Erstes Angebot der IBM für die Gehaltsrunde 2009: Null Komma Null!
Zu Beginn der zweiten Verhandlungsrunde stellte auf Einladung der Geschäftsführung ein Vertreter der Abteilung MI Segment NE IOT, die für IBM die Marktentwicklung beobachtet, die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor. Dabei wurden die unterschiedlichen Bereiche Gesamtwirtschaft, IT-Branche bis hin zu Fragen der Inflationsentwicklung und der spezifischen Situation der IBM in Deutschland eingehend vorgestellt. Die Tendenz sei eindeutig: Die meisten Ländern der Welt befänden sich in einer Rezession mit negativen Auswirkungen auf die stark exportorientierte Wirtschaft in Deutschland. Die Erwartungen für die IT Branche in Deutschland seien etwas weniger negativ als die der Gesamtwirtschaft ( ./. 2% anstatt ./. 5 %.). Der Trend für das Hardwaregeschäft sei zweistellig negativ. Bei der Software sei die erwartete negative Entwicklung einstellig und im Service sowie im SO-Geschäft gäbe es sehr kleine positive Perspektiven. Die IBM stünde dabei im IT-Markt in Deutschland in der Summe zwar besser als die Konkurrenz, aber die Margen sänken extrem.
Unter Berücksichtigung dieser Prämissen und in Verbindung mit den Vorgabend durch die IBM Corporation, die Arbeitskosten in Deutschland langfristig zu senken und in 2009 kein Budget für TCR oder MBA zur Verfügung zu stellen, erklärten die Vertreter der IBM Geschäftsführung: "Wir sehen in 2009 keine Möglichkeit der Forderung nach einer Erhöhung der Tarifgehälter nachzukommen. Ohne eine Tariferhöhung wird es auch kein betriebliches Gehaltserhöhungsprogramm geben"
Auch zu den anderen Forderungen von ver.di gab es klare Aussagen:
- 38+3: "kein Spielraum für Erhöhungen" Das Modell sei unter Berücksichtung der Workload grundsätzlich zu prüfen
- BA-Ausbildungsvergütung: "kein Spielraum für Erhöhungen", keine Festlegung auf Ausbildungszahlen für 2010
- ATZ: kein aktuer Handlungsbedarf, erst müsse die Politik Rahmenbedingungen schaffen
- Mindestabsicherung Sonderzahlungen: "keine Mindesabsicherung für 2009" Der Aufstockungsbetrag passe nicht in die aktuelle wirtschaftliche Landschaft
- Altersvorsorge für Neueinstellungen: "kein aktuer Handlungsbedarf"; "IBM wird weiterhin marktgerecht bezahlen"; "es wird keinen neuen Pensionsplan geben"
Die Verhandlungskommission hat die Positionen der IBM Geschäftsführung als nicht zielführend für die schwierige Geschäftssituation zurückgewiesen. Das Rekordergebnis des letzten Jahres, dass durch die enorme Leistung der Beschäftigten entstanden ist, muss sich in einer Gehaltserhöhung 2009 widerspiegeln!
ver.di fordert deshalb die IBM auf, die Verhandlungen fortzuführen.
Nach intensiver Diskussion wurden die Verhandlungen am späten Nachmittag auf Freitag den 26. Juni vertagt.