Newsletter vom 02.05.2006

Profis werden verstärkt gesucht

Der IT-Arbeitsmarkt in Deutschland zeigt im ersten Quartal 2006 einen deutlichen Aufwärtstrend. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Marktanalyse der Computerwoche und des Personal-Dienstleisters Adecco. Demnach haben Unternehmen in den ersten drei Monaten dieses Jahren genau 6.178 Stellen ausgeschrieben. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert noch bei 5.011 Jobangeboten. Damit ist die Zahl der Stellenausschreibungen im Jahresvergleich um 23 Prozent gestiegen. Laut Computerwoche setzt sich damit der Aufwärtstrend weiter fort: Bereits im Jahresvergleich des ersten Quartals 2004 zu 2005 hatte es bei den freien IT-Stellen ein Plus von 25 Prozent gegeben. Die meisten IT-Jobs haben im ersten Quartal 2006 die Beratungs- und Softwarehäuser angeboten (1.721 Ausschreibungen). Den stärksten Zuwachs hat es bei Zeitarbeitsfirmen geben, deren Zahl der Angebote sich von 152 auf 291 fast verdoppelte. Am stärksten gefragt sind derzeit Softwareentwickler, mit 1.461 Stellenangeboten und damit einem Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum.

IT wird immer mehr ausgelagert

Innerhalb der kommenden zwei Jahre werden die europäischen Unternehmen 50 Prozent mehr für Offshore-Projekte ausgeben. Die Nachfrage steigt nach einer aktuellen Studie des Marktforschers Gartner Group vor allen Dingen in Großbritannien, gefolgt von Deutschland und Skandinavien. In den USA legt der Markt um 30 Prozent zu, weltweit liegt der Anteil bei 20 Prozent. Demnach ist Europa die Region, die am fleißigsten ihre IT in Niedriglohnländer verschiebt. Das beliebteste Auftragsland ist Indien vor Brasilien und China. Der Trend in Westeuropa geht aber auch zur Auslagerung in die osteuropäische Nachbarschaft. Für die Analyse hat Gartner 945 Experten befragt.

Freelancer verdienen 16 Prozent mehr

Während die Festangestellten nur geringe finanzielle Sprünge machen, kommen die Freelancer weit mehr in den Genuss eines Aufschwungs im IT-Sektor. Im Jahr 2005 lag das Durchschnittseinkommen eines Selbstständigen laut einer aktuellen Umfrage des Agenturdienstleisters GULP bei 99.792 Euro. Das sind rund 16 Prozent über dem Vorjahreswert. Rund jeder dritte IT-Freiberufler konnte 2005 einen Umsatz zwischen 80.000 und 120.000 Euro verbuchen, jeder zweite IT-Freiberufler (53 Prozent) verzeichnete ein Umsatzplus. Für das laufende Jahr rechnen 44 Prozent der 447 (nicht repräsentativ) Befragten für 2006 mit höheren Gesamteinnahmen. Das entspricht einem Plus von immerhin 13 Prozent verglichen mit 2004. Dass der Trend dahin geht, weniger eigene Mitarbeiter als externe an den Projekten arbeiten zu lassen, zeigt zudem der Projektmarktindex von Gulp: Im ersten Quartal dieses Jahres lag er mit über 21.000 Anfragen zur Besetzung von IT-Projekten um immerhin 45 Prozent über dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Mehr Details unter:
http://www.gulp.de/presse/pressemitteilungen/
umfrage_stundensaetze2006.html

Weniger Studienabbrecher- mehr qualifizierte Fachkräfte

Würden weniger Studenten ihr Studium der Ingenieur- oder Naturwissenschaften abbrechen, könnte dem Fachkräftemangel entgegen gewirkt werden. 15.000 mehr Absolventen könnten durch geeignete Maßnahmen gewonnen werden, die die Studienabbrüche um 50 Prozent verringerten - das besagt eine gemeinsame Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und der Hochschul Informations Systeme (HIS) für das Bundes-Bildungsministerium. Die Vorschläge der Experten: Die Anforderungen und Leistungsstärken der einzelnen Studierenden müssten im Grundstudium besser abgestimmt werden. Das gelänge mit Brückenkursen, die schulische Defizite auffangen könnten. Auch müsse die Betreuung der zukünftigen Akademiker intensiviert werden.
Eine Kurzfassung der Studie ist hier zu lesen:
http://imperia5.vdi-online.de/imperia/md/content/presse/25.pdf

Infineon will 170 Stellen kürzen

Chiphersteller Infineon plant offenbar Stellenkürzungen. Betroffen ist am Standort Burgweinting bei Regensburg das "Chip Card Packaging Center". Nach Medienberichten müssen 170 Mitarbeiter dort bis 2007 den Hut nehmen. Dabei hatte das Unternehmen im ersten Quartal 2006 einen operativen Gewinn von 28 Millionen Euro und damit erstmals schwarze Zahlen vermeldet, nach minus 122 Millionen Euro im gleichen Zeitraum 2005.


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Peter B., München
„Ich arbeite in einem Umfeld, in dem wir immer wieder mit neuen Restrukturierungs-ideen konfrontiert werden. Nur gemeinsam können wir Wege entwickeln, mit derartigen Situationen umzugehen oder zu versuchen, die Entwicklungen der eigenen Branche mitzugestalten. ver.di bietet hierzu die Plattform.“