Es haben sich bei uns in der Zwischenzeit eine Reihe von PC-Ware-Beschäftigten gemeldet. Einige sind ver.di-Mitglieder geworden.
Die meisten erklärten, dass sie eine Betriebsratswahl begrüßen und unterstützen würden. Allerdins erklärten bisher zu wenige ihre Bereitschaft selbst aktiv zu werden und für eine Tätigkeit als Wahlvorstandsmitglied oder Kandidat zur Verfügung zu stehen.
Hinzu kommt, dass eine Reihe von Mitarbeitern entweder bereits das Unternehmen verlassen haben oder dies bei der nächst besten Gelegenheit tun werden. Mehrere äußersten sich zutiefst skeptisch, dass auch mit einem Betriebsrat eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dieser Geschäftsleitung möglich wäre. Hinzu kommen die Entwicklungen in der Schweiz und bei der Softline.
Insgesamt schätze ich im Moment ein, dass es in keinem anderen mir bekannten it-Unternehmen unserer Region ein derartiges Misstrauen gegen die Unternehmensleitung gibt. Die Vorgänge um die Auswechslung des PC-Ware-Managements und die Kündigung von Jens haben dafür gesorgt, dass die meisten es sich nicht trauen offene und sachliche Kritik zu üben. Lieber wird gute Mine zum bösen Spiel getrieben. Die Unternehmenskultur scheint trotz einiger Maßnahmen des Managements vorerst sprichwörtlich vergiftet zu sein.
Ver.di bleibt am Ball!
Wir werden die Entwicklungen bei PC-Ware weiter intensiv verfolgen. Wir freuen uns über jede Meinung (positiv wie negativ) aus dem Betrieb: entweder in diesem Blog öffentlich und ggf. anonym, aber gern auch direkt an uns.
Aus unserer Sicht ist es nach wie vor sinnvoll und notwendig einen Betriebsrat zu gründen. Dafür bedarf es allerdings Kolleginnen und Kollegen aus dem Betrieb, die diese Aufgaben verantwortungsbewusst wahrnehmen wollen.
Übrigens: auch bei DELL in Halle war die Skepsis zu einem Betriebsrat vor der Gründung Anfang 2008 riesengroß. Dennoch wurde mit Unterstützung von ver.di ein Betriebsrat gegründet. Vor einigen Wochen war die erste Wiederwahl. Eine Wahlbeteiligung von 75% (ähnlich wie zur Betriebsratsgründung) sagt mir, dass es inzwischen eine große Akzeptanz für diese Institution gibt. Von den ca. 750 Mitarbeitern hatten sich über 30 Kandidaten zur Wahl gestellt.
Wir stehen mit unserem Fachwissen und Erfahrungen in der Branche als Unterstützung für eine Interessenvertretung bei PC-Ware und natürlich auch bei Softline zur Verfügung. Ich freue mich auf Ihr Feedback!
Enrico Zemke, ver.di
Viele IT-Unternehmen tun so, als wenn sie keinen Betriebsrat brauchen würden. Im Unternehmen könne offen über alle Themen und alle Probleme gesprochen werden und es würde immer eine vernünftige Lösung gefunden werden. So war das bisher auch bei PC-Ware. Anspruch und Wahrheit driften leider sehr oft auseinander.
Da wir den PC-Ware-Beschäftigten die Möglichkeit geben wollen, sich zu äußern, haben wir einen PC-Ware-Blog eingerichtet.
Nachdem am 17. März 2010 ein Mitarbeiter von PC-Ware intern zu einer Betriebsratswahl aufgerufen hat, erhielt er prompt die Kündigung. Die in dem Aufruf intern geäußerte Kritik, wollen wir an dieser Stelle nicht bewerten. Feststellen können wir jedoch, dass uns mehrere PC-Ware-Beschäftigte auf den Vorgang unmittelbar angesprochen haben und äußerten, dass der Aufruf und die formulierte Kritik ihnen aus dem Herzen sprechen würde.