupe genommen wurde. Demnach bilden nur Österreich, Tschechien und die Türkei weniger akademischen Nachwuchs aus, der Duschschnitt liegt bei 36,8 Prozent. "Wenn man berücksichtigt, dass künftig geburtenschwache Jahrgänge die Schule verlassen, wird Deutschland den steigenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften so nicht befriedigen können", warnt der OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher.
Besser sieht es bei anderen Abschlüssen aus: 2004 konnten 85 Prozent der 25- bis 45-Jährigen ein Abitur oder einen abgeschlossene Lehre nachweisen. Als ein Weg, mehr hochqualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen, wird derzeit verstärkt die Öffnung der Hochschulen für Handwerker mit Meisterprüfung diskutiert. In etlichen Bundesländern, darunter in Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, können Meister bereits ohne Abitur einen Hochschulabschluss erwerben.
33 Euro Lohnnebenkosten je 100 Euro Lohn
Auf 100 Euro Lohn und Gehalt in Deutschland zahlen die Arbeitgeber rund 33 Euro in Form von Lohnnebenkosten drauf. Mit 20 Euro entfällt der Löwenanteil davon auf die Pflichtbeiträge der Arbeitgeber zur Sozialversicherung, mit sechs Euro schlagen die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge zu Buche. Weitere drei Euro entfallen auf die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und im Mutterschutz, knapp drei Euro auf sonstige Lohnnebenkosten. Zwei Euro Nebenkosten entstehen durch Kosten für den Personalabbau. Zum Vergleich: In den Niederladen liegen die Lohnnebenkosten bei 32 Euro, in Polen bei 25 Euro. Diese Zahlen gab das Statistische Bundesamt auf der Grundlage seiner "Arbeitskostenerhebung 2004" bekannt.
Damit sind die Lohnnebenkosten seit dem Jahr 2000 im Schnitt pro Jahr um 3,1 Prozent gestiegen, die Bruttolöhne und -Gehälter legten im Durchschnitt um 2,6 Prozent zu. Als Grund dafür nennt das Bundesamt höhere Kosten bei der betrieblichen Altersvorsorge, insbesondere durch das Anfang 2002 in Kraft getretene Altersvermögensgesetz. Die Arbeitskosten im Dienstleistungsbereich und im Produzierenden Gewerbe lagen durchschnittlich bei 28,18 Euro je geleistete Arbeitsstunde.
Jedes vierte Unternehmen will einstellen
Fast jedes vierte Unternehmen will bis Ende des Jahres neue Arbeitsplätze schaffen. Für 2007 sind die Firmen aber weniger optimistisch, so das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Die Unternehmen in Deutschland haben laut Studie vor allem Bedarf an Fachpersonal und Akademikern. Rund ein Viertel der Unternehmen wolle bis Ende 2007 zusätzliche Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung einstellen. Dagegen wolle nur jeder 20. Betrieb Fachpersonal abbauen. Schlechte Karten hätten dagegen Geringqualifizierte.
Jeder Zweite arbeitet am Computer
Der Trend zum Computer-Arbeitsplatz hält in Deutschland an, so das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM), die auf Zahlen der Europäischen Statistikbehörde Eurostat beruht. Zum ersten Mal hat der Anteil der Beschäftigten, die im Job einen PC benutzen, die Marke von 50 Prozent geknackt. Mit einem Wert von 57 Prozent liegt Deutschland demnach sogar deutlich über dem EU-Durchschnitt von 49 Prozent. Dahinter folgen Länder wie Großbritannien (49 Prozent) und Spanien (48 Prozent).
Insgesamt lag der Anteil der Beschäftigten in Deutschland, die an einem Computer arbeiten, 2005 bei 57 Prozent (2004: 47 Prozent). Der Anteil der Beschäftigten, die an einem Computer mit Internet-Zugang arbeiten lag in Deutschland laut Untersuchung 2005 bei 40 Prozent (2004: 29 Prozent).
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