Vor allem IT-Gründer trauen sich weniger
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der High-Tech-Gründungen in Deutschland um 16 Prozent zurückgegangen. Das ergab eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Alarmierend außerdem: Der Anteil der technologie- und wissensintensiven Branchen an den Neugründungen insgesamt sank rapide. 2000 waren es noch neun Prozent, 2005 lag dieser Anteil noch bei 6,5 Prozent. Dr. Georg Licht, Leiter des Forschungsbereichs Industrieökonomik und Internationales Management des ZEW, kommentiert: "Die sinkenden Gründungszahlen im High-Tech-Bereich sind ein Alarmzeichen ersten Ranges. Das seit mehr als einem Jahrzehnt geringe Wirtschaftswachstum in Deutschland eröffnet für junge Unternehmen keine Perspektiven. Der Schritt zum eigenen Unternehmen erscheint immer weniger attraktiv. Ein weltweit führender High-Tech-Standort braucht aber einen beständigen Strom von neuen Geschäftsideen, die die etablierten Unternehmen fortlaufend herausfordern. Innovations- und Wirtschaftspolitik sollten daher der Gründungsförderung und der Verbesserung der Rahmenbedingungen für kleine und junge Unternehmen wieder eine höhere Priorität einräumen." Aber es gibt auch Positives: Obwohl die Zahl der Unternehmensgründungen rückläufig ist, blickt der Großteil High-Tech-Gründer, der die ersten Jahre überstanden hat, optimistisch in die Zukunft. Insbesondere die Software-Unternehmen: 85 Prozent von ihnen erwarten eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Perspektiven, nur ein Prozent befürchtet eine Verschlechterung.
Mehr dazu finden Sie hier http://www.zew.de/de/topthemen/
meldung_show.php?LFDNR=610&KATEGORIE=34
Institut sieht Trendwende in der Tarifpolitik
Die Tarifabschlüsse in diesem Jahr sind um einiges höher als 2005. Das ergibt die aktuelle Halbjahresbilanz des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (WSI). Besonders positiv haben sich der Tarifabschluss von drei Prozent bei der Metall- und Elektroindustrie oder der Telekom ausgewirkt. Insgesamt läge die Spannweite der Abschlüsse zwischen 0,5 Prozent und 2,8 Prozent. Die Preissteigerungsrate beträgt derzeit zwei Prozent. Allerdings: In einigen Branchen ziehen langfristige frühere Tarifabkommen, die sehr niedrig waren, den Trend wieder etwas hinunter, werden diese in die Rechnung mit einbezogen. So ergibt sich im Rahmen der Halbjahresbilanz eine Steigerung von 1,5 Prozent. In die Zusammenschau für das erste Halbjahr 2006 flossen die Abschlüsse für 7,6 Millionen Beschäftigte ein - das sind rund 39 Prozent der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen mit Tarifvertrag.
Exklusiv-Komponente nur für ver.di-Mitglieder bei der Deutschen Telekom
Parallel zur Tarifrunde 2006 hat ver.di als Ergebnis gesonderter Verhandlungen
erstmals in der TK/IT-Branche eine Exklusiv-Komponente nur für ver.di-Mitglieder
durchgesetzt. 9,3 Millionen Euro werden von der Telekom einem Fonds zugeführt, der durch einen vom ver.di-Fachbereich TK/IT zu gründenden gemeinnützigen Verein verwaltet wird. Die Mittel sind zweckgebunden und ausschließlich Beschäftigte der DTAG, die ver.di-Mitglied sind, können Mittel aus dem Fonds erhalten.
Arbeitsmarkt: Entwickler verzweifelt gesucht
Der IT-Arbeitsmarkt verzeichnet weiterhin einen starken Aufwärtstrend. So stieg die Zahl der IT-Stellenangebote im ersten Halbjahr 2006 von 10.204 auf 12.412 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Das ist das Ergebnis einer aktuelle Analyse des Personaldienstleisters Adecco, bei der IT-Jobangebote in 40 Tageszeitungen und der Computerwoche ausgewertet wurden. Die meisten IT-Offerten entfallen mit 3.477 Angeboten nach wie vor auf die Beratungs- und Softwarehäuser, die damit etwa ein Drittel der Stellen anbieten. Prozentual am stärksten legten die Zeitarbeitsfirmen zu. Dort stieg die Zahl der Jobangebote von 334 auf 631. Über alle Branchen hinweg verzeichnen die Personaldienstleister mit 80 Prozent den größten Zuwachs an freien Arbeitsplätzen, vor den Konstruktionsbüros (plus 50 Prozent).
Fast alle Branchen suchten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mehr IT-Beschäftigte als im Vorjahr, so etwa der Maschinenbau, die Elektronikindustrie oder der Öffentliche Dienst. Rückläufig sind dagegen die Angebote der Telekommunikations- und der Finanzdienstleistungsbranche. Vor allem Entwickler sind derzeit besonders gefragt. Allein 2.896 Offerten gab es für Anwendungsentwickler, das entspricht etwa einem Drittel mehr als im Vorjahr. Prozentual noch stärker stieg das Interesse an Internet-Spezialisten, wenn auch auf geringerer Basis - und zwar von 303 auf 425. Größer als im Vorjahr ist auch der Bedarf an Verkäufern, Datenbank- sowie System- und Netzspezialisten. Zurückgegangen sind dagegen die Angebote für Organisatoren und Koordinatoren sowie Mitarbeit im Umfeld von Rechenzentren.
Fast jeder zehnte Nutzer von Politik-Foren ist rechtsradikal
Viele Nutzer von österreichischen Politik-Foren predigen in ihren Postings rechtsradikales Gedankengut, wie jetzt die die Studie 'eParticipation Research' der Uni Salzburg offenlegt. Demnach waren in dreißig Prozent aller im Erhebungszeitraum veröffentlichten Postings Beschimpfungen, Drohungen oder Verleumdungen zu finden. Besonders Besorgnis erregend: In fünfzehn Prozent aller Postings waren eindeutige politische Gesinnungen zu erkennen. Und mehr als die Hälfte davon (60 Prozent) haben rechtsextremistische Äußerungen enthalten.
Das Internet sei für viele Internetnutzer ein Ventil für "Cyber-Hass". Schuld daran sei nach aber nicht das Medium Internet, sondern die Gesellschaft: Die Parteien müssten den Internetnutzer dann aber auch mehr Online-Angebote zur Verfügung stellen, wo sich politisch diskutieren lässt, so die Studienautoren.
http://www.uni-salzburg.at
Entlassungen bei Sun und BenQ
Am Standort München will der Handy-Hersteller Benq Mobile 277 Stellen abbauen. Außerdem stehen noch 250 Verträge mit externen Mitarbeitern zur Disposition. In Deutschland beschäftigt BenQ, das die Handy-Sparte von Siemens übernommen hat, 3.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weltweit 8.000. Am meisten bluten muss der Bereich Forschung & Entwicklung, den die meisten Kürzungen treffen.
Auch bei Sun stehen deutsche Arbeitsplätze auf dem Steichplan: 130 sollen gekürzt werden, das sind rund acht Prozent der 1.650 Beschäftigte umfassenden Belegschaft in Deutschland. Niederlassungen in Berlin, Hamburg, Langen, Ratingen und Stuttgart werden abgespeckt zum Demo- und Briefing-Center, die beiden kleineren Standorte Mainz und Nürnberg werden ganz geschlossen. Mit dem Abbau will Sun auch konsequent sein "iWork"-Konzept anwenden, das vorsieht, dass Mitarbeiter mit vornehmlicher Tätigkeit im Außendienst keinen festen Arbeitsplatz haben.
Personalkosten sparen will auch der Rechenzentrum- und Software-Anbieter Datev. Hier allerdings sind keine Entlassungen geplant, wohl aber die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche. Ohne Lohnausgleich.
Tele2 stellt ein
Die Zusammenarbeit von QSC und Tele2 hingegen verspricht neue Arbeitsplätze. 1.000 neue Jobs sollen bei der gemeinsamen Netzgesellschaft Plusnet entstehen, die als Konkurrenz zur Telekom aufgebaut werden und die vornehmlich DSL-Internetzugänge verkaufen sollVor allem im Bereich Service will das Unternehmen, das mehrheitlich zu QSC (67,5 Prozent) gehört, Arbeitsplätze aufbauen. 50 Millionen Euro buttert die schwedische Mutter von Tele 2 in die neue Betreibergesellschaft. Tele 2 sucht außerdem Partner, mit denen ein Einstieg ins deutsche Handy-Geschäft gelingen soll.
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