Commerzbank baut IT-Stellen ab
Die Commerzbank will in ihrer Verwaltung innerhalb von drei Jahren bis zu 900 Stellen abbauen. Vor allem trifft es Mitarbeiter aus den Bereichen IT und Kreditbearbeitung, die ein Opfer von Sparmaßnahmen zur Ergebnisverbesserung werden - und das trotz Rekordgewinns im ersten Quartal 2006. Das Frankfurter Institut hat derzeit rund 35.500 Mitarbeiter, davon 4.700 in der IT-Abteilung. Sie soll um 450 Mann schrumpfen. Als Losung hat der Vorstand ausgegeben, die IT-Kosten um ein Fünftel auf 741 Millionen zu senken. 2005 hatte die Commerzbank bereits erklärt, die Kosten im IT-Bereich um rund 20 Prozent senken zu wollen. So koste die Erfassung eines Depots derzeit sechs Euro, die Konkurrenz könne das gleiche um die Hälfte günstiger anbieten. Deswegen sollen jetzt Aufgaben an hauseigene Service-Gesellschaften sowie Niederlassungen in Prag und Singapur ausgelagert werden. Außerdem befürchtet der Betriebsrat der Bank, dass neben den gemeldeten 900 Stellen noch weitaus mehr Jobs zur Disposition stehen. "Die Zahl von 900 Stellen ist nicht seriös. Sie beruht auf der Annahme, dass die betroffenen Mitarbeiter bundesweit mobil sind und auch schlechter bezahlte Tätigkeiten annehmen würden. Die Zahl der von den Maßnahmen betroffenen Mitarbeiter beträgt in Wahrheit rund 3200 Vollzeitkräfte", sagte Betriebsratschef Uwe Tschäge der "Financial Times Deutschland". Nun wolle der Betriebsrat notfalls gerichtlich erzwingen, dass sich das Management wieder an den Verhandlungstisch setzt, meldet die Zeitung weiter.
Panasonic schließt Werk in Peine
Noch ein Werk seiner Tochter Panasonic will der japanische Matsushita-Konzern in Deutschland dicht machen. Ende März 2007 soll das Werk der Panasonic AVC Networks Germany in Peine für immer die Werkstore schließen. 151 Mitarbeiter sind von den Kürzungen, die im Rahmen der Umstrukturierung des DVD-Rekordergeschäfts passieren, betroffen. Mit dem Betriebsrat wird bereits verhandelt. In Esslingen, wo ebenfalls ein Panasonic-Werk für Bildröhren auf dem Streichplan steht, kämpfen die Mitarbeiter weiter. 15 Beschäftigte sind dort gegen die Bedenken des Betriebsrats im Hungerstreik. Sie lehnen mit einem Großteil der Belegschaft einen Kompromiss ab, den IG Metall und die Geschäftsführung ausgehandelt hatten. Dieser sah vor, die Beschäftigten ab dem 1. Juli ein Jahr in einer Auffanggesellschaft zu beschäftigen.
Das Gehalt wird immer variabler
Die Zahl der Arbeitnehmer mit flexiblen Gehaltsbausteinen wächst - in Deutschland ist bereits bei 48 Prozent der Beschäftigten ein variabler Anteil im Jahresgehalt enthalten. Bei jedem Fünften beträgt er bis zu 10 Prozent. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der europäischen Jobbörse StepStone, die unter mehr als 10.700 Besuchern in acht Ländern Europas durchgeführt wurde. Der Trend zu flexiblen Gehaltsbestandteilen ist in ganz Europa zu beobachten. Bei den Italienern wird zu 54 Prozent von einer leistungsorientierten Entlohung Gebrauch gemacht, bei den Franzosen 51 Prozent. In den skandinavischen Ländern, in Belgien und in den Niederlanden sind es hingegen nur rund ein Drittel, in Norwegen sogar nur 22 Prozent.
Detaillierte Informationen sind hier abzurufen: http://www.stepstone.de/ueberuns/presse/poll_
fixed_or_variable_salary.html
Telekom und ver.di einigen sich
Der Tarifkonflikt zwischen Telekom und ver.di ist beigelegt. Beide Parteien haben den Schlichterspruch akzeptiert. Die Schlichtungskommission unter dem Vorsitz des CDU-Politikers Heiner Geißler hatte für eine Lohnerhöhung von drei Prozent plädiert. Diese soll aber erst im November zum Tragen kommen, bis dahin gibt es eine Nullrunde. Angestellte sollen aber zusätzlich eine Einmalzahlung von 350 Euro, die Beamten eine zwischen 635 und 735 Euro erhalten. Entgegenkommen ist die Gewerkschaft der Telekom bei der Dauer der Bildschirmpausen. Nur noch fünf Minuten werden künftig bezahlt. Der Tarif wird bis zum 1. Juli 2007 Bestand haben. Das Schlichtungsverfahren war nötig geworden, nachdem sich die beiden Tarifparteien in mehreren Verhandlungsrunden auf keinen Kompromiss einigen konnten: Ver.di hatte eine Erhöhung um sechs Prozent gefordert, die Telekom war lediglich zu einer Einmalzahlung von 1.000 Euro bereit.
Blogs und Online-Netzwerke setzen Headhunter unter Druck
Ein Fünftel der Stellen in Europa wird über Blogs und Internet-Kontaktnetze gefunden, schätzt das europäische Headhunter-Unternehmen Catenon Worldwide Executive Search. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres entfielen laut Catenon 21 Prozent der in den verschiedenen Ländern verfügbaren Stellen auf Kandidaten, die der Headhunter über Blogs und Online-Netzwerke gefunden hatte. Außerdem sei die Bewerberfindung übers Internet mittlerweile "im gesamten Suchprozess vertreten." Das würde daran deutlich, dass sich Catenon-Mitarbeiter 2006 bei 80 Prozent der Einstellungen der Online-Kontaktnetzwerke und Weblogs bedient hätten. Seien doch Netzwerke wie OpenBC oder Rize für Headhunter wegen des "hohen Interaktionsniveaus äußerst attraktiv". Unter anderem weil jedes Mitglied Kommentare über einen anderen Teilnehmer abgeben und diese bewerten und empfehlen kann. So seien exakte Referenzen für jede Person aufspürbar.
Online-Agenturen verlangen höhere Honorare - Freelancer bekommen weniger
Agenturen verlangen wieder höhere Honorare für Interaktiv-Projekte, im Gegensatz zu den Freelancern, deren Preise weiter sinken. Das ist das Ergebnis des jetzt veröffentlichten "iBusiness Honorarleitfadens 2006/2007". Insgesamt sind die Preise bei einem Drittel der Dienstleistungen, deren Honorare für den neuen iBusiness-Honorarleitfaden abgefragt wurden, seit der letzten Erhebung 2003 gestiegen. Betrachtet man Agenturen und Freelancer zusammen, wuchsen die Honorare durchschnittlich um 1,5 Prozent - was unterhalb der Inflationsrate liegt. Während die Stundenpreise im Bereich der Beratung sinken, gibt es in anderen Tätigkeitsfeldern wie Art-Direktion, Grafik und Programmierung einen leichten Aufwärtstrend. Es sind jedoch ausschließlich die Agenturen, die heute von ihren Kunden höhere Honorare fordern. Bei Freelancern sind die Durchschnittshonorare um durchschnittlich drei Prozent gesunken.Die Ergebnisse basieren auf einer Auswertung der Stundensätze und Stückhonorare für Dienstleistungen und Services für multimediale Dienstleistungen von 500 Agenturen und Produzenten im deutschsprachigen Markt. Mehr dazu unter: http://www.ibusiness.de/shop/db/shop.2833hr.html
Führungskräfte: Frauen sind unterrepräsentiert
In Deutschland sind die Chefetagen immer noch spärlich mit weiblichen Führungskräften besetzt. In den alten Bundesländern stellten 2004 Frauen gerade mal 22 Prozent der Führungsriege in der Privatwirtschaft. In den neuen Bundesländern lag der Anteil bei 28 Prozent. Dies hat eine aktuelle Führungskräftestudie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergeben. Eine Familie mit der Karriere unter einen Hut zu bringen, fällt Frauen offenbar schwerer als Männern: Die Partnerinnen von Chefs sind der Studie zufolge meist teilzeitbeschäftigt oder gar nicht erwerbstätig, nur ein Viertel arbeitet den ganzen Tag, und nur sieben Prozent haben selbst eine Führungsposition inne. Die Partner von erfolgreichen Frauen hingegen arbeiten größtenteils in Vollzeit und rund ein Drittel ist selbst die Karriereleiter hoch gestiegen. Analog dazu: Nur 32 Prozent der weiblichen Chefs haben Kinder, wohingegen 53 Prozent der männlichen Chefs auch Väter sind. Verbessert werden könne die Situation, so das IAB, wenn die ganztägige Kinderbetreuung ausgebaut würde, damit Mütter ein ähnliches Arbeitsvolumen stemmen könnten wie die Väter. Auch die Unternehmen könnten besser auf die Bedürfnisse der Frauen reagieren mit flexibleren Arbeitszeiten und eigenen Betreuungsmöglichkeiten für deren Kinder.
Mehr dazu unter: http://doku.iab.de/kurzber/2006/kb0906.pdf
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