IT-Wirtschaft zieht an und stellt moderat ein
Liegt es an der Fußball-WM? Immerhin hat sie in diesem Jahr schon 50.000 Jobs in Deutschland geschaffen, die Hälfte davon bleibt auch nachdem letzten Abpfiff erhalten. Oder liegt es an etwas anderem? Jedenfalls: "2006 wird das beste Jahr seit dem New-Economy-Einbruch" - diese Prognose hat Wirtschaftsstaatsekretär Bernd Pfaffenbach bei der Vorstellung des Jahresberichts zur Lage der Informationswirtschaft abgegeben. Nach Angaben der Regierung wollen die Unternehmen in "moderatem Umfang" in der IT-Branche auch neue Jobs schaffen. 134,5 Milliarden Euro soll der Bereich dieses Jahr umsetzen - er ist damit der wichtigste Wirtschaftszweig in Deutschland. Nach Erhebungen des Bundeswirtschaftsministeriums sind 750.000 Personen in der ITK-Branche beschäftigt. Der Anteil am Bundesinlandsprodukt beträgt mittlerweile 6,2 Prozent. Um Investitionen der Unternehmen anzukurbeln, kündigte Wirtschaftsminister Michael Glos an, die Regierung wolle die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen für die Informationswirtschaft verbessern, Forschung und Entwicklung ausbauen. Die Zahlen des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) sehen noch ein bisschen positiver aus: Mit einem Wachstum von 2,4 Prozent wird 2006 gerechnet - eine Steigerung auf 137,4 Milliarden Euro Umsatz. 74 Prozent der ITK-Unternehmen rechnen im laufenden Jahr mit steigenden Umsätzen, so die aktuelle vierteljährliche Umfrage des BITKOM.
Arbeitnehmer zahlen den Preis für Siemens-Nokia-Fusion
Nokia und Siemens wollen ihre Netzwerksparten in einem Joint Venture "Nokia Siemens Networks" zusammenlegen. Das Joint Venture, an dem beide Firmen 50 Prozent halten, geht zunächst mit 60.000 Mann an den Start. Aber bis zu 15 Prozent der Belegschaft sollen nach den Synergie-Plänen der neuen Partner ihren Job verlieren. Gemeinsam wollen sie 1,5 Milliarden Euro einsparen bis 2010 - davon ein Großteil in den kommenden zwei Jahren. Die Sprache ist von "Eliminierung überlappender Funktionen, Konsolidierung und bessere Auslastung der Vertriebs- und Marketing-Organisationen". Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo kündigte an, das neue Unternehmen werde bereits vor Restrukturierungskosten im ersten Jahr eine zweistellige operative Marge erzielen. Mittelfristig will sich das neue Unternehmen zum profitabelsten Telekom-Ausrüster entwickeln. Der Siemens-Betriebsrat und die IG Metall bedauerten die Ausgliederung der Sparte und warfen der Geschäftsführung Defizite vor. Eine Sanierung aus eigener Kraft sei möglich gewesen. Zum 1. Januar kommenden Jahres soll das neue Unternehmen die Geschäfte aufnehmen, die Kartellbehörden müssen den Plänen noch zustimmen.
Checkliste: Privates Surfen zur WM
Deutschland gegen Ecuador, Deutschland gegen Schweden, Deutschland gegen Argentinien...Wer sich in seiner Arbeitszeit über die aktuellen WM-Ergebnisse informieren will, sollte aufpassen, denn nicht immer ist das private Surfen erlaubt. Eine Checkliste, was beim Surfen im Web am Arbeitsplatz beachtet werden muss, hat der 'Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien' (BITKOM) zusammengestellt.
Der Arbeitsgeber ist nicht verpflichtet, das Surfen für persönliche Gründe zuzulassen. Entscheidet er sich aber doch dafür, hat er zwei Möglichkeiten. Er kann die private Nutzung generell erlauben, oder diese auf bestimmte Zeiten oder Seiten begrenzen. Fehlt eine konkrete Vereinbarung, werten das Gerichte möglicherweise als Duldung der privaten Internetnutzung. Das kann für den Arbeitnehmer bei einer Auseinandersetzung von Vorteil sein.
Arbeitnehmer sollten in der Personalabteilung oder beim Betriebsrat nach bestehenden Regelungen fragen. Generell rät der BITKOM Arbeitnehmern und Arbeitgebern, eine eindeutige Regelung zum privaten Surfen zu treffen - etwa durch eine arbeitsvertragliche Vereinbarung oder Richtlinie. Ist die private Internetnutzung erlaubt, darf der Arbeitgeber ohne Einwilligung des Arbeitnehmers nur in Ausnahmefällen das Surf-Verhalten kontrollieren. Selbst bei einem Verbot der privaten Nutzung gelten datenschutzrechtliche Bestimmungen, wenn auch eingeschränkt. Der Arbeitgeber darf in diesem Fall stichprobenartig prüfen, ob das Surfen der Arbeitnehmer dienstlicher Natur ist. Die intensive private Nutzung des Internets aber während der Arbeitszeit ohne Erlaubnis kann eine Verletzung der arbeitsvertraglichen Pflichten sein. Doch vor einer Kündigung muss der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter zunächst einmal abmahnen. Ein spezielles Gesetz zum Arbeitnehmerdatenschutz, das auch die private Nutzung des Internets regelt, existiert nicht. Die meisten Regeln leiten sich aus allgemeinen Gesetzen und aus der Rechtsprechung ab.
Betriebsratswahlen bei SAP
Nun hat sie also stattgefundenen, die Betriebsratswahl bei SAP. Die Erde dreht sich weiter, die digitale Welt ist noch immer digital und die badischen Orte Walldorf und St Leon Rot sind nicht vom Wirbel weggefegt worden.
Tatsächlich war die Wahl selbst geordnet und ruhig. Die Beteiligung war gut und die einzige gewerkschaftsfreundliche Liste ist drittstärkste Kraft geworden. Die betriebsverfassungsgemäße Zeit bei SAP hat begonnen.
"ver.di ist ein starker Partner mit enormem Know-How über die Interessensvertretung in der IT-Branche. Wir bieten dem neuen SAP-Betriebsrat unsere Kooperation und Unterstützung an", so Peter Schrader, der zuständige Gewerkschaftssekretär bei ver.di.
TUI will IT-Tochter schliessen
Weil der TUI-Konzern 210 Euro Millionen Euro bis zum Jahr 2008 einsparen will, sollen auch Mitarbeiter der IT-Tochter InfoTec ihrne Hut nehmen. Noch laufen die Gespräche mit dem Betriebsrat, meldet die "Computerwoche". Nach Medienberichten ist jeder fünfte der 500 Jobs gefährdet, die zum Teil nach Indien ausgelagert werden sollen.
SAP-Chef initiiert neuen Gründer-Fond
Hasso Plattner, Chef des Walldorfer SAP-Konzerns, will mit seiner Investmentgesellschaft Hasso Plattner Ventures, einen Fonds auflegen, mit dem internationale Gründer mit Kapital unterstützt werden sollen. Noch werden Investoren für den Fond gesucht, der 100 Millionen Euro umfassen soll. In einen ähnlich gelagerten Fond für deutsche IT-Spezialisten hat Plattner 40 Millionen Euro des eigenen Vermögens gesteckt.
IBM will Kunden bei Innovationen beraten
Der Computerriese führt in Deutschland den neuen Geschäftsbereich "Technology Colloboration Solutions" ein und hofft dadurch auf mehr Umsatz. In diesem Bereich will IBM künftig mit Kunden in der Informationstechnik zusammenarbeiten und sie bei Neuerungen beraten, sagte IBM-Manager Bill Zeitler vom Konzernbereich Systems and Technology Group.
Deutschland ist laut IBM das dritte Land nach den USA und Japan, wo der neue Geschäftszweig "Technology Collaboration Solutions" vorgestellt wird.
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