Newsletter vom 01.04.2006

SAP: Betriebsrat steht vor der Tür


Der Betriebsrat bei SAP ist nicht mehr aufzuhalten. Am Donnerstag, 30. März, ist ein neunköpfiger Wahlvorstand bestimmt worden, der nun eine Wahl vorbereiten kann. Sie wird in acht bis zehn Wochen stattfinden. Damit ist ein lang verhindertes Projekt endlich durchgesetzt, denn schon mehrfach seit der Konzerngründung 1972 hatten ver.di und IG Metall versucht, einen Betriebsrat durchzusetzen. Zum Einlenken in der Konzernspitze hat jetzt wohl geführt, dass drei Mitarbeiter vor Gericht die Einrichtung eines Wahlvorstandes erzwingen wollten. Sie waren vorher bei einer Betriebsversammlung daran gescheitert, genügend Mitarbeiter zu mobilisieren, die für einen Betriebsrat waren. Nur neun Prozent hatten dafür gestimmt. Die drei Mitarbeiter hatten am Donnerstag gemeinsam mit 14 anderen Mitarbeitern für den Wahlvorstand kandidiert, waren aber nicht gewählt worden. Das Gremium soll später die Interessen der 14.000 deutschen und 35.900 weltweit tätigen SAP-Mitarbeiter vertreten.

Umbau bei Vodafone, Streichung bei der HypoVereinsbank, Hoffnung bei HP


Sparen heißt künftig die Devise bei Vodafone. Der zweitgrößte Mobilfunkanbieter auf dem deutschen Markt plant Einschnitte im Personal und bei den Regionalgesellschaften, deren Anzahl reduziert werden soll. Derzeit sind 9.300 Mitarbeiter bei Vodafone in Deutschland beschäftigt. Betriebsbedingte Kündigungen sind nach Konzernangaben aber ausgeschlossen, umstrukturiert wird über Umschulung oder Weiterbildung und über die übliche Fluktuation. Betroffen sind nach den Call Centern nun die Bereiche Netzbau und Netzplanung. In ihrem Umbauplan will das Telekommunikationsunternehmen mit Betriebsräten und Gewerkschaften zusammenarbeiten. Genaueres soll noch bekannt gegeben werden.
Stellenkürzungen soll es auch in der IT-Abteilung der HypoVereinsbank geben. Der neue italienische Eigentümer Unicredit will nach Informationen der "Financial Times Deutschland" 600 der insgesamt 2.000 IT-Arbeitsplätze streichen. Dem Bericht zufolge soll auch das Bonussystem für tariflich bezahlte Mitarbeiter umgestellt und die leistungsbezogenen Gehaltsteile - wie bereits in Italien - an der Kundenzufriedenheit gekoppelt werden.
Hoffnung hingegen haben die Mitarbeiter von HP. Statt der geplanten 1.340 werden bis 2007 nur 900 Stellen abgebaut. Hauptsächlich die deutsche HP-Zentrale in Böblingen kann aufatmen: Hier müssen nur 330 statt der geplanten 650 Beschäftigten gehen. Möglich wurde dies durch interne Versetzungen und freiwillige Kündigungen, so der Betriebsrat.

Call-Center-Standorte bleiben durch ver.di-Engagement

In einem Einigungsstellenverfahren unter dem Vorsitz des Präsidenten des Landesarbeitsgerichts Niedersachsen haben sich die Deutsche Telekom und der Gesamtbetriebsrat darauf geeinigt, statt lediglich geplante 51 Call-Center-Standorte, 69 Call-Center-Standorte zu behalten.
Mehr zur Telekom unter: http://www.verdi-tk-it.de/contents/fachinformationen/
pdf_dateien/Beschaeftigteninfo%20_Nr_37.pdf

Amazon schafft 400 Arbeitsplätze


In den kommenden 36 Monaten will der Online-Buchhändler Amazon in Leipzig 400 neue Arbeitsplätze schaffen. Dort soll das zweite deutsche Logistikzentrum nach Bad Hersfeld entstehen, das nach dem Willen der Konzernzentrale vor allem große Produkte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke versenden soll. Das Interesse an den Stellen sei enorm, schon wenige Stunden nach der Ankündigung seien schon eine Vielzahl von Bewerbungen eingegangen, sagte Ralf Kleber, Chef von Amazon in Deutschland, in einem dpa-Gespräch. In Deutschland setzte Amazon im vergangenen Jahr 850 Millionen Dollar um.

Europäische IT-Unternehmen planen Einstellungen


Der Großteil der europäischen IT-Unternehmen rechnet noch in diesem Jahr mit Umsatzsteigerungen und will gezielt mit neuen Mitarbeitern verstärken. Dieser Personalsuche blicken aber viele Firmen alles andere als optimistisch entgegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der beiden Kommunikationsagenturen Schwartz PR und Eurocom Worldwide. Die positive Umsatzerwartung macht sich der Umfrage zufolge auch auf dem IT-Stellenmarkt bemerkbar. So wollen insgesamt 58 Prozent der befragten Firmen ihre Mitarbeiterzahl erhöhen. Weil IT-Mitarbeiter ihrer Meinung nach derzeit sehr gefragt sind, fürchten viele Unternehmen sogar einen Fachkräftemangel. Ein Drittel der befragten Unternehmen geht daher davon aus, dass die Suche nach qualifizierten und verfügbaren Mitarbeitern in diesem Jahr deutlich schwieriger wird als noch 2005. Gefragt sind laut der Umfrage vor allem Software-Spezialisten, Projekt Manager und Vertriebsmitarbeiter. Für die Studie hat Schwartz PR rund 300 Führungskräfte von IT-Unternehmen aus 20 verschiedenen Ländern Europas befragt.

Stellensuchen schwer gemacht

Viele Bewerber werden durch die Stellenangebots-Portale der Unternehmen oftmals abgeschreckt. Eine unübersichtliche Navigation und zu vollgestopfte Seiten sowie anonyme E-Mail-Adressen hindern viele daran, sich ein schnelles Bild von dem Unternehmen machen zu können und sich zielgerichtet gleich zu bewerben. Das ergab eine Studie der Personalberatung Potentialpark, die knapp 1.500 Studenten zu 104 deutschen Karriere-Websites befragt hat. Demnach wollen 91 Prozent eine Sortierung der Angebote nach Abteilung und Bereich, detaillierte Job-Beschreibungen fordern 89 Prozent, eine direkte E-Mail-Adresse eines bestimmten Ansprechpartners 87 Prozent. Und ein Großteil wünscht sich mehr Informationen über den Bewerbungsablauf selbst. Das beste Karriere-Portal hat der Studie zufolge derzeit die Deutsche Post World Net.

DGB-Jugend stellt Sieben-Punkte Programm für Praktika vor


Basierend auf ihrem Zwischenbericht zur Studie 'Generation Praktikum' hat die Jugend des 'Deutschen Gewerkschaftsbundes einen Leitfaden für ein Faires Praktikum vorgestellt. Er definiert Beginn und Dauer des Praktikums tägliche Arbeitszeit, Höhe der Vergütung, Dauer des Urlaubs, Vergütung von Überstunden, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Kündigungsvoraussetzungen. (http://www.students-at-work.de/mediabig/4845A.pdf)


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Peter B., München
„Ich arbeite in einem Umfeld, in dem wir immer wieder mit neuen Restrukturierungs-ideen konfrontiert werden. Nur gemeinsam können wir Wege entwickeln, mit derartigen Situationen umzugehen oder zu versuchen, die Entwicklungen der eigenen Branche mitzugestalten. ver.di bietet hierzu die Plattform.“