Siemens zensiert
Weil es kritisch über die Arbeitsplatzsituation im Konzern berichtet hatte, ist das Mitarbeiter-Netzwerk NCI von Siemens gesperrt worden: Vom Firmennetz aus können sich die Mitarbeiter dort nicht mehr informieren, sondern müssen jetzt privat die Website ansurfen. Auf dem Netzwerk www.nci-net.de wird seit über drei Jahren über die Unternehmensstrategie und deren Auswirkung für die Belegschaft berichtet. Dabei werden auch Empfehlungen für die Leser ausgesprochen. Nach eigenen Angaben besuchen bis zu 4.000 Mitarbeiter täglich das Portal, im Jahr 2006 waren es schon annähernd 300.000 Besucher. Bei NCI wertet man die Sperrung als Erfolg, Inken Wanzek, eine der NCI-Verantwortlichen schreibt: „Wir können Siemens nicht daran hindern, die NCI Homepage in ihren Betrieben zu sperren. Siemens gesteht damit jedoch indirekt das erste Mal offiziell ein, dass wir eine sehr gute Aufklärungsarbeit leisten, dass unsere Berichterstattung, den Mitarbeitern in ihren Entscheidungsprozessen hilft.“
Nichts Neues gibt es zur Zukunft von der Siemens-Sparte SBS. Bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen des IT-Dienstleisters Ende Juli hat Siemens-Chef Klaus Kleinfeld keine Neuigkeiten verkündet außer einem knapp 100 Millionen Euro Verlust. Aber die Entwicklung von SBS werde weitergetrieben. SBS gilt als Übernahmekandidat. Am 1. September jedenfalls soll eine Qualifizierungs- und Vermittlungsgesellschaft ihre Arbeit aufnehmen, die die 2.750 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unterstützen soll, denen SBS ohnehin kündigen will. Bei der Siemens-Sparte Com existiert eine solche Gesellschaft bereits, die die Arbeitskräfte intern wie extern vermittelt.
Zum Arbeitsplatz-Abbau bei Siemens, der aufgrund der Fusion der TK-Ausrüstungssparte mit Nokia passieren soll, hat der Betriebsrat Forderungen gestellt: Bis 2009 solle auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet werden, die Standorte sollten beibehalten werden und das Joint Venture müsse dem Arbeitgeberverband beitreten. Dazu verweist die Arbeitnehmervertretung auf die Garantien, die mit dem laufenden Tarifvertrag gegeben worden seien.
Neue Unternehmenssteuer kritisiert
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (Bitkom) hält nicht viel von der geplanten Reform der Unternehmenssteuer. Eine Reform müsse die finanzielle Situation kleinerer und mittlerer Betriebe stärken. Mit der Reform würde diese aber verschlechtert. Dadurch würden Investitionen gehemmt. „Besonders der Mittelstand mit seiner hohen Fremdkapitalquote leidet unter zusätzlichen Abgaben auf Zinsen,“ sagte Bitkom-Vize Heinz-Paul Bonn. Auch die geplante Besteuerung von Mieten und Leasing-Raten wirke sich schlecht für den ITK-Markt aus, da viele innovative Geschäftsmodelle - zum Beispiel Application Service Providing – auf Leasing basierten. Außerdem mahnte der Verband weiteren Bürokratieabbau in der Steuergesetzgebung an. Positiv bewertete er, dass der innovative Mittelstand ein Schwerpunkt des 1,5 Milliarden-Programms der Regierung sei, mit dem der Hightech-Bereich bis 2010 gefördert wird.
1&1 stellt ein
In den kommenden Jahren will der Internet-Dienstleister 500 neue Arbeitskräfte einstellen. Bis Jahresende sollen allein 100 neue Leute auf der Gehaltsliste stehen. Gesucht werden vor allem IT- und Vertriebsmitarbeiter sowie Produkt-Manager, die vornehmlich am Standort Karlsruhe arbeiten sollen, wo 1&1 sein Hosting-Rechenzentrum hat. Zu der Tochter der United Internet AG gehören Schlund + Partner, GMX und Web.de. Derzeit sind rund 2.500 bei 1&1 beschäftigt.
IBM will weiter sparen
Weiterhin sparen will der amerikanische Computer-Konzern IBM. Zwar rückt IBM davon ab, die Pensionspläne in Deutschland zu beschneiden, schreibt heise online. Nun will der Konzern eine Begrenzung der Beiträge für die betriebliche Altersversorgung in 2006 durchsetzen. Zunächst hatte IBM geplant, die künftig zu erwerbenden Ansprüche der deutschen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zu begrenzen. Nötig sei dies durch die Entwicklung der Finanzmärkte und die steigende Lebenserwartung, die die Pensionskosten in die Höhe steigen ließen. Nun will der Konzern zunächst darauf verzichten. Aber: Die 22.000 Beschäftigten in Deutschland sollen im kommenden Jahr auf ihr Urlaubsgeld verzichten. Hiermit will der Konzern einen Großteil der geplanten Einsparungen erreichen.
Sichere Arbeitsplätze machen loyal
Arbeitsplatzsicherheit ist der wichtigste Faktor, warum sich ein Mitarbeiter loyal zur Firma verhält. 81 Prozent sehen das als den Kernfaktor für Mitarbeiterzufriedenheit. Das ergab eine Studie des Personaldienstleisters Atoss gemeinsam mit der Fachhochschule Heidelberg unter 258 Personalleitern und Linien-Managern von Top 1000-Unternehmen in Deutschland. Weitere wichtige Gründe, die den Arbeitnehmer halten, sind eine offene Informationspolitik sowie eine angenehme Unternehmenskultur (75 Prozent). Aufstiegsmöglichkeiten (71 Prozent) und mehr Verantwortung (70 Prozent) können ebenfalls motivierend sein. Gekündigt wird nach Meinung der Personalverantwortlichen vornehmlich, um einen Karrieresprung zu machen (89 Prozent) und weil sich intern zu wenig Aufstiegschancen böten (83 Prozent). Eine Unzufriedenheit mit dem Gehalt halten nur 58 Prozent der Befragten für einen Grund zu wechseln. Vor allem auf drei Gebieten sehen Personalleiter große Herausforderungen auf sich zu kommen: der fachlichen Qualifikation der Mitarbeiter, der Arbeitszeitflexibilisierung sowie der Produktivitätssteigerung.
Eine Management-Summary der Studie kann gegen Registrierung hier heruntergeladen werden:
www.atoss.com/standort-deutschland2006
50 Millionen Europäer suchen ihre Karriere online
Fast ein Drittel aller europäischen Onliner besuchen Internet-Stellenbörsen und Job-Portale. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des internationalen Marktforschungsinstituts ComScore Networks. Rund 50 Millionen europäische Nutzer haben sich im vergangenen Mai auf Karriere-Websites getummelt. Im Vergleich zum Vorjahr ist damit die Zahl der Nutzer von Karriere-Websites um 22 Prozent gestiegen. Marktführer bei Online-Stellenbörsen ist der Studie zufolge das internationale Netzwerk Monster. Monster-Sites haben im Mai mehr als 9,1 Millionen Internetnutzer aus Europa aufgerufen. Auf Platz zwei folgt überraschend die deutsche Bundesagentur für Arbeit mit 3,7 Millionen Besuchern. Je nach Land ist das Interesse der Internetnutzer an Online-Stellenportalen stark unterschiedlich ausgeprägt. So besucht laut der Studie nahezu jeder zweite Norweger (47 Prozent) Online-Jobbörsen. In Portugal interessieren sich nur 15 Prozent für Karriere-Websites. Deutschland liegt mit 26 Prozent Nutzern in der Europa-Mitte.
IT- und Internet-Entscheider wollen im 2. Halbjahr mehr investieren
Die Anbieter von IT-Projekten blicken positiv auf das Jahr 2006, hat eine aktuelle Untersuchung des Agenturdienstleisters GULP Information Services herausgefunden. Immerhin 65 Prozent der Anbieter erwarten höhere Umsätze als im Jahr 2005.
Auch auf die Investitionsbereitschaft der Projektanbieter wirken sich die optimistischen Erwartungen der IT-Projektanbieter aus: Die Mehrheit von 62 Prozent - und damit ein deutlich höherer Prozentsatz als im Vorjahr - plant für 2006 gesteigerte Investitionssummen. Hingegen rechnen nur 16 Prozent mit geringeren Investitionen als im vergangenen Jahr, während sich für 22 Prozent im Vergleich zu 2005 nichts ändert. Faktische Unterstützung erhalten diese positiven Einschätzungen durch den Gulp IT-Projektmarktindex: Bis Ende Juni zählte dieser im Jahr 2006 40.384 Anfragen zur Besetzung von IT-Projekten mit externen Mitarbeitern. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum stellt das eine Steigerung von rund 27 Prozent dar. Die Ergebnisse der Untersuchung beruhen auf einer Umfrage des Agenturdienstleisters Gulp Information Services GmbH unter 37 Projektanbietern auf Gulp.de.
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